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Gastartikel

Stolperfalle Patchwork? Tipps für ein harmonisches Miteinander!

Patchwork-Expertin Marita Strubelt mit Tipps für Eltern.

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Stolperfalle Patchwork? Patchwork-Expertin und Buchautorin Marita Strubelt mit Antworten!


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Stolperfalle Patchwork?

“Wir dürfen uns aussuchen, was für uns Familie ist.”

Ein Gastartikel von Marita Strubelt

Patchwork ist Familie für Fortgeschrittene, denn in der Regel geht jeder Patchworkfamilie eine gescheiterte Beziehung voraus. Die wenigsten Menschen planen, sich zu trennen, nachdem sie zusammen ein oder mehrere Kinder bekommen haben. Gleichzeitig steigen die Scheidungsraten bei jeder weiteren Eheschließung. Nicht gerade ermutigend, wenn du dich in jemanden verliebt hast, der eben schon ein Kind mit in die Beziehung bringt. 

Stolperfalle PatchworkIch weiß, wovon ich rede, denn als ich mit meinem jetzigen Mann zusammengekommen bin, hatte der schon einen anderthalbjährigen Sohn. Mittlerweile ist mein “Bonussohn” 13 Jahre alt, unsere gemeinsamen Töchter 8 und 9. Aus meinen persönlichen Erfahrungen und meiner Arbeit mit Patchworkfamilien ist das Buch “Patchwork Power”! (Affiliate Link*) So wird die Sache mit der Bonusfamilie zum echten Bonus” entstanden. 

In diesem Artikel schauen wir uns die “Problemklassiker” im Patchwork an und wie Paare sie lösen können. 

Vergleiche mit der Ex-Partnerin

Durch gemeinsame Kinder sind Eltern auch nach einer Trennung als Paar noch miteinander verbunden. Für die neuen Partnerin bedeutet das, ständig und dauerhaft mit einer Ex klarkommen zu müssen. Allzu leicht rutscht man in die Falle, sich zu vergleichen: Was hat sie, was ich nicht habe? Was fand er nur an ihr? Wie kann es sein, dass er jetzt mit mir zusammen ist? Wir sind so dermaßen unterschiedlich! 

Das ständige Grübeln bringt nichts. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern und alle Rechtfertigungen und Beteuerungen tragen selten zur Beruhigung bei. Da hilft nur eine Änderung der Einstellung: Was vorbei ist, ist vorbei. Jetzt hat sich dein Partner für dich entschieden. Vergiss die erste große Liebe – auf die letzte große Liebe kommt es an! 

Stolperfalle Patchwork? Über unterschiedliche Erziehungsansichten:

Bio oder Fast Food? Wie viel Medienzeit ist ok? Wann ist Schlafenszeit? Welche Regeln gelten und wie werden diese umgesetzt? In Patchworkfamilien geht es oft darum, unterschiedliche Werte unter einen Hut zu bekommen. 

Ich erzähle dazu gern die Geschichte vom Hengst, der sich in die Kuh-Dame verliebt hat. Wenn die Fohlen bei ihm sind, ist die Kuh genervt und schimpft häufig. Es ist doch nicht zu viel verlangt, dass die wilden Pferdchen aufhören, über ihre Wiese zu springen! Hat die Stute ihnen keine Manieren beigebracht!? Nun, vermutlich hat sie einfach andere Werte. Für Fohlen ist Galoppieren eben total wichtig. 

Heißt das jetzt, dass die Kuh sich komplett aus der Erziehung rauszuhalten hat und am besten gar nichts dazu sagt? Natürlich nicht! Sie sollte aber vermeiden, über richtig und falsch zu urteilen. Stattdessen kann sie von sich selbst und ihrem Bedürfnis sprechen. Ich brauche Ruhe, ihr braucht Bewegung – wie können wir beides hinbekommen? Der Hengst unterstützt übrigens am besten dabei, wenn er beide Sichtweisen akzeptiert. 

Sein Kind mag mich nicht. Und jetzt?

Es kursiert eine Studie, die besagt, dass es sieben Jahre dauert, bis in einer Patchworkfamilie jeder seinen Platz gefunden hat. Puh, ganz schön lange! Frisch verliebt möchte man am liebsten jeden Tag mit dem Partner verbringen und das ganze Leben mit ihm teilen. Da ist es nicht leicht, geduldig zu sein. 

Kinder haben ihre eigenen Herausforderungen, wenn es um die Trennung ihrer Eltern geht: Loyalitätskonflikte, Verlustangst, Schuldgefühle. Sie brauchen Zeit, um mit ihren Gefühlen und Gedanken klar zu kommen und sich auf neue Partner*innen einzulassen. Leider zeigen sie ihre eigene Not oft durch sehr ungünstige Verhaltensweisen. Darüber habe ich hier mehr geschrieben.

“Du bist nicht meine Mama. Du hast mir nichts zu sagen!” Dieser Satz ist eine echte Horrorvorstellung. Dahinter steckt oft Unsicherheit – auf beiden Seiten. Darf ich mich überhaupt in die Erziehung einbringen? Mache ich meine Mama traurig, wenn ich die Neue nett finde? Nimm so eine Aussage nicht persönlich, sondern gib euch Zeit. Dann könnt ihr eine Beziehung zueinander aufbauen, die nicht auf Rollen basiert. 

Zwischen den Stühlen

Patchwork ist bunt und vielfältig. Wenn beide Partner*innen eigene Kinder mitbringen, haben Erwachsene schnell mehrere Rollen inne: vielleicht bist du Mama/Papa für deine leiblichen Kinder und zusätzlich Bonusmutter/-vater für die Kinder des Partners. Der Vorsatz, “alle Kinder gleich lieb zu haben”, lässt sich in der Realität nicht immer verwirklichen und führt nur zu Stress. Gefühle sind einfach unterschiedlich, übrigens auch mehreren eigenen Kindern gegenüber. 

Wir alle wollen, dass es gerecht zugeht. Was genau das heißt, ist dabei nicht immer eindeutig. Mein Grundsatz ist: Es ist nicht unbedingt gerecht, wenn jeder das Gleiche bekommt, sondern das, was er braucht! 

Kniffelig sind oft die Zeiten der Übergänge. Da hilft es, auf die Bedürfnisse zu schauen. Wenn das eine Kind mehr exklusive Papa-Zeit möchte, ist das Okay. Nicht jedes Kind will nachts im großen Bett schlafen. Manche brauchen mehr Nähe, andere wollen lieber selbst bestimmen und sehnen sich nach Freiheit. Außerdem ist es für Eltern entspannend zu wissen, dass nichts in Stein gemeißelt ist. Auch die anstrengendste Phase geht irgendwann vorbei. Versprochen!

Stolperfalle Patchwork? Im Gegenteil: Patchwork lohnt sich 

Früher waren Frauen nach der Hochzeit ihrem Ehemann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Scheidungen gab es nicht. Heute dürfen wir uns aussuchen, mit wem wir verheiratet sein wollen. Wir können ohne Trauschein Kinder bekommen, und wir können uns von unserem Partner wieder trennen. Wir dürfen Männer und Frauen lieben, wir können mit unterschiedlichen Partner*innen Kinder haben oder auch ganz ohne Beziehung. Kinder leben bei verschiedenen Elternteilen, haben Halb-, Stief- und Adoptivgeschwister. 

Familie ist bunt geworden, so bunt wie eine Decke, an der immer wieder neue Stoffe mit verschiedenen Mustern angenäht wurden. Das bedeutet Patchwork: Wir dürfen uns aussuchen, was für uns Familie ist. 

Über die Autorin Marita Strubelt:

Marita Strubelt hat Chinesisch und BWL studiert, bevor sie sich dann ganz dem Thema “Kommunikation” widmete und sich als Familiencoach selbständig gemacht hat.

Marita ist Mutter und Stiefmutter von “zwei Bauchkindern und einem Bonuskind”. Mit ihrem Blog Patchwork auf Augenhöhe möchte sie Patchwork-Familien dabei helfen, ihre Kommunikation zu verbessern. Ihr Motto: Wertschätzung und ein Miteinander finden. Maritas Buch “Patchwork Power” erschien 2021 im migo Verlag. Sie lebt mit ihrem Mann und den Kindern in Frankfurt am Main.

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