nachhaltiges Familienleben

Selbstversorger-Mama: „Es ist gar nicht so kompliziert, wie es scheint.“

Selbstversorgerin Sabrina erklärt uns, wie eine andere Welt pflanzbar ist. Autorin: Dorothee Dahinden

So lebt es sich als Selbstversorger *in: Mama Sabrina gibt uns einen spannenden Einblick. Und hat dazu noch ein paar Tipps für einen easy Start im Gepäck.

Liebe Sabrina, du bist Selbstversorgerin – was heißt das ganz genau? Was baust du an? Und wie unabhängig bist du heute vom Handel?

Ich bin Selbstversorger-Mama, genau so bezeichne ich mich immer. Denn hauptberuflich bin ich Mama und versuche „nebenbei“ unsere Selbstversorgung auszubauen. Wir bauen allerlei Gemüse und Obst an. Wir haben in den letzten Jahren über 50 Obst- und Nussbäume gepflanzt, 100 Beerensträucher und knapp 500 (teilweise essbare) Wildsträucher wie Felsenbirne, Wildrosen oder Holunder.

Selbstversorger-Mama: wir konsumieren bewusst.

Selbstversorger Mama Selbstversorgerin Gemüse Anbau Garten
Foto: Sabrina Wagner

Die Obstbäume und Beerensträucher haben wir so gewählt, dass sie unterschiedlich reifen, das heißt: Wenn alles gut läuft, haben wir zum Beispiel ab Juli frische Äpfel und können andere Sorten bis Juni einlagern. Somit können wir uns übers Jahr mit Äpfeln selber versorgen. Auch das Gemüse planen wir so, dass wir möglichst viel einlagern können, dazu haben wir vor einigen Jahren einen großen Erdkeller gebaut. Kartoffeln, Rote Bete, Karotten und anderes kann prima eingelagert werden. Anderes wiederum verarbeiten wir und machen Marmelade, Chutneys, Soßen und eingemachtes Obst beispielsweise. Auch Brot backen wir oft selber, Getreide allerdings kaufen wir zu. Wie auch vieles anderes. Hafermilch, Nudeln, Müsli etc. Wir sind also vom Handel durchaus noch abhängig, versuchen aber auch hier möglichst regional einzukaufen. Und vor allem bewusst zu konsumieren. Tomaten im März gibt es bei uns nicht. Ebenso wie Trauben im Juni.

Selbstversorger-Leben: „Es macht zufrieden und glücklich!“

Unser Lieblingsgemüse, das übrigens in jedem Jahr mit dabei sein muss: Zuckererbsen! Ein perfektes Naschgemüse für die Kinder. Aber auch sonst mögen wir fast alles. Zucchini, Kürbis, Bohnen, Rote Bete, Karotten, Rübchen, Paprika, Gurken, Tomaten und noch vieles mehr. Es macht zufrieden und glücklich! Aber auch sehr viel Arbeit.

Selbstversorger Mama Selbstversorgerin Gemüse Anbau Garten
Foto: Sabrina Wagner

Wie sieht das denn im Winter aus – da wird es wahrscheinlich eher schwierig mit dem Leben als Selbstversorger*in, oder? Aber vielleicht irre ich mich ja auch und du hast tolle Lösungen gefunden. Ich bin sehr neugierig.

Selbstversorger Mama Selbstversorgerin Gemüse Anbau Garten
Foto: Sabrina Wagner

Im Winter essen wir sehr viel eingelagertes Gemüse und Kartoffeln. Auch auf unsere eingemachten Vorräte oder eingefrorenes greifen wir zurück. Winterkohlsorten holen wir frisch vom Feld, auch im Winter. Aber sicher kaufen wir im Winter mehr zu als im Sommer. Ein perfektes Selbstversorgermittagessen im Winter sieht bei uns beispielsweise so aus: Spiegelei, Kartoffeln, Rosenkohl und gedünstete Karotten. Oder Kartoffeln mit Ofengemüse, wie eingelagerte Rote Bete, Karotte, Zwiebeln, Topinambur, Rosenkohl oder andere. Dazu als Nachspeise eingelegte Birnen oder Kirschen oder ein Smoothie mit gefrorenen Beeren aus dem Sommer.

Selbstversorger-Mama: „Der Grundstein wurde mir schon in die Wiege gelegt!“

War das Selbstversorgen ein Prozess bei dir oder bist du mit Gemüsebeeten und Hühnern groß geworden? Gib uns da doch gerne mal einen kleinen Einblick, bitte. Ich denke mir, dass du einen sehr nahen Bezug zur Natur hast…

Ich bin als Kind oft auf dem Hof meiner Großeltern gewesen, dort gab es Schweine und Kühe und Selbstversorgung war einfach präsent. Aber trotzdem musste ich einiges neu erlernen. Ich habe vor acht Jahren meine ersten Hochbeete bekommen und mich nach und nach eingearbeitet und viel gelesen und probiert. Aber der Grundstein wurde mir schon in die Wiege gelegt, ganz klar.

Selbstversorger Mama Selbstversorgerin Gemüse Anbau Garten
Foto: Sabrina Wagner

Welche Vorteile siehst du beim Selbstanbau?

Unabhängigkeit. Die Corona-Krise und die damit verbunden Hamsterkäufe haben gezeigt: die Menschheit ist so abhängig von großen Konzernen und Supermärkten. Diesen Stress möchte ich vermeiden, denn ich könnte mir vorstellen dass solche Krisen im Hinblick auf das Klima noch öfter kommen werden. Zudem weiß ich, was ich anbaue, welches Saatgut ich gewählt habe und welches Futter unsere Hühner und Enten bekommen. Es gibt mir also auch Sicherheit, dass unsere Lebensmittel wertvoll sind. Es erdet mich, es erdet meine Kinder. Das sehe ich als ganz großes Geschenk.

Selbstversorgung wird immer wichtiger werden.

Inzwischen bist du ja auch auf Instagram sehr aktiv und bietest Online-Kurse an. Warum ist es dir so wichtig, dem Selbstanbau und (damit auch unserer Erde) eine Stimme zu geben?

Weil Selbstversorgung immer wichtiger werden wird. Die Fähigkeit, wieder selber Gemüse anzubauen und zu wissen, wie es verarbeitet werden muss, ist verloren gegangen. Ernährungssouveränität ist wichtig und jeder sollte sich damit beschäftigen. Zudem ist mein Steckenpferd auch der Garten nach Richtlinien der Permakultur anzulegen, also ihn nicht nur auszubeuten, um Gemüse zu ernten, sondern etwas zurückzugeben. Nahrung und Unterschlupf für Tiere beispielsweise. Bäume pflanzen, um die Klimakrise aufzuhalten. All das sind so wichtige Themen, die ich gerne öffentlich bespreche, um aufzurütteln, zu motivieren, zu inspirieren.

„Gemüseanbau ist überall möglich!“

Mama Selbstversorgerin Gemüse Anbau Garten
Foto: Sabrina Wagner

Dein Rat an alle, die gerne anfangen möchten, aber noch an ihrem grünen Daumen zweifeln oder in einer Wohnung mit einem kleinen Balkon wohnen. Wie können wir (auch noch so klein) starten, sodass wir auch viel Freude am eigenen Gemüse haben?

Foto: Sabrina Wagner

Fangt einfach an. Startet klein und machbar, damit die Motivation nicht im ersten Jahr gebrochen wird. Sucht euch euer Lieblingsgemüse und recherchiert und versucht euch einfach. Es ist gar nicht so kompliziert, wie es scheint. Gemüseanbau ist überall möglich, auch auf dem kleinsten Balkon in Töpfen oder Kübeln.

*eine andere Welt ist pflanzbar*,

sagt Selbstversorger-Mama Sabrina. Ein toller Spruch!

Hier findest du Sabrina (unbeauftragte Werbung*):

Webseite – hier findest du auch einen Online-Kurs von Mama Sabrina

Instagram – hier gibt Sabrina tolle Foto-Einblicke in ihr Leben als Selbstversorger-Mama

Buchtipps rund um das Leben als Selbstversorger*in von Mama Sabrina:

♥ „Permakultur Dein Garten. Deine Revolution.“ – von Sigrid Drage

♥ „Gärtnern im Biotop mit Mensch“ – von E. Kleber


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