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Frauenheilkunde

Free Bleeding: Menstruation ohne Scham!

Unsere Frauenärztin Dr. med. Judith Bildau mit Wissen für dich.

von
Dr. med. Judith Bildau

Free Bleeding?! Was ist das genau? Und wie gehen wir entspannt mit der Menstruation um? Unsere Frauenärztin Dr. med. Judith Bildau mit Tipps für dich.


Free Bleeding – einfach mal laufen lassen

Free Bleeding Corona & Misstände in der Medizin
Dr. Judith Bildau, Gynäkologin & Medfluencerin

Free… was? Freebleeding! Vielleicht zuckst du noch ahnungslos mit den Achseln, vielleicht hast du aber auch schon von dem ‘Trend’ gehört, das Menstruationsblut einfach laufen zu lassen. Für die meisten von uns hört sich das vielleicht erst einmal komisch an, vielleicht ist aber auch das Interesse geweckt. Es ist ja auch einfach zu verlockend: Keine Unmengen mehr an Geld für Tampons und Binden ausgeben! Kein Hantieren mehr mit der Menstruationstasse! Kein regelmäßiges Waschen der Menstruationsunterwäsche mehr!

Aber wie funktioniert das? Vorneweg: Ein bisschen Übung braucht die ganze Sache! Denn durch den jahrelangen Gebrauch von Binden, Tampons & Co. haben wir nämlich das natürliche Gespür dafür verloren, wie unser Körper das Blut während der Menstruation ausscheidet. Das geschieht nämlich in der Regel nicht ununterbrochen, sondern in Schüben.

Diese Schübe können bei jeder Frau in unterschiedlichen Abständen erfolgen und deshalb ist der erste Schritt zu einem entspannten Freebleeding dass Kennenlernen des eigenen Körpers und des eigenen Blutungsverhaltens.

Free Bleeding: Erst einmal zu Hause ausprobieren!

Deshalb ist es ratsam, das Laufenlassen der Menstruation erst einmal ganz in Ruhe zu Hause auszuprobieren. Gerade am Anfang der Periode kann es sein, dass du alle 30 Minuten (oder öfter!) auf die Toilette gehen musst, um das Blut herausfließen zu lassen. Im Verlauf der Periode (und mit ein bisschen Übung) reicht es möglicherweise, alle 4 Stunden das Bad aufzusuchen. Um all das herauszufinden, bietet es sich an, dass du das ganze einmal ausprobierst, wenn du entspannt zu Hause bist und Zeit für dich und deinen Körper hast.

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Der nächste Schritt beim Free Bleeding: Pack’ dir einen doppelten Boden ein!

Wenn du dann Lust und Muße hast, das Ganze auch einmal in deinem ‘real life’ auszuprobieren, kann es durchaus hilfreich sein, anfangs sicherheitshalber eine Binde einzulegen oder eine Menstruationsunterhose anzuziehen. So hast du keinen Stress, dass es von Anfang an reibungslos klappen muss und es ist kein Problem, wenn noch einmal etwas “daneben geht”.

Und so funktioniert das “freie Bluten”

Wie schon bereits erwähnt, entleert sich das Menstruationsblut in der Regel nicht ununterbrochen, sondern in gewissen Abständen. Besonders in den ersten Tagen können diese noch sehr dicht aufeinanderfolgen. Der wichtigste Anfangsschritt des “freebleedings” ist, nun für dich herauszufinden, wie es sich für dich anfühlt, wenn sich dein Muttermund öffnet, um das Blut herausfließen zu lassen.

Es kann sich durch ein Ziehen im Bereich der Gebärmutter, aber auch im Inneren der Scheide bemerkbar machen. Manchmal fühlt es sich aber auch einfach nur wie ein Druck auf der Blase und nach dem Gefühl, dringend auf Toilette gehen zu müssen, an.

Free Bleeding: „All das braucht ein bisschen Übung und das wichtigste ist, dass du dich nicht unter Druck setzt bei der ganzen Sache.“

Gehst du dann auf die Toilette, solltest du dir Zeit dafür nehmen, deinen Beckenboden zu entspannen. Versuche das Blut, im wahrsten Sinne des Wortes, ganz frei fließen zu lassen. Es kann dir helfen, dein Becken dabei ein bisschen zu bewegen oder deinen Unterbauch mir der Hand von außen etwas zu massieren. Du kannst am Ende auch leicht “nachdrücken”, so, als ob du einen letzten Tropfen Urin lassen möchtest.

All das braucht ein bisschen Übung und das wichtigste ist, dass du dich nicht unter Druck setzt bei der ganzen Sache. “Free Bleeding” ist nämlich mittlerweile nicht nur die Bezeichnung für das freie Bluten ohne Menstruationsartikel, sondern auch für das Ende einer schambesetzten, stresserfüllten Periodenzeit.

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