Nachhaltigkeit im Kinderzimmer: für die Zukunft der Bewohner – ein Gastartikel über Plastikschrott, Entrümpelung und mehr Nachhaltigkeit von Muttispielt-Herausgeberin Anke Brinkmann.


Mir ist kürzlich ein Licht aufgegangen, keine Energiesparfunzel, sondern eine wirklich helle LED Leuchte. Ich habe die Wohnung entrümpelt und das Kinderzimmer aufgeräumt.
Im Kinderzimmer sortieren wir regelmäßig die Spielzeugkisten aus und fahnden nach Spielzeugen, die nicht benutzt werden. Dazu treibt uns kein ausgeprägter Ordnungssinn, den haben weder meine Tochter noch ich – sie hat einfach ein sehr kleines Zimmer und das muss regelmäßig entrümpelt werden. Genauso wie die Kleiderschränke.


Dieser Artikel enthält durch die Verlinkungen und Markennennungen unbeauftragte Werbung* Hier ist kein Geld geflossen, Anke ist eine Freundin. Wir müssen euch trotzdem darauf aufmerksam machen.


Nachhaltigkeit im Kinderzimmer
Foto: Anke Brinkmann

Wir haben da ein System entwickelt, damit sich meine Tochter leichter von Gegenständen trennt – die Sachen werden nicht einfach weggeschmissen oder verkauft, sie kommen in die „Zwischenablage“ auf dem Balkon. Das steht eine große Kiste, in der sich Autos, Plüschtiere und Bausteine noch ein wenig ausruhen können, bevor der nächste Schritt kommt.

Nachhaltigkeit im Kinderzimmer: Manche Dinge sind als Müll geboren

Ehrlich gesagt hatte ich die Kiste schon ewig nicht mehr geleert, als ich jetzt beim Entrümpeln war, war sie dran. Was mir das Licht hat aufgehen lassen, war der Inhalt.

Die Kiste war fast vollständig gefüllt mit „Plastikmüll“. Aus Plastikeiern mit Überraschungsspielzeug, vom Fast Food-Amerikaner, von diesen schrecklichen Zeitungen. Spielzeug aus Automaten. Sachen, die wir auf dem Jahrmarkt gewonnen haben. Müll. Dinge, die schon als Müll geboren sind. Zumindest bei uns. Das Kind muss das dann unbedingt haben und nach zwei Stunden ist das Spielzeug schon wieder völlig uninteressant.

Auch die Verwandtschaft ist nicht zögerlich, da werden häufig irgendwelche kleinen Quatschsachen als Mitbringsel gekauft. Sammelfigürchen. Als Scherz wird ein Plastikhandy besorgt und so weiter. Das kennt ihr sicher auch. Wir reden hier nicht über hochwertiges Spielzeug auf Kunststoff! Zum Beispiel LEGO und Playmobil sind auch aus Kunststoff, sie halten jahrelang und haben sogar extrem hohe Wiederverkaufswerte. Gerade weil sie aus Plastik und damit fast unverwüstlich sind.

Nachhaltigkeit im Kinderzimmer? Pustekuchen. Masse statt Klasse!

Am Ende der Aufräumaktion hatten wir einen ganzen Müllsack (die großen für den Garten) mit Mist. Die Kleinteile haben wir ins Recycling gegeben, einige Plüschtiere und Autos zur Tafel gebracht. Was mich schockiert hat, war die Masse. Mit nur einem Kind.
Ich betreibe mit Muttispielt eine Seite, die sich rund um das Thema Spielzeug und Entertainment für Kids dreht. Jeder Beitrag enthält Shoppinglinks. Ja, es geht um Konsum.

Ich kann und will auch deshalb Konsum nicht verurteilen, auch weil ich mir immer erst an die eigene Nase fasse. Aber das, was da bei uns passiert, geht wirklich nicht. Auch nicht für mich. Wenn ich eines hasse, dann ist es Doppelmoral.

Nachhaltigkeit im Kinderzimmer

An Nachhaltigkeit im Kinderzimmer müssen wir feilen, aber wir leben in anderen Bereichen nachhaltig!

Ich kenne Eltern, die haben jede Woche neue Kleidung und fahren zwei dicke SUVs, sorgen sich aber um das Konsumverhalten des Kindes. Bei uns ist das aber umgekehrt – wir achten seit langer Zeit sehr genau darauf, wieviel wir konsumieren. Kleidung wird zum Beispiel nach Möglichkeit repariert, Neuanschaffungen sind fast immer wohl überlegt usw. Wir fliegen so wenig wie möglich…und und und. Nur bei unserem Kind sind wir offenbar völlig betriebsblind. Das geht echt gar nicht.

Wir ändern jetzt etwas. Meine Tochter weiß, dass das eine Einschränkung für sie selbst bedeutet. Sie möchte aber mitmachen. Das finde ich toll. Statt Plastikeiern mit Plastikspielzeug gibt es ein Stück Schokolade – oder auch zwei. Die Dinger kaufen wir einfach nicht mehr. Zeitungen kann sie sich kaufen, aber die müssen komplett gelesen werden und wir kaufen keine Hefte mit Plastikspielzeug. Sammelkarten oder LEGO Figuren sind OK. Wir gehen jetzt wieder öfter auf den Flohmarkt, da kann sie sich auch irgendeinen Quatsch kaufen.

Ich werde es mit einem Vernunftsappell versuchen!

Essen beim Amerikaner versuchen wir ja sowieso zu vermeiden, aber ich gebe es zu, auf langen Autofahrten ist das für uns alle sehr wahrscheinlich, dass wir dort landen. Da habe ich noch keine Lösung, außer an die Vernunft meiner Tochter zu appellieren. Da ich seit Jahren erfolglos versuche, die Geschenkeflut der Familie einzudämmen, ist dieses Thema für mich am schwierigsten. Wir werden weiter mit Listen arbeiten und ich habe mir vorgenommen, immer erstmal auf dem Gebrauchtmarkt zu schauen, bevor ich etwas Neues kaufe.

Apropos Geschenke, Weihnachten rennt mit Highspeed auf uns zu. Ich habe hier noch einige Hersteller als Empfehlung, die nachhaltig produzieren und oder umweltfreundliche Materialien verwenden, die findet ihr in diesem Muttispielt-Artikel zu nachhaltigem Spielzeug.


Herzlichen Dank für diesen ehrlichen Artikel, liebe Anke! Übrigens haben wir noch mehr Gastartikel von Anke auf MutterKutter. Hier kommen die Links für euch. Anke hat zu folgenden Themen Beiträge verfasst:

Spätes Mutterglück

Dick! Ja! Aber bitte hört auf uns zu verurteilen!

Gestatten: Mein Name ist Madame Bigott. Über mütterliche Dopperlmoral.

nachgefragt! bei Spieleportalentwicklerin, Bloggerin & Mama Anke Brinkmann

Und hier geht es zu Ankes Portalen:

Muttispielt

Muttiglück

Das Thema Nachhaltigkeit möchten wir verstärkt auf MutterKutter behandeln. Eine Herzensangelegenheit von uns. Deshalb haben wir kürzlich eine neue Kategorie ins Leben gerufen: nachhaltiges Familienleben. Wir werden sie nach und nach mit Artikel und unseren Gedanken füllen.


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2 Kommentare zum Thema “Nachhaltigkeit im Kinderzimmer: Plastikschrott adé! #ankeentmüllt”

  1. Bei uns das selbe. Dann weiß die Verwandtschaft nicht was sie noch kleines dazu kaufen soll dann gibt’s wieder ne Zeitung, die keiner liest und das Spielzeug das dann beim nächsten aufräumen in den Müll fliegt. Ich habe auch schon so oft darum gebeten an Geburtstagen und Weihnachten oder Nikolaus nicht tausend Kleinigkeiten zu schenken, weil es einfach nichts bringt. Und auch dieses Mal werde ich das wieder erwähnen. Dann lieber nochmal 5 Euro für die spardose wenn man unbedingt noch Geld loswerden will
    Ach und die Dinger aus den kaugummiautomaten die landen bei uns meist unausgepackt im Müll, aber Hauptsache 20 oder 50 Cent in das Ding geschmissen. Von mir gibt es dafür kein Geld mehr.

    1. Liebe Sina, das mit der Spardose ist eine super Idee. Ich schleuse meine große Tochter aktuell übrigens auch von jedem Zeitschriftenregal weg, weil ich diese Plastikbeilagen als „kaputt bis zuhause“ einschätze und ich das einfach nicht unterstützen möchte…Danke dir für deinen Kommentar. LG von Doro

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