Siebenfache Mama, Hebamme und…ja, ein Garant für gute Geschichten. Achtung, festhalten – hier kommt der neueste Artikel aus dem Hause Lüking. Wirklich: zum Schreien komisch. Es geht um die verrückteste Woche in Kerstins Leben. Und, ja, die gilt es erst einmal zu toppen.


Unten verlinken wir Kerstins Homepage. Das ist Werbung für die siebenfache Mama, & MutterKutter-Expertin, daher dieser Hinweis.


Hallo, ich bin Kerstin Lüking. Siebenfache Mama. Und jetzt erzähle ich euch von der bisher verrücktestes Woche in meinem Leben. Hier gab es: 5 Mal Notaufnahme, 1 zerbeultes Fahrrad, 1 demoliertes Auto & eine saftige Rechnung.
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Kerstin Lüking, Hebamme und siebenfache Mama. Foto: Kerstin Lüking

Bei uns ist eigentlich immer etwas los. Bei sieben Kindern kein Wunder. Es vergeht kein Tag, an dem ich vor Langeweile in der Nase popeln könnte. Besonders eine Woche in meinem Leben ist mir besonders prägend in Erinnerung geblieben.

Eine Woche im Sommer 2013.

Unsere jüngste Tochter war zu diesem Zeitpunkt ein halbes Jahr alt, ihr älterer Bruder knapp 1,5 Jahre älter. Es war eine Woche, die der Graus einer jeden Mutter ist. Ein Unfall jagte den nächsten. Und zwar völlig unverhofft und es endete fast täglich in der Notaufnahme.

Tag 1: Montag

Das Wetter ist schön.

Das Telefon klingelte, meine völlig verheulte älteste Tochter war am Telefon und teilte mir ihren Fahrradunfall mit. Sie sei auf einem Landweg, fernab der Straße. Kein Mensch in Sicht, der helfen könnte. Nachdem sie mir die ungefähren Koordinaten durchgegeben hatte, schmiss ich unsere beiden Jüngste in Windeseile in ihre Kindersitze und juckelte los.

Das völlig verbeulte Fahrrad – nebst Tochter mit schwerster Knieverletzung – waren gefunden. Kind ins Auto gehievt, Fahrrad erfolglos versucht in den Kombi zu wuchten, um feststellen zu müssen, dass das Rad doch größer als das Fassungsvolumen des Kofferraums ist, um es wieder rauszuziehen, sich dabei den Lack zu zerkratzen, um fluchtend das kaputte Fahrrad an einem Baum zu parken. Kein Schloss in Sicht, muss beim Unfall wohl weggeflogen sein. Egal, wenn es geklaut wird. Ist eh kaputt!

Tochter zur Notaufnahme gekarrt, zwei schreiende Kleinkinder auf dem Rücksitz. Schottersteine aus den Knien gepopelt, Verband drum.

Dauer der Aktion: 3 Stunden.

Alle sind völlig fertig und fahren erschöpft nach Hause. Im Radio trällert Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“. Ich denke an Schokoladeneis mit Sahne, fahre am Supermarkt vorbei, kaufe das erhoffte Eis und Sprühsahne ein. Und fahre mir auf dem Parkplatz einen Nagel in den Reifen! Reifen platt, die Luft ist raus! Nicht nur beim Reifen! Die Kinder schreien. Ich rufe beim Nachbarn an, bitte ihn darum zu kommen, um mir den Reifen zu wechseln. Renne erneut in den Supermarkt, um Löffel zu kaufen. Das Eis fängt an zu schmelzen. Wir sitzen zu viert im Auto, löffeln Eis mit Schlagsahne und warten auf den Nachbarn. Meine Jüngste nuckelt zufrieden an meiner Brust. Meine Haare sind zerzaust. Wir sehen aus wie die Flodders. Das Schokoladeneis zeigt Wirkung. Ich entspanne mich so langsam.

Klappe, die Erste!

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Tag 2: Dienstag

Das Wetter ist schön.

Ich nehme mir vor, die Fenster zu putzen. Ich bin draußen auf der Terrasse, Baby schläft, Sohnemann sitzt auf dem Fußboden vor dem Bücherregal und stapelt Bauklötze.

Siebenfache Mama: hartgesotten bin ich schon, aber diese Woche….

Plötzlich Geschrei vom Sohnemann! Ich denke: „Super, ist wohl müde. Noch 3 Minuten und ich habe die Fenster fertig. Dann bringe ich ihn ins Bett zum Mittagsschlaf.“ Ich gehe rein, nehme mein Kind. Sehe: blutüberströmt! Er muss ins Bücherregal gefallen sein, Platzwunde über der rechten Augenbraue. Es blutet wie Sau.

Baby und Kleinkind ins Auto verfrachtet. Wieder Notaufnahme. Wunde wird geklebt. Dauer der Aktion: 2,5 Stunden.
Heute verzichte ich auf Udo Jürgens und auf Schokoladeneis.

Ich habe keinen Ersatzreifen mehr.

Klappe, die Zweite!

Tag 3: Mittwoch

Das Wetter ist schön.

Tochter Nummer 5 macht ihr Schwimmabzeichen im Freibad. Sie taucht wie eine Meerjungfau, mein Mutterherz platzt vor Stolz. Mathilda taucht an der metallenen Ausstiegstreppe auf und rammt sich dabei. Blut schießt ihr über das Gesicht und verteilt sich im Schwimmbecken. Platzwunde: linke Augenbraue. Es blutet wie Sau.

Ich packe 3 Kinder ins Auto. 2 davon schreien. Wieder Notaufnahme. Wunde wird geklebt. Der gleiche Krankenpfleger von den vorherigen Tagen hatte wieder Dienst. Er begrüßt mich mittlerweile mit Namen.

Dauer der Aktion: 2 Stunden.

Heute wieder kein Eis, dafür Abziehbildchen und eine Kinderzeitung mit Plastikschrott-give-away für das verletzte Kind.

Klappe, die Dritte!

Tag 4: Donnerstag

Das Wetter ist schön.

Tochter Nummer 4 macht ebenfalls ein Schwimmabzeichen. Gleiche Kulisse, wie einen Tag zuvor. Tochter taucht nach Ringen, Mutter freut sich über ihre Schwimmkünste. Kind taucht auf. Gleiche Treppe! Gretas Blut zieht eine Fahne durchs Wasser. Heute: Nase! Sie blutet wie Sau aus einer tiefen Wunde, die 2 cm über ihrer Nasenwurzel sichtbar wird. Ich packe 4 Kinder ins Auto. Zwei schreien!

Ich schwitze und bin unendlich müde.

Der nette Pfleger von vor-vorgestern, vorgestern und gestern begrüßt mich mit Namen und fragt nach meiner Abo-Nummer. Dämlicher Scherz, ich könnte heulen.

Dauer der Aktion: 3,5 Stunden.

Klappe, die Vierte!

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Foto: Kerstin Lüking
Tag 5: Freitag!

Das Wetter ist schön.

Ich mache mir einen Kaffee. Alle Kinder spielen draußen. Das Baby schläft in unserem Bett. Ich setze mich draußen vor dem Hauseingang in die Sonne, mache die Augen zu.
Die Kinder wuseln um mich herum. Ich habe, wie immer, meinen Haustürschlüssel am Band in meiner Hosentasche. Philip dackelt ins Haus, um sich ein Spielzeug zu holen. Er kommt mit einem Ball zu mir. Er macht die Tür hinter sich zu.

Siebenfache Mama: Natürlich passiert das eine oder andere Malheur. Aber das alles?

Wir spielen und spielen. Ich will nach Marlene schauen. Ziehe den Schlüssel aus der Hosentasche und bemerke ernüchternd, dass man mit einem Schnuller an der Schnullerkette wohl kaum eine Haustür öffnen kann.

Alle sind plötzlich in heller Aufruhr. Hoffentlich wacht Marlene nicht auf und fällt vom Bett. Ist irgendwo noch ein Fenster oder die Terrassentür auf? Nein, natürlich! Heute nicht. Sturmklingeln bei den Nachbarn: ein Schlüsseldienst muss her.

Der kommt auch, verlangt 75€ und öffnet mir binnen Sekunden die Tür. Ich will eine Rechnung vom Schlüsselmann haben! Wir haben sie einlaminiert. Philip wird sie zum 18. Geburtstag bekommen, als Erinnerung! Ich will mein Geld zurück.

Klappe, die Fünfte!

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Foto: Kerstin Lüking
Tag 6: Samstag!

Leichte Wolken sind am Himmel zu sehen.

Lautes Geschrei im Hof. Sohn Nr. 3 brüllt wie am Spieß: „Mörderin!“ und haut mit beiden Fäusten auf meine Windschutzscheibe vom zerkratzen Kombi mit Reserverad. Hinter dem Lenkrad sitzt unsere älteste Tochter, die kurze Zeit zuvor ihre Führerscheinprüfung erfolgreich abgelegt hatte. Sie hatte beim rückwärts Ausparken leider den neuen Trettraktor ihres Bruders übersehen.

Dieser hatte nun eine kaputte Achse und war fahruntauglich. Mein Nummernschild war total zerbeult. Mir war klar, heute keine Notaufnahme. Die versorgen wohl kaum Traktoren mit Gipsschienen.

Dafür wieder der Nachbar! Handwerker durch und durch, der den Traktor einigermaßen wieder fahrtüchtig machen konnte.

Sohn wütend, Tochter schuldbewusst, Mutter genervt. Es fängt an zu regnen.

Klappe, die Sechste!

Tag 7: Sonntag!

Es ist dunkel und regnet.

Es kündigte sich schon in der Nacht an. Ein sich vor Schmerzen und Fieber windender Ehemann. Ihm sei schlecht und der Bauch und überhaupt. Im militanten Ton herrsche ich ihn an, wo denn die Schmerzen genau seien. Rechts unten! Ich fordere ihn auf, sein rechtes Bein an sich zu ziehen.

Funktioniert nicht! Die Schmerzen sind zu stark. Ich diagnostiziere eine Appendizitis, packe ein paar Sachen ein. Schleife meinen Mann in meinen zerkratzen Kombi mit Reserverad und zerbeulten Nummernschild und karre ihn samt schreiendem Baby in die Klinik. Wer macht auf?

Genau, der Pfleger von Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Er hatte jetzt Frühdienst! Er begrüßt mich mit Namen. Ich schnauze ihn an, dass das ja wohl die beschissenste Woche in meinem Leben sei und dass ich meinen Mann erst wieder in gesundem Zustand hier abholen würde.

Siebenfache Mama: Diese Woche hat mich umgehauen!

Ich fahre nach Hause, das Baby schreit nicht mehr. Ich hole Brötchen und hoffe, dass keine Nägel auf der Straße liegen.

Zu Hause schlafe ich völlig ermattet mit Baby auf der Brust auf dem Sofa ein. Der Rest der Familie schläft noch, bis uns das Klingeln der Haustür aus dem Schlaf reisst.

Meine Nachbarin! Sie hatte einen Schokoladenkuchen für uns gebacken. Sie hielt ihn für notwendig nach dieser Woche, in der sie uns von ihrem Küchenfenster aus beobachtet hatte. Ich frage sie nach Schlagsahne, fange an zu lachen und rufe meinen Mann an.

Klappe, die Siebte!


Kerstin ist ja nicht nur siebenfache Mama und MutterKutter-Bordhebamme. Vor allem arbeitet sie als Hebamme. Ihr sucht eine Hebamme für den Raum Berlin? Dann kontaktiert Kerstin gerne. Hier geht es zu ihrer Homepage.

2 Kommentare zum Thema “Siebenfache Mama: So sieht die verrückteste Woche in meinem Leben aus. 5 Mal Notaufname inklusive.”

  1. Liebe Kerstin,

    beim Lesen schwankt man zwischen Lachen und Mitleid. Eigentlich wünscht man sich mehr Katastrophen, da Du ein Talent hast diese so unterhaltsam zu schildern. Es geht einem wie dem kleinen Häwelmann mehr….mehr…mehr.
    Wobei man natürlich auch Mitleid mit Deinen Kindern und Dir hat. Außerdem fühlt sich auch vom Glück previligiert, solche Wochen nicht zu haben. Ich hoffe, Du schreibst mal ein Buch. Weiter so.
    Rike

    1. Liebe Rike, ich leite Kerstin deine herzlichen Worte weiter. Danke dafür. Stimmt. Ein Buch – oder gleich eine TV-Sendung wären gut, oder? Finde ich auch! LG von Doro – und vielen Dank dafür, dass du hier an Bord bist! LG von Doro

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