Baby, Kind & Teen

Brustentzündung: das Unwort der Stillzeit.

Meine Erste-Hilfe-Tipps bei einer Mastitis für dich! Autorin: Dorothee Dahinden

Brustentzündung: Stell dir vor, du wachst nachts auf, weil deine Brust (gefühlt) so groß wie ein Football, so heiß wie eine Biosauna und so rot wie das Etikett einer Colaflasche ist.

Hallo Brustentzündung!

Dazu zitterst du am ganzen Leib – und du hast Panik. Bleibt das nun so? Herzlichen Glückwunsch, du hast eine Brustentzündung. Keine Yucca Palme, sondern leider bittere Realität für mich in meinem Wochenbett. Gleich am Anfang meiner Stillzeit hatte ich eine, doch dann kam es noch schlimmer…

Brustentzündung

Ich werde diese eine Nacht nicht mehr vergessen. Sechs Wochen nach der Geburt. Ich alleine mit unserer Tochter Zuhause. Übermütig hatte ich zu meinem Freund gesagt: Na klar kannst du drei Tage surfen fahren. Zugeben wollte ich nicht, dass ich totalen Schiss vor dem Alleinsein hatte: Werde ich auch wirklich aufwachen, wenn das Baby schreit? Was ist, wenn ich sie drei Tage alleine durch die Wohnung tragen muss – wie soll ich das schaffen? Hilfe, kann ich das alles überhaupt schon?

Ich habe mich zu sehr gestresst!

Tja, ich hatte mich dann so gestresst, dass die eh schon gerötete Brust, die ich über einige Zeit – trotz der eindringlichen Warnung meiner Hebamme – stiefmütterlich behandelt hatte, nun Vollgas in Richtung Antibiotikaeinsatz gab. Zugegeben: Sie war schon länger mein Problemkind.

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Ich hatte versucht, die Rötung zu bekämpfen, was mir dann allerdings zu anstrengend wurde: Erwärmen vor dem Stillen, dann Stillen, kühlen. Nach drei Tagen hatte ich die Schnauze voll, wollte noch was anderes als meine Brust erleben, habe die Rötung über Tage schlichtweg ignoriert … und bekam die Quittung. Das Gute ist: Ich habe das Problem am Ende ohne Antibiotika in den Griff bekommen. Dank meiner Hebamme, die mir dann wirklich eindringlich den Supergau „Abszess und Operation“ beschrieb (Danke, liebe Meike).

Brustentzündung: Falls du in diese Situation geraten solltest, dann:

  1. …bitte deine Hebamme/ deine Frauenärztin sofort um Hilfe, wenn deine Brust auffällig ist. Ich habe von meiner unter anderem Globuli bekommen, die gut gewirkt haben.
  2. …gönn dir viel (Bett-) Ruhe, vermeide jeglichen Stress (wenn es irgendwie geht).
  3. …lass dein Baby regelmäßig (alle zwei bis drei Stunden) trinken. Die Brust soll, so hat es mir meine Hebamme erklärt, entleert werden. Damit die Milch besser fließt, erwärme sie vor dem Stillen unter der warmen Dusche oder mit einem Rotlicht. Kühle sie nach dem Stillen mit Brustwickeln. Zum Beispiel mit Weißkohlblättern (vorher walken) oder mit einer Quark/ Retterspitz-Mischung (50/50). Ich habe sie in Küchenkrepp eingewickelt und mir auf die Brust gelegt).
  4. Falls alles nichts hilft und die Symptome innerhalb von 24 Stunden nicht besser werden oder du Fieber bekommst, dann suche bitte schleunigst einen Arzt auf .
  5. By the way: Kauf dir am Besten in einem Fachgeschäft einen gut sitzenden Still-BH. Das habe ich viel zu spät getan. Der ist zwar teuer, aber seinen Preis wert. Denn auch zu enge Kleidung kann angeblich zum Milchstau führen.

Haftungsausschluss/ Disclaimer: Die hier beschriebenen Ratschläge basieren lediglich auf meiner persönlichen Erfahrung. Sie ersetzen auf keinen Fall einen ärztlichen Rat. Es handelt sich hierbei auch nicht um heilkundliche oder medizinische Auskünfte. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist ein Arzt zu konsultieren.


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4 Kommentare

  1. Hallo,
    Brustentzündungen sind mies. Davon kann ich auch ein Lied singen.
    Mir hatte damals (vor 15 Jahren) meine Hebamme Retterspitz Äußerlich empfohlen. Entweder ein paar Tropfen direkt in die Stilleinlage geben oder vorher mit etwas Wasser mischen.
    Diese Flüssigkeit kann im Verlaufe des Lebens noch bei so manch andere Erkrankung helfen.
    Meinen Patienten empfehle ich sie auch. Bei zB Halsentzündungen, Bronchitis o.ä.

    Gute Besserung!
    Simone

    1. Liebe Simone, vielen Dank für deinen Tipp. In der Tat habe ich Retterspitz auch von meiner Hebamme empfohlen bekommen und es hat wunderbar geholfen. Hattest du gleich mehrere Entzündungen?
      Oh, Retterspitz scheint ja ein Allheilmittel zu sein. Frage nun: Ich habe vom Tragen Schmerzen in meinem Handgelenk. Meinst du, auch hier könnte ein Verband mit Retterspitz weiterhelfen? Ich habe es bisher mit Pferdesalbe versucht, das war auch ganz gut.
      Ich freue mich auf deine Antwort!
      Liebe Grüße und einen schönen Tag dir,
      Doro

      1. Hallo Doro,
        Retterspitz ist wirklich super! Es gibt auch ein Buch über die Anwendungsgebiete, welches sehr empfehlenswert ist.

        Du könntest in der Tat einen Wickel um dein Handgelenk machen. Und dazu gibt es bei dir im Haushalt sicherlich die entsprechenden “Zutaten”.
        Für einen Handgelenkswickel könntest du zB ein Stofftaschentuch oder ein dünnes Baumwollhalstuch für Kinder benutzen. Dann kommt etwas dickeres aus Wolle drüber: der Schaft einer Wollsocke oder eines Handschuhs…

        Auch macht es Sinn, wenn die Entzündung abgeklungen ist, das Handgelenk von einem Profi einrichten zu lassen. Durch die Belastung haben sich hier evtl. die Handwurzelknochen verschoben.

        Dir gute Besserung und viele Grüße, Simone

        1. Ach, das sind ja super Tipps! Vielen, vielen Dank – auch für die Wünsche!
          Hab´ einen schönen Abend!
          Viele Grüße, Doro

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