Sex ist das eine. Den haben wir Mütter meistens ja – äh, mehr oder weniger, je nach Ausprägung der Müdigkeit – mit unseren Männern. Ein bisschen verknallt ist wiederum das andere. Kind(er) hin oder her – sind wir nicht alle in irgendeinen Star verschossen? Judith und ich, Doro  haben in einem Telefonat festgestellt, dass wir für den gleichen Mann schwärmen:

„Du, Judith. Ich habe mich verliebt. Vorgestern Abend. In Bradley Cooper. Ich habe A Star is Born gesehen. Und, was soll ich sagen? Ich google ihn seitdem. Warum ist er denn nun mit der verheiratet? Ist die nett? Ich meine ja nur.“


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Oh Gott, Teenie-Doro. Ihr wisst Bescheid. Mein Mann übrigens auch. Der nimmt es gelassen. Er hatte ja letztes Jahr diese Musikerin….St. Vincent. Na, also. Wir sind quitt. Und unsere Beziehung läuft. Ein bisschen Schwärmen…tut doch auch mal gut, oder?

Und Judith?

„War ja klar, dass Doro und ich denselben Typen scharf finden… aber es ist eben auch BRADLEY COOPER! Allein der Name schon… und schaut ihn euch doch nur mal in ‚A star is born‘ an! Klug, wahnsinnig attraktiv, emotional, herzlastig, ein bisschen gebrochen, abseits der Norm, fernab von Konventionen, männlich, einfach sexy- und dann noch diese Stimme! Mamma mia!“

Und getreu dem Motto: „Gegessen wird zuhause, aber das Kopfkino darf weiterlaufen“, haben wir euch bei Instagram gefragt:

In wen seid ihr verliebt?

Und folgende unterhaltsame Antworten bekommen:

Anna: „Auf jeden Fall in Emma Watson. Meine Liebste hat den gleichen Geschmack, also können wir gemeinsam schmachten.“

Boris: „In Sara Sigmundsdottir. Maren sagt, dass es ok ist.“

Mel: „Eddie Redmayne…Da krieg´ ich Sabber.“

Mamiundmchen: „Daddycool und ich haben beide einen Fremdgeh-Freifahrtschein. Er für Shakira und ich für Dwayne Johnson.“

Katrin: „Ryan Reynolds…schon immer!“

Steffi: „…in den Bachelor.“

Steph: „Ich liebe Johnny Depp und Robbie Wiliams schon seit meiner Jugend. Mein Mann findet es nicht schlimm, da ich ja eh nie an einen der beiden rankommen würde.“

Sarah: „Mein Mann sagt, ich darf zu Matthias Schweighöfer, wenn er Lena-Meyer-Landrut endlich abbekommt. Wir sind uns da sehr einig und bis dahin lieben wir uns aber.“

Regina: „George Clooney. Mein Mann weiß auch darüber Bescheid und nimmt es gelassen. Er weiß auch, dass, falls George vor der Tür stehen würde, ich mitgehen würde.“

Larissa: „Also ich war ja in den Mats Hummels heimlich verknallt. Hab´ vom Mann sogar ´nen Trikot mit seinem Namen bekommen. Und dann durfte ich ihn einmal bei einem Fußballspiel treffen, bei dem ich als Notärztin eingesetzt war. Tja – und dann hat er ohne mich zu fragen die Cathy geheiratet.“


Danke euch! Wir haben uns sehr unterhalten gefühlt.

Wer kann besser über Sex reden als eine siebenfache Mutter? Genau. Kerstin Lüking. Die MutterKutter-Hebamme und ab heute Sexpertin haben wir daraufhin gebeten:

„Bitte, bitte – schreib´ einen Artikel zum Thema Sex.“

Gesagt getan. Den 1. MutterKutter-Artikel zum Thema Elternsex findet ihr übrigens hier.


Warum Eltern regelmäßig Sex haben sollten!

ein Artikel von Kerstin Lüking

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Foto: Kerstin Lüking

Letzten Montag an der vollen Kasse – ich betone „voll“ – unseres Supermarktes fragt mich mein 7 jähriger Sohn folgendes:

„Mama, wir sind doch 7 Kinder?“.
„Klar, ihr seid Ihr 7 Kinder!“
„Dann hatte Papa 7x Sex mit Dir!“

Schamesröte steigt mir ins Gesicht und ich krächze vor mich hin, dass das wohl so gewesen sein muss. Hinter mir kichert eine Mutter, der Mann vor mir schüttelt den Kopf. Im Auto frage ich Philip, was er sich dabei gedacht habe. Gar nichts hätte er sich gedacht, warum das denn keine gute Frage gewesen sei, da wäre doch wohl nichts schlimmes dabei gewesen.

Ich schweige!

Recht hatte er. Warum bin ich rot geworden? Ich als Hebamme? Dass Kinder nicht vom Storch gebracht werden oder aus Blüten fallen, sollte mir doch wohl am ehesten klar sein. 7x Sex in so vielen Jahren Beziehung, ich muss schallend lachen. Da reichen meine Finger wohl kaum aus zum Zählen. Ich denke so vor mich hin, wie sich unsere Beziehung in den vielen Jahren verändert hat.

Am Anfang, wo wir noch jung und knackig waren, konnte man die Finger kaum voneinander lassen. Dann kamen die Kinder. Meine Lust hielt sich in Grenzen. Meine Müdigkeit siegte oft.

Heute: alles anders, alles irgendwie besser! Wir haben tapfer durchgehalten und unsere Beziehung durchgehend gepflegt. Wenn ich heute bei meinen Wochenbettbesuchen die Eltern über Verhütung berate, verdrehen alle Beteiligten nur die Augen. Sex? Undenkbar! Jetzt doch nicht! Gefühlt erst dann wieder, wenn das Kind Abitur hat. Dann könnte man ja mal wohlwollend darüber nachdenken.

Warum ist S E X wichtig, was macht es mit uns?

Ich fahre gerne mit der S-Bahn durch Berlin. Und lese dabei keine Zeitung, ich studiere! Ich studiere Menschen. Ich finde, man erkennt sie! Man erkennt Menschen, die glücklich sind und die, die unglücklich sind. Die junge Frau, die mir gegenüber sitzt. Gut durchblutet im Gesicht, ein stetiges Lächeln und noch viel glücklicheres Gesicht, wenn sie nach einem „Pling“ auf ihr Handy schaut. Nachricht vom Liebsten? „Es war schön mit Dir heute Nacht. Ich liebe Dich!“ Signal: „Nächster Halt: Charlottenburg“. Weg ist sie!
Da drüben, das krasse Gegenteil. Sieht aus wie ein langweiliger Physiklehrer. Freud- und farblos. Na, der hat bestimmt schon lange nicht mehr!

Mir fällt eine Studie über das Sexualleben der Deutschen ein. Von 2000 Befragten haben immerhin 43% mehrmals im Monat Sex, 32% mehrmals die Woche. Besonders aktiv dabei sind die 18-24 jährigen. 14% haben nur alle paar Monate Sex. Bei Langzeitpaaren nimmt die Häufigkeit im Laufe der Jahre ab, aber die Qualität wird besser.

Was macht denn nun dieser Akt von durchschnittlich 23 Min und 54 Sekunden mit uns?
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Wie wäre es mit einer Abreißrolle für Sex? Foto: Kerstin Lüking

Ganz einfach, wenn er von beiden gewollt wird, macht er uns in der Regel glücklich. Das Bindungshormon „Oxytocin“ wird im Hypothalamus im Gehirn gebildet. Es ist übrigens das gleiche Hormon was wir Frauen ausschütten, wenn wir Wehen haben und unsere Babys stillen. Und, ja, Sex macht auch glücklich. Stresshormone werden aus dem Gehirn „geschwemmt“, man kann sich entspannen und regenerieren. Sex wirkt quasi als Antidepressivum. Dazu hat er einen Einfluss auf unser Immunsystem. Eine Studie der britischen Cardiff Universität belegt, dass 2-3 Mal Sex in der Woche einen nachweislichen Effekt auf die Immunabwehr hat. Nach einer Studie der American Heart Association wurde sogar das Herzinfarktrisiko durch regelmäßigen Sex deutlich geringer eingeschätzt, da die Durchblutung des Herzens merkbar verbessert wird. Die Lebenserwartung wird auch deutlich höher geschätzt bei Menschen, die häufiger Sex haben.

Also: Sex ist Gesundheitsprävention. Auf geht´s Leute!

Alles schön und gut, aber wie macht man das, wenn man Kinder hat?

Kaum hat man sich im hübschen Fummel feurig am Abend auf´s Bett geschmissen, klopft es an der Tür! „Mami, ich hab Durst“. Man wähnt sich sicher! Beide Eltern haben z u f ä l l i g am gleichen Tag frei, alle Kinder sind in der Schule. Da dreht sich garantiert um 11.30 Uhr beherzt der Schlüssel in der Wohnungstür um und mit freudiger Stimme brüllt es : „Ich habe jetzt zwei Freistunden, ist das nicht super?“ durch die Bude.

Da ist das scheiß Oxytocin schlagartig verschwunden, verkrochen hat es sich sekundenschnell in unseren Gehirnwindungen. Ist beleidigt und säuselt „Phh, vielleicht komm ich gegen 22.30 Uhr noch mal raus. Jetzt ist´s erst mal vorbei. Ätsch! Habt ihr jetzt davon, wenn ihr so viele Blagen in die Welt setzt.“ Die beiden Akteure sind genervt. In Windeseile kramt man seine Plünnen zusammen und geht dem Alltag nach.

Beide denken über das nächste Mal nach: Hotel? Nee zu teuer. Keller mit abschließbarer Feuerschutztür? Zu kalt für diese Jahreszeit. Im Auto am Waldesrand? Aus dem Alter sind wir raus!

Was machen wir also?

Terminkalender her, wo ist er? Eine verbindliche Verabredung muss her! Wann sind alle Kinder wirklich weg?  Wer nicht weg ist, wird zur Oma gekarrt! Ein Wochenende wird geplant, mit allem Chi-Chi und Tam-Tam. Kulinarische Köstlichkeiten werden gebunkert, Kinokarten gebucht, das Bett frisch bezogen. Die Aufregung und Freude steigt. Weg sind sie – alle. Es ist so ruhig hier. Nur zwei Leute, die sich einfach mal wieder lieben wollen! Die ihr Oxytocin wieder gnädig stimmen wollen. Komm raus, komm…putt, putt!

Schön war´s. Überwältigend!

Die Bindung ist gestärkt, man rennt lächelnd und pfeifend durch die Gegend. Die nächste Verabredung steht.  Bis dahin hält man sich mit kleinen Liebesakten bei Laune, die man auch zwischen „Mama hier und Papa da“ einbauen kann.

Kinder werden ja häufig als die „Krönung“ einer Beziehung gesehen. Leider ist aber genau dieses „Krönchen“ zu 40 % die „Sollbruchstelle“ und damit das Ende der Beziehung. Ich erlebe das immer wieder. Nach ungefähr 4 Wochen Wochenbett knallt es in den meisten Beziehungen. Ernüchternd stellen viele Eltern fest, dass dieser kleine „Terror-Zwerg“ alle im Griff hat. Alle geben ihr Bestes, aber für die Beziehungspflege bleibt kein Raum. Die Energie reicht nicht mehr aus für Liebkosungen in verbaler und körperlicher Form.

Hatten wir uns nicht der Illusion hingegeben, dass alles so wundervoll sein wird mit einem Kind?

Und nun liegt die rosarote Brille zerscheppert und zertreten auf dem Boden. Mütter fühlen sich nicht gewürdigt in ihrer Mutterrolle, Väter fühlen sich als „Nahrungsbeschaffer“ ausgegrenzt. Alle tanzen um das „goldene Kalb“. Kommunikationen finden nicht mehr ohne Giftpfeile statt. Bevor die gemeinsame Schnittmenge immer kleiner wird, muss man die Reißleine ziehen. Am Besten macht man sich schon in oder noch besser vor einer Schwangerschaft über das Paarsein Gedanken und fixiert das schriftlich. Was machen wir mit uns, damit es uns langfristig gut geht? Ich kann rückwirkend betrachtend feststellen, dass es sich lohnt, dieses zu tun.

In diesem Sinne, bleibt glücklich!

Ihr möchtet Kontakt mit Kerstin aufnehmen? Dann schreibt ihr entweder eine Mail oder besucht sie auf Ihrer Homepage.

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