Liebe Leserinnen,Kerstin Lüking Hebamme siebenfache Mama Großfamilie Expertin Mamablog Mamablogger Kiel Mutterkutter

herzlich willkommen in meiner Sprechstunde an Bord. Hier könnt ihr mich mit euren Fragen löchern. Ihr dürft alles  loswerden, was euch rund um die großen Themen Familie & Kindererziehung unter den Nägeln brennt.

Ich bin Kerstin Lüking, siebenfache Mama & Hebamme. Von mir bekommt ihr praxiserprobte Betriebsanleitungen für eure Rasselbande nebst Göttergatten.

Von der Schnullerentwöhnung bis zu „Mama ich glaube, ich habe meine Tage bekommen!“ – ich habe viele, viele Tipps für euch parat.

Schreibt mich an, ich freue mich auf eure Fragen!

Eure Kerstin


Martina hat uns eine Mail geschrieben. Sie möchte wissen:

Hallo,
unsere kleine Tochter ist am 8.12. 1 Jahr alt geworden. Sie hat vom 4.-6.Monat durchgeschlafen und fing danach an wieder nachts gestillt werden zu wollen. Dabei wollte sie auch nicht mehr in ihrem Bett schlafen. Nach dem Einschlafen mit Stillen, trug ich sie monatelang in ihr Bett (steht direkt neben unserem) und nahm sie nach dem Aufwachen gegen 23 Uhr wieder mit zu uns, wo sie die restliche Nacht alle 2-3 Stunden gestillt wird. Seit ungefähr 6 Wochen schläft sie gar nicht mehr in ihrem Bett. Sie schläft mit mir zusammen ein und ich schleich mich dann raus und dann kommt sie ungefähr alle 3 Stunden, manchmal auch jede und will an die Brust. Schnuller, Flasche nimmt sie gar nicht, Zähne sind auch noch nicht da. Mit dem nächtlichen Stillen komm ich ganz gut zurecht, aber ich möchte, dass sie in ihrem Bett einschläft. Alle Versuche in den letzten Tagen sind gescheitert. Sie weint so doll, trotz mehrmaligem Reingehen und beruhigen, dass sie sich übergibt.
Hast du noch einen Tipp?
LG Martina

Liebe Martina,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle Beteiligten oft besser schlafen, wenn man ab einem bestimmten Zeitpunkt eine räumlich Trennung vornimmt.
Vielleicht gibt es bei euch die Möglichkeit, ein eigenes Kinderzimmer herzurichten.
Versuche deine Tochter schon durch ein Mittagsschläfchen ans eigene Bettchen und Zimmer zu gewöhnen, so dass ihr am Abend der Platz nicht fremd vorkommt. Wenn du sie abends gestillt hast, solltest du sie im wachen Zustand in ihr Bett legen. Dann ist ihr der Ort vertraut, wenn sie nachts wieder aufwacht. Schwierig wird es, wenn die Kinder an der Brust einschlafen und dann weggelegt werden. Deine Tochter wacht an einem Ort auf, an dem sie nicht eingeschlafen ist. Sie findet also eine fremde Situation vor und fängt an zu weinen.

Ich würde Dir außerdem vorschlagen, ein kleine Licht brennen zu lassen. Häufig habe ich Situationen erlebt, dass Eltern den Türspalt offen lassen und das Licht vom Flur direkt ins Kinderbettchen scheint . Ich finde das ist ein Störfaktor für die Kinder und ein kleines Nachtlicht ist oft besser.
Auch wenn deine Tochter nachts weint, nimm sie nicht gleich aus dem Bett. Lege einfach deine Hand auf ihren Körper, schuckel sie sanft und flüster einfach nur, dass „Mama“ da ist. Häufig lassen sich die Kinder dadurch schon beruhigen und schlafen weiter.

Überlege auch, ob die festgelegte Schlafenszeit am Abend auch tatsächlich der richtige Zeitpunkt ist. Vielleicht ist es sinnvoller, noch etwas zu warten und deine Tochter etwas später hinzulegen.
Überlegt duch ein festes Ritual, was das Sandmännchen „ankündigt“. In eurem Fall könnte das natürlich das Vorlesen von Bilderbüchern sein.

Du hast geschrieben, dass deine Tochter noch keine Zähne hat. Versuche Ihr mal mittags einen Dinkelbrei mit etwas Birne anzubieten. Meistens mögen das die kleinen Mäuse und haben plötzlich Spaß am Essen. Zum Abend versuchst du den Dinkelbrei mit etwas Gemüse (z.B. Kürbis). Der macht pappsatt. Und vielleicht schläft dein „Flöhchen“ dann mal etwas länger in der Nacht. Probiere ruhig in der Nacht auch mal nur etwas Wasser anzubieten, wenn du vielleicht nicht mehr unbedingt stillen möchtest. Ein paar Schlückchen reichen oft schon und die Kinder sind zufrieden.

Alles in allem empfehle ich, Ruhe zu bewahren und Nerven zu behalten. Das ist einfacher gesagt, als getan. Ich weiß!!

Wenn du das Gefühl hast, dass du kurz vor dem Platzen bist, bitte Deinen Mann für ein paar Tage das Abendritual zu übernehmen. Das klappt oft besser, als wenn wir Mütter immer alles gestresst übernehmen.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen.
Liebe Grüße!
Kerstin


Simone wollte auf Instagram wissen: 

„Kannst du als erfahrene Mutter Tipps geben, wie die Familie in der Erkältungszeit fit bleibt?“

Einige Dinge davon sind euch bestimmt schon bekannt, um der Erkältung ordentlich eins „auf die Mütze“ zu geben und ihr gar nicht erst die Chance zu geben auszubrechen.
Natürlich gehören Dinge dazu, wie viel Bewegung an der frischen Luft, Erhöhung der Luftfeuchtigkeit (z.B. durch einen Luftbefeuchter oder einer Schüssel mit Wasser auf der Heizung). Sehr viel sicherer, gerade bei kleinen Kindern im Haushalt, ist das Aufhängen von nasser Wäsche in den Wohnräumen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist notwendig, da ausgetrocknete Schleimhäute für Keime und Co. ein gefundenes “Fressen“ sind.Erkältung vermeiden Hebammenwissen Wochenbett Hebamme Hebammentipps Hebammenwissen MutterKutter Mamablog Kerstin Lüking

Bei meinen eigenen Kindern kommen Kneippsche -Anwendungen zum Einsatz. Wir haben damit immer nach dem ersten Geburtstag begonnen. Natürlich nicht mit eiskaltem Wasser, sondern lauwarm und warm im Wechsel. Danach schön abschrubbeln mit einem etwas kratzigem Handtuch, um die Durchblutung anzuregen. Wichtig ist mir auch immer, dass die Übergänge (Fußfessel und Puls) warm gehalten werden. Die ganzen Teenies, die auch im Winter mit Sneaker-Socken rumrennen, sind eigentlich nur dauerverrotzt. Also, Stulpen und Pulswärmer aus den 80ern wieder aus der Kiste holen und anziehen.
Als wir noch an der Grenze zum Sauerland wohnten und im Winter auch wirklich viel Schnee im Garten hatten, habe ich meine Kinder mal als „Nackideis“ durch den Schnee wälzen lassen. Nur ganz kurz, dann ab unter die heiße Dusche und danach mit einem Tee ins Bett gesteckt. Das waren die Winter, wo wir wirklich immer alle ohne Infekt davongekommen sind.

Mir persönlich ist Handhygiene sehr wichtig. Besonders fies sind Einkaufswagengriffe.
Wenn Ihr Eure Kinder dort reinsetzt, ist ein Ablecken oder Herumwischen fast eine Garantie für einen Infekt. Sehr lecker! Deshalb bitte nach der Heimkehr gründlich die Hände waschen. 20 Sekunden ordentliches Händewaschen mit Seife reichen aus, um nahezu 95% der Keime in den Ausguss zu kippen.

80% Eures Immunsystems sitzt im Darm. Eine gesunde Ernährung gehört somit auch ins Präventionsprogramm (das ist aber nichts Neues!). Esst viel gekochtes Gemüse. Wenig Zucker, wenig helles Brot und wenig Milchprodukte. Bei Fleisch auf glückliche „Bio-Viecher“ setzen. Kocht viel mit frischen Kräutern und Gewürzen. Petersilie (Vit.C), Ingwer und Kurkuma (wirken u.a. entzündungshemmend). Ingwer sollte man bei Fieber nicht einnehmen, da es den Körper zusätzlich „aufheizt“ (ein Feuer löscht man ja auch mit kaltem Wasser!).
Solltet Ihr vor Kurzem eine Antibiotika-Therapie gehabt haben (bei Schwangeren wird automatisch unter der Geburt ein Antibiotikum gegeben, wenn eine Streptokokken B-Infektion besteht, bei den Babys kann das einen Soorbefall auslösen), denkt bitte wohlwollend über eine Darmsanierung nach. Es gibt gute Präparate aus der Apotheke, die den Darm wieder aufpäppeln und sanieren ( z.B. Symbioflor, Omnibiotik-Panda, Pro Basan Complete von Tisso). .

Es lohnt sich auch, den Vitamin D-Spiegel und den Eisenwert bestimmen zu lassen. Ein Mangel kann eine Infektanfälligkeit begünstigen und kann durch entsprechende Präparate beseitigt werden ( z.B. Devit-Tropfen und Kräuterblut-Dragees, alternativ kann man auch Ferrum Phosphoricum als Schüssler Salz oder Globuli einnehmen).

Sobald die ersten Infektanzeichen auftreten, empfehle ich zu reagieren. Zum Beispiel können Infludoron Globuli von Weleda eingenommen werden. Auch kleine Kinder und Babys können diese schon verabreicht bekommen. Ich selbst bin ein Freund von Thymian (nicht für Säuglinge). Gerade bei Husten ist er ein toller Helfer. Egal, ob als Tee mit Honig oder in der Duftlampe (bitte ätherische Öle nicht in der Reichweite von Kindern lagern und die Dosierung zunächst bei 5 Tropfen in der Lampe belassen).  Bei unseren größeren Kindern und uns Erwachsenen gebe ich auch gerne Propolis-Tropfen, es ist das Kittharz der Honigbiene, was entzündungshemmend, antiviral und immunstimulierend wirkt.

Bei einer verstopften Nase könnt Ihr euren kleinen Mäusen zum Beispiel Engelwurzbalsam oder Anisbutter unter die Nase schmieren, die Nase selbst wird mit Kochsalzlösung befeuchtet. Das erleichtert die Atmung. Noch ein letzter Tip bei Halsschmerzen und Fieber: Ihr solltet immer eine Bio-Zitrone im Haushalt haben. Ritzt die Schale ein und drückt die Zitrone in einer Schüssel mit kaltem Wasser aus. Mit diesem Zitronen-Wasser könnt Ihr Hals- und Wadenwickel bei Euren größeren Kindern machen. Die Zitrone zieht die Entzündung und das Fieber quasi aus dem Körper heraus.

Wenn Ihr weitere Fragen habt, schreibt mich gerne dazu an.

Herzlichst!

Eure Kerstin!

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel beruht auf der persönlichen Erfahrung von Hebamme Kerstin Lüking. Er ersetzt weder den persönlichen Rat eines Arztes noch den eines Apothekers.