Erziehung

Kann-Kinder: einschulen oder lieber nicht?

Pädagogin & Influencerin Inke Hummel mit wertvollen Impulsen für Eltern von Kann-Kindern!

Kann-Kinder: Pädagogin und Influencerin Inke Hummel erklärt, was Eltern mit Blick auf die Schulreife beachten sollten.


Kann-Kinder: Sollen wir unser Kind einschulen oder lieber nicht?

Schulmobbing schüchtern Selbstfürsorge Inke Hummel
Foto: Inke Hummel

„Er wird im Oktober erst 6, aber will unbedingt dieses Jahr schon in die Schule!“ – Solch einen Satz von dem Elternteil eines Kann-Kindes hast du bestimmt auch schon gehört. Dahinter kann alles Mögliche stecken: ein neugieriges Kind oder ein junges Geschwisterkind, das dem großen Bruder nacheifern mag, vielleicht auch unsichere Eltern, die sich Mut machen, oder sehr sichere Eltern, die ihr Kind richtig oder aber auch vollkommen falsch sehen.

Kann ein 5-jähriges Kind wirklich in die Schule wollen?

Wie ist das denn: Kann ein 5-jähriges Kind schon in die Schule wollen? So richtig als tiefer Wunsch? Klar kann es das, aber was sich dahinter verbirgt, ist eine andere Frage. Gibt es tatsächlich schon ein größeres Geschwisterkind, durch das es die Schule kennt, hat es vielleicht wirklich große Lust, weil es die coolen Klassenkameraden des Großen mag, den abenteuerlichen Schulhof oder die riesige Turnhalle? Geht es schon seit Jahren in die gleiche Kita, hat es womöglich tatsächlich langsam die Nase voll und steckt voller Neugier auf das nächste Kapitel?! Vermitteln ihm Eltern, Großeltern und Kita-Personal vielleicht, wie toll Schule sei und eventuell auch, dass das Schulkindsein etwas „Besseres“ sei als das Kindergartenkindleben („Dann bist du endlich groß!“)?

„Einschulung bedeutet Veränderung auf sehr vielen Ebenen.“

So kann der Wunsch im Kind natürlich wachsen und echt sein und der Kann-Kind-Weg nicht allein von den Eltern getrieben sein. Doch was der Wunsch tatsächlich mit sich bringen wird, wenn er denn seine Umsetzung findet, weiß ein 5-jähriges Kind natürlich auf gar keinen Fall. Denn wir müssen uns nichts vormachen: Unser Schulsystem ist nicht nur ein Geschenk, Bildung für alle, fröhliches Schulkindleben. Weniger Spielzeit, mehr kooperieren müssen, Impulse besser kontrollieren, anstrengendere Tage aushalten, Hausaufgaben erledigen müssen, vielleicht freundschaftliche Kontakte verlieren, fester an bestimmte Zeiten gebunden sein, mehr Druck, mehr Konkurrenz, mehr Bewertung… Einschulung bedeutet Veränderung auf sehr vielen Ebenen. Das kann ein Kind nicht überblicken. Die Verantwortung können wir Großen nicht abgeben, egal was unser Kind sich wünscht.

Kann-Kinder: „Ein frühes erstes Schuljahr kann für ein kognitiv reifes, aber gleichzeitig sozial-emotional noch nicht schulreifes Kind nicht nur in diesem einen Jahr, sondern über eine längere Phase der Schulzeit eine starke Belastung sein.“

Klar, ein weiteres Kindergartenjahr kann für ein sich an dem Ort langweilendes und kognitiv reifes Kind herausfordernd werden (und auch für die Eltern in der Begleitung). Aber ein frühes erstes Schuljahr kann für ein kognitiv reifes, aber gleichzeitig sozial-emotional noch nicht schulreifes Kind nicht nur in diesem einen Jahr, sondern über eine längere Phase der Schulzeit eine starke Belastung sein.

Darum ist es wichtig, den Gedanken an eine Kann-Kind-Einschulung mit vielen Personen zu besprechen, die das Kind kennen: Kitaerzieher*innen, Kinderärzt*in, Therapeut*innen, Trainer*innen oder Kursleitungen aus dem Freizeitbereich, enge Pat:innen… Sammelt Meinungen, bevor ihr den Weg wirklich antretet.

Denn der Weg zur Kann-Kind-Einschulung beinhaltet Untersuchungen und Termine im Gesundheitsamt sowie in der zuständigen Grundschule. Und wenn euer Kind das alles leichtfertig angegangen absolviert hat und ihr dann erst entscheidet, dass es eigentlich eine Überforderung ist, erlebt es unter Umständen eine Art (erstes großes) Scheitern: „Ich hab‘ doch alles mitgemacht und jetzt muss ich doch wieder in den Kindergarten?!“ Klar kann man auch das begleiten, aber vermeiden wäre doch klüger.

Kann-Kinder: darauf solltet ihr achten

Worauf solltet ihr achten? Motorisch und kognitiv in der Lage zu sein, schreiben und lesen zu lernen, ist schon lange nicht mehr einziges Entscheidungskriterium. Fähigkeiten im Bereich Konzentration, Motivation und Sprache kommen hinzu, aber besonders auch im Bereich soziales Verhalten: Ist dein Kind im Stande, mit Gleichaltrigen zu kooperieren, zu diskutieren, Lösungen zu finden in Konflikten?

Mag es freiwillig helfen, trösten, unterstützen, dass eine Gruppe gut zurechtkommt? Das sollte wirklich realistisch eingeschätzt werden und nicht hinter der Bewertung der kognitiven Fähigkeiten zurückstehen. Denn so junge Kinder, wie es die Kann-Kinder im Vergleich zu den meisten Klassenkameraden nun mal sind, haben ein erhöhtes Risiko auf Überforderung und auch Mobbing und auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sie im Zuge der weiteren Schullaufbahn doch mal ein Jahr wiederholen müssen.

„Mitreden sollte es auf jeden Fall!“

Ist eure Einschätzung zu den o.g. Bereichen stimmig, kann eine Kann-Kind-Einschulung aber auch Prophylaxe für Unterforderung sein, so dass euer Kind von Anfang an gut im Schulsystem ankommen kann. Freundschaften mit Muss-Kindern im Kindergarten sind ein guter Zusatzschutz, weil es dann im Kreis von Freund*innen in die Schule starten kann. Ja, es ist eine schwierige Entscheidung – und darum sollte euer Kind sie nicht treffen, denn es kanndies alles nicht überblicken. Aber mitreden sollte es auf jeden Fall!

Inkes persönlicher Tipp für die Schultüte:

Egal, ob dein Kind als Kann- oder Muss-Kind in die Schule kommt: Es braucht immer noch ganz viel Mama und Papa. Gemeinsam zu lesen ist eine wunderbare Verbindungszeit, darum packt doch passende Lektüre in die Schultüte – oder in den Rucksack fürs letzte Kindergartenjahr.

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