persönliche Gedanken

„Bitte bleiben Sie gesund!“ Bitte löschen Sie diesen Satz!

Bitte bleiben Sie gesund! Unsere Hebamme und siebenfache Mutter Kerstin Lüking mag diesen Satz nicht. Warum – hier!

Bitte bleiben Sie gesund! Echt jetzt?!

Also, ganz ehrlich! Ich kann diesen Zusatz in Mails, persönlichen Verabschiedungen oder Briefen nicht mehr hören und lesen. Es ist doch wohl klar, dass ich nicht die Absicht habe, an Corona zu erkranken. Denkt der Schreiberling der Nachricht vielleicht, dass ich mich freiwillig inmitten einer Corona-Gegner-Horde in Berlin aufhalte, um mich anhusten zu lassen? Ich habe schon überlegt, ob ich ein Phrasen-Sparschwein in meine Handtasche stecke und jeder, der mir mit diesem sinnentleerten Spruch um die Ecke kommt, muss sofort fünf Euro einzahlen. Davon könnte ich dann FFP 2 Masken für meine Familie kaufen oder einfach nur Tonnen an Schokolade, die ich in den letzten Monaten mehr denn je zu brauchen scheine, damit ich diesen ganzen Wahnsinn aushalte.

Bitte tragt die Maske doch richtig!

bitte bleiben sie gesund

Apropos Maske! Da werde ich mittlerweile ungehalten, wenn jemand seinen „Fratzenschlüpper“ nicht korrekt im Gesicht sitzen hat. Komischerweise sind das überwiegend Männer, die das immer noch nicht begriffen haben, wie man seine Maske trägt. „Hey ihr Typen da draußen, packt endlich euren Riechkolben unter die Verkleidung!“ In letzter Zeit war ich häufig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrad in Berlin unterwegs, da mein Führerschein, dank meines auffälligen Fahrverhaltens, eine Zwangs-Pause verordnet bekommen hatte. Bei meinen Sozialstudien in der S-und Deutschen Bahn fiel mir immer wieder auf, wie die Leute durch reichliche Nahrungszufuhr das Tragen der Maske umgehen. Ich frage mich, warum man auf einer Zugstrecke von Berlin nach Hamburg, die 90 Minuten dauert, permanent Erdnüsse fressen muss. Geht das vielleicht auch mal ohne?

Muss man im Supermarkt alles anfassen und daran riechen?

Warum haben die Menschen es im Supermarkt immer noch nicht verstanden, dass man sich die Pfoten vor dem Laden desinfiziert und dann noch eine Maske trägt. Muss man jede Tomate anfassen und vielleicht auch noch die Maske absetzen und daran riechen? Warum fordert die Lehrerin einer meiner Töchter die Schüler zum Absetzen der Maske auf? Warum informieren mich Schwangere nicht, dass sie total verrotzt sind und der Hausbesuch vielleicht mal besser verschoben werden sollte.

Fragen über Fragen, aber bitte nervt mich nicht mehr länger mit dieser sinnlosen Satzhülle: „Und bitte bleiben Sie gesund“, denn an mir wird es nicht liegen.


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2 Kommentare

  1. Guten Tag,

    wir sind Mitarbeiter in einem bundesweiten großen Gesundheitsunternehmen und aus reinem Zufall auf Ihren Blog gestoßen.
    Ihre Aussagen zum Thema Einkaufen, verrotzte Mütter etc. sind klar und natürlich komplett nachvollziehbar. Sieht denken wir jeder vernünftige Mitmensch so.

    Das Thema „bitte bleiben Sie gesund“ hat bei uns durch die Bank allerdings Kopfschütteln ausgelöst. Wir sehen überhaupt keine „Sinnbefreitheit“ bei diesem Wunsch. Vielmehr ein nettes und umsorgendes miteinander. Unsere Kunden (und auch umgekehrt) haben diesen Spruch natürlich auf den Lippen und wir empfinden dies überhaupt nicht negativ oder nervig. Sondern einfach freundlich. Wenn man Ihrer Argumentation folgt bräuchte man auch keiner Mutter zum Neugeborenen gratulieren ( oder will jemand Unglück für das Kind?) – Geburtstagsglückwünsche kann man sich dann auch sparen – von Genesungswünschen ganz zu schweigen. Macht nicht dieses freundliche Miteinander (und mögen es auch nur Floskeln sein ) grade in diesen schwierigen Zeiten gerade den einen oder anderen Lichtblick aus? Wir denken ja.

    1. Lieber Herr Dorn, danke für Ihren Kommentar. Sie haben die Kernaussage leider falsch interpretiert. Es geht nicht darum, dass man sich nicht mehr Gesundheit wünschen oder zur Geburt etc. beglückwünschen soll. Es geht darum, dass sich der Satz: „Und bitte bleiben sie gesund“ zu einer Floskel entwickelt hat, die nicht von Herzen kommt und ehrlich gemeint ist. Sie wird einfach hinterhergeschoben und im nächsten Moment ist man schon wieder unachtsam und niest im Supermarkt in die Gemüsetheke. Hätte ich das nicht selbst erlebt, würde ich dieses nicht schreiben. Vielleicht ist dieser eventuell harsch wirkende Unterton der Tatsache geschuldet, dass ich in Berlin lebe. Hier bekommt man leider sehr viel mehr an sogenannten Regelverstößen mit, als vielleicht in einer Kleinstadt. Ich empfinde es als blanken Hohn, wenn mir jemand Gesundheit wünscht, mich nicht über seine Erkrankung informiert und mich trotzdem zum Hausbesuch kommen lässt. Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass man dann sauer wird. Denn durch eine sinnlose Satzphrase werde ich definitiv nicht gesund bleiben und werde meinen Beruf auch für einen gewissen Zeitraum nicht ausüben können. Was ein Verdienstausfall für einen Freiberufler bedeutet, der sich an alle Regeln hält, können Sie sich vielleicht vorstellen. Dazu ist für eine neunköpfige Familie eine Quarantäne eine absolute Qual. Ich möchte Ihnen noch ein weiteres Beispiel aus der Berliner S-Bahn mitgeben. Ich bat einen jungen Mann darum, dass er sich seine Maske korrekt aufsetzen möge. Ich bekam ein: „Alte, halt die Fresse“ entgegen geschmettert.
      Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum ich ein gespaltenes Verhältnis zum Satz: „Bitte bleiben Sie gesund“ habe. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Diskussions-Stoff für Ihre Abteilung, mehr Verständnis für Artikel mit einem klaren Statement und natürlich Gesundheit. Und dieses kommt von Herzen und ist aufrichtig gemeint
      Herzlichst Kerstin Lüking

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