Oft beobachte ich 1-2 Wochen nach der Geburt, dass bei meinen Wöchnerinnen ein Lippenherpes ausbricht. Schon kurz vorher berichten mir die Frauen, dass sie sich schlapp fühlen und sie merken schon durch ein Kribbeln in den Lippen, dass sich da wohl etwas in Richtung Herpes anbahnt.

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Leider bleibt das Herpes Simplex – Virus nach einer Erstinfektion langfristig im Körper und setzt sich in den Nervenganglien fest. Kommen nun Stress-, Krankheiten oder starke Sonneneinstrahlungen hinzu, kann sich das Virus vermehren und in in bestimmte Hautregionen, nämlich Lippen (verursacht durch Herpes-Simplex-Virus 1) und Genitale (verursacht durch Herpes- Simplex-Virus 2) wandern. Durch eine Reaktivierung oder Re-Infektion können sich Bläschen bilden, die aufplatzen, verkrusten und dann wieder heilen. Gelegentlich kommen Krankheitssymptome wie Lymphknotenschwellung, Abgeschlagenheit und Fieber noch hinzu.

Eine Geburt ist ein wahnsinniger Kraftakt für den Körper, also im Prinzip purer Stress, so dass es dann häufig zu diesem Ausbruch kommt. Schon bei den ersten Anzeichen empfehle ich meinen Wöchnerinnen Maßnahmen zu ergreifen, damit sich das Neugeborene nicht infiziert. Dazu gehört die medikamentöse Behandlung des Herpes (z.B. mit Lomaherpan oder Aciclovir, evtl. auch das Tragen eines Patchpflasters).  Handhygiene ist wichtig (Händewaschen und Desinfektion) und das Tragen eines Mundschutzes (insbesondere wenn die Mutter beim Stillen oder Füttern sehr dichten Kontakt mit dem Baby hat).

Einige meiner Frauen schwören auf die Anwendung von Teebaumöl oder Zitronenmelisse, bei den ersten Anzeichen. Sind die Bläschen am Abheilen, darf wieder geküsst werden, was das Zeug hält. Vorher leider nicht. Verfallt nicht in Panik, aber nehmt bitte die beschriebenen Maßnahmen ernst. Es ist sicherlich sinnvoll, wenn ihr euer Baby über 2-3 Wochen auf Krankheitszeichen wie Schläfrigkeit, Fieber und Trinkschwäche beobachtet.

Bitte verlasst euch nicht auf den Nestschutz bei einer Herpes-Infektion.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel beruht auf der persönlichen Erfahrung von Hebamme Kerstin Lüking. Er ersetzt weder den persönlichen Rat eines Arztes noch den eines Apothekers.


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Herzlichst,

eure Kerstin!


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