Warum sinkt der Eisenwert eigentlich in der Schwangerschaft?

Der Eisenwert – mit ihm seid ihr bestimmt auch ständig in eurer Schwangerschaft konfrontiert: Ihr müsst Euch vorstellen, dass in der Schwangerschaft die Gebärmutter, Herz und Kreislauf besonders intensiv mit Blut versorgt werden müssen. Der Uterus wird nicht mehr mit ca. 50ml/Min. mit Blut „durchspült“, sondern mit 500-750ml/Min.

Unsere Gebärmutter ist ein wahres „Kraftwerk“.

Die Blutmenge einer schwangeren Frau steigert sich daher um 1,5-2l. Durch die erhöhte Blutmenge ändert sich natürlich auch die Zusammensetzung.

Der Wassergehalt im Blut erhöht sich, darum gibt es quasi einen Verdünnungseffekt, der sich auch durch einen absinkenden Hb-Wert, den Eisenwert, in der Schwangerschaft bemerkbar macht. Es ist also ein physiologischer Vorgang, dass der Hb-Wert im Laufe der Schwangerschaft sinkt. Der Wert sollte nicht 11g/dl unterschreiten.

Wenn meine Frauen Tendenzen nach „unten“ zeigen, versuchen wir zunächst eine Stabilisierung über die Ernährung.

Ich empfehle gerne: Hirse, Haferflocken, Nüsse, Himbeeren, rote Beete, Bio-Rindfleisch und die Aufnahme von Vit. C ( z.B. frische Petersilie oder frischen Orangensaft). Mein Liebling ist die Melasse ( Reformhaus oder Bioladen). Zuckerrübensirup hat sehr viel Eisen und leider müssen meine Frauen das Glas innerhalb von 3 Tagen aufessen. Auf dem Brot, in den Tee … leider geschmacklich sehr lakritzlastig und nicht für jede Frau erträglich. Trotzdem sehr effektiv.

Gerne empfehle ich auch Kräuterblut und das Schüssler-Salz Nr.3. Ein weiteres Lieblingspräparat ( weil es so schnell hilft) ist das Präparat Anaemodoron (Apotheke). Davon 3x tgl. 20 Tropfen und man kann fast zusehen, wie der Hb steigt. Manche meiner Frauen besorgen sich auch ein Eisenwasser aus der Apotheke und schwören darauf.
Das Gute an allen aufgeführten Möglichkeiten ist die Verträglichkeit. Während man bei so einigen verordneten Präparaten unter Verstopfung oder auch mal Durchfall leidet, passiert bei den oben aufgeführten nichts bis auf ein Wohlbefinden, weil man sich plötzlich wieder kraftvoller fühlt.

Auch in der Stillzeit habe ich bis jetzt keine Probleme bemerken können. Auch bei den Kindern nicht, deren Stuhlgang sich ebenfalls farblich (grünlich, schwarz) verändert, wenn die Mütter synthetisch hergestellte Produkte einnehmen. Ausserdem führt es nicht zu vermehrten Blähungen.

Spannend finde ich, dass man einen niedrigen Hb-Wert nicht nur an blassen und eingerissenen Lippen u.v.m . erkennen kann, sondern tatsächlich auch im Auge.

Zieht man das Augenlid herunter, sieht man einen querverlaufenden Strich vor dem Übergang zur Linse. Ist dieser sehr blass, zeigt das in der Regel einen Eisenmangel an. Ist der Strich gut durchblutet, ist oft auch der Eisenwert in Ordnung. Mein Großvater war Augenarzt und war in der Lage, viele organische Erkrankungen im Auge zu erkennen. Vor vielen Jahren hat er mir beigebracht einen Eisenmangel im Auge festzustellen. Es lohnt sich also auch in meinem Beruf gelegentlich zu sagen: „Schau mir in die Augen, liebe Schwangere!“


Liebe Leserinnen, Kerstin Lüking Hebamme siebenfache Mama Großfamilie Expertin Mamablog Mamablogger Kiel Mutterkutter

hier blogge ich, Kerstin Lüking, siebenfache Mama & Hebamme. Hier blogge ich meine ganz persönlichen Hebammentipps! Falls ihr Fragen habt oder noch mehr zu einem bestimmten Thema wissen möchtet, dann zögert nicht und schreibt mich an!

Herzlichst,

eure Kerstin!


Anmerkung der Redaktion: Die von der Hebamme Kerstin Lüking aufgeführten Tipps basieren einzig und allein auf ihrer persönlichen Erfahrung. Der Artikel ersetzt bei Beschwerden nicht den persönlichen Gang zum Arzt oder den Rat eines Apothekers.


 

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