Mamablog Mutterkutter

Papas sind anders als Mamas, so viel steht fest. Das beschränkt sich nicht nur darauf, dass viele Männer, sobald sie ihre Socken ausziehen, unmittelbar den Sinn und Zweck von Wäschekörben vergessen, nein, sie ticken auch anders im Umgang mit Kindern.

Bei uns führt das immer wieder zu skurrilen Szenen: Es ist morgens früh, das Kind wird aus dem Bett geholt. Papa hat „Kinderdienst“. Das heißt aber erstmal nichts…

Nach einer halben Stunde hat das Kind zwar immerhin schon mal eine Banane in der Hand gehabt, die Überreste sind nun aber quer auf dem Tisch, dem Hochstuhl und dem Schlafsack verteilt, denn umgezogen ist der Knirps natürlich noch nicht. Auf die Frage, ob er denn schon eine frische Windel hat, kommt ein lapidares: „Ne, heute morgen noch nicht.“ Dafür hatte der kleine Mann schon jede Menge Spaß, durfte auf allen Möbel turnen und mit seinen Patschehändchen die Küchenschränke einsauen.

Lustig wird es dann, wenn Papa das Kind umzieht. Stolz kommt er aus dem Kinderzimmer und tatsächlich, das Kind ist gut angezogen. Also technisch gut: nicht zu warm und nicht zu kalt. Wobei ich immer noch ne Schicht drüber ziehen würde, aber egal. Herrlich ist die Farbauswahl. Männer sehen sowas nicht, oder? Rote Hose, orange Socken, gestreiftes Shirt zu gepunkteter Mütze. Naja. Ich habe schon von Mamas gehört, die ihr Kind dann nochmal umziehen. Und ich muss zugeben, das habe ich auch schon gemacht.

Papa nimmt den Sohnemann dann mit auf Abenteuer. Das besteht darin, dass sich das Kind schon mal ne halbe Stunde lang auf dem Fahrersitz des Autos „austoben“ darf. Während ich bei solchen Entdeckungstouren (oh, wie geht denn das Autoradio an, ich drück mal überall drauf und kletter einmal über alle Sitze) immer daneben sitze und im Zweifel die Hände in der Nähe des Kindes habe, falls es fällt, sitzt mein Mann seelenruhig in seinem Stuhl, 10 Meter vom Auto entfernt. Das nenne ich Gelassenheit.

Überhaupt scheint alles mit viel mehr Gelassenheit zu funktionieren.

Ich sehe das Kind aus allen möglichen Stühlen fallen, über Steine stolpern oder sich die Nase anschlagen, Papa sagt immer nur „der tut sich schon nichts“. Und er tut sich dann auch nichts. Bei seinem Papa darf Titus auf dem Schoß über den Waldweg mit im Auto fahren, ganz nahe dabei sein, wenn Papa den Rasenmäher repariert, sich Schraubenschlüssel aus der Nähe angucken und manchmal sogar auf den Tisch klettern.

Ich hingegen bin oft die „Nein“-Mama, die wieder ermahnt, wenn unser Sohn irgendetwas versucht, was ich ihm eigentlich verboten habe.

Wenn ich nach Hause komme, guckt mein Mann mich manchmal mit so einem Blick an, aus dem ich lese: Ich weiß gar nicht, was du immer für einen Stress hast. „Das Kind schläft seit 2 Stunden“ verkündet er dann nicht ohne Stolz und setzt sich wieder auf die Couch. Das tut es bei mir nie. NIE.

Ich beseitige dann erst mal das Chaos vom Kind UND vom Mann und sobald der Kleine Wind davon bekommt, dass ich wieder in Reichweite bin, kann es auch vorkommen, dass unser Kind nörgelig wird. Das ist es beim Papa nie. Fast nie.

Ich übertreibe natürlich maßlos und mein Mann und mein Sohn können sich auch wunderbar die Zeit vertreiben, ohne ein Chaos zu hinterlassen (naja, oder nur ein kleines…), ich will damit nur deutlich machen, es läuft irgendwie immer ganz anders mit Papa als mit Mama.

Doch das Allerschönste ist, wenn ich mit meinem Sohn auf der Terrasse sitze und Papas Auto fährt auf die Einfahrt. Dann gibt es kein Halten mehr, er winkt und juchzt und Mama ist für kurze Zeit abgeschrieben. Denn er liebt seinen Papa wie verrückt. Und ich ihn auch. Also den Papa. Und den Sohn natürlich auch!

Und das ist doch das Wichtigste!

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