Ich bin Friederike. Journalistin. Mama. Und durch und durch ein Nordlicht. Das nun allerdings in Süddeutschland lebt. Aber lest selbst..

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Als ich meinen Herrn Richtig vor knapp fünf Jahren am anderen Ende der Welt im Urlaub kennenlernte, war es auf einmal glasklar: der ist es. Diese Verbundenheit. Dieses Den-anderen-nicht-mehr-loslassen-wollen-Gefühl. Wunderschön. Aber auch wundersam. Denn der Alltag ist ja immer nochmal eine andere Nummer.

Doch auch den wuppten wir – damals noch zwischen Kiel und Freiburg. – Ja, viel weiter hätte es in Deutschland nicht sein können. Umso größer waren meine Luftsprünge als mein Freund mir eröffnete, dass er für mich nach Hamburg ziehen würde. Für mich! Ich hätte nicht glücklicher sein können. Mit meinem Lieblingsmann in meiner Lieblingsstadt.

Klar, die eine oder andere Gewitterfront gehört auch zu unserem Zusammenleben. Aber wir gehören zusammen – das war klar. Die Luftsprünge wurden also dementsprechend noch höher, als sich zwei Jahre später unser kleiner Minime ankündigte. Dieses Gefühl, auf einmal von zwei winzigen Händen durchs Leben begleitet zu werden. Diese tiefe Verbundenheit, die auf einmal noch viel tiefer wird. Das Mama-Glück, das einen über den Wolken schweben lässt.

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Und gleichzeitig das Gefühlschaos, das in einem tobt. Die Hormonschleuder, die es an manchen Tagen besonders gut mit einem meint und einen ganze Bäche vergießen lässt. Ja, ich hatte alles auf einmal.

Plötzlich naht der Umzug.

Und mittendrin kam mein Mann mit dem Plan um die Ecke, in das Unternehmen seiner Familie in Süddeutschland einzusteigen. Oder besser: Meine Schwiegereltern fielen mit der Tür ins Haus. Jetzt oder nie! Gut, ich muss zugeben, völlig neu waren mir diese Pläne nicht. Aber ich war in dieser Hinsicht bislang eine gute Verdrängungsstrategin gewesen. Denn es schien mir noch so weit weg.

Doch dann überrollte es mich, viel schneller als gedacht. Kleiner Mann im Arm, große Sorgen im Kopf. Wie sollte das gehen? Ich allein mit dem Zwerg in einer anderen Stadt? 550 Kilometer entfernt von meiner Familie, meinen Freunden, meinem Job, meinem bisherigen Leben? Als Nordlicht in Süddeutschland? Die eine oder andere mag jetzt denken: Na und, was sind schon 550 Kilometer? Stell dich nicht so an. Ja, ihr habt irgendwie recht. Und irgendwie auch nicht.

Heimweh!

Denn in diesem Moment war mir alles zu viel. Ich wollte nicht weg. Aber ich wollte auch nicht ohne meinen Mann sein. Also packte ich 4 Monate später tapfer meine Sachen. Mit meinem kleinen Hanseaten und einer riesen Portion Heimweh im Gepäck. Ziel des neuen Zuhauses: Mannheim. Einer Stadt, mit der ich erstmal so gar nichts anfangen konnte.

Genau ein Jahr später bin ich um viele Erfahrungen reicher. Ich weiß, dass die Zeit mit Kind tatsächlich furchtbar schnell vergeht. Dass trotzdem jeder Moment kostbar ist und manche endlos und wunderschön erscheinen. Dass mir, wenn ich meinen kleinen Muckel anschaue, völlig egal ist, wo ich bin und dass das Mamasein mich einfach glücklich macht. Und die Chance auf viele wunderbare Kontakte eröffnet hat.

Dass ich mir ein neues Leben aufbauen kann und gleichzeitig die alte Heimat jeden Tag vermisse. Dass ich lerne, mit zwei „Zuhause“ zu leben. Und dass ich im Herzen ewig ein Nordlicht bleibe. Dass ich dankbar bin, dass wir alle drei gesund sind und zusammen leben. Denn das ist das wahre, große Glück! Und dass ich mich als Frau und Journalistin neu finden muss. Denn irgendwie hab ich noch immer das Gefühl, diesen Teil von mir in Hamburg vergessen zu haben. Aber ich werde ihn finden und bin sehr gespannt, was dann auf mich wartet.


Vielen lieben Dank, liebe Fredi!

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