Ihr lieben Kaiserschnitt-Mamas, ihr lieben Mamas, ihr lieben LeserInnen,

dieses Kaiserschnitt-Spezial liegt mir sehr am Herzen. Es berührt mich. Und ich möchte darüber reden. Öffentlich. Mit euch. Denn auch ich bin eine Kaiserschnitt-Mama. Zweifache, um  genauer zu sein. Und beide Kaiserschnitte waren ungeplant.

Kaiserschnitt – dieses Wort ruft bei mir viele verschiedene Gefühle, Erinnerungen, Gedanken und Bilder hervor. Mir steigen Tränen in die Augen, wenn ich an meine Geburten denke. Jetzt. In diesem Moment. Tränen voller Glück. Voller Liebe. Eine Liebe, die ich vor dem Mamasein nicht kannte. Doch diese Tränen zeigen mir noch etwas: Ich habe es bis heute nicht verwunden, dass ich nicht natürlich entbinden konnte.

Warum 2 Kaiserschnitte? Ich möchte euch kurz meine Geschichte erzählen – sie ist der Grundstein für diese eBuch-Reihe (weiter unten könnt ihr es online lesen).

1. Geburt. 1 Kaiserschnnitt.

Rund 22 Stunden mit wahnsinnigen Höhen und Tiefen. Erst lange und schnell aufeinander folgende Wehen. Eine Nacht, die ich dann dank irgendwelcher lustiger Tabletten gut überstanden habe. Mit der Hoffnung, dass sich am nächsten Morgen mehr tut, aber…nix. Am nächsten Morgen dann PDA. Danach: Wehenhemmer. Wehenmittel. Wehenhemmer. Wehenmittel. Gefühlt ständiger „Unten-Rum-Check“. Insgesamt aber: Stillstand. 3 Hebammenschichten. Viele Menschen. Und dann, nachdem ich schon alle Yoga-Figuren durchgeturnt hatte, völlig erledigt war und sich nichts mehr tat und mir die Oberärztin sagte: „Wir können es jetzt noch 2 Stunden probieren, ich glaube aber nicht daran, dass wir viel Erfolg haben werden. Und Sie sind ja schon echt durch was durch..“, habe ich geantwortet: „Ja, ich will den Kaiserschnitt. Bitte. Jetzt.“

Im OP war es für mich erst einmal OK so. Ich war froh, dass es endlich vorbei war und  ich war einfach nur glücklich, meine Anni endlich in den Armen halten zu können. Überwältigt von dem kleinen Bündel Glück. Und so viel Liebe.

Erst Glückstränen, dann Schuldgefühle.
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Credit: Dorothee Dahinden

Danach haben mich dann allerdings die negativen Gefühle überrollt. Ich habe mich gefühlt wie eine Versagerin. Im Halbschlaf habe ich meinen Mann immer nur wandern, wickeln, tragen, lieben gesehen. Und ich? Ich war fest überzeugt davon, eine schlechte Mutter zu sein. Schließlich konnte ich mein Baby nicht einmal alleine aus dem Beistellbett nehmen. Und so etwas einfaches muss doch jede Mutter können, warf ich mir vor.

Nicht nur meine Narbe musste heilen. Auch meine Seele musste sich erholen.

Hallo Gefühlsachterbahn: Ich schwebte zwischen Glück und Blues. Zwischen Euphorie und Angst. Zwischen Selbstvorwürfen und Liebe. Zwischen Schmerz und Dankbarkeit – und dem Wissen, dass ich ohne den Kaiserschnitt die Geburt nicht überlebt hätte. Dafür fehlten zu viele Zentimeter. Und genau deshalb verteufle ich ihn auch nicht.

Ich war damals froh, dass eine enge Freundin von mir eine Woche später auch per Kaiserschnitt entbunden hatte. Und dass wir uns austauschen und gemeinsam weinen konnten. Gemeinsam verarbeiten –  das hat mir extrem geholfen. Einfach mal rauszuhauen: „Ich habe mich gefühlt wie ein Schwein auf der Schlachtbank.“ Oder „Das ist so krass, wie sie an einem ruckeln und ziehen. Wünschen würde ich mir den Kaiserschnitt nicht.“ Ich weiß, makaber. Vielleicht einseitig. Aber das musste damals raus.

Lange habe ich mich zweigeteilt gefühlt. Als ob mein Oberkörper nicht mehr zu meinem Unterkörper passte.  Und nicht nur meine Narbe musste verheilen, auch meine Seele musste sich erholen. Ich musste lernen, dass ich gut so bin wie ich bin. Und dass ich nicht versagt habe. Dass es nunmal nicht anders ging. Dass er vielleicht sogar unsere Leben gerettet hat. Und trotzdem hatte ich Hoffnung: Dass es beim 2. Mal natürlich gehen würde. Eben ohne Kaiserschnitt.

2. Geburt. 2. Kaiserschnitt. Alles stand auf „natürliche Geburt“.

Vorweg gesagt. Ich hatte eine Beleghebamme an meiner Seite. Für mich die Frau, der ich ewig dankbar bin. Die mit mir die Geburt gerockt hat, mich motiviert hat, einfühlsam war – und mir trotz meiner Angst vor der Geburt das Gefühl gegeben hat: Doro, du kannst das. Du packst das. Danke, Martina – du Engel! Du bist einfach wundervoll.

Dieses Mal sah alles gut aus. Kein Stillstand. Normaler Weg. Zwar Sternenguckerin. Und auf Anraten von Martina eine PDA. Denn Liv donnerste mit jeder Wehe noch aufs Blasendach. Aber ich wollte das so schaffen. Und dieses Mal war ich wenigstens bei den Presswehen angelangt . Doch Liv rutschte immer wieder zurück. Kurz gesagt: Irgendwann kam der Punkt, an dem ich Panik bekam, weil meine Narbe wie ein Feuerball brannte. Ich wusste: hier ist Schluss. Das sah auch auch in den Augen aller Beteiligten. Ich war schneller im OP als mir lieb war. Im OP wurde mir erst klar: Scheiße, schon wieder nicht. Ich habe gezittert wie Espenlaub. Und war auch dieses Mal überwältigt davon, dass ich wieder ein Wunder in mir austragen durfte. Denn das ist bei meiner Vorgeschichte, einer operierten Endometriose, für mich keine Selbstverständlichkeit gewesen.

Dankbar. Mit Kaiserschnitt.
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Credit: Dorothee Dahinden

Ja, ich war dankbar. Dafür, dass ich zumindest eine natürliche Geburt zu 80 Prozent miterleben durfte. Dass der Kaiserschnitt meinen Töchtern und mir das Leben geschenkt hatte. Was mir bis heute fehlt: Das Gefühl, dass auch ich meine Kinder zur Welt gebracht habe. Dass sie nicht einfach nur geholt wurden, sondern auch ich entbunden habe. Bis heute fühle ich ganz tief in mir einen Pieks, wenn andere Frauen über ihre natürlichen Geburten sprechen.

Und deshalb ist mir diese eBuch-Reihe eine Herzensangelegenheit. Ein Ort für einen Austausch, für viele Gefühle und andere Sichtweise. Zum Beispiel die von der lieben Kim Heitz. Sie hat ein regelrechtes Motivations-Manifest geschrieben. Sie hat mir nach meinen Kaiserschnitten klargemacht: Doro, mann! Hör auf damit. Nimm deine Kaiserschnitte an. Denn – Ziat Kim: „Auch eine Kaiserschnitt-Mutter gebärt ihr Kind.“ Danke, liebe Kim! Ich habe schon wieder Tränchen in den Augen.

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Hier geht es zum 1. eBuch – an dieser Stelle möchte ich mich von Herzen bei der lieben Kristina @mamylu bedanken. Sie hat dafür gesorgt, dass dieses Buch so so schön und auch gut lesbar für euch geworden ist. Also: Here we go – wir freuen uns auf euer Feedback!


Dieses eBuch enthält Werbung, da Marken genannt werden!

eBook_meinkaiserschnitt_Mutterkutter_mamylu

 

8 thoughts on “eBuch-Spezial: Kaiserschnitt-Mamas. So war es wirklich.”

  1. Hallo liebe Doro,
    mit Tränen in den Augen sitze ich im Bad und lese auf meinem Handy deinen Blog und deine Kaiserschnittgeschichten. Ich fühle sehr mit und mich sehr berührt und mir kommt meine Kaiserschnittgeschichte wieder hoch..Die war vergangenes Jahr im September. Ich hatte ein sehr traumatisches Geburtserlebnis, da ich mich einer sowohl körperlichen als auch seelischen Misshandlung im Kreissaal ausgeliefert sah..Jdf musste ich erleben was es heißt sich durch Hebammenarbeit misshandelt zu fühlen.
    Ich kam ca 3 Tage vor den Geburtswehen mit starken Wehen ins KH..alle 8 Minuten bei über 90..Wurde dann mit einer Sedierungstablette nachhause entlassen, Wehen waren 2 Tage weg..
    Dann ging es wieder los, Blasensprung, sofort alle 5-7 Minuten Wehen, ab ins KH, alle 3-5 Minuten Wehen..Hebammen waren übermüdet, umfreundlich und haben auf meinen Wunsch ein Bad zu nehmen mit einer abfälligem Bemerkung abgetan. Stattdessen wurde mir, ohne weitere Aufklärung, eine Spritze gegeben die mich schlafen lassen sollte…“Damit ich Nachts nochmal schlafen könne um morgens fit zu starten“. Es wurde die schlimmste und schmerzvollste Nacht meines Lebens, mir wurden meine Eröffnunhswehen komplett unterdrückt, Mattis wolltr aber raus, mir war morgens so elend wie noch nie in meinem Leben, natürlich habe ich keine Stunde schlafen können…
    Dann die Einleitung…Braunüle, welche solche Schmerzen verursachte, dass ich mich nirgendwo abstützen konnte mit meinen Sturzartigen Wehen…keiner war bei mir..Alle Stunde eine Hebamme die den MuMu untersuchte ich sei ja immernoch nicht weiter…
    Kreislauf war nicht mehr vorhanden..Mut und Kraft ebenso..Nach 10 Stunden mit elenden Wehen dann ein Zäpfchen..ich musste mich übergeben. Dann die Feststellung: aufeinmal sei der MuMu mach hinten schräg verzogen und somit könne Mattis nun garnicht mehr rauskommen. Notkaiserschnitt..ich alle 2 Minuten Wehen. Ich bin überzeugt dass die Hebammen und die Spritze an der Tatsache Schuld waren, denn ich wurde ca. 200 mal vorher am MuMU untersucht und da war alles wunderbar. Kaiserschnitt bei dem ich sowohl körperlich als auch seelisch zerissen wurde. Mattis hatte eine FruWainfektion weil er zu lange drin lag wie festgestellt wurde. Ich am Ende, Mattis am Ende der Station, ich 5 Tage ohne Baby bei mir, seelischen Folgen mein Leben lang.

    1. Liebe Leonie, entschuldige bitte die späte Antwort – hier war technisch ein Fehler, sodass ich dir nicht antworten konnte. Jetzt aber. Oh mann, das tut mir leid, dass es bei dir so gelaufen ist. Hast du jemanden an deiner Seite, mit dem du sprechen kannst? Ich hoffe sehr, dass du das Erlebte verarbeiten und vielleicht nochmal aufarbeiten kannst. Vielleicht mit einer tollen Nachsorge-Hebamme? Herzlichen Dank für deine Geschichte hier! Ich wünsche dir alles Liebe – und falls du Fragen hast, schieß los. Ich könnte dich auch mit meiner MutterKutter-Hebamme Kerstin verbinden, wenn du das möchtest. Herzliche Grüße unbekannterweise von Doro

  2. Hallo Doro
    Deine Geschichte zu lesen war ein befreiendes Gefühl, man hat immer das Gefühl man steht so alleine damit.

    Deine erste Geburt erinnert mich sehr an meine erste. Nachdem der Geburtsstillstand festgestellt wurde, würde meinem Sohn noch 3 mal Blut am Kopf abgenommen, seine Sauerstoffwerte wurden immer schlechter also Kaiserschnitt.
    Wir erholten uns gut von dem Erlebnis, ich war dankbar meinen Sohn gesund im Arm zu halten.
    Jetzt bin ich nach 2 Jahren und 3 Monaten wieder hochschwanger. Diesmal der Unterschied – es wird ein Wunschkaiserschnitt. Bin ich deshalb schwach………… es gibt deshalb viele doofe Reaktionen (leider) denn ich sehe diesen Weg durchaus nicht als den einfacheren. Warum?? Diese Riesen Angst um meinen Sohn als die Werte so abgesackt sind hat sich festgesetzt, was zu einer mega Verkrampfung geführt hat sobald das Thema natürliche Geburt aufkam. Damit verbaue ich mir die Möglichkeit jemals natürlich gebären zu können, aus diesem Grund habe ich mich auch erst vor einer Woche entschieden (also erst in der 36ten Woche).

    Danke für deine Worte das man sich nicht schuldig fühlen braucht, das man trotzdem gebärt und keine schlechte Mutter ist. Danke danke danke

    1. Liebe Laura, ich wünsche dir von Herzen alles alles Liebe für diese doch auch selbstbestimmte Geburt! Und ich danke dir sehr für deine Worte. Es tut mir wiederum ebenfalls super gut, wenn ich lese, dass unsere Arbeit hier Sinn macht. Schreib doch gerne mal, wie es war! Herzliche Grüße von Doro

      1. Hallo Doro
        Unsere Tochter Lola ist da.
        Sie kam per geplanten Kaiserschnitt zur Welt wir haben uns beide super erholt. Es war genau die richtige Entscheidung ich bereue nichts. Liebe Grüße

  3. Hallo Doro,
    Ich habe gerade deine Geschichte gelesen und bin immer noch sehr berührt, weil deine erste Geburt exakt so ablief wie meine vor nun knapp einem Jahr. Nur dass bei mir zu allem Überfluss die Anästhesie versagt hat und ich quasi alles gespürt habe. Mein Mann war auch völlig fertig und erzählte mir, meine Augen wären 2 Seen aus Tränen gewesen. Irgendwann sagte die Anästhesistin: “ ja, dann muss ich sie halt intubieren…“ das kam für mich aber nicht in Frage. Ich wollte wach sein, um meinen kleinen Sohn begrüßen zu können! Also hab ich den Rest auch noch durchgehalten und dann hielten wir Jan irgendwann in den Armen.
    Durch die Schmerzen hat es sich im Nachhinein fast wie eine ’natürliche‘ Geburt angefühlt- obwohl ich da ECHT gerne drauf verzichtet hätte…
    Schlimm fand ich eher, dass kein Arzt am nächsten Tag mal das Gespräch gesucht hat. Ich hatte nicht vor jemanden zu verklagen oder so, aber eine Rückmeldung hätte ich schon wichtig gefunden.
    Nun ja, falls Jan noch ein Geschwisterchen bekommen sollte, hoffe ich mal, dass es besser laufen wird.
    Danke für deine Geschichte! Es tut auf jeden Fall gut, zu wissen, dass man nicht allein mit solchen Erfahrungen ist.

    Nina

  4. Ich musste auch ein bissl heulen.. Ich habe seit den Geburten der Kinder noch soviel Gewicht und dann sagte mir mal eine Freundin : „Du bist im Kopf einfach immer noch schwanger“.
    Genau! Weil ich mich um das Geburtserlebnis betrogen fühle. Ich fühle mich nicht, als hätte ich meine Kinder geboren.
    Ich arbeite daran. Danke für den Text!

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