Erziehung

Sexuelle Aufklärung: Tipps vom Sexualtherapeuten!

Gastautor Carsten Müller klärt uns Eltern kurz und knackig auf! Autorin: Dorothee Dahinden

Sexuelle Aufklärung von Kindern. Ein wichtiges Thema. Und deshalb gibt es jetzt Input von unserem Gastautoren Carsten Müller.


Carsten ist Sexualtherapeut und – pädagoge, Buchautor und selbst Vater von zwei Kindern. Wir haben uns gedacht: Auf MutterKutter bekommt ihr jetzt eine Kurzfassung zum Thema – viel mehr erfahrt ihr dann in unserem Podcast „HEY Familie“ von dm glückskind. In unseren aktuellen Folge geht es um das Thema sexuelle Aufklärung von Kindern und die Frage: Wie sage ich es richtig? Mehr dazu weiter unten.


Anmerkung der Redaktion: JA, wir verlinken auf den Podcast von dm glückskind. Aber wir haben für die Verlinkung kein Geld bekommen. Deshalb ist die Verlinkung unbeauftragte Werbung*. Und dazu gibt es Affiliate Links – mehr dazu weiter unten!


Lieber Carsten – ich fange den Satz an und du beendest ihn. Eine neue Interviewform auf MutterKutter.

Alles klar, Doro!

Sexuelle Aufklärung mit Carsten: Los geht´s!

Kinder aufzuklären ist wichtig, weil…

sexuelle Aufklärung
Carsten Müller, Sexualtherapeut // Credit: Immo Fuchs

… wir so die ersten Vorstellungen, Bilder, Emotionen und Gefühle der Kinder prägen können. Außerdem haben wir die Verantwortung, die Kinderfragen (die unweigerlich kommen werden) auf Sacheben zu beantworten. Bei der Frage, wo die Kuhmilch herkommt, werden wir auch alters- und entwicklungsentsprechend auf die Frage antworten.

Andere Themen, wie z.B. Ernährung geben wir ja auch nicht aus unserer Hand, warum sollten wir das dann bei diesem Thema tun. Außerdem bin ich persönlich froh, wenn sie auf die Kinderfragen antworten und das nicht über die Suchmaschine läuft, Alexa oder Siri gefragt werden oder die großen Nachbarskinder darauf antworten.

„Ich werde nicht immer Ansprechpartner*in Nr. 1 sein.“

Neee, wir fangen nicht erst im Alter von 12 Jahren damit an, denn

… die Fragen kommen vorher und gehen ja nicht dadurch weg, dass sie nicht beantwortet werden. Außerdem bin ich mir sicher, dass es deutlich leichter ist ein Kind aufzuklären, was eben noch keine Vorstellungen von „unserer“ Erwachsenensexualität hat als ein Kind mitten in der Pubertät. Die Erfahrung, dass ich dem Kind schon früh die Fragen beantwortet habe, kann außerdem die Beziehung auch in der Jugendzeit bzgl. dieses Thema positiv beeinflussen.

Ja, ich werde nicht immer Ansprechpartner*in Nr. 1 sein – aber auf Grund der positiven Erfahrung bin ich dann das Netz, der doppelte Boden und die Sicherheit – wenn alle Stricke reißen, weiß ich auf Grund meiner Erfahrung als junger Mensch, dass ich auch mit meinen Eltern über dieses Thema sprechen kann.

„Bitte nie das groß Küchen-Aufklärungsgespräch führen.“

Wir werden schon oft knallrot, wenn wir die Sache mit dem Sex erklären sollen, aber…

…dann ist es eben so. Man darf sich Zeit verschaffen. Man darf auch peinlich berührt sein. Man muss nicht aus der Pistole geschossen antworten, man darf sich selber informieren. ABER: Wenn ich mir Zeit verschaffe liegt der Spielball bei mir und ich MUSS meiner Verantwortung gerecht werden und das Thema wieder ansprechen. Bitte nie das groß Küchen-Aufklärungsgespräch führen. Beantworten Sie die eine Frage und daraus vielleicht aufkommenden nächsten Fragen, aber der junge Mensch gibt das Tempo vor!

Mein Kind erwischt uns beim Sex, peeeeinlich. Und nun?

Ich würde raten das Kind rauszuschicken und zu sagen, dass es stört. Wenn das Kind Fragen hat, wird es schon noch mal kommen – wenn zwei Tiere im Zoo Sex haben, finden wir das übrigens alle witzig und sind seltenst peinlich berührt…. Das mal zur Einordnung.

Stellen wir uns folgende Situation vor: Ich habe mein Kind mit einem anderen Kind bei Doktorspielen erwischt…Ähm…Du, Carsten…und jetzt?

Erwischt? Warum erwischt? Es ist völlig normal, dass Kinder sich vergleichen, neugierig auf andere Kinder sind und sich auch in diesen Spielen ausziehen. Genauso wie andere Spiele, braucht es aber Regeln – und die Kinder müssen natürlich die Regeln auch kennen, weil sonst können sie sich auch nicht dran halten. Also Durchatmen und wenn es einem zu weit geht, darf man das auch beenden. Bitte nicht schimpfen, sondern ganz sachlich das Spiel beenden, man darf auch mal die Süßigkeiten-Kiste rausholen, aber vorher Hände waschen!

Sexuelle Aufklärung – Regeln für Doktorspiele:

  • Alle spielen freiwillig mit.
  • Jeder spielt nur, was er spielen will.
  • Bei den Spielen dürfen nur andere Kinder mitmachen – keine Jugendlichen und keine Erwachsenen.
  • Ihr steckt euch kein Spielzeug, andere Gegenstände oder Körperteile in Nase, Ohr, Popo, Scheide oder andere Löcher im Körper.
  • Ihr spielt nur Dinge, die Spaß machen und die sich gut anfühlen.
  • Wenn ein Kind „Stopp!“ sagt, hört ihr sofort auf.
  • Ihr passt auf, dass euch niemand Fremdes sieht.
  • Ihr dürft immer Hilfe holen.

Dr. Sommer finde ich…

…gut, weil hat vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Generationen geholfen und es bleibt, dass es gut ist, wenn junge Menschen eine bunte Tüte an unterschiedlichen Ansprechpersonen haben und da darf auch die anonyme Beratungsstelle oder ein anderes Fachangebot gerne drin auftauchen.

Kerstin & Doro im frischen Gespräch mit Carsten bei HEY Familie – unserem Podcast bei dm glückskind! 

Sexuelle Aufklärung – wie sag ich’s meinem Kind?

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Carsten auf MutterKutter:

Carsten über Vaginismus mit unserer Judith auf MutterKutter


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2 Kommentare

  1. Wichtiges Thema. Bitte mehr davon – Carsten wirkt super sympathisch, auch in dem DM Podcast. Vielleicht kann Carsten ja auch mal was zum Thema sexualisierte Gewalt machen. Fände ich als Mutter gut.

    1. Hey Tina, vielen Dank für deine netten Wort. Thema ist notiert und wird bestimmt auch umgesetzt. Viele Grüße Carsten

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