Plötzlich Mama. Damit hatte Johanna gar nicht gerechnet. Ihr Leben wurde umgekrempelt. Von einem Tag auf den anderen. Und dennoch: etwas besseres konnte ihr gar nicht passieren. Denn die Liebe zu ihrem Sohn Benjamin ist einfach groß!

Ich, Doro, freue mich, dass sich MutterKutter-Leserin Johanna Mainzer gemeldet und sich bereit erklärt hat, über ihre verdrängte Schwangerschaft zu sprechen. Ehrlich. Und unverstellt. Und vielleicht können ihre Worte ja der einen oder anderen Frau, die in einer ähnlichen Situation ist, Mut und Kraft spenden.


Liebe Johanna, du hast auf unseren Facebook-Post rund um unseren ersten Artikel zum Thema „verdrängte Schwangerschaft“ reagiert und erzählt, dass du eine von den betroffenen Frauen bist. Erst einmal herzlichen Dank dafür, dass du so ehrlich warst. Ich finde es toll, wenn wir uns austauschen. Eine kurze Frage vorab: Was hast du gefühlt als du Judiths Artikel gelesen hast?

Als ich Judiths Artikel las, fühlte ich mich tatsächlich ein bisschen ertappt. Ich habe mich teilweise wiedererkannt.

Wie war das bei dir – inwiefern hast du die Schwangerschaft verdrängt? War das bis ins tiefste Innere oder gab es da doch vielleicht irgendwo das Gefühl: es könnte sein, dass ich schwanger bin?

November 2012 muss es ungefähr passiert sein. Ende Dezember hab ich einen Test

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Mama Johanna mit ihrem Sohn Benjamin. #großeMamaliebe; Fotorechte: Johanna Mainzer

gemacht, weil ich den Verdacht hatte, der war aber negativ. Also dachte ich, Okay, ist nix, und hab nicht mehr groß drüber nachgedacht.

Plötzlich Mama: Eigentlich wollte ich gar keine Kinder

Wodurch wurde aus Verdrängung Realität? Wie sah der Moment aus, als du wusstest: Ich bin schwanger und habe es nicht gemerkt. Und: Wie weit warst du da?

Im Februar 2013 hab ich mich vom Kindsvater getrennt und für mich war damit alles abgeschlossen.  Ich hatte immer mal wieder Blutungen, die ich für meine Regel hielt. Plötzlich war da aber nix mehr. Ich sprach es bei meiner Mutter an und die bestand dann auf einem weiteren Test, der dann positiv war.

Der Frauenarzt schätzte mich auf zwischen 13+0 und 15+3. Er konnte es nicht genau sagen, da ich schätzte, es wäre im November passiert, das Baby aber sehr groß war. Ich bin allerdings auch Diabetikerin (Typ 1 seit ich 12 bin.) Für mich war es ein Schock. Ich war gerade erst 19, den Kindsvater gerade erst „losgeworden“ und im 3. Lehrjahr. Außerdem wollte ich gar keine Kinder…

Plötzlich Mama: Ich hatte Angst vor der Reaktion meiner Eltern.

Weißt du rückblickend, was der Grund für die Verdrängung gewesen sein könnte?

Mein nicht vorhandener Kinderwunsch mit ziemlicher Sicherheit. Natürlich auch der Umstand, dass ich alleine da stand, meine Ausbildung noch nicht abgeschlossen hatte und die Angst, was meine Eltern sagen würden, wenn es so wäre.

Du wirst auch plötzlich Mama? Diese Worte hat Johanna für dich.

Welche Worte und Gefühle hast du für betroffene andere Frauen? Wozu rätst du ihnen, wenn sie erfahren: Ich habe meine Schwangerschaft verdrängt?

Harte Liebe für alle diese Mamas, die aus Angst, aus Unsicherheit oder schlicht weil sie denken – es kann nicht sein – und ihre Schwangerschaft verdrängen. Wenn ihr wisst, dass ihr schwanger seid, erzählt es jemandem. Vertraut euch jemandem an. Das kann die Oma sein, der Opa, die beste Freundin, die Schwiegereltern, die eigenen Eltern….Aber es alleine mit sich herum zu tragen, macht euch kaputt.

Es ist euer Körper, euer Kind, ihr entscheidet, wie es weiter geht. Aber ihr müsst das nicht alleine schaffen.


Herzlichen Dank für dieses Interview und das Vertrauen in MutterKutter, liebe Johanna!

Und falls ihr Hilfe braucht, euch in einer ähnlichen Situation befindet und einen Rat braucht, dann meldet euch doch einfach mal bei uns. Sowohl Frauenärztin Judith als auch Hebamme Kerstin bieten hier auf MutterKutter Sprechstunden an. Vielleicht habt ihr ja eine Frage, bei der wir euch weiterhelfen können.

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