Herzlich willkommen in meiner Online-Sprechstunde. Du fragst – ich antworte dir.

Ich bin Dr. Judith Bildau, für euch einfach Judith.  Frauenärztin und Mama aus Leidenschaft.


*Einzelne Beiträge unserer Online-Sprechstunde enthalten Werbung. Wir legen sehr viel Wert darauf, euch wissen zu lassen, dass unsere Kooperationspartner handverlesen und nach bestem medizinischen Wissen und Gewissen ausgewählt wurden. 


Bei MutterKutter bin ich an Bord, um euch aus meinem Leben zu erzählen, euch über medizinische Themen aufzuklären, euch Mut zu machen oder ganz einfach, damit ihr eure Fragen, Sorgen, Nöte direkt loswerden könnt. In meiner Online-Sprechstunde geht es um folgendes:

Dr. Judith Bildau Frauenkrankheit Endometriose Mama Vierfachmama Patchwork Patchworkmama PatchworkfamilieModel Instagram JulesLoveAndLife Großfamilie Frauenärztin Mamablog Mamablogger Kiel MutterKutter
Frauenärztin Dr. Judith Bildau/ Foto: MutterKutter

Ihr habt eine dringende Frage, bekommt aber nicht so schnell einen Arzttermin? Ihr braucht einfach mal eben einen allgemeinen frauenärztlichen Rat – persönlich und liebevoll? Nur zu, bitte schickt mir eure Mails mit euren Fragen. Ich freue mich auf euch!

Eure Judith

P.S. Mich haben so viele Mails erreicht. Unter anderem mit sehr speziellen Fragen – dafür bin ich riesig dankbar. Mir bedeutet es sehr viel, dass ihr mir so vertraut. Und es ist eine Herzensangelegenheit, euch zu helfen. Allerdings brauche ich für jede Antwort viel Zeit, um sie gewissenhaft und medizinisch fundiert beantworten zu können. Deswegen haben wir beschlossen, euch einen speziellen Raum mit mir in meiner Privatsprechstunde zu geben. Dort sind auch persönliche Gespräche via Videotelefonie möglich. Hier erfahrt ihr mehr. (Werbung für meine Privatsprechstunde*).

Und, übrigens: Wir achten auf den Datenschutz. Weitere Infos dazu kommen von uns bei einem Erstkontakt.

Ihr findet hier bisher Judiths Antworten zu folgenden Themen:

♥ Meine Scheide schmerzt. Was kann ich gegen die Scheidentrockenheit tun?

♥ Regelschmerzen: Ursache, Hilfe, familiäre Vorbelastung.

♥ Hilfe, meine Haare fallen aus! Das kannst du gegen den Haarausfall in den Wechseljahren tun.

♥ Wechseljahre und Schlafstörungen

♥ Pille und Stimmungsschwankungen

♥ Schlafstörungen

♥ Angst vor Listerien in der Schwangerschaft

♥ Hilfe, meine Menstruation bleibt plötzlich aus

♥ Soll ich die Pille einfach absetzen in der Menopause?

♥ Ich habe ein Fibroadenom in der Brust: Soll ich meine Brust abnehmen lassen?

♥ Welche Verhütungsmethode kann ich nun wählen?


Werbung: Meine Scheide schmerzt. Was kann ich gegen die Scheidentrockenheit tun?
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Am Ende des Beitrags findet ihr eine Infobox zu Vagisan – dem Produkt, das euch bei Scheidentrockenheit weiterhelfen kann.

Liebe Judith,

ich bin so froh, dass ich mich an dich wenden kann. Irgendwie habe ich momentan das Gefühl, dass sich meine Frauenärztin für mich keine Zeit nimmt. Vielleicht nimmt sie mich auch nicht ernst, ich weiß es nicht. Mir geht es nicht gut.

Und zwar betrifft es ein Thema, dass ich jetzt auch nicht unbedingt mit meinen Freundinnen besprechen möchte. In meinem Freundeskreis bin ich auch die älteste, ich weiß ja gar nicht, ob die anderen schon ähnliche Probleme haben. Zunächst habe ich Wechseljahrsbeschwerden, ich schwitze viel, bin gereizt und schlafe nicht sonderlich gut. Ich bin 53 Jahre alt, ich denke, das ist einfach normal. Meine Mutter ist an Brustkrebs verstorben, deshalb möchte ich auf keinen Fall irgendetwas Hormonelles zu mir nehmen. Darüber hatte ich auch schon Diskussionen mit meiner Frauenärztin. Ich möchte es nicht. Was mich viel mehr belastet, ist, meine wahnsinnige Scheidentrockenheit, Das hört sich zunächst nicht schlimm an, ich weiß, aber es nimmt mir solche Lebensqualität.

Ich kann keine engen Hosen mehr tragen, das ist ein dann ein ganz unangenehmes Gefühl. Manchmal gar nicht sitzen. Alles fühlt sich wund und trocken an. Fahrradfahren geht auch nicht mehr. Es tut einfach weh. Ganz zu schweigen von Geschlechtsverkehr mit meinem Mann. Mittlerweile undenkbar. Meine Frauenärztin hat mir eine Hormoncreme verschrieben. Ich möchte sie nicht nehmen. Ich kann einfach nicht. Deshalb mache ich jetzt gar nichts. Hast du einen anderen Rat, eine andere Empfehlung für mich? Und kannst du mir sagen, woher das jetzt so plötzlich kommt? (Marina, 53 Jahre)

Liebe Marina,

ich danke dir für deine Anfrage. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so ganz einfach für dich war, mir zu schreiben und dich mit dem Thema an mich zu wenden. Scheidentrockenheit- ein Thema, was (leider) häufig, aber verständlicherweise, sehr schambehaftet ist. Umso besser, dass du dich meldest. Ich freue mich, wenn ich dir helfen kann und wenn wir durch diese Onlinesprechstunde vielleicht auch gemeinsam andere Frauen mit diesen Beschwerden unterstützen können.

Jede 5. Frau leidet unter Scheidentrockenheit

scheidentrockenheit online-sprechstunde mutterkutterLass’ uns zunächst doch einmal schauen, wie viele Frauen in etwa ähnliche Beschwerden haben. Vielleicht wirst du überrascht sein, denn man geht davon aus, dass jede fünfte Frau unter einer trockenen Scheide leidet. Ab dem 45.Lebensjahr sogar fast jede zweite. Ursachen für eine trockene Vagina bei jungen Frauen können u.a. Hormonschwankungen nach der Schwangerschaft und in der Stillzeit sein, die Einnahme bestimmter Medikamente, hier ist besonders die Einnahme von Gestagen-betonten Pillen zu erwähnen, Stress, Rauchen, Hormonmangel durch eine vorausgegangene Operation an den Eierstöcken sowie eine falsche Intimhygiene. Dies alles kann zum Austrocknen und zur Reizung der Scheidenschleimhaut führen.

Bei etwas älteren Frauen als den oben genannten, vor allem bei Frauen in den Wechseljahren, so wie du es bist, liebe Marina, ist die trockene Schleimhaut durch den natürlichen Abfall des weiblichen Hormons Östrogen bedingt. Dadurch nimmt die Produktion der Scheideflüssigkeit ab, außerdem wird der Vaginalbereich nicht mehr so gut durchblutet und die Zellerneuerung verlangsamt sich. Die Folge davon ist eine Geweberückbildung, eine dünnere Scheidenschleimhaut, insgesamt weniger Elastizität und dadurch eine erhöhte Empfindlichkeit.

Scheidentrockenheit: Infektionen können schneller kommen

Eine trockene Scheide ist übrigens auch, egal in welchem Alter, deutlich anfälliger für Infektionen. Aus diesem Grund klagen Frauen häufig nicht nur über ein störendes Trockenheitsgefühl, sondern auch über häufigere Vaginalinfekte und/ oder Blasenentzündungen. Das belastet dann natürlich zusätzlich.

Doch was kannst du tun?

Zunächst möchte ich dir einige allgemeine Tipps geben. Diese können übrigens allen Frauen mit Scheidentrockenheit, egal, welchen Alters, helfen:

♥ Bitte verzichte auf reizende Seifen im Intimbereich! Es empfehlen sich pH-neutrale, speziell für die Intimregion bestimmte, Waschlotionen.

♥ Bitte führe kein ‚übertriebenes‘ Waschen der Intimregion durch! Eine zu intensive Reinigung reizt die Haut noch mehr und irritiert zusätzlich das Scheidenmilieu!

♥ Bitte verwende Unterhosen aus Naturfasern! Künstliches Gewebe kann reizen, die Haut kann schlechter atmen und trocknet zusätzlich aus.

♥ Jüngeren Frauen, die regelmäßig menstruieren, sollten zunächst auf Tampons verzichten und erst einmal Binden bevorzugen. Tampons können nämlich der Scheide zusätzlich Flüssigkeit entziehen.

♥ Bitte versuche dich zu entspannen! Meditation, Yoga, Sport, Spaziergänge – alles, was dir und deinem Körper gut tut, ist Gold wert!

Sex hilft gegen Scheidentrockenheit!

♥  Hab’ Sex! Ich weiß, das hört sich für dich zunächst einmal paradox an. Du hast oben geschrieben, dass Sex für dich gerade undenkbar ist. Dennoch ist es eine gute ‚Therapie‘. Weh tun soll es natürlich nicht! Deshalb solltet ihr ein Gleitmittel benutzen. Denn: Sex fordert die Produktion des Scheidensekrets!

Deine Frauenärztin hat dir nun eine Hormonsalbe verschrieben. Dies ist vor allem in den Wechseljahren oftmals Therapie der Wahl. Und eigentlich logisch: Das, was fehlt, wird appliziert. Das Östrogen wird übrigens nur zu einem minimalen Bruchteil systemisch vom Körper aufgenommen. Dass deine Mutter (leider) an Brustkrebs verstorben ist, stellt keine Kontraindikation für dich dar. Diesbezüglich müsstest du keine Sorge haben.Allerdings ist für mich als Frauenärztin sehr wichtig, dass sich meine Patientinnen mit der verordneten Therapie wohlfühlen. Wenn für dich aktuell keine hormonelle Therapie in Frage kommt, sollten wir ein anderes Therapiekonzept verfolgen.
Eine Laserbehandlung ist heute möglich!

Und das gibt es natürlich. Mittlerweile ist eine Laserbehandlung des trockenen, spröden Vaginalgewebes möglich. Diese Behandlung wird über mehrere Sitzungen verteilt durchgeführt und ist sehr erfolgreich. Sie wird aktuell noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Dazu rate ich dir!

Ich schlage dir jetzt eine Lokaltherapie auf nicht-hormoneller Basis vor. Sie ist sehr effektiv und in der Regel bedenkenlos anwendbar. Sie ist besonders, aber nicht nur, für Frauen geeignet, die während des Stillens unter Scheidentrockenheit leiden oder Frauen, die sich einer anti- hormonellen Therapie auf Grund einer Brustkrebserkrankung unterziehen müssen. Es handelt sich dabei um eine Lokaltherapie im Sinne von Gels oder Cremes, die innerlich (mit Hilfe eines Applikators) und äußerlich regelmäßig angewendet werden können. Vaginalgels basieren auf einer wässrigen Komponente, Cremes haben den Vorteil, dass zusätzlich zur Feuchtigkeit noch eine pflegende Komponente in Form von Lipiden enthalten ist. Das macht die Scheidenhaut angenehm geschmeidig.

Für Frauen, die keinen Applikatior verwenden möchten, gibt es zusätzlich die Möglichkeit von Vaginalzäpfchen. Diese lokale, hormonfreie Therapie unterstützt die trockene, spröde Vaginalschleimhaut und ist rezeptfrei in der Apotheke zu erhalten. Die meisten Frauen empfinden diese Vaginaltherapie, regelmäßig angewendet, als Wohltat. Ich empfehle dir, neben der Beachtung der oben genannten Tipps, mit dem Beginn einer solchen lokalen Pflege.

Wir sollten nicht nur unser Gesicht, sondern auch unsere Scheide pflegen!

Weißt du, mein damaliger Chef in der Frauenklinik hat es mir damals so erklärt:

„Die Intimregion ist ein vernachlässigter Bereich. Das ist sehr schade. Frauen und Männer pflegen sämtliche Körperstellen, vor allem das Gesicht, gegen Erscheinungen, die die Zeit und das älter werden irgendwann so mit sich bringen. Irgendwann bedarf es eben etwas mehr Zuwendung und Pflege. Das gilt auch für die Intimzone.“

Ich finde das einen sehr schönen Gedanken. Vielleicht kannst du versuchen, es genau so zu sehen. Deine Beschwerden und der damit verbundene Leidensdruck ist ein Hinweis dafür, dass diese Körperstelle jetzt einfach mehr bedacht werden muss. Bitte verzweifele nicht.

Liebe Marina, ich hoffe sehr, ich konnte dir mit meiner Erklärung bezüglich deiner Beschwerden und auch mit meinen Empfehlungen weiterhelfen. Wenn du weitere Fragen hast, lass’ es mich bitte wissen.

Deine Judith

scheidentrockenheit

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Werbung: Regelschmerzen: Ursache, Hilfe, familiäre Vorbelastung.
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Dr. Judith Bildau Onlinesprechstunde Dr. Ehrenberger Gynälologin Frauenärztin MutterKutter Mamablog Mamablogger

Am Ende des Beitrags findet ihr nicht nur eine Infobox zu unserem Kooperationspartner Dr. Ehrenberger, sondern noch einen Link, unter dem ihr bei einer Bestellung kostenlos ein Heilpflanzenlexikon dazu geschenkt bekommt.

Eine Leserin möchte anonym wissen:

„Meine Frage ist, welche Ursachen Regelschmerzen bei jungen Mädchen haben kann, wie man sie behandelt und ob es eine familiäre Häufung gibt: Ich danke dir für deine Mühe! Liebe Grüße“

Liebe Leserin,

Schmerzen während der Periode- für viele Frauen und Mädchen ein leidiges Thema. Jeden Monat das selbe Spiel, die selben Schmerzen, der selbe Frust. Meist sind die ersten beiden Tage die schlimmsten, dann wird es besser, aber an diesen beiden Tagen geht für viele Frauen gar nichts.

Doch warum kann die Menstruation eigentlich so weh tun? Was passiert währenddessen in dem Körper?

Ich möchte dir gerne die medizinischen Hintergründe dazu erklären. Manchmal ist der erste Schritt, die Dinge einfach verstehen und nachvollziehen zu können. Der zweite Schritt dann, eine passende und individuelle Lösung zu finden. ‚Dysmenorrhoe‘- so nennen wir Ärzte das Beschwerdebild. Übersetzt heißt das in etwa ‚schmerzhafte und schwierige Menstruation‘. Wir unterscheiden zwischen einer primären Dysmneorrhoe und einer sekundären Dysmenorrhoe.

Bei der primären Dysmenorrhoe handelt es sich um Beschwerden, die eigentlich schon mit dem Beginn der Menarche, also dem Einsetzen der Regelblutung beginnen. Bei der sekundären Dysmenorrhoe kommt es erst im Verlauf der Jahre zu Beschwerden während der Menstruation. Dies kann unter anderem bedingt sein durch Myome, Zysten oder auch Endometriose. Die Häufigkeitsangaben bezüglich der Dysmenorrhoe sind sehr schwammig. Man spricht von 50-90% aller Frauen, die Beschwerden haben.

Bei der sekundären Dysmenorrhoe gibt es also körperliche Ursachen, die die Schmerzen auslösen. Und da kommen wir zu einem sehr wichtigen Punkt: Zunächst ist es wichtig, dass eine organische Ursache für die starken Schmerzen ausgeschlossen wird. Dies kann der Frauenarzt/ die Frauenärztin mit Hilfe einer ausführlichen Anamnese und einer darauf folgenden Untersuchung tun. Eventuell wird er oder sie auch eine weitere Diagnostik anstreben, zum Beispiel eine MRT-Untersuchung oder eine diagnostische Bauchspiegelung.

Doch wie entstehen starke Regelschmerzen, wenn es keine organische Ursache gibt?

Dies ist bei den meisten jungen Mädchen ja der Fall. Die Gebärmutterschleimhaut bildet im Verlaufe des Zyklus’ sogenannte Prostaglandine. Das sind Botenstoffe, die die Gebärmuskulatur aktivieren, sich zu kontrahieren, um somit die Gebärmutterschleimhaut abstoßen zu können. Durch das Abstoßen der Schleimhaut kommt es zur Regelblutung. Prostaglandine sind einerseits also Aktivatoren der Muskulatur, andererseits aber auch Botenstoffe der Schmerzentstehung- und der empfindung.

Liegt eine sehr hohe Konzentration an Prostaglandinen vor, kommt es zu übermäßigen Kontraktionen der Gebärmutter sowie zu einer deutlichen Schmerzsymptomatik. Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen mit Dysmenorrhoe sowohl im Blut als auch im Menstrualblut hohe Prostaglandinkonzentrationen haben. Warum dies so ist, weiß man bislang aber noch nicht (1) (2). Man weiß aber mittlerweile, dass es eine familiäre Häufung der primären Dysmenorrhoe gibt. Und, vielleicht für viele Mädchen ein Trost, die Beschwerden nehmen in der Regel mit zunehmendem Alter und nach Geburten ab.

Doch was kann man dagegen tun? Wie kann der Schmerz durchbrochen werden?

Bei der sekundären Dysmenorrhoe ist die Therapie der Wahl natürlich die Beseitigung der Ursache. Das ist klar. Bei der primären Dysmenorrhoe verhält es sich ein bisschen anders. Natürlich kann an den sehr schmerzhaften Tagen während der Periode ein Schmerzmittel eingenommen werden. Die zur Verfügung stehenden Medikamente sind häufig Prostaglandinhemmer und wirken durch den Eingriff in den Prostglandinstoffwechsel. Es gibt aber auch noch weitere Hilfsmittel, die ich dir gerne nennen würde:

♥ Entspannung: Tatsächlich können Regelschmerzen durch Stress verschlimmert werden. Bewusste Pausen und Entspannungseinheiten wirken oftmals Wunder. Wer mag, kann sich auch eine Massage gönnen. Es gilt: Gut ist, was gut tut.

♥ Wärme: Wärme wirkt krampflösend und entspannend. Ein warmes Bad oder eine Wärmflasche können helfen.

♥ Leichter Sport: Sport wirkt schmerzstillend. Er lockert die Muskulatur und entspannt. Es geht nicht darum, während der Menstruation eine neue Bestzeit beim Laufen zu erreichen. Aber ein Spaziergang, Walken, Yoga oder Pilates können wirklich gut tun.

♥ Entspannende Öle: Kamille, Pfefferminz, Teebaum, Zypresse.

♥ Akupressur: Es gibt verschiedene Akupressurpunkte, deren leichtes Drücken nachweislich bei einer akuten Schmerzsymptomatik lindernd wirken kann. Gegen Krämpfe hilft zum Beispiel, mit dem Daumen und dem Zeigefinger den Punkt an der Unterschenkel-Innenseite, eine Hand breit unter dem Knie, mehrere Minuten und mehrmals täglich zu stimulieren.

♥ Mönchspfeffer (Agnes castus): Auch der Mönchspfeffer kann regulierend auf Regelschmerzen wirken. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Einnahme meist über mehrere Monate erfolgen muss, bis sich eine Besserung der Symptomatik zeigt.

♥ Pille: Eine weitere, wenn auch hormonelle, Möglichkeit ist die Einnahme eines Kontrazeptivums. Eine Kombinationspille wirkt nachweislich bei primärer Dysmenorrhoe (3). Manchmal ist es auch empfehlenswert eine Pille im Langzeitzyklus, das heißt ohne Pillenpause und die damit verbundene Abbruchsblutung, einzunehmen.

♥ Vitamine und Mineralstoffe: Es gibt Vitamine und Mineralstoffe, die nachweislich und wissenschaftlich belegt gegen Regelschmerzen helfen. Ein sehr wichtiger Mineralstoff ist zum Beispiel Magnesium. Und darauf möchte ich ein bisschen genauer eingehen. Magnesium wirkt unter anderem auch bei einer vorzeitigen Wehentätigkeit während der Schwangerschaft, Es führt nämlich über eine gewisse Kaskade zur Entspannung der Muskulatur. Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Magnesium über einen längeren Zeitraum von etwa 6 Monaten eine deutliche Verbesserung der Schmerzsymptomatik während der Periode bewirkt. Belegt wurde, neben den rein subjektiven Angaben der Patientinnen, auch ein Rückgang der Prostaglandinkonzentration im Menstrualblut (4). Aber auch eine kurzzeitigere Einnahme mit Beginn kurz vor der Menstruation zeigte eine verminderte Schmerzsymptomatik (5). Magnesiumhaltige Lebensmittel sind unter anderem Nüsse, Avocados, Wassermelone, Haferflocken und auch Zartbitterschokolade. Auch Omega-3-Fettsäuren können dem Regelschmerz entgegenwirken. Sie wirken regulierend auf die Prostaglandinsynthese und wirken so schmerzlindernd (6).

Omega-3-Fettsäurenhaltige Lebensmittel sind unter anderem Fisch, Rapsöl, Wallnussöl, Rosenkohl, Spinat, Bohnen, Avocado, Nüsse und Soja. Ich empfehle meinen Patientinnen deshalb bei einer Dysmenorrhoe, auf eine magnesium- und Omega-3-Fettsäurenreiche Ernährung zu achten oder diese auch zusätzlich zu supplementieren.

Liebe Leserin, ich hoffe sehr, ich konnte dir deine Frage beantworten. Ich wünsche dir alles erdenklich Liebe und Gute, deine Judith

Quellen:

(1) Bydgeman M. et al. Effects of the prostaglandins on the uterus. Acta Obst. Gynecol. Scandinavica, 1979.

(2) Rees M. et al. Prostaglandins in menstrual fluid in menorrhagia and dysmenorrhoea. Int. Journ. Obstet. Gynecol., 1984.

(3) Wong C.L. et al. Oral contraceptive pill for primary dysmenorrhoea. Cochrane Database Syst.Rev., 2009.

(4) Seifert B. et al. Magnesium- eine therapeutische Alternative bei der primären Dysmenorrhoe. Zentral.Gynäkol., 1989.

(5) Fontana-Klaiber H. et al. Therapeutic effects of magnesium in dysmenorrhea. Schweiz.Runsch.Med.Prax., 1990.

(6) Rahbar N. et al. Effect of omega-3 fatty acids on intensity of primary dysmenorrhoea. Int.J.Gynaecol.Obstet., 2012.

Dr. Judith Bildau Onlinesprechstunde Dr. Ehrenberger Gynälologin Frauenärztin MutterKutter Mamablog Mamablogger
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Werbung: Hilfe, meine Haare fallen aus! Das kannst du gegen den Haarausfall in den Wechseljahren tun.
Kooperationspartner für diesen Beitrag:

Online-Sprechstunde Dr. Wolff Haarausfall Wechseljahre Frauenärztin Dr. Judith Bildau MutterKutter

Am Ende des Beitrags findet ihr eine Infobox zu unserem Kooperationspartner Plantur 39 – dem Produkt, das euch bei Haarausfall helfen kann.

Liebe Judith,
ich habe ein Problem, das mich sehr belastet. Ich bin jetzt 52 Jahre alt und ich leide seit mehreren Monaten unter Haarausfall. Mein Hausarzt hat schon eine Blutuntersuchung gemacht , aber da ist alles in Ordnung. Ich habe keinen Mangel an Eisen oder so, wie er zunächst vermutet hat. Ich finde es furchtbar, manchmal habe ich schon richtig Angst, mir die Haare zu kämmen. Mein Frauenarzt, den ich jetzt darauf ansprach, meinte, es könnte an den Wechseljahren liegen.
Ich habe das nicht richtig verstanden, aber auch nicht weiter nachgefragt. Erst zu Hause ist mir eingefallen, dass meine Mutter, je älter sie wurde, dünneres Haar bekommen und darüber geschimpft hat. Ich erinnere mich, dass ihr Scheitel irgendwie immer breiter geworden ist. Kann das tatsächlich etwas mit meinem Alter zu tun haben? Und wenn ja, was kann ich dagegen tun? Danke im Voraus!
Deine Bettina
Liebe Bettina,

erst einmal möchte ich mich herzlich für deine Frage und dein damit verbundenes Vertrauen bedanken. Und genauso, wie du beschreibst, geht es vielen Patientinnen. Sie sitzen in der Arztpraxis und wichtige Punkte oder Anmerkungen fallen ihnen dann erst zu Hause ein. So dass am Ende natürlich wichtige Fragen offen bleiben. Deshalb: Schön, dass du dich an @mutterkutter und unsere Onlinesprechstunde wendest!

Haare haben einen Lebenszyklus.

Nun zu deinem Problem: Wir Mediziner nennen es übrigens ‚telogenes Effluvium‘. Sehr komplizierter Name für etwas, was eigentlich einfach nur bedeutet: Hilfe, mir fallen die Haare aus! Ich möchte dir dennoch kurz den medizinischen Hintergrund erklären. Haare haben quasi einen ‚Lebenszyklus‘ mit verschiedenen Phasen, die sie durchlaufen. Insgesamt sind es 3 Phasen. Die erste Phase nennt sich ‚Anagenphase‘, auch Wachstumsphase. Etwa 81% aller Haare befinden sich in diesem Stadium. Darauf folgt die ‚Katagenphase, die Übergangsphase. In dieser Phase wird die Produktion der Zellen eingestellt. Sie dauert nur etwa 3 Wochen und nur etwa 1% aller Haare befindet sich in diesem Stadium. Das letzte Stadium ist die sogenannte ‚Telogenphase‘, die Ruhe- oder Ausfallphase. 18% aller Kopfhaare sind durchschnittlich in diesem Stadium. Sie dauert etwa 2 bis 4 Monate.

Täglich fallen uns bis zu 100 Haare aus.

Übrigens: Wir haben zwischen 90.000 und 150.000 Haare auf dem Kopf. Täglich fallen uns etwa 80 bis 100 Haare aus. Ein gewisser Haarverlust ist also völlig normal. Bei einem ‚telogenen Effluvium‘ ist aber der Anteil der Kopfhaare, der sich in der ‚Telogenphase‘ befindet, deutlich erhöht, was sich wiederum in einem verstärkten Haarausfall äußert.

Ursachen dafür sind vielfältig und können sein:
– Infektionskrankheiten
– große Operationen
– Stress
– Fasten oder sehr lange Diäten
– Allergie
– Schwangerschaft
– Medikamente
– Anämie
– Hormonstörungen
– Schwermetallvergiftungen

Was ist ein anlagebedinger Haarausfall?

Nun erwähnst du zwei sehr wichtige Dinge- erstens dein Alter und zweitens, dass deine Mutter ab einem gewissen Alter eine ähnliche Symptomatik aufgezeigt hat. Und das lässt mich zur der medizinischen Einschätzung kommen, dass es sich bei dir um einen hormonell-anlagebedingten Haarausfall handelt. Übersetzt heißt das: Durch die abfallenden weiblichen Hormone in deinem Körper, kommt es im Verhältnis zu einem Überschuss an männlichen Hormonen, die wir Frauen von Natur aus auch haben. Das ist der hormonelle Anteil deines Haarausfalls. Nun kann man sich natürlich fragen, warum nicht alle Frauen in den Wechseljahren deutlich Haare verlieren. Und da kommen wir zu dem anlagebedingten Anteil deines Haarausfalls.

Bei dir ist es nämlich vermutlich so, dass deine Haarwurzeln genetisch bedingt empfindlich auf den erhöhten Anteil der männlichen Hormone und daraufhin mit einem Haarausfall reagieren. Typische Symptome sind ein breiter werdender Scheitel, insgesamt lichter werdendes Kopfhaar, aber auch deutlich weniger Haare im Stirn- und Schläfenbereich.

Das ist der medizinische Hintergrund, aber was kannst du tun?

Zunächst ist, wie so oft, eine ausgewogene und gesunde Ernährung sehr wichtig. Außerdem haben Studien gezeigt, dass die zusätzliche Substitution von Biotin und Keratin die Haarstruktur verbessern und so dem Haarausfall entgegen wirken kann. Wichtig ist, dass die Einnahme über Monate konsequent erfolgt. Studien zeigen eine erste Besserung nach etwa 3 Monaten.

Biotin-haltige Lebensmittel sind übrigens:

– Nüsse (Erdnüsse, Mandeln, Walnüsse)
– Sojabohnen
– Hülsenfrüchte
– Vollkornprodukte
– Blumenkohl
– Bananen
– Eigelb
– Leber, Nieren

Die richtige Pflege ist wichtig!

Wichtig ist auch, dass die Haare so schonend wie möglich behandelt werden. Die richtige Pflege bzw. das richtige Shampoo ist essentiell (s.u.), außerdem sollten die Haare mit einer guten Bürste bzw. Kamm gekämmt werden und nicht zu häufig geföhnt, sondern lieber an der Luft getrocknet werden.

Gerade bei deiner Form des Haarausfalls können Koffein-haltige Shampoos sehr gut helfen. Eine römische Studie (1) hat gezeigt, dass diese Art der Shampoos nicht nur den Haarausfall verbessern, sondern auch die Haardicke und Haarstärke positiv beeinflussen können. Nach sechsmonatiger Anwendung wurde eine deutliche Besserung der Symptomatik festgestellt werden. Die Haare sollten täglich mit dem Koffein-Shampoo gewaschen werden, die Einwirkzeit sollte etwa 2 Minuten betragen, damit der Wirkstoff in die Haarfollikel eindringen kann (2). Wenn du die Haare nicht täglich waschen möchtest, kannst du zwischendurch auch ein Koffein-haltiges Tonikum verwenden. Auch lokale Phytoflavone, das sind im Grunde Pflanzenstoffe, die eine östrogenartige Wirkung besitzen, können den erhöhten männlichen Hormonen an der Haarwurzel entgegentreten.

Liebe Bettina, Haare sind für viele Frauen ein Symbol der Weiblichkeit. Es ist mehr als verständlich, dass du unter der jetzigen Symptomatik leidest. Aber du kannst etwas tun. Zusammenfassen möchte ich dir raten, dass du auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit regelmäßiger Einnahme von Biotin-haltigen Lebensmittel achten solltest, Außerdem solltest du deine Haare schonend behandeln, so weit es geht auf das Föhnen verzichten und wirklich gute Bürsten benutzen, die nicht nur die Haare entwirren, sondern auch schonend die Kopfhaut massieren und somit die Durchblutung steigern.

Ich empfehle dir zudem Koffein-haltige Shampoos, gerne auch in Kombination mit weiter haarwurzelstärkenden Substanzen, deren Wirkung wissenschaftlich belegt sind. Es gibt gerade im Internet weit verbreitet Werbung für ‚Wundermittel‘, die gegen Haarausfall wirken sollen und einen beträchtlichen Preis haben. Ich bitte dich, nicht auf solche Versprechungen hereinzufallen, so etwas habe ich in der Praxis leider nicht selten erlebt.

Ich hoffe sehr, ich konnte dir deine Frage beantworten. Ich freue mich über eine Weiterempfehlung.

Alles erdenklich Gute und Liebe, deine Judith

Quellen:
(1) Sisto MD et al. Cosmetic treatment of telogen effluvium with a caffeine shampoo. J. Appl. Cosmetic., 2013.
(2) Lademann J et al. Test regarding the penetration of caffeine from the caffeine-based shampoo. Laser Phys., 2007.

Online-Sprechstunde Dr. Wolff Haarausfall Wechseljahre Frauenärztin Dr. Judith Bildau MutterKutter
Schon nach dreimonatiger Verwendung können sich bei Plantur 39 die ersten Effekte bemerken lassen. Ihr möchtet Plantur 39 ausprobieren? Ihr bekommt das Shampoo hier im Shop oder in Drogeriemärkten, wie zum Beispiel Rossmann, dm etc.

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Hallo liebe Judith,
ich bin jetzt 48 und warte quasi auf den Beginn meiner Wechseljahre… Die Gyn sagt eigentlich, ich sei noch nicht so weit,mein Zyklus ist auch noch regelmäßig.
Aber ich stelle in letzter Zeit immer wieder fest, dass ich einfach nicht mehr so tief
schlafe wie früher. Meine Nächte sind in den seltensten Fällen „einfach
durchschlafen“. Ich wache häufig Nachts auf, muss eigentlich jede Nach mehrfach
zur Toilette, fühle mich oft unruhig. Kann das mit einer hormonellen Umstellung zu
tun haben?
LG Anke von muttispielt.de

Liebe Anke,

ich danke dir für deine Frage und möchte sie dir sehr gerne beantworten. Lass’ uns deine Symptome einmal ganz genau anschauen. Du bist jetzt 48 Jahre alt. Ich persönlich finde es schwierig, natürliche Prozesse des Körpers strikt gewissen Alterszahlen zuzuordnen. Jeder Körper ist meiner Meinung nach unterschiedlich, hat einen ureigenen Rhythmus und sollte nicht in ein ‚Schema‘ gepresst werden. Dennoch gibt es statistische Zahlen, die beschreiben, in welchem Alter der Körper einer Frau durchschnittlich welche Veränderung durchmacht.

Bei dir geht es jetzt um die Frage, in wieweit deine Beschwerden etwas mit einer hormonellen Umstellung, also mit den Wechseljahren, zu tun haben könnten. Gerne möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch einmal vier wichtige Begriffe erklären, da sie wichtig sind, um den ‚Prozess‘, der im Körper einer Frau in dieser Zeit abläuft, zu verstehen:

1. Prämenopause:

Ab etwa dem 40. Lebensjahr kommt es zum ganz langsamen und allmählichen Absinken der weiblichen Hormone. Die Blutung ist noch ganz regelmäßig, aber es wird zum Beispiel immer schwieriger, schwanger zu werden.

2. Perimenopause:

Dies beschreibt eine Zeitspanne von etwa 4 Jahren (das ist natürlich individuell unterschiedlich!), welche sich in etwa 2-3 Jahre vor der Menopause und 1 Jahr nach der Menopause aufteilt. Durchschnittlich beginnt sie um das 47.Lebensjahr. In dieser Phase klagen die meisten Frauen über die typischen Wechseljahrsbeschwerden, wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen etc. In dieser Zeit findet im Grunde die hormonelle Umstellung statt.

3. Menopause:

So bezeichnet man die letzte Periode. Durchschnittlich bekommen Frauen diese mit etwa 51 Jahren.

4. Postmenopause:

Ein Jahr nach der Menopause, also der letzten Regelblutung, beginnt die Postmenopause. Viele Frauen klagen in dieser Zeit über Symptome, die durch einen Hormonmangel bedingt sind, wie Haarausfall, Scheidentrockenheit etc. Die Übergänge dieser einzelnen Phasen ist fließend.

Liebe Anke, so, wie ich die Situation einschätze, befindest du dich gerade am Beginn der Perimenopause. Ganz typisch für diese Zeit ist das, was du beschreibst. Es verändert sich ‚etwas‘, wie bei dir der langsam schlechter werdende Schlaf. Du schläfst unruhiger und insgesamt nicht mehr so tief. Die Veränderung ist nicht geradlinig, da der Hormonspiegel nicht einfach stetig sinkt, sondern Schwankungen unterliegt. Dass du dabei noch normal und regelmäßig blutest, ist auch nicht ungewöhnlich. Die Periode wird sich in den nächsten Jahren langsam verändern. Und sie kann verschiedene Formen annehmen: Sie kann einfach mal einen Monat ausbleiben, insgesamt kürzer werden, aber auch stärker und häufiger.

Nun möchte ich noch einmal ganz explizit auf das Phänomen des ‚Schlechterschlafens‘ während der Wechseljahre eingehen. Einerseits können Schlafstörungen während der Zeit der hormonellen Umstellung dadurch bedingt sein, dass insgesamt eine innere Unruhe vorliegt, Stimmungsschwankungen beklagt werden. Das müssen die Frauen im ganz normalen Tagesablauf gar nicht unbedingt merken, sondern eher dann, wenn es zu Ruhephasen kommt; manche Frauen schlafen auch schlechter, weil sie insbesondere nachts sehr stark schwitzen.

Verminderte Produktion von Melatonin.

Parallel zur Abnahme der weiblichen Hormone, kommt es nämlich durch die Alterung der
Zirbeldrüse, der sogenannten Epiphyse, ab einem Alter von etwa 45 Jahren auch zu einer verminderten Produktion des Schlafhormons ‚Melatonin’, welches den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Durch den niedrigeren Melatoninspiegel verringern sich die Tiefschlafphasen, der Schlaf wird insgesamt leichter. Aus diesem Grund können zwei Faktoren dafür verantwortlich sein, dass du schlechter schläfst.

Was kannst du tun? Natürlich gibst es die Möglichkeit, wenn Wechseljahrsbeschwerden sehr stark sind, eine Hormonersatztherapie zu beginnen. Dies sollte nach einer ausführlichen gynäkologischen Untersuchung und Beratung erfolgen. Ich schätze deine Symptomatik allerdings aktuell nicht so ein, dass eine sogenannte HRT indiziert ist. Und es gibt auch einige pflanzliche Wirkstoffe, die bei Wechseljahrsbeschwerden, wie Hitzewallungen etc., gut helfen (darüber in einer der nächsten Onlinesprechstunden mehr!) Ich denke bei dir ist zunächst einfach erst einmal zu schauen, dass deine Nächte wieder ruhiger werden.

Ich habe übrigens in der Praxis schon häufiger erlebt, dass auch schon eine richtige Aufklärung über das, was in dem eigenen Körper vorgeht, helfen kann, die Symptome zu verbessern.

Meine Empfehlungen für dich sind:

♥ tagsüber ausreichend Bewegung und mehrmals in der Woche Sport

♥ Entspannungsübungen oder auch Yoga vor dem Schlafengehen

♥ ätherische Öle (Lavendel, Rosenöl etc.)

♥ Baldrian, Melisse, Hopfen, Passionsblume

♥ als kleinen Snack abends Weintrauben, Bananen, Mandeln, Sauerkirschen (da melatoninhaltig)

♥ bitte immer daran denken, dass chemische Schlafmittel zwar sehr zuverlässig wirken, aber auch ein Abhängigkeitspotential besitzen und deshalb nur sehr kurzzeitig eingenommen werden sollten!

♥ lieber auf natürliche Einschlafhilfen zurückgreifen (s.o), auch eine Unterstützung des natürlichen Schlafrhythmus mit Hilfe von Melatonin kann sinnvoll und sehr wirkungsvoll sein sein.

Wenn neben den Schlafstörungen weitere Wechseljahrsbeschwerden auftreten, empfehle ich dir, einmal ganz in Ruhe mit deinem Frauenarzt/ deiner Frauenärztin zu sprechen, inwieweit eine Substitution von pflanzlichen Wirkstoffen oder auch eine HRT für dich sinnvoll sein könnte.

Liebe Anke, ich hoffe sehr, ich konnte dir deine Frage beantworten. Über eine Weiterempfehlung würde ich mich sehr freuen.

Alles erdenklich Gute und Liebe,
deine Judith
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Dr. Judith Bildau Onlinesprechstunde Dr. Ehrenberger Gynälologin Frauenärztin MutterKutter Mamablog Mamablogger

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Hej, hej Judith,
seit 08/2018 nehme ich aufgrund starker Schmerzen und starker Regelblutung (seit 2013 inkl. schwanger werden wollen, Schwangerschaft, Stillen und natürlich meiner heute Vierjährigen) wieder die Pille (zusammengesetzte aus 0,03 mg Ethinylestradiol
und 2 mg Dienogest). Mein Eindruck ist, dass sie meinen Hang zu depressiven
Verstimmungen begünstigt und mir quasi auf der Seele liegt. Ist das nur Einbildung oder kann das tatsächlich sein, insbesondere über den Winter? Ich werde das beim nächsten Vorsorgetermin im Frühjahr bei meinem Frauenarzt ansprechen und würde gerne die Pille wechseln. Prinzipiell finde ich‘s super, die Pille durch zunehmen und nicht mehr alle 3 Wochen für mehrere Tage auszufallen. Die Familienplanung bei meinem Partner und mir ist abgeschlossen und naja, ohne Kondom in einer festen Partnerschaft ist einfach so so schön. Auf deine Antwort bin ich sehr gespannt.

Viele liebe Grüße nach Rom!
Deine Nici

Liebe Nici,

ich beantworte dir deine Frage sehr gerne. Übrigens ist es eine Frage, die Frauenärzten und Frauenärztinnen recht häufig gestellt wird. Deswegen finde ich es prima, dass ich nun die Möglichkeit habe, sie dir hier zu beantworten. Ich hoffe, wir können jetzt gemeinsam ein bisschen Klarheit ins Dunkel bringen, was die Nebenwirkungen der Pille betrifft. Denn, das muss man ganz klar so sagen, so große die Errungenschaft der Pille ist und wie froh wir alle sind, dass es sie gibt: Es ist letztendlich ein Medikament. Und jedes Medikament hat auch Nebenwirkungen. Deshalb ist es ganz wichtig, falls etwas Ungewohntes in dem zeitlichen Zusammenhang mit einer Pilleneinnahme auftritt, es mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin zu besprechen.

Nebenwirkungen: zu Beginn der Hormonumstellung am stärksten

In der Packungsbeilage jeder Pille steht unter den möglichen Nebenwirkungen ‚depressive Verstimmungen‘ oder ‚Stimmungsschwankungen‘. Dies belegen auch einige wissenschaftliche Studien. Im Deutschen Ärzteblatt wurde zum Beispiel von einer dänischen Studie berichtet, die einen Zusammenhang zwischen einer hormonellen Verhütung, also auch einer Verhütung mit Vaginalring oder mit einer Hormonspirale, und einer depressiven Erkrankung beschreibt (1). Es gibt zu diesem Thema auch weitere, sehr interessante Untersuchungen, die im Grunde Ähnliches heraus gefunden haben. Dennoch ist in diesem Zusammenhang eine Sache ganz wichtig: Dieser Zusammenhang wurde vor allem in der Anfangsphase der Pilleneinnahme gefunden. Nach etwa 6 Monaten gingen die genannten Nebenwirkungen langsam wieder zurück. Das ist tatsächlich auch etwas, was ich in der Praxis häufig erlebe. Die Nebenwirkungen sind durch die Hormonumstellung zu Beginn am stärksten. Deshalb raten wir Frauenärzte und Frauenärztinnen auch dazu, nicht zu schnell das Präparat zu wechseln oder abzusetzen, sondern erst einmal eine gewisse Zeit zu warten.

Ab wann du mit deinem Frauenarzt sprechen solltest!

Du nimmst die Pille jetzt seit August 2018 wieder ein, das sind in etwa 5 Monate. Mein Rat deshalb an dich: Warte noch einmal ein paar Wochen ab, gerade, weil du ja auch die Vorteile der Pille beschreibst (Zyklusregulation, kein Kondom in der festen Partnerschaft nötig), vielleicht bis der graue Winter vorüber ist, und schaue dann ganz realistisch, wie deine grundsätzliche Stimmungslage ist. Hast du nach wie vor das Gefühl, ‚etwas drückt auf deine Seele‘ und kannst du es zeitlich mit dem erneuten Beginn der Pilleneinnahme in Verbindung bringen, denke ich, solltest du mit deinem Frauenarzt eine Pillenumstellung bzw. andere Verhütungsmöglichkeiten besprechen.

Deshalb kann Vitamin- und Nährstoffmangel zu Unwohl sein führen:

Ich finde, dass sich diese Frage sehr gut dazu eignet, noch einmal darauf hinzuweisen, dass es durch eine längere Pilleneinnahme zu einem Vitamin- und Nährstoffmangel kommen kann, was sich wiederum nicht selten, in einem allgemeinen Unwohlsein, einer
Abgeschlagenheit und einer Müdigkeit äußern kann. Wir wissen nämlich mittlerweile, dass durch die Pille einige Vitamine und Nährstoffe schlechter aufgenommen und schneller ausgeschieden werden. Vitamin B9, besser bekannt als Folsäure, ist ein Beispiel
dafür (2) (3). Weitere Beispiele sind laut weltweiten Studien Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C und Zink (4). Wichtig ist aus diesem Grund wie immer: Bitte achtet auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung!

Es gibt mittlerweile auch gute Präparate, die natürlich keine gute Ernährung ersetzen, jedoch helfen können, nicht Gefahr eines Defizits zu laufen. Gerade Frauen mit späterem
Kinderwunsch sollten nicht zu spät damit beginnen, zusätzlich Folsäure einzunehmen, da wir häufig Probleme damit haben, ausreichend Folsäure aus der Nahrung aufzunehmen und ein ausreichender Folsäurespiegel ausgesprochen wichtig während der embryonalen Entwicklung ist. Es gibt außerdem Studien, die zeigen, dass erniedrigte Werte von Folsäure und Vitamin B12 mit depressiven Erkrankungen assoziiert sein können (5). Aus diesem Grund rate ich allen meinen Patientinnen, die unter einer Nebenwirkung der Pille, besonders deinen beschriebenen Symptomen, leiden, sehr auf die Ernährung zu achten und ansonsten auch eine Supplementierung der oben genannten Vitamine und Nährstoffe durchzuführen.

Ich hoffe sehr, ich konnte dir deine Frage beantworten. Wenn du etwas brauchst, lasse es mich bitte wissen. Ich freue mich über eine Weiterempfehlung!

Alles erdenklich Liebe und Gute, deine Judith

Quellen:
(1) ‚Studie: Hormonelle Kontrazeption erhöhen Risiko auf Depressionen‘, Deutsches Ärzteblatt, 09/2016.
(2) Bart S. Sr. et al., Folate staute and homocystein level during a 24-week oral administration of a folate-containing oral contraceptive: a randomized, double-blind, active-controlled, parallel-group, US-based multi center study. Contraception, 2012.
(3) There M.. et al., Association between use of oral contraceptives and float status: A systematic review and meta-analysis. J.Obstet.Gynaecol.Can., 2015.
(4) Webb JL. Et al.. Nutritional effects of oral contraceptive use: a review. Peprod.Med., 1980.
(5) Tiemeier H. Et al. Vitamin B12, folate, and homocysteine in depression: The Rotterdam Study. Am J. Psychiatry., 2002.

Dr. Judith Bildau Onlinesprechstunde Dr. Ehrenberger Gynälologin Frauenärztin MutterKutter Mamablog Mamablogger
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Liebe Judith,

ich bin total verzweifelt. Ich kann dir nicht sagen, wann genau es angefangen hat, aber ich kann nicht mehr schlafen. Ich bin abends todmüde, lege mich ins Bett und denke nur noch daran, dass ich endlich einschlafen muss. Gefühlt habe ich seit Wochen keine einzige Nacht mehr richtig geschlafen.

Dann kann ich erst recht nicht einschlafen. Ich wälze mich hin und her und schaue dauernd auf die Uhr. Finde ich dann doch mal vor lauter Müdigkeit in den Schlaf, wache ich nach ein paar Stunden wieder auf. Dann schaue ich wieder panisch auf die Uhr und sehe, dass es noch kein Morgen ist. Dann liege ich wieder wach. Mein Mann und ich schlafen getrennt, aber es belastet mittlerweile die ganze Familie. sleep.ink Werbung Schlafen Schlafstörung Dr. Judith Bildau MutterKutter

Ich bin tagsüber so furchtbar müde und mittlerweile auch schlecht gelaunt. Ich weiß, man sagt, dass Schlafstörungen häufiger werden, aber ich habe das Gefühl, alle kommen morgens ausgeschlafen zur Arbeit, nur ich nicht. Was kann ich tun, damit es mit dem
Schlafen wieder besser wird?

Deine Hanne

Liebe Hanne,

Schlafstörungen sind für die meisten Betroffenen sehr belastend. Sie empfinden die Nächte, in denen sie wach liegen, sich immer wieder hin und her wälzen, auf die Uhr schauen und rechnen, wie lange sie noch Zeit haben, einzuschlafen, damit sie wenigstens ein paar Stunden Ruhe und Erholung finden, als quälend.

Tagsüber fühlen sie sich unausgeschlafen, nahezu ‚gerädert‘ und energielos. Oftmals schleicht sich dann schon am frühen Abend die Sorge ein: „Wie wird wohl diese Nacht werden?“ Und nicht selten entsteht beinahe ein Druck, dass die nächste Nacht ‚aber wirklich besser werden muss‘, denn schließlich steht am nächsten Tag ein wichtiger beruflicher Termin an, eine lange Autofahrt oder gar eine Prüfung. Und Druck ist bekanntlich beim Einschlafen keine große Hilfe. Und so entsteht langsam, aber immer deutlicher, ein Teufelskreis.

25 % der Erwachsenen leiden unter Schlafstörungen!

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bezeichnet Schlafstörungen als ‚eine der häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in der Bevölkerung‘. Es wird mittlerweile davon ausgegangen, dass ca. 25% der Erwachsenen an Schlafstörungen leiden und über 10% ihren Schlaf häufig oder dauerhaft als nicht erholsam erleben (1). Du bist also mit deinem Problem definitiv nicht allein. Dennoch ist guter und ausreichender Schlaf unverzichtbar und wichtig für unsere körperliche und mentale Gesundheit. Das Schlafbedürfnis eines jeden variiert übrigens. Laut einer Umfrage liegt es durchschnittlich bei 7 Stunden und 14 Minuten (2). Neugeborene benötigen eine deutlich längere Schlafdauer, welche sich im Säuglings- und Kinderalter verkürzt, um in der Pubertät noch einmal etwas anzusteigen.

 Winter, Schichtarbeit, Jetlag, Alter können Schlafstörungen verursachen.

Im Erwachsenenalter haben die meisten ihre individuelle und optimale Schlafdauer gefunden. Im Alter verändert sich das Schlafverhalten dann noch einmal. Allerdings liegt dies nicht daran, dass ältere Menschen einfach weniger Schlaf brauchen, sondern dass der Schlaf insgesamt leichter wird und von weniger Tiefschlafphasen geprägt ist. Das sogenannte Hormon ‚Melatonin‘, auch das ‚Schlafhormon‘ genannt, steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Es wird im Gehirn, genauer gesagt in der Zirbeldrüse, aus Serotonin hergestellt, aber auch in anderen Körperorganen, wie zum Beispiel dem Darm und der Netzhaut. Durch Licht wird die Bildung gehemmt und durch Dunkelheit gesteigert. Im Laufe der Nacht steigt die Melatoninkonzentration bei jungen Menschen um den Faktor 12 und bei älteren Menschen um den Faktor 3 an.

Im Winter, wenn es nur wenige Stunden Tageslicht gibt, bleibt der Melatoninspiegel dauerhaft erhöht. Dies kann zu Müdigkeit, nächtlichen Schlafstörungen und sogar einer ‚Winterdepression‘ führen. Neben dem Winter kommt es auch durch Schichtarbeit, Jetlag und mit steigendem Alter zu einer Veränderung des Melatoninspiegels (3).

Die Schlaflosigkeit wird übrigens medizinisch als ‚Insomnie‘ bezeichnet und kennzeichnet sich vor allem durch Ein- und Durchschlafstörungen sowie frühem Erwachen.

Doch was kannst du tun?

Viele Patienten und Patientinnen suchen nach einer gewissen Zeit mit quälenden Schlaflosigkeit verzweifelt ihren Arzt auf. Viele bitten direkt um ein Schlafmittel, weil sie den dringenden Wunsch haben, endlich mal wieder entspannt einschlafen und durchschlafen zu können. Nicht selten wird zunächst einmal ein sogenanntes ‚Benzodiazepin‘ verschrieben. Wichtig ist allerdings, dass dies mit Bedacht geschieht und zeitlich begrenzt, da eine Abhängigkeit entstehen kann. Einige Patienten und Patientinnen berichten außerdem über einen ‚morgendlichen Überhang‘, das heißt, sie fühlen sich morgens durch das Beruhigungsmittel immer noch müde.

Meine Empfehlung, die ich dir geben möchte, ist der Versuch, eine sogenannte ‚Schlafhygiene‘ zu betreiben. Das bedeutet übersetzt, bestimmte Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen zu nutzen, die einen gesunden und erholsamen Schlaf fördern. Dazu zählen:

– Stehe bitte jeden Tag um die selbe Zeit auf.
– Gehe nur schlafen, wenn du wirklich müde bist.
– Lüfte einmal das Schlafzimmer, bevor du ins Bett gehst und dunkele es gut ab.
– Ganz wichtig: Handy aus! Erstens stressen abendliche Anrufe und Nachrichten oftmals und zweitens senkt das Handylicht die Melatoninbildung.
– Suche dir Entspannungsrituale aus, die dich beruhigen und die du jeden Abend vor dem Hinlegen oder direkt nach dem Hinlegen durchführst (z.B. Autogenes Training).
– Wenn du merkst, dass du nicht zur Ruhe und in den Schlaf findest, stehe wieder auf. Bleibe nicht unnötig im Bett liegen.
– Halte dich auch tagsüber nicht im Bett auf. Arbeite nicht im Bett und schaue auch kein Fernsehen im Bett.
– Mache keinen Mittagsschlaf!
– Treibe regelmäßig Sport, allerdings nicht mehr nach 18 Uhr
– Bitte trinke 4 Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke.
– Größere Mahlzeiten sollten 3 Stunden vor dem Schlafengehen zu sich genommen werden, danach nur noch leichte Kost.
– Bitte rauche nicht vor dem Zubettgehen.
– Trinke keinen Alkohol vor dem Schlafengehen. Das hilft zwar häufig beim Einschlafen, verschlechtert aber die Schlafqualität und lässt dich früher aufwachen.
– Schaue, wenn du im Bett liegst, nicht auf die Uhr. Das verstärkt den Druck des Einschlafen-Wollens.
– Beginne ein Schlaftagebuch. Notiere jeden Morgen, wie du das geschlafen hast und was dir beim Einschlafen geholfen hat. So kannst du deine ganz eigenen Regeln zur Schlafhygiene festlegen. Irgendwann wirst du die Regeln mit Sicherheit wieder etwas lockern können, zunächst solltest du sie aber wirklich einmal ganz konsequent durchführen.

Natürliche Mittel:

Und diese natürlichen Mittel können dir auch helfen, um in einen guten Schlaf finden
zu können:

  • Hopfen
  • Baldrian
  • Melisse
  • Passionsblume
  • Als kleinen Snack abends Weintrauben, Bananen oder Mandeln (da melatoninhaltig)
  • oft helfen auch ätherische Öle bei der Entspannung (Lavendelöl, Rosenöl etc.) Ich hoffe, ich konnte dir deine Frage beantworten. Wenn du noch etwas brauchst, lasse es mich bitte Wissen!
Und was sonst noch?

Studien haben mittlerweile gezeigt, dass auch eine Supplementierung von Melatonin bei Ein- und Durchschlafstörungen sinnvoll sein kann, vor allem zeigte es eine Wirksamkeit bei Menschen, die durch Schichtarbeit an einer Schlafstörung leiden oder große Probleme auf Grund eines Jetlegs haben (4).

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe,
deine Judith
  1. (1) RKI Bericht ‚Schlafstörungen‘, GBE-Heft 27.
  2. (2) Meier U., Das Schlafverhalten der deutschen Bevölkerung- eine repräsentative Studie. Somnologie, 2004.
  3. (3) Melatonin, Wikipedia.
  4. (4) Andrej A. Meta-Analysis: Melatonin for for the Treatment of Primary Sleep Disorders, PLoS One, 2013.

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Liebe Judith,

ich bin zum dritten Mal schwanger und mache mir auf einmal total Gedanken wegen Listerien. Ich habe einen Reizdarm und neige ohnehin zu Magendarmproblemen. Nun frage ich mich ständig bei Feta, Aufschnitt oder Salat: Kann ich das jetzt essen oder lieber nicht? Wir ernähren uns generell sehr gesund, aber als zweifache Mama kann ich mich doch jetzt nicht ständig verrückt machen, was ich essen kann. Woran würde ich denn Listerien erkennen und hast du einen Rat für mich? Danke dir!

Deine Elisabeth

Liebe Elisabeth,

so wie es dir gerade ergeht, so geht es vielen schwangeren Frauen. Und ich habe oft das Gefühl, dass mit der steigender Zahl der Schwangerschaften, die Unsicherheiten und Sorgen nicht kleiner, sondern eher größer werden. Warum das so ist, kann ich dir gar nicht genau sagen. Auf jeden Fall berichten mir ganz oft schwangere Patientinnen, dass sie in die erste Schwangerschaft ganz entspannt ‚reingegangen‘ sind und jetzt, bei der zweiten oder dritten, auf einmal deutlich besorgter sind.

Lass’ uns dein Anliegen jetzt einmal der Reihe nach besprechen.

Was genau sind eigentlich ‚Listerien‘?

Listerien sind Bakterien, die die sogenannte ‚Listeriose‘ verursachen können. Die ‚Listeriose‘ ist eine seltene Infektionskrankheit, die durch kontaminierte Lebensmittel oder durch Kontakt mit infizierten Tieren hervorgerufen wird. Lebensmittel, die mit Listerien kontaminiert sein können, sind Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse (z.B. Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (z.B. Räucherfisch), Milch und Milchprodukte (z.B. Käse) sowie pflanzliche Lebensmittel, wie Salate. Insgesamt ist eine Infektion mit Listerien selten. Das RKI (=Robert-Koch-Institut) berichtete 2017 von deutschlandweit 770 gemeldeten Fällen, darunter waren 39 Schwangere.

Da sie aber Schäden bei dem ungeborenen Kind verursachen kann, sollten sich Schwangere so gut es geht vor einer Listeriose schützen. Die Infektion des Kindes erfolgt transplazentar, das heißt über die Plazenta, während der Geburt durch den Geburtskanal oder postnatal durch Kontakt.

Und wie sieht das Krankheitsbild aus?

Bei immunkompetenten Menschen kommt es oftmals zu keinerlei Symptomatik nach
einer Infektion. Abwehrgeschwächte Menschen, zu denen auch Schwangere zählen, leiden meist unter grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen sowie Erbrechen mit Durchfall. Die Listeriose kann aber auch bei Schwangeren fast symptomlos bzw. mit leichten grippenähnlichen Beschwerden verlaufen.

Wie ist die Inkubationszeit?

Sie liegt in der Regel zwischen Kontakt mit den Erregern und auftretender Symptomatik bei einer Zeitspanne von wenigen Stunden bis zu sechs Tagen.

Wie wird die Listeriose behandelt?

Wird die Listeriose erkannt, erfolgt eine Therapie mit einem Antibiotikum.

Und welche Folgeschäden kann das Baby davon tragen?

Erfolgt eine Infektion mit Listerien in der Schwangerschaft, so steigt das Risiko für Früh-, Fehl- und Todgeburten drastisch. Die Infektion eines Neugeborenen kann unter anderem zu einer Blutvergiftung und einer Hirnhautentzündung führen.

Und wie kann ich mich und mein Baby als Schwangere schützen?

Listerien überleben und vermehren sich bei Temperaturen zwischen -0,4 und +45 Grad. So töten sämtliche Formen von Kochen, Braten und Pasteurisieren (das ist eine Erhitzung auf 100 bis 150 Grad) die Erreger ab. Außerdem wichtig: Sich vor und nach dem Zubereiten von Speisen und Kochen gründlich die Hände waschen. Auch darauf achten, dass Lebensmittel, die nicht gekocht oder gebraten werden, getrennt von Fleisch gelagert und nicht auf der selben Arbeitsfläche zubereitet werden.

Liebe Elisabeth, zunächst hören sich diese Informationen über Listerien ja wirklich erschreckend an. Aber ich denke, es ist wichtig, der ‚Gefahr‘ ganz real ins Auge zu sehen, ohne dabei Risiken klein zu sprechen. Ich bin immer der Meinung, dass Angst und Panik schlechte Ratgeber sind. Und außerdem wünsche ich mir sehr, dass du deine Schwangerschaft in erster Linie genießen kannst.

Die Erkrankung der ‚Listeriose‘ ist eine seltene. Und es gibt Vorsichtsmaßnahmen, die man einhalten sollte und mit denen man sich und sein Baby gut schützen kann.
Deshalb noch einmal ganz konkret zu den Lebensmitteln, die du angesprochen hast:

Feta:

Schwangere sollten bitte auf Rohmilchkäse verzichten. Das sind Käsearten, die auf höchstens 40 Grad erhitzt werden. Eine Ausnahme davon ist Hartkäse, welcher zwar aus Rohmilchkäse hergestellt wird, aber auf Grund seiner Lagerung so viel Wasser verliert, sein Salzgehalt so hoch und sein pH-Wert so niedrig ist, dass Listerien darin nicht überleben können. Übrigens muss Rohmilchkäse immer gekennzeichnet sein. Das Gleiche gilt für nicht-pasteurisierten Käse. Und: In der Rinde können auch bei Käsesorten, die nicht aus Rohmilch bestehen bzw. die pasteurisiert sind, Listerien überleben. Deshalb sollten Schwangere vorsichtshalber die Käserinde abschneiden. Dann könne unbedenklich folgende Käsesorten gegessen werden: Gouda, Butterkäse, Leerdammer, Tilsiter, Brie, Camembert und Edamer, wie bereits erwähnt Hartkäse, Koch- und Schmelzkäse, verpackter Käse wie Feta, Hüttenkäse, Ricotta, Mascarpone, Mozarella und Frischkäse.

Aufschnitt:

Auch hier gilt: Alles, was gekocht oder gebrüht wird, ist unbedenklich. Dazu zählen zum Bespiel Wurstarten wie Gelbwurst, Fleischwurst, Mortadella, Leberkäse und Leberwurst. Alles andere sollte, um kein Risiko einzugehen, vermieden werden, besonders von rohem Hackfleisch und Carpaccio sollten die Finger gelassen werden.

Salat:

Abgepackte Salate sollten vermieden werden, da das Keimrisiko erhöht ist. Frischer Salat sollte gut gewaschen werden, darf aber dann verzehrt werden.

Also nochmal auf den Punkt: Wenn man gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachtet, ist das Risiko einer Infektion überschaubar. Ich bitte dich, es genauso zu handhaben und ansonsten zu versuchen, dich von der Angst freizumachen.

Ich hoffe sehr, ich konnte dir deine Frage beantworten. Ich wünsch dir alles erdenklich Gute und Liebe!

Deine Judith

Hallo Judith,

mein Name ist Lea und ich bin 14 Jahre alt. Ich habe eine Frage und zwar hab ich seit nun fast 2 Monaten meine Tage nicht mehr gekriegt. Eine Schwangerschaft kann zu 100% ausgeschlossen werden. Woran könnte das Ausbleiben meiner Menstruation liegen? 
Danke schonmal im voraus!

MfG Lea

Liebe Lea,

zunächst möchte ich dir erst einmal schreiben, wie toll ich das finde, dass du dich an uns wendest. Viele Mädchen in deinem Alter trauen sich oft nicht, Frauenärzte oder -ärztinnen anzusprechen, schämen sich vielleicht oder wissen nicht so recht, an wen sie sich wenden können. Deshalb finde ich es ganz klasse, dass du uns dein Anliegen geschrieben hast!

Dein Problem haben viele junge Mädchen.

Und eins kann ich dir ganz sicher sagen: Das Problem, das du schilderst, haben sehr viele junge Mädchen. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Frauen unter Zyklusunregelmäßigkeiten leiden. Es ist also etwas, womit wir Gynäkologen/ Gynäkologinnen relativ häufig zu tun haben.

Ich weiß nicht, wie lange du schon deine Periode hast und ob diese schon einige Zeit regelmäßig war. Ein weiblicher Zyklus beträgt in etwa 28 bis 32 Tage, bei dir ist er nun schon deutlich länger. Du schreibst etwas von 2 Monaten, das sind in etwa 60 Tage. Nun gibt es einige Gründe, warum das so ist. Zunächst kann es einfach völlig normal sein! Wir Frauenärzte und -ärztinnen weisen unsere jungen Patientinnen gerne darauf hin, dass es in etwa 3 Jahre von der ersten Menstruationsblutung an dauert, wir nennen diese übrigens Menarche, bis sich der hormonolle Kreislauf so eingespielt hat, dass eine Regelmäßigkeit vorliegt. Häufig ist die Blutung in dieser Zeit auch unterschiedlich stark- manchmal liegt nur eine leichte Schmierblutung vor, manchmal auch eine stärkere Blutung, die im ersten Augenblick erschrecken kann. Alles völlig normal!

Dann gibt es verschiedene Faktoren, die eine Rolle bei der Regulation des weiblichen Zyklus spielen kann. Lass’ uns die einmal gemeinsam anschauen:

Stress, viel Sport, Körpergewicht spielen zum Beispiel eine Rolle.

– Stress: Die Ausschüttung von Stresshormonen kann die Hormone des weiblichen
Zyklus ganz schön durcheinander bringen. Dies kann zu einer Zyklusunregelmäßigkeit in beide Richtungen führen- manche Mädchen oder Frauen bekommen Zwischenblutungen, andere berichten über das Ausbleiben der Periode. Lässt der Stress nach, reguliert sich der Zyklus auch wieder.

– exzessiver Sport: Durch sehr starke körperliche Betätigung kann der Körper auch in
eine Stresssituation geraten und den weiblichen Zyklus durcheinander bringen. Kommt es durch den Sport zu einer ausgeprägten Gewichtsabnahme und zu einem deutlichen Verlust des eigenen Körperfettanteil, kann sich dies ebenfalls auf die Regelmäßigkeit der Periode auswirken. Und das führt uns zum nächsten Punkt.

– sehr niedriges Körpergewicht: Leider kenne ich deine Körpergröße und dein Körpergewicht nicht, um deinen BMI (das ist der Bodymaßindex) auszurechnen, aber sehr dünne Mädchen oder Frauen, die den oben beschrieben niedrigen Anteil an eigenem Körperfett haben, leiden auch häufig unter dem Ausbleiben der Periode. Meist reguliert sich dieses Problem wieder, wenn ein ‚gesundes‘ Körpergewicht erreicht wird.

– erhöhtes Körpergewicht: Auch wenn ein erhöhtes Körpergewicht vorliegt, kann sich das auf die Zyklusregelmäßigkeit auswirken. Im Körperfett werden nämlich auch Hormone gebildet und neben weiblichen auch männliche. Liegen diese bei einem Mädchen oder einer Frau in erhöhtem Maße vor, kann dies zum Ausbleiben der monatlichen Blutung führen. Kommt es auch hier zu einem ‚gesunden‘ Körpergewicht, spielt sich der Zyklus in der Regel wieder ein.

– andere Hormonstörungen: Es gibt Krankheitsbilder, in nenne sie lieber ‚Unregelmäßigkeiten‘, die zu einem Ausbleiben der Menstruation führen. Zum Beispiel das sogenannte ‚Syndrom der polyzystischen Ovarien‘, kurz PCO genannt. Dies führt über verschiedene Mechanismen zu einer Erhöhung der männlichen Hormone, was wiederum auch zu einer Zyklusunregelmäßigkeit führen kann. Das hört sich jetzt alles sehr kompliziert an.

Deshalb mein Rat, liebe Lea: Keine Panik!

Bitte überprüfe einmal, ob du gerade sehr viel Stress hast (Schule, Freunde etc.) und wenn ja, schaue doch mal, ob es etwas gibt, was die helfen kann, Ruhe hinein zu bringen. Dann macht es Sinn, mal zu schauen, wie dein Körpergewicht ist und ob das etwas damit zu tun haben könnte. Ansonsten empfehle ich dir einfach, abzuwarten. Ich den alleraller meisten Fällen reguliert sich das von ganz allein. Eine Möglichkeit ist noch der Versuch der natürlichen Hormonregulation. In der Apotheke kann man sich rezeptfrei den sogenannten ‚Mönchspfeffer‘ kaufen. Diesen sollte man täglich für einige Monate einnehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das häufig sehr gut hilft.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Bitte lasse mich wissen, wenn du noch etwas brauchst.

Deine Judih

Liebe Judith,

ich folge dir bereits lange bei Instagram und bin froh nun eine Frage stellen zu
können. Ich bin dieses Jahr 50 geworden und habe jetzt das erste Mal meine Tage
nicht bekommen. Ich würde gern mit der Pille aufhören, nehme sie schon
viele viele Jahre. Darum meine Frage: Kann ich einfach aufhören und was
kann auf mich zukommen?
LG Manu

Menopause Onlinesprechstunden MutterKutter Dr. Judith Bildau Frauenärztin Mamablog Mamablogger

Liebe Manu,

ich beantworte dir sehr gerne deine Frage. Zunächst einmal wäre es für mich interessant, welche Pille du nimmst. Ich gehe aktuell davon aus, dass es eine Kombinationspille ist, also eine, bei der du eine Pillenpause machst und bei der du in dieser Pause deine Periode bekommst bzw. bislang bekommen hast.

Kombinationspille: Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkt steigen per se

Viele Frauenärzte/ Frauenärztinnen sind ab einem gewissen Alter etwas zurückhaltend, was das Verschreiben von Kombinationspillen angeht – einfach deshalb, weil per se schon das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkt steigen. Im Grunde rate ich dir zunächst einmal die Pille abzusetzen.

ungewollte Schwangerschaft ist nicht ausgeschlossen

Ich denke, du liegst da mit deinem Gefühl völlig richtig. Jetzt wissen wir allerdings nicht, wo genau du nach dem Absetzen der Pille hormonell stehst. Du bist dieses Jahr 50 geworden. Rein statistisch gesehen ist das Eintreten einer Schwangerschaft relativ gering. Studien besagen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Lebendgeburt über dem 45.Lebensjahr nur noch bei 2 bis 3 Prozent liegen. Trotzdem ist eine ungewollte Schwangerschaft eben nicht ausgeschlossen.

Theoretisch könntest du eine Hormonanalyse durchführen lassen, allerdings musst du dafür die Pillen bereits einige Wochen abgesetzt haben. Diese ermittelten Hormonwerte können dir dann einen weiteren Anhaltspunkt dafür geben, wie deine hormonelle Situation ist. Die letzte reguläre Monatsblutung wird übrigens ‚Menopause‘ genannte. Statistisch
gesehen sind die Frauen zu diesem Zeitpunkt etwa 51 Jahre alt. Haben die Frauen dann ein weiteres Jahr lang keine Monatsblutung mehr, ist es quasi ausgeschlossen, schwanger zu werden und die Frauen haben die Menopause durchlebt und sind in der sogenannten ‚Postmenopause‘ angekommen. Dann ist mit Sicherheit keine Verhütung mehr nötig.

Du fragst, was jetzt auf die zukommen kann, nachdem du die Pille abgesetzt hast. Einige Frauen leiden nach dem Absetzen der Pille unter typischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Gereiztheit etc. Jede Frau muss in diesem Fall erfühlen, wie groß der Leidensdruck dieser Beschwerden ist. Oft helfen zunächst pflanzliche Präparate. Alternativ kann ansonsten über eine sogenannte ‚Hormonersatztherapie‘ nachgedacht werden.

alternative Verhütungsmethoden

Noch einmal ganz kurz zu möglichen Verhütungsmitteln: Viele Frauen in meiner Praxis haben sich zunächst mit dem Partner entschieden, Kondome zu benutzen. Sie hatten häufig den Wunsch, erst einmal komplett hormonfrei zu verhüten und zu erfahren, in welchem ‚hormonellen Stadium‘ sie sich eigentlich befinden und ob eine Verhütung überhaupt noch nötig ist. Alternativen wären ansonsten noch Spiralen (Kupfer- oder Gestagenspirale), östrogenfreie Pillen oder Medikamente, die eigentlich zur Hormonersatztherapie zugelassen sind, aber auch als ‚Nebeneffekt‘ verhüten. Und natürlich kommt ja auch noch die Vasektomie bei Mann als Option in Frage!

Liebe Manu, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage beantworten. Wenn du noch etwas brauchst, lass’ es mich bitte wissen.

Ich wünsche dir alles erdenklich Liebe und Gute!

Deine Judith

Hallo liebe Judith,
erstmal vielen Dank das du uns allen diese Möglichkeit anbietest und hilfst. Ich möchte auch gar nicht viel drumherum schreiben, du wirst sicher überschüttet mit Mails.

Ich habe seit 10 Jahren ein Fibroadenom in der linken Brust. Ich bin 43 Jahre und Witwe und Mama von zwei Jungs 13 und 18. Vor 10 Jahren nach der Diagnose war ich zunächst schockiert, habe mich aber mit dem Thema auseinander gesetzt und weiß nur bei 1 von
1000 Frauen entwickelt sich das Fibroadenom zu etwas Bösartigem.

Ist es doch gefährlicher als gedacht?

Zur Sicherheit hat mein jetziger Frauenarzt vor 5 Jahren eine Stanzung machen lassen. Seitdem kontrolliert er zweimal im Jahr mit Ultraschall die Größe und diese bleibt konstant bei einem Durchmesser von 1,3 x 0.7 x 1,3. Beim letzten Termin riet mein Arzt
mir mal wieder eine Mammographie machen zu lassen. Ich nehme an zur Vorbeugung aufgrund meines Alters. Da gehen einem natürlich sofort wieder 1000 Gedanken durch den Kopf. Hat es sich verändert, ist es doch gefährlicher als gedacht?

Vorbild Angelina Jolie?

Am 20.12. habe ich jetzt den Termin für die Mammographie und werde abwarten.
Allerdings meine Frage an dich. Durch die Presse ging vor Jahren das sich Angelina Jolie aus Angst vor Brustkrebs die Brüste hat aushöhlen lassen und neu modellieren. Ich weiß das ist ein krasser Weg, aber dürfen das wir normal sterblichen Frauen auch machen ?
Oder könnten wir es machen lassen  Wie nennt sich dieser Eingriff und ist man dann wirklich vor allem was Brustkrebs angeht geschützt?

Fibroadenom Sprechstunde Online-Sprechstunde Frauenärztin Dr. Judith Bildau MutterKutter

Ich hoffe du findest meine Frage nicht doof oder zu radikal. Im Grunde weiß ich das mein Fibroadenom harmlos ist. Aber man macht sich so seine Gedanken…. Ich habe dir den Befund der Stanzung beigefügt, das hilft dir sicher mehr weiter wie mir, weil du verstehst was genau drauf steht.

Ich schicke dir vorab ein riesiges großes Dankeschön für deine Zeit und Lust meine Frage zu beantworten.

Es ist großartig das du uns so hilfst. Ich glaube du ahnst nicht wie sehr.

Alles Liebe,
deine Ramona

Liebe Ramona,

ich beantworte dir sehr, sehr gerne deine Frage und ich freue mich wirklich sehr, dass meine Onlinesprechstunde auf eine solche Resonanz stößt.

Ich selbst kenne es aus der Praxis, dass oft wenig Zeit bleibt, ausführlich zu sprechen. Häufig waren meine Patientinnen auch so nervös oder aufgeregt, dass sie ganz vergessen haben, dass sie noch wichtige Fragen haben. Manche Patientinnen haben sich auch vielleicht nicht getraut, alles zu fragen oder anzusprechen, was ihnen auf der Seele lag. Das finde ich auch im Nachhinein noch sehr schade.

Was ist ein Fibroadenom eigenlich?

Also gut, dann wollen wir mal zusammen überlegen, wie und womit es dir am besten gehen könnte. Erst einmal ist mir wichtig, dass wir uns noch einmal gemeinsam anschauen, was genau ein Fibroadenom ist. Ein Fibroadenom ist eine häufige, gutartige Neubildung der Brust, die wirklich sehr viele Frauen im reproduktiven Alter betrifft. Manchmal kommen sie einzeln vor, nicht selten aber auch mehrfach in einer Brust oder sogar in beiden Brüsten. Von der Konsistenz ist ein Fibroadenom ‚gummiartig‘ und beim Abtasten der Brust gut verschieblich. Das Risiko, dass sich aus einem Fibroadenom ein Mammakarzinom entwickelt, ist extrem niedrig.

Ich möchte dich ein bisschen beruhigen.

Dein Fibroadenom ist, so wie du es beschreibst, nicht sehr groß. Was ich persönlich sehr gut finde, ist einerseits, dass es einmal histologische abgeklärt wurde (nicht selten wird ein Fibroadenom nur sonographisch diagnostiziert, ich finde eine histologische Sicherung immer sinnvoll, dann ist man auf der sicheren Seite) und zweitens, dass es so regelmäßig auf Größenwachstum kontrolliert wird. Ich denke nicht, dass dein Frauenarzt eine Mammographie wegen des Fibroadenoms durchführen lässt. Ich denke, er macht es
aus reinen Screeninggründen. Medizinisch gibt es dafür nämlich zunächst keinen Grund: Es ist gesichert worden, dass es nichts Bösartiges ist, es ist in den letzten Jahren nicht gewachsen. Ich halte es im Grunde für ausgeschlossen, dass es ein Mammakarzinom ist,
liebe Ramona.

Warum Angelina Jolie sich für diesen Schritt entschieden hat.

Ich hoffe, dass beruhigt dich etwas und du kannst ohne große Sorge am 20.12. zur Mammographie gehen. Nun zu der Beantwortung deiner Frage, inwieweit es sinnvoll ist,
auch bei ‚harmlosen‘ Befunden der Brust an eine sehr ausgedehnte Operation zu denken. Diese Art der Operation heißt übrigens ‚Prophylaktische radikale Mastektomie mit Wiederaufbau‘. Zunächst möchte ich dir erklären, wann genau diese Operation durchgeführt wird. So war es übrigens auch bei Angelina Jolie, die sich nicht aus
einer reinen Angst heraus, diesem Eingriff unterzogen hat. Es gibt Gendefekte, der bekannteste ist ein Defekt in den Genen BRCA-1 und -2, von denen man weiß, dass betroffene Frauen mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs (und auch
Eierstockkrebs) erkranken werden. Bei einem nachgewiesenen Defekt liegt das Risiko zum Beispiel an Brustkrebs zu erkranken bei über 80%, an Eierstockkrebs über 50%.

Diese OP ist ein radikaler Schritt.

Soweit ich weiß, hat sich Angelina Jolie deshalb auch vorsorglich die Eierstöcke entfernen lassen. Nun wird ja nicht bei allen Frauen vorsorglich ein solcher Gendefekt untersucht. Vielmehr ist es so, dass bei diesen Frauen, bei denen eine solche Testung vorgenommen wird, in der Verwandtschaft auffällig viele Frauen an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind.

Es gibt dazu genaue Empfehlungen für uns Frauenärzte, wann eine solche Testung sinnvoll ist. Das Risiko nach einer solchen Operation noch an Brustkrebs zu erkranken, ist dann sehr gering.

Liebe Ramona, dennoch ist es aus rein medizinischer Sicht nicht sinnvoll, eine solche, doch sehr radikale, Operation durchführen zu lassen, wenn es nicht wirklich ‚harte‘ Gründe dafür gibt.. Ich denke, es wäre vermutlich auch sehr schwer, einen Operateur zu finden, der einen solchen Eingriff ohne medizinische Notwenigkeit durchführen würde. Auch eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse würde es wahrscheinlich nicht geben. Ich hatte jedoch einige Frauen in der Praxis, bei denen, wie bei dir, ein Fibroadenom gesichert wurde und es rein theoretisch keine Notwendigkeit einer Entfernung des Befundes gab.

Bitte sprich doch noch einmal mit deinem Frauenarzt.

Dennoch waren manche Frauen so beunruhigt und konnten sich nicht mit dem Gedanken von regelmäßigen Kontrollen anfreunden, sodass letztendlich das Fibroadenom in einem kleinen operativen Eingriff entfernt wurde. Vielleicht möchtest du das noch einmal mit deinem Frauenarzt besprechen?

Ich hoffe sehr, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Wenn du noch etwas brauchst, lass’ es mich bitte wissen. Ich freue mich über Weiterempfehlung und wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe!

Deine Judith

Liebe Judith,

nach der Geburt von Frida habe ich lange Zeit gar nicht verhütet. Ich habe allerdings ein ziemlich großes Problem mit PMS gehabt. Ich hatte einen sehr regelmäßigen Zyklus und konnte nach meinem Eisprung eigentlich die Uhr danach stellen, wann es bei mir verfassungsmäßig bergab ging.

Frauenärztin Sprechstunde Online-Sprechstunde MutterKutter Dr. Judith Bildau

Ich habe wirklich an Symptomen die breite Palette mitgenommen. Von Übelkeit bis hin zu Schwindel, extrem empfindliche und schmerzende Brüste, Launenhaftigkeit bis hin zu richtigen Angstattacken, kaltem Schweiß und und und..

So richtig wohl fühle ich mich mit der Pille nicht.

Meine Frauenärztin riet mir zu Mönchspfeffer, was mal so nichts gebracht hat. Da nun auch der Aspekt der Verhütung wieder ins Spiel kam und die Spirale für mich so gar nicht in Frage kam, wollte ich gerne wieder mit der Pille verhüten. Meine Frauenärztin verschrieb mir eine Pille mit der Zusammensetzung 0,15 mg Levonogestrel und 0,03 mg Ethinylestradiol. Ich nehme diese seit ca 3 Monaten. So richtig wohl fühle ich mich damit nicht. Ich nehme die Pille abends ein. Morgens wache ich meistens mit einem unheimlich aufgeblähten Bauch auf. Ich habe das Gefühl dass sich meine Schlafqualität verschlechtert hat (ich wache nachts auf und kann nicht wieder einschlafen).

Kopfdruck und leichter Schwindel

Oftmals verspüre ich im Vormittagsbereich eine Art Kopfdruck und leichten Schwindel. Und eigentlich fühle ich mich nur müde und abgeschlagen. Was mir auch aufgefallen ist, dass ich das Gefühl habe unheimlich auf Alkohol zu reagieren. Ich habe manchmal nach einem Glas Wein schon das Gefühl als hätte ich die ganze Flasche getrunken.

Vielleicht hast du noch ein paar Alternativen parat. Ich würde mir natürlich nochmal einen Termin bei meiner Ärztin holen, aber so hätte ich schon mal ein bisschen Argumentationsgrundlage.

Liebe Grüße
Lena

Liebe Lena,

gerne beantworte ich dir deine Frage. Im Grunde gehr es darum, das richtige Verhütungsmittel für dich zu finden. Die von dir beschriebene Pille ist eine gute Möglichkeit, ich kann den Vorschlag deiner Frauenärztin gut nachvollziehen.

Fakt ist aber auch, dass du dich damit nicht wohl fühlst bzw. sie nicht gut verträgst. Das kann verschiedene Gründe haben. Letztendlich ist es immer schwierig, ganz genau sagen zu können, woran es liegt. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich rate meinen Patientinnen zunächst immer, das Verhütungsmittel eine gewisse Zeit auszuprobieren und einzunehmen, mindestens 3 bis 6 Monate.

Häufig kommt es anfangs zu unangenehmen Erscheinungen, die sich aber im Verlauf und mit der weiteren Einnahme oftmals regulieren. Du hast die Pille nun allerdings schon 3 Monate genommen. Das ist ein Zeitraum, in dem man schon eine gewisse Aussage darüber treffen kann, wie die Verträglichkeit ist.

Was also jetzt tun?

Die von dir genannte Pille ist eine Kombinationspille bestehend aus 0,15 mg Levonogestrel und 0,03 mg Ethinylestradiol. Eine Möglichkeit wäre, die Dosierung von Ethinylestradiol herunterzusetzen und zu schauen, ob es die Verträglichkeit verbessert, also im Grunde, eine ‚schwächere‘ Pille auszuprobieren. Deine Pille (und viele andere Pillen in dieser Zusammensetzung!) gibt es auch mit 0,02 mg Ethinylestradiol.

Ich habe oft erlebt, dass die Patientinnen mit dieser Lösung sehr gut gefühlt haben. Alternativ gibt es natürlich auch die Möglichkeit, andere Verhütungsmittel auszuprobieren. Leider kann man als Frauenarzt oder Frauenärztin den Patientinnen nicht ansehen, welches Verhütungsmittel am besten vertragen wird.

Wichtig ist, dass bei den Frauen keine relativen oder absoluten Kontraindikationen für eine hormonelle Verhütung vorliegt. Hierbei denke ich insbesondere an Thrombosen oder gar Embolienbei den Frauen oder unmittelbaren Angehörigen, Lebererkrankungen, deutliches Übergewicht, Nikotinabusus, Bluthochdruck oder Migräne mit Aura.

Der Pearl-Index gibt die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode an.

Ich habe es so verstanden, dass das alles bei dir nicht der Fall ist, bitte korrigiere mich aber, wenn ich damit nicht richtig liege. Deswegen möchte ich dir eine kleine Übersicht über mögliche und für dich in Frage kommende Verhütungsmittel geben. Näheres
solltest du dann tatsächlich noch mit deiner behandelnden Frauenärztin besprechen.

Eins noch vorab zur Erklärung: Der sogenannte ‚Pearl-Index‘ ist ein Maß für die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Kurz gesagt gibt er an, wie viele sexuell aktive Frauen trotz Verhütungsmethode schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die Verhütungsmethode.

Hormonelle Verhütungsmethoden
  • Kombinationspille: Diese Pille besteht aus einer Kombination von einem Östrogen und einem Gestagen. Es gibt mittlerweile sehr viele unterschiedliche Präparate, die sich in der Zusammensetzung und auch in den Konzentrationen unterscheiden. Die Einnahme erfolgt täglich mit einer Pillenpause von einigen Tagen, in der dann die Menstruationsblutung eintritt. Ein Vorteil dieser Pille ist, dass der Zyklus regelmäßig wird, die Periode meist weniger stark und weniger schmerzhaft. Nebenwirkungen können Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit etc. sein. Pearl-Index: 0,2-0,6.
  • Gestagenpille: Diese Pille ist östrogenfrei. Sie ist besonders für Patientinnen geeignet, die eine Kontraindikation (s.o.) für eine Kombinationspille haben bzw. für Stillende. Sie wird ohne Pause eingenommen.  Einige Patientinnen haben darunter immer mal wieder Zwischenblutungen. Nebenwirkungen können ansonsten Hautunreinheiten, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit etc. sein. Pearl-Index: 0,4.
Hormonpflaster, Vaginalring, Hormonspritze, Hormonimplantat, Hormonspirale
  • Hormonpflaster: Dieses besteht auch aus einer Östrogen- Gestagen-Kombination, welche über die Haut aufgenommen wird. Ein Pflaster wird in der Regel einmal wöchentlich gewechselt. Die Nebenwirkungen entsprechen in etwa denen der Kombinationspille. Pearl-Index: 0,88.
  • Vaginalring: Dieser ist ebenfalls östrogen- und gestagenhaltig. Er wird durchgehend für 3 Wochen in die Scheide eingelegt: Ein Vorteil ist, dass kein Wirkungsverlust durch Erbrechen oder Durchfall eintritt. Auch hier sind die möglichen Nebenwirkungen vergleichbar mit einer kombinierten Pille. Pearl-Index: 0,6.
  • Hormonspritze: Hierbei wird ein Gestagen alle 3 Monate gespritzt, das heißt: eine tägliche Einnahme entfällt. Auch hier kann es immer wieder zu Zwischenblutungen kommen. Patientinnen berichten vereinzelt außerdem über Akne, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Libidoverlust und Depressionen. Außerdem über eine Verringerung
    der Knochendichte. Pearl-Index: 0,3.
  • Hormonimplantat: Dieses gestagenhaltige Stäbchen wird vom Frauenarzt/ Frauenärztin unter die Haut gelegt, wo es 3 Jahre verbleiben kann. Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen sind vergleichbar mit der Hormonspritze. Pearl-Index: 0,3.
  • Hormonspirale: Diese wird durch den Frauenarzt/ Frauenärztin eingelegt. Mittlerweile gibt es Hormonspiralen mit unterschiedlicher Wirkzeit von 3 und von 5 Jahren. Sie sind östrogenfrei und deshalb auch für Frauen geeignet, die nicht östrogenhaltig verhüten dürfen und Stillende. Die Einlage kann kurz schmerzhaft sein, wird aber in
    der Regel gut toleriert. Das Gestagen wird direkt an der Gebärmutterschleimhaut abgegeben. Nur eine geringe Hormonkonzentration gelangt in den Körperkreislauf. Durch das Gestagen wird die Gebärmutterschleimhaut flach gehalten, viele Frauen sind währen der der Spiralenzeit blutungsfrei. Anfangs kommt es allerdings recht häufig zu Zwischenblutungen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Akne, Eierstockzsten, Brustspannen etc. Pearl-Index: 0,14-0,33.
Kupferspirale, Diaphragma, Kondom
  • Kupferspirale: Diese Verhütungsmethode ist komplett hormonfrei. Eine Kupferspirale wird vom Frauenarzt/ Frauenärztin für mehrere Jahre gelegt. Eine Nebenwirkung ist eine mögliche längere, stärkere und schmerzhafte Regelblutung. Pearl-Index: 0,6.
  • mechanische Verhütungsmittel: Diaphragma. Pearl-Index: 6.
  • Kondom. Pearl-Index: 2-5.

Liebe Lena, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage verständlich beantworten. Bitte melde dich, wenn es unklar ist! Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe!

Deine Judith