Herzlich willkommen –

in meiner Online-Sprechstunde. Ich bin Dr. Judith Bildau, für euch einfach Judith.

Frauenärztin und Mama aus Leidenschaft. Bei MutterKutter bin ich an Bord, um euch aus meinem Leben zu erzählen, euch über medizinische Themen aufzuklären, euch Mut zu machen oder ganz einfach, damit ihr eure Fragen, Sorgen, Nöte direkt loswerden könnt. In meiner Online-Sprechstunde geht es um folgendes:

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Frauenärztin Dr. Judith Bildau/ Foto: MutterKutter

Ihr habt eine dringende Frage, bekommt aber nicht so schnell einen Arzttermin? Ihr braucht einfach mal eben einen allgemeinen frauenärztlichen Rat – persönlich und liebevoll? Nur zu, bitte schickt mir eure Mails mit euren Fragen. Ich freue mich auf euch!

Eure Judith

P.S. Mich haben so viele Mails erreicht. Unter anderem mit sehr speziellen Fragen – dafür bin ich riesig dankbar. Mir bedeutet es sehr viel, dass ihr mir so vertraut. Und es ist eine Herzensangelegenheit, euch zu helfen. Allerdings brauche ich für jede Antwort viel Zeit, um sie gewissenhaft und medizinisch fundiert beantworten zu können. Deswegen haben wir beschlossen, euch einen speziellen Raum mit mir zu geben. Dort sind auch persönliche Gespräche via Videotelefonie möglich. Hier erfahrt ihr mehr.

Und, übrigens: Wir achten auf den Datenschutz. Weitere Infos dazu kommen von uns bei einem Erstkontakt.


 

Liebe Judith,

nach der Geburt von Frida habe ich lange Zeit gar nicht verhütet. Ich habe allerdings ein ziemlich großes Problem mit PMS gehabt. Ich hatte einen sehr regelmäßigen Zyklus und konnte nach meinem Eisprung eigentlich die Uhr danach stellen, wann es bei mir verfassungsmäßig bergab ging.

Frauenärztin Sprechstunde Online-Sprechstunde MutterKutter Dr. Judith Bildau

Ich habe wirklich an Symptomen die breite Palette mitgenommen. Von Übelkeit bis hin zu Schwindel, extrem empfindliche und schmerzende Brüste, Launenhaftigkeit bis hin zu richtigen Angstattacken, kaltem Schweiß und und und..

So richtig wohl fühle ich mich mit der Pille nicht.

Meine Frauenärztin riet mir zu Mönchspfeffer, was mal so nichts gebracht hat. Da nun auch der Aspekt der Verhütung wieder ins Spiel kam und die Spirale für mich so gar nicht in Frage kam, wollte ich gerne wieder mit der Pille verhüten. Meine Frauenärztin verschrieb mir eine Pille mit der Zusammensetzung 0,15 mg Levonogestrel und 0,03 mg Ethinylestradiol. Ich nehme diese seit ca 3 Monaten. So richtig wohl fühle ich mich damit nicht. Ich nehme die Pille abends ein. Morgens wache ich meistens mit einem unheimlich aufgeblähten Bauch auf. Ich habe das Gefühl dass sich meine Schlafqualität verschlechtert hat (ich wache nachts auf und kann nicht wieder einschlafen).

Kopfdruck und leichter Schwindel

Oftmals verspüre ich im Vormittagsbereich eine Art Kopfdruck und leichten Schwindel. Und eigentlich fühle ich mich nur müde und abgeschlagen. Was mir auch aufgefallen ist, dass ich das Gefühl habe unheimlich auf Alkohol zu reagieren. Ich habe manchmal nach einem Glas Wein schon das Gefühl als hätte ich die ganze Flasche getrunken.

Vielleicht hast du noch ein paar Alternativen parat. Ich würde mir natürlich nochmal einen Termin bei meiner Ärztin holen, aber so hätte ich schon mal ein bisschen Argumentationsgrundlage.

Liebe Grüße
Lena

Liebe Lena,

gerne beantworte ich dir deine Frage. Im Grunde gehr es darum, das richtige Verhütungsmittel für dich zu finden. Die von dir beschriebene Pille ist eine gute Möglichkeit, ich kann den Vorschlag deiner Frauenärztin gut nachvollziehen.

Fakt ist aber auch, dass du dich damit nicht wohl fühlst bzw. sie nicht gut verträgst. Das kann verschiedene Gründe haben. Letztendlich ist es immer schwierig, ganz genau sagen zu können, woran es liegt. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich rate meinen Patientinnen zunächst immer, das Verhütungsmittel eine gewisse Zeit auszuprobieren und einzunehmen, mindestens 3 bis 6 Monate.

Häufig kommt es anfangs zu unangenehmen Erscheinungen, die sich aber im Verlauf und mit der weiteren Einnahme oftmals regulieren. Du hast die Pille nun allerdings schon 3 Monate genommen. Das ist ein Zeitraum, in dem man schon eine gewisse Aussage darüber treffen kann, wie die Verträglichkeit ist.

Was also jetzt tun?

Die von dir genannte Pille ist eine Kombinationspille bestehend aus 0,15 mg Levonogestrel und 0,03 mg Ethinylestradiol. Eine Möglichkeit wäre, die Dosierung von Ethinylestradiol herunterzusetzen und zu schauen, ob es die Verträglichkeit verbessert, also im Grunde, eine ‚schwächere‘ Pille auszuprobieren. Deine Pille (und viele andere Pillen in dieser Zusammensetzung!) gibt es auch mit 0,02 mg Ethinylestradiol.

Ich habe oft erlebt, dass die Patientinnen mit dieser Lösung sehr gut gefühlt haben. Alternativ gibt es natürlich auch die Möglichkeit, andere Verhütungsmittel auszuprobieren. Leider kann man als Frauenarzt oder Frauenärztin den Patientinnen nicht ansehen, welches Verhütungsmittel am besten vertragen wird.

Wichtig ist, dass bei den Frauen keine relativen oder absoluten Kontraindikationen für eine hormonelle Verhütung vorliegt. Hierbei denke ich insbesondere an Thrombosen oder gar Embolienbei den Frauen oder unmittelbaren Angehörigen, Lebererkrankungen, deutliches Übergewicht, Nikotinabusus, Bluthochdruck oder Migräne mit Aura.

Der Pearl-Index gibt die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode an.

Ich habe es so verstanden, dass das alles bei dir nicht der Fall ist, bitte korrigiere mich aber, wenn ich damit nicht richtig liege. Deswegen möchte ich dir eine kleine Übersicht über mögliche und für dich in Frage kommende Verhütungsmittel geben. Näheres
solltest du dann tatsächlich noch mit deiner behandelnden Frauenärztin besprechen.

Eins noch vorab zur Erklärung: Der sogenannte ‚Pearl-Index‘ ist ein Maß für die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Kurz gesagt gibt er an, wie viele sexuell aktive Frauen trotz Verhütungsmethode schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die Verhütungsmethode.

Hormonelle Verhütungsmethoden
  • Kombinationspille: Diese Pille besteht aus einer Kombination von einem Östrogen und einem Gestagen. Es gibt mittlerweile sehr viele unterschiedliche Präparate, die sich in der Zusammensetzung und auch in den Konzentrationen unterscheiden. Die Einnahme erfolgt täglich mit einer Pillenpause von einigen Tagen, in der dann die Menstruationsblutung eintritt. Ein Vorteil dieser Pille ist, dass der Zyklus regelmäßig wird, die Periode meist weniger stark und weniger schmerzhaft. Nebenwirkungen können Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit etc. sein. Pearl-Index: 0,2-0,6.
  • Gestagenpille: Diese Pille ist östrogenfrei. Sie ist besonders für Patientinnen geeignet, die eine Kontraindikation (s.o.) für eine Kombinationspille haben bzw. für Stillende. Sie wird ohne Pause eingenommen.  Einige Patientinnen haben darunter immer mal wieder Zwischenblutungen. Nebenwirkungen können ansonsten Hautunreinheiten, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit etc. sein. Pearl-Index: 0,4.
Hormonpflaster, Vaginalring, Hormonspritze, Hormonimplantat, Hormonspirale
  • Hormonpflaster: Dieses besteht auch aus einer Östrogen- Gestagen-Kombination, welche über die Haut aufgenommen wird. Ein Pflaster wird in der Regel einmal wöchentlich gewechselt. Die Nebenwirkungen entsprechen in etwa denen der Kombinationspille. Pearl-Index: 0,88.
  • Vaginalring: Dieser ist ebenfalls östrogen- und gestagenhaltig. Er wird durchgehend für 3 Wochen in die Scheide eingelegt: Ein Vorteil ist, dass kein Wirkungsverlust durch Erbrechen oder Durchfall eintritt. Auch hier sind die möglichen Nebenwirkungen vergleichbar mit einer kombinierten Pille. Pearl-Index: 0,6.
  • Hormonspritze: Hierbei wird ein Gestagen alle 3 Monate gespritzt, das heißt: eine tägliche Einnahme entfällt. Auch hier kann es immer wieder zu Zwischenblutungen kommen. Patientinnen berichten vereinzelt außerdem über Akne, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Libidoverlust und Depressionen. Außerdem über eine Verringerung
    der Knochendichte. Pearl-Index: 0,3.
  • Hormonimplantat: Dieses gestagenhaltige Stäbchen wird vom Frauenarzt/ Frauenärztin unter die Haut gelegt, wo es 3 Jahre verbleiben kann. Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen sind vergleichbar mit der Hormonspritze. Pearl-Index: 0,3.
  • Hormonspirale: Diese wird durch den Frauenarzt/ Frauenärztin eingelegt. Mittlerweile gibt es Hormonspiralen mit unterschiedlicher Wirkzeit von 3 und von 5 Jahren. Sie sind östrogenfrei und deshalb auch für Frauen geeignet, die nicht östrogenhaltig verhüten dürfen und Stillende. Die Einlage kann kurz schmerzhaft sein, wird aber in
    der Regel gut toleriert. Das Gestagen wird direkt an der Gebärmutterschleimhaut abgegeben. Nur eine geringe Hormonkonzentration gelangt in den Körperkreislauf. Durch das Gestagen wird die Gebärmutterschleimhaut flach gehalten, viele Frauen sind währen der der Spiralenzeit blutungsfrei. Anfangs kommt es allerdings recht häufig zu Zwischenblutungen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Akne, Eierstockzsten, Brustspannen etc. Pearl-Index: 0,14-0,33.
Kupferspirale, Diaphragma, Kondom
  • Kupferspirale: Diese Verhütungsmethode ist komplett hormonfrei. Eine Kupferspirale wird vom Frauenarzt/ Frauenärztin für mehrere Jahre gelegt. Eine Nebenwirkung ist eine mögliche längere, stärkere und schmerzhafte Regelblutung. Pearl-Index: 0,6.
  • mechanische Verhütungsmittel: Diaphragma. Pearl-Index: 6.
  • Kondom. Pearl-Index: 2-5.

Liebe Lena, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage verständlich beantworten. Bitte melde dich, wenn es unklar ist! Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe!

Deine Judith