Herzlich willkommen –

in meiner Online-Sprechstunde. Ich bin Dr. Judith Bildau, für euch einfach Judith. Frauenärztin und Mama aus Leidenschaft.


*einzelne Beiträge unserer Online-Sprechstunde enthalten Werbung. Wir legen sehr viel Wert darauf, euch wissen zu lassen, dass unsere Kooperationspartner handverlesen und nach bestem medizinischen Wissen und Gewissen ausgewählt wurden. 


Bei MutterKutter bin ich an Bord, um euch aus meinem Leben zu erzählen, euch über medizinische Themen aufzuklären, euch Mut zu machen oder ganz einfach, damit ihr eure Fragen, Sorgen, Nöte direkt loswerden könnt. In meiner Online-Sprechstunde geht es um folgendes:

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MutterKutter-Autorin & Frauenärztin Dr. Judith Bildau. Foto:MutterKutter

Ihr habt eine dringende Frage, bekommt aber nicht so schnell einen Arzttermin? Ihr braucht einfach mal eben einen allgemeinen frauenärztlichen Rat – persönlich und liebevoll? Nur zu, bitte schickt mir eure Mails mit euren Fragen. Ich freue mich auf euch!

Eure Judith

P.S. Mich haben so viele Mails erreicht. Unter anderem mit sehr speziellen Fragen – dafür bin ich riesig dankbar. Mir bedeutet es sehr viel, dass ihr mir so vertraut. Und es ist eine Herzensangelegenheit, euch zu helfen. Allerdings brauche ich für jede Antwort viel Zeit, um sie gewissenhaft und medizinisch fundiert beantworten zu können. Deswegen haben wir beschlossen, euch einen speziellen Raum mit mir in meiner Privatsprechstunde zu geben. Dort sind auch persönliche Gespräche via Videotelefonie möglich. Hier erfahrt ihr mehr.

Und, übrigens: Wir achten auf den Datenschutz. Weitere Infos dazu kommen von uns bei einem Erstkontakt.

Ihr findet hier bisher Judiths Antworten zu folgenden Themen:

♥ Schlafstörungen
♥ Angst vor Listerien in der Schwangerschaft
♥ Hilfe, meine Menstruation bleibt plötzlich aus
♥ Soll ich die Pille einfach absetzen in der Menopause?
♥ Ich habe ein Fibroadenom in der Brust: Soll ich meine Brust abnehmen lassen?
♥ Welche Verhütungsmethode kann ich nun wählen?


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Kooperationspartner für diesen Beitrag: sleep.ink Werbung Schlafen Schlafstörung Dr. Judith Bildau MutterKutter

Am Ende des Beitrags findet ihr nicht nur eine Infobox zu unserem Kooperationspartner sleep.ink, sondern auch einen Rabattcode, extra für MutterKutter-LeserInnen. Ihr bekommt 15 % Rabatt auf die Produkte von sleep.ink.

Liebe Judith,

ich bin total verzweifelt. Ich kann dir nicht sagen, wann genau es angefangen hat, aber ich kann nicht mehr schlafen. Ich bin abends todmüde, lege mich ins Bett und denke nur noch daran, dass ich endlich einschlafen muss. Gefühlt habe ich seit Wochen keine einzige Nacht mehr richtig geschlafen.

Dann kann ich erst recht nicht einschlafen. Ich wälze mich hin und her und schaue dauernd auf die Uhr. Finde ich dann doch mal vor lauter Müdigkeit in den Schlaf, wache ich nach ein paar Stunden wieder auf. Dann schaue ich wieder panisch auf die Uhr und sehe, dass es noch kein Morgen ist. Dann liege ich wieder wach. Mein Mann und ich schlafen getrennt, aber es belastet mittlerweile die ganze Familie. sleep.ink Werbung Schlafen Schlafstörung Dr. Judith Bildau MutterKutter

Ich bin tagsüber so furchtbar müde und mittlerweile auch schlecht gelaunt. Ich weiß, man sagt, dass Schlafstörungen häufiger werden, aber ich habe das Gefühl, alle kommen morgens ausgeschlafen zur Arbeit, nur ich nicht. Was kann ich tun, damit es mit dem
Schlafen wieder besser wird?

Deine Hanne

Liebe Hanne,

Schlafstörungen sind für die meisten Betroffenen sehr belastend. Sie empfinden die Nächte, in denen sie wach liegen, sich immer wieder hin und her wälzen, auf die Uhr schauen und rechnen, wie lange sie noch Zeit haben, einzuschlafen, damit sie wenigstens ein paar Stunden Ruhe und Erholung finden, als quälend.

Tagsüber fühlen sie sich unausgeschlafen, nahezu ‚gerädert‘ und energielos. Oftmals schleicht sich dann schon am frühen Abend die Sorge ein: „Wie wird wohl diese Nacht werden?“ Und nicht selten entsteht beinahe ein Druck, dass die nächste Nacht ‚aber wirklich besser werden muss‘, denn schließlich steht am nächsten Tag ein wichtiger beruflicher Termin an, eine lange Autofahrt oder gar eine Prüfung. Und Druck ist bekanntlich beim Einschlafen keine große Hilfe. Und so entsteht langsam, aber immer deutlicher, ein Teufelskreis.

25 % der Erwachsenen leiden unter Schlafstörungen!

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bezeichnet Schlafstörungen als ‚eine der häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in der Bevölkerung‘. Es wird mittlerweile davon ausgegangen, dass ca. 25% der Erwachsenen an Schlafstörungen leiden und über 10% ihren Schlaf häufig oder dauerhaft als nicht erholsam erleben (1). Du bist also mit deinem Problem definitiv nicht allein. Dennoch ist guter und ausreichender Schlaf unverzichtbar und wichtig für unsere körperliche und mentale Gesundheit. Das Schlafbedürfnis eines jeden variiert übrigens. Laut einer Umfrage liegt es durchschnittlich bei 7 Stunden und 14 Minuten (2). Neugeborene benötigen eine deutlich längere Schlafdauer, welche sich im Säuglings- und Kinderalter verkürzt, um in der Pubertät noch einmal etwas anzusteigen.

 Winter, Schichtarbeit, Jetlag, Alter können Schlafstörungen verursachen.

Im Erwachsenenalter haben die meisten ihre individuelle und optimale Schlafdauer gefunden. Im Alter verändert sich das Schlafverhalten dann noch einmal. Allerdings liegt dies nicht daran, dass ältere Menschen einfach weniger Schlaf brauchen, sondern dass der Schlaf insgesamt leichter wird und von weniger Tiefschlafphasen geprägt ist. Das sogenannte Hormon ‚Melatonin‘, auch das ‚Schlafhormon‘ genannt, steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Es wird im Gehirn, genauer gesagt in der Zirbeldrüse, aus Serotonin hergestellt, aber auch in anderen Körperorganen, wie zum Beispiel dem Darm und der Netzhaut. Durch Licht wird die Bildung gehemmt und durch Dunkelheit gesteigert. Im Laufe der Nacht steigt die Melatoninkonzentration bei jungen Menschen um den Faktor 12 und bei älteren Menschen um den Faktor 3 an.

Im Winter, wenn es nur wenige Stunden Tageslicht gibt, bleibt der Melatoninspiegel dauerhaft erhöht. Dies kann zu Müdigkeit, nächtlichen Schlafstörungen und sogar einer ‚Winterdepression‘ führen. Neben dem Winter kommt es auch durch Schichtarbeit, Jetlag und mit steigendem Alter zu einer Veränderung des Melatoninspiegels (3).

Die Schlaflosigkeit wird übrigens medizinisch als ‚Insomnie‘ bezeichnet und kennzeichnet sich vor allem durch Ein- und Durchschlafstörungen sowie frühem Erwachen.

Doch was kannst du tun?

Viele Patienten und Patientinnen suchen nach einer gewissen Zeit mit quälenden Schlaflosigkeit verzweifelt ihren Arzt auf. Viele bitten direkt um ein Schlafmittel, weil sie den dringenden Wunsch haben, endlich mal wieder entspannt einschlafen und durchschlafen zu können. Nicht selten wird zunächst einmal ein sogenanntes ‚Benzodiazepin‘ verschrieben. Wichtig ist allerdings, dass dies mit Bedacht geschieht und zeitlich begrenzt, da eine Abhängigkeit entstehen kann. Einige Patienten und Patientinnen berichten außerdem über einen ‚morgendlichen Überhang‘, das heißt, sie fühlen sich morgens durch das Beruhigungsmittel immer noch müde.

Meine Empfehlung, die ich dir geben möchte, ist der Versuch, eine sogenannte ‚Schlafhygiene‘ zu betreiben. Das bedeutet übersetzt, bestimmte Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen zu nutzen, die einen gesunden und erholsamen Schlaf fördern. Dazu zählen:

– Stehe bitte jeden Tag um die selbe Zeit auf.
– Gehe nur schlafen, wenn du wirklich müde bist.
– Lüfte einmal das Schlafzimmer, bevor du ins Bett gehst und dunkele es gut ab.
– Ganz wichtig: Handy aus! Erstens stressen abendliche Anrufe und Nachrichten oftmals und zweitens senkt das Handylicht die Melatoninbildung.
– Suche dir Entspannungsrituale aus, die dich beruhigen und die du jeden Abend vor dem Hinlegen oder direkt nach dem Hinlegen durchführst (z.B. Autogenes Training).
– Wenn du merkst, dass du nicht zur Ruhe und in den Schlaf findest, stehe wieder auf. Bleibe nicht unnötig im Bett liegen.
– Halte dich auch tagsüber nicht im Bett auf. Arbeite nicht im Bett und schaue auch kein Fernsehen im Bett.
– Mache keinen Mittagsschlaf!
– Treibe regelmäßig Sport, allerdings nicht mehr nach 18 Uhr
– Bitte trinke 4 Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke.
– Größere Mahlzeiten sollten 3 Stunden vor dem Schlafengehen zu sich genommen werden, danach nur noch leichte Kost.
– Bitte rauche nicht vor dem Zubettgehen.
– Trinke keinen Alkohol vor dem Schlafengehen. Das hilft zwar häufig beim Einschlafen, verschlechtert aber die Schlafqualität und lässt dich früher aufwachen.
– Schaue, wenn du im Bett liegst, nicht auf die Uhr. Das verstärkt den Druck des Einschlafen-Wollens.
– Beginne ein Schlaftagebuch. Notiere jeden Morgen, wie du das geschlafen hast und was dir beim Einschlafen geholfen hat. So kannst du deine ganz eigenen Regeln zur Schlafhygiene festlegen. Irgendwann wirst du die Regeln mit Sicherheit wieder etwas lockern können, zunächst solltest du sie aber wirklich einmal ganz konsequent durchführen.

Natürliche Mittel:

Und diese natürlichen Mittel können dir auch helfen, um in einen guten Schlaf finden
zu können:

  • Hopfen
  • Baldrian
  • Melisse
  • Passionsblume
  • Als kleinen Snack abends Weintrauben, Bananen oder Mandeln (da melatoninhaltig)
  • oft helfen auch ätherische Öle bei der Entspannung (Lavendelöl, Rosenöl etc.) Ich hoffe, ich konnte dir deine Frage beantworten. Wenn du noch etwas brauchst, lasse es mich bitte Wissen!
Und was sonst noch?

Studien haben mittlerweile gezeigt, dass auch eine Supplementierung von Melatonin bei Ein- und Durchschlafstörungen sinnvoll sein kann, vor allem zeigte es eine Wirksamkeit bei Menschen, die durch Schichtarbeit an einer Schlafstörung leiden oder große Probleme auf Grund eines Jetlegs haben (4).

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe,
deine Judith
  1. (1) RKI Bericht ‚Schlafstörungen‘, GBE-Heft 27.
  2. (2) Meier U., Das Schlafverhalten der deutschen Bevölkerung- eine repräsentative Studie. Somnologie, 2004.
  3. (3) Melatonin, Wikipedia.
  4. (4) Andrej A. Meta-Analysis: Melatonin for for the Treatment of Primary Sleep Disorders, PLoS One, 2013.

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Liebe Judith,

ich bin zum dritten Mal schwanger und mache mir auf einmal total Gedanken wegen Listerien. Ich habe einen Reizdarm und neige ohnehin zu Magendarmproblemen. Nun frage ich mich ständig bei Feta, Aufschnitt oder Salat: Kann ich das jetzt essen oder lieber nicht? Wir ernähren uns generell sehr gesund, aber als zweifache Mama kann ich mich doch jetzt nicht ständig verrückt machen, was ich essen kann. Woran würde ich denn Listerien erkennen und hast du einen Rat für mich? Danke dir!

Deine Elisabeth

Liebe Elisabeth,

so wie es dir gerade ergeht, so geht es vielen schwangeren Frauen. Und ich habe oft das Gefühl, dass mit der steigender Zahl der Schwangerschaften, die Unsicherheiten und Sorgen nicht kleiner, sondern eher größer werden. Warum das so ist, kann ich dir gar nicht genau sagen. Auf jeden Fall berichten mir ganz oft schwangere Patientinnen, dass sie in die erste Schwangerschaft ganz entspannt ‚reingegangen‘ sind und jetzt, bei der zweiten oder dritten, auf einmal deutlich besorgter sind.

Lass’ uns dein Anliegen jetzt einmal der Reihe nach besprechen.

Was genau sind eigentlich ‚Listerien‘?

Listerien sind Bakterien, die die sogenannte ‚Listeriose‘ verursachen können. Die ‚Listeriose‘ ist eine seltene Infektionskrankheit, die durch kontaminierte Lebensmittel oder durch Kontakt mit infizierten Tieren hervorgerufen wird. Lebensmittel, die mit Listerien kontaminiert sein können, sind Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse (z.B. Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (z.B. Räucherfisch), Milch und Milchprodukte (z.B. Käse) sowie pflanzliche Lebensmittel, wie Salate. Insgesamt ist eine Infektion mit Listerien selten. Das RKI (=Robert-Koch-Institut) berichtete 2017 von deutschlandweit 770 gemeldeten Fällen, darunter waren 39 Schwangere.

Da sie aber Schäden bei dem ungeborenen Kind verursachen kann, sollten sich Schwangere so gut es geht vor einer Listeriose schützen. Die Infektion des Kindes erfolgt transplazentar, das heißt über die Plazenta, während der Geburt durch den Geburtskanal oder postnatal durch Kontakt.

Und wie sieht das Krankheitsbild aus?

Bei immunkompetenten Menschen kommt es oftmals zu keinerlei Symptomatik nach
einer Infektion. Abwehrgeschwächte Menschen, zu denen auch Schwangere zählen, leiden meist unter grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen sowie Erbrechen mit Durchfall. Die Listeriose kann aber auch bei Schwangeren fast symptomlos bzw. mit leichten grippenähnlichen Beschwerden verlaufen.

Wie ist die Inkubationszeit?

Sie liegt in der Regel zwischen Kontakt mit den Erregern und auftretender Symptomatik bei einer Zeitspanne von wenigen Stunden bis zu sechs Tagen.

Wie wird die Listeriose behandelt?

Wird die Listeriose erkannt, erfolgt eine Therapie mit einem Antibiotikum.

Und welche Folgeschäden kann das Baby davon tragen?

Erfolgt eine Infektion mit Listerien in der Schwangerschaft, so steigt das Risiko für Früh-, Fehl- und Todgeburten drastisch. Die Infektion eines Neugeborenen kann unter anderem zu einer Blutvergiftung und einer Hirnhautentzündung führen.

Und wie kann ich mich und mein Baby als Schwangere schützen?

Listerien überleben und vermehren sich bei Temperaturen zwischen -0,4 und +45 Grad. So töten sämtliche Formen von Kochen, Braten und Pasteurisieren (das ist eine Erhitzung auf 100 bis 150 Grad) die Erreger ab. Außerdem wichtig: Sich vor und nach dem Zubereiten von Speisen und Kochen gründlich die Hände waschen. Auch darauf achten, dass Lebensmittel, die nicht gekocht oder gebraten werden, getrennt von Fleisch gelagert und nicht auf der selben Arbeitsfläche zubereitet werden.

Liebe Elisabeth, zunächst hören sich diese Informationen über Listerien ja wirklich erschreckend an. Aber ich denke, es ist wichtig, der ‚Gefahr‘ ganz real ins Auge zu sehen, ohne dabei Risiken klein zu sprechen. Ich bin immer der Meinung, dass Angst und Panik schlechte Ratgeber sind. Und außerdem wünsche ich mir sehr, dass du deine Schwangerschaft in erster Linie genießen kannst.

Die Erkrankung der ‚Listeriose‘ ist eine seltene. Und es gibt Vorsichtsmaßnahmen, die man einhalten sollte und mit denen man sich und sein Baby gut schützen kann.
Deshalb noch einmal ganz konkret zu den Lebensmitteln, die du angesprochen hast:

Feta:

Schwangere sollten bitte auf Rohmilchkäse verzichten. Das sind Käsearten, die auf höchstens 40 Grad erhitzt werden. Eine Ausnahme davon ist Hartkäse, welcher zwar aus Rohmilchkäse hergestellt wird, aber auf Grund seiner Lagerung so viel Wasser verliert, sein Salzgehalt so hoch und sein pH-Wert so niedrig ist, dass Listerien darin nicht überleben können. Übrigens muss Rohmilchkäse immer gekennzeichnet sein. Das Gleiche gilt für nicht-pasteurisierten Käse. Und: In der Rinde können auch bei Käsesorten, die nicht aus Rohmilch bestehen bzw. die pasteurisiert sind, Listerien überleben. Deshalb sollten Schwangere vorsichtshalber die Käserinde abschneiden. Dann könne unbedenklich folgende Käsesorten gegessen werden: Gouda, Butterkäse, Leerdammer, Tilsiter, Brie, Camembert und Edamer, wie bereits erwähnt Hartkäse, Koch- und Schmelzkäse, verpackter Käse wie Feta, Hüttenkäse, Ricotta, Mascarpone, Mozarella und Frischkäse.

Aufschnitt:

Auch hier gilt: Alles, was gekocht oder gebrüht wird, ist unbedenklich. Dazu zählen zum Bespiel Wurstarten wie Gelbwurst, Fleischwurst, Mortadella, Leberkäse und Leberwurst. Alles andere sollte, um kein Risiko einzugehen, vermieden werden, besonders von rohem Hackfleisch und Carpaccio sollten die Finger gelassen werden.

Salat:

Abgepackte Salate sollten vermieden werden, da das Keimrisiko erhöht ist. Frischer Salat sollte gut gewaschen werden, darf aber dann verzehrt werden.

Also nochmal auf den Punkt: Wenn man gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachtet, ist das Risiko einer Infektion überschaubar. Ich bitte dich, es genauso zu handhaben und ansonsten zu versuchen, dich von der Angst freizumachen.

Ich hoffe sehr, ich konnte dir deine Frage beantworten. Ich wünsch dir alles erdenklich Gute und Liebe!

Deine Judith

Hallo Judith,

mein Name ist Lea und ich bin 14 Jahre alt. Ich habe eine Frage und zwar hab ich seit nun fast 2 Monaten meine Tage nicht mehr gekriegt. Eine Schwangerschaft kann zu 100% ausgeschlossen werden. Woran könnte das Ausbleiben meiner Menstruation liegen? 
Danke schonmal im voraus!

MfG Lea

Liebe Lea,

zunächst möchte ich dir erst einmal schreiben, wie toll ich das finde, dass du dich an uns wendest. Viele Mädchen in deinem Alter trauen sich oft nicht, Frauenärzte oder -ärztinnen anzusprechen, schämen sich vielleicht oder wissen nicht so recht, an wen sie sich wenden können. Deshalb finde ich es ganz klasse, dass du uns dein Anliegen geschrieben hast!

Dein Problem haben viele junge Mädchen.

Und eins kann ich dir ganz sicher sagen: Das Problem, das du schilderst, haben sehr viele junge Mädchen. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Frauen unter Zyklusunregelmäßigkeiten leiden. Es ist also etwas, womit wir Gynäkologen/ Gynäkologinnen relativ häufig zu tun haben.

Ich weiß nicht, wie lange du schon deine Periode hast und ob diese schon einige Zeit regelmäßig war. Ein weiblicher Zyklus beträgt in etwa 28 bis 32 Tage, bei dir ist er nun schon deutlich länger. Du schreibst etwas von 2 Monaten, das sind in etwa 60 Tage. Nun gibt es einige Gründe, warum das so ist. Zunächst kann es einfach völlig normal sein! Wir Frauenärzte und -ärztinnen weisen unsere jungen Patientinnen gerne darauf hin, dass es in etwa 3 Jahre von der ersten Menstruationsblutung an dauert, wir nennen diese übrigens Menarche, bis sich der hormonolle Kreislauf so eingespielt hat, dass eine Regelmäßigkeit vorliegt. Häufig ist die Blutung in dieser Zeit auch unterschiedlich stark- manchmal liegt nur eine leichte Schmierblutung vor, manchmal auch eine stärkere Blutung, die im ersten Augenblick erschrecken kann. Alles völlig normal!

Dann gibt es verschiedene Faktoren, die eine Rolle bei der Regulation des weiblichen Zyklus spielen kann. Lass’ uns die einmal gemeinsam anschauen:

Stress, viel Sport, Körpergewicht spielen zum Beispiel eine Rolle.

– Stress: Die Ausschüttung von Stresshormonen kann die Hormone des weiblichen
Zyklus ganz schön durcheinander bringen. Dies kann zu einer Zyklusunregelmäßigkeit in beide Richtungen führen- manche Mädchen oder Frauen bekommen Zwischenblutungen, andere berichten über das Ausbleiben der Periode. Lässt der Stress nach, reguliert sich der Zyklus auch wieder.

– exzessiver Sport: Durch sehr starke körperliche Betätigung kann der Körper auch in
eine Stresssituation geraten und den weiblichen Zyklus durcheinander bringen. Kommt es durch den Sport zu einer ausgeprägten Gewichtsabnahme und zu einem deutlichen Verlust des eigenen Körperfettanteil, kann sich dies ebenfalls auf die Regelmäßigkeit der Periode auswirken. Und das führt uns zum nächsten Punkt.

– sehr niedriges Körpergewicht: Leider kenne ich deine Körpergröße und dein Körpergewicht nicht, um deinen BMI (das ist der Bodymaßindex) auszurechnen, aber sehr dünne Mädchen oder Frauen, die den oben beschrieben niedrigen Anteil an eigenem Körperfett haben, leiden auch häufig unter dem Ausbleiben der Periode. Meist reguliert sich dieses Problem wieder, wenn ein ‚gesundes‘ Körpergewicht erreicht wird.

– erhöhtes Körpergewicht: Auch wenn ein erhöhtes Körpergewicht vorliegt, kann sich das auf die Zyklusregelmäßigkeit auswirken. Im Körperfett werden nämlich auch Hormone gebildet und neben weiblichen auch männliche. Liegen diese bei einem Mädchen oder einer Frau in erhöhtem Maße vor, kann dies zum Ausbleiben der monatlichen Blutung führen. Kommt es auch hier zu einem ‚gesunden‘ Körpergewicht, spielt sich der Zyklus in der Regel wieder ein.

– andere Hormonstörungen: Es gibt Krankheitsbilder, in nenne sie lieber ‚Unregelmäßigkeiten‘, die zu einem Ausbleiben der Menstruation führen. Zum Beispiel das sogenannte ‚Syndrom der polyzystischen Ovarien‘, kurz PCO genannt. Dies führt über verschiedene Mechanismen zu einer Erhöhung der männlichen Hormone, was wiederum auch zu einer Zyklusunregelmäßigkeit führen kann. Das hört sich jetzt alles sehr kompliziert an.

Deshalb mein Rat, liebe Lea: Keine Panik!

Bitte überprüfe einmal, ob du gerade sehr viel Stress hast (Schule, Freunde etc.) und wenn ja, schaue doch mal, ob es etwas gibt, was die helfen kann, Ruhe hinein zu bringen. Dann macht es Sinn, mal zu schauen, wie dein Körpergewicht ist und ob das etwas damit zu tun haben könnte. Ansonsten empfehle ich dir einfach, abzuwarten. Ich den alleraller meisten Fällen reguliert sich das von ganz allein. Eine Möglichkeit ist noch der Versuch der natürlichen Hormonregulation. In der Apotheke kann man sich rezeptfrei den sogenannten ‚Mönchspfeffer‘ kaufen. Diesen sollte man täglich für einige Monate einnehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das häufig sehr gut hilft.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Bitte lasse mich wissen, wenn du noch etwas brauchst.

Deine Judih

Liebe Judith,

ich folge dir bereits lange bei Instagram und bin froh nun eine Frage stellen zu
können. Ich bin dieses Jahr 50 geworden und habe jetzt das erste Mal meine Tage
nicht bekommen. Ich würde gern mit der Pille aufhören, nehme sie schon
viele viele Jahre. Darum meine Frage: Kann ich einfach aufhören und was
kann auf mich zukommen?
LG Manu

Menopause Onlinesprechstunden MutterKutter Dr. Judith Bildau Frauenärztin Mamablog Mamablogger

Liebe Manu,

ich beantworte dir sehr gerne deine Frage. Zunächst einmal wäre es für mich interessant, welche Pille du nimmst. Ich gehe aktuell davon aus, dass es eine Kombinationspille ist, also eine, bei der du eine Pillenpause machst und bei der du in dieser Pause deine Periode bekommst bzw. bislang bekommen hast.

Kombinationspille: Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkt steigen per se

Viele Frauenärzte/ Frauenärztinnen sind ab einem gewissen Alter etwas zurückhaltend, was das Verschreiben von Kombinationspillen angeht – einfach deshalb, weil per se schon das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkt steigen. Im Grunde rate ich dir zunächst einmal die Pille abzusetzen.

ungewollte Schwangerschaft ist nicht ausgeschlossen

Ich denke, du liegst da mit deinem Gefühl völlig richtig. Jetzt wissen wir allerdings nicht, wo genau du nach dem Absetzen der Pille hormonell stehst. Du bist dieses Jahr 50 geworden. Rein statistisch gesehen ist das Eintreten einer Schwangerschaft relativ gering. Studien besagen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Lebendgeburt über dem 45.Lebensjahr nur noch bei 2 bis 3 Prozent liegen. Trotzdem ist eine ungewollte Schwangerschaft eben nicht ausgeschlossen.

Theoretisch könntest du eine Hormonanalyse durchführen lassen, allerdings musst du dafür die Pillen bereits einige Wochen abgesetzt haben. Diese ermittelten Hormonwerte können dir dann einen weiteren Anhaltspunkt dafür geben, wie deine hormonelle Situation ist. Die letzte reguläre Monatsblutung wird übrigens ‚Menopause‘ genannte. Statistisch
gesehen sind die Frauen zu diesem Zeitpunkt etwa 51 Jahre alt. Haben die Frauen dann ein weiteres Jahr lang keine Monatsblutung mehr, ist es quasi ausgeschlossen, schwanger zu werden und die Frauen haben die Menopause durchlebt und sind in der sogenannten ‚Postmenopause‘ angekommen. Dann ist mit Sicherheit keine Verhütung mehr nötig.

Du fragst, was jetzt auf die zukommen kann, nachdem du die Pille abgesetzt hast. Einige Frauen leiden nach dem Absetzen der Pille unter typischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Gereiztheit etc. Jede Frau muss in diesem Fall erfühlen, wie groß der Leidensdruck dieser Beschwerden ist. Oft helfen zunächst pflanzliche Präparate. Alternativ kann ansonsten über eine sogenannte ‚Hormonersatztherapie‘ nachgedacht werden.

alternative Verhütungsmethoden

Noch einmal ganz kurz zu möglichen Verhütungsmitteln: Viele Frauen in meiner Praxis haben sich zunächst mit dem Partner entschieden, Kondome zu benutzen. Sie hatten häufig den Wunsch, erst einmal komplett hormonfrei zu verhüten und zu erfahren, in welchem ‚hormonellen Stadium‘ sie sich eigentlich befinden und ob eine Verhütung überhaupt noch nötig ist. Alternativen wären ansonsten noch Spiralen (Kupfer- oder Gestagenspirale), östrogenfreie Pillen oder Medikamente, die eigentlich zur Hormonersatztherapie zugelassen sind, aber auch als ‚Nebeneffekt‘ verhüten. Und natürlich kommt ja auch noch die Vasektomie bei Mann als Option in Frage!

Liebe Manu, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage beantworten. Wenn du noch etwas brauchst, lass’ es mich bitte wissen.

Ich wünsche dir alles erdenklich Liebe und Gute!

Deine Judith

Hallo liebe Judith,
erstmal vielen Dank das du uns allen diese Möglichkeit anbietest und hilfst. Ich möchte auch gar nicht viel drumherum schreiben, du wirst sicher überschüttet mit Mails.

Ich habe seit 10 Jahren ein Fibroadenom in der linken Brust. Ich bin 43 Jahre und Witwe und Mama von zwei Jungs 13 und 18. Vor 10 Jahren nach der Diagnose war ich zunächst schockiert, habe mich aber mit dem Thema auseinander gesetzt und weiß nur bei 1 von
1000 Frauen entwickelt sich das Fibroadenom zu etwas Bösartigem.

Ist es doch gefährlicher als gedacht?

Zur Sicherheit hat mein jetziger Frauenarzt vor 5 Jahren eine Stanzung machen lassen. Seitdem kontrolliert er zweimal im Jahr mit Ultraschall die Größe und diese bleibt konstant bei einem Durchmesser von 1,3 x 0.7 x 1,3. Beim letzten Termin riet mein Arzt
mir mal wieder eine Mammographie machen zu lassen. Ich nehme an zur Vorbeugung aufgrund meines Alters. Da gehen einem natürlich sofort wieder 1000 Gedanken durch den Kopf. Hat es sich verändert, ist es doch gefährlicher als gedacht?

Vorbild Angelina Jolie?

Am 20.12. habe ich jetzt den Termin für die Mammographie und werde abwarten.
Allerdings meine Frage an dich. Durch die Presse ging vor Jahren das sich Angelina Jolie aus Angst vor Brustkrebs die Brüste hat aushöhlen lassen und neu modellieren. Ich weiß das ist ein krasser Weg, aber dürfen das wir normal sterblichen Frauen auch machen ?
Oder könnten wir es machen lassen  Wie nennt sich dieser Eingriff und ist man dann wirklich vor allem was Brustkrebs angeht geschützt?

Fibroadenom Sprechstunde Online-Sprechstunde Frauenärztin Dr. Judith Bildau MutterKutter

Ich hoffe du findest meine Frage nicht doof oder zu radikal. Im Grunde weiß ich das mein Fibroadenom harmlos ist. Aber man macht sich so seine Gedanken…. Ich habe dir den Befund der Stanzung beigefügt, das hilft dir sicher mehr weiter wie mir, weil du verstehst was genau drauf steht.

Ich schicke dir vorab ein riesiges großes Dankeschön für deine Zeit und Lust meine Frage zu beantworten.

Es ist großartig das du uns so hilfst. Ich glaube du ahnst nicht wie sehr.

Alles Liebe,
deine Ramona

Liebe Ramona,

ich beantworte dir sehr, sehr gerne deine Frage und ich freue mich wirklich sehr, dass meine Onlinesprechstunde auf eine solche Resonanz stößt.

Ich selbst kenne es aus der Praxis, dass oft wenig Zeit bleibt, ausführlich zu sprechen. Häufig waren meine Patientinnen auch so nervös oder aufgeregt, dass sie ganz vergessen haben, dass sie noch wichtige Fragen haben. Manche Patientinnen haben sich auch vielleicht nicht getraut, alles zu fragen oder anzusprechen, was ihnen auf der Seele lag. Das finde ich auch im Nachhinein noch sehr schade.

Was ist ein Fibroadenom eigenlich?

Also gut, dann wollen wir mal zusammen überlegen, wie und womit es dir am besten gehen könnte. Erst einmal ist mir wichtig, dass wir uns noch einmal gemeinsam anschauen, was genau ein Fibroadenom ist. Ein Fibroadenom ist eine häufige, gutartige Neubildung der Brust, die wirklich sehr viele Frauen im reproduktiven Alter betrifft. Manchmal kommen sie einzeln vor, nicht selten aber auch mehrfach in einer Brust oder sogar in beiden Brüsten. Von der Konsistenz ist ein Fibroadenom ‚gummiartig‘ und beim Abtasten der Brust gut verschieblich. Das Risiko, dass sich aus einem Fibroadenom ein Mammakarzinom entwickelt, ist extrem niedrig.

Ich möchte dich ein bisschen beruhigen.

Dein Fibroadenom ist, so wie du es beschreibst, nicht sehr groß. Was ich persönlich sehr gut finde, ist einerseits, dass es einmal histologische abgeklärt wurde (nicht selten wird ein Fibroadenom nur sonographisch diagnostiziert, ich finde eine histologische Sicherung immer sinnvoll, dann ist man auf der sicheren Seite) und zweitens, dass es so regelmäßig auf Größenwachstum kontrolliert wird. Ich denke nicht, dass dein Frauenarzt eine Mammographie wegen des Fibroadenoms durchführen lässt. Ich denke, er macht es
aus reinen Screeninggründen. Medizinisch gibt es dafür nämlich zunächst keinen Grund: Es ist gesichert worden, dass es nichts Bösartiges ist, es ist in den letzten Jahren nicht gewachsen. Ich halte es im Grunde für ausgeschlossen, dass es ein Mammakarzinom ist,
liebe Ramona.

Warum Angelina Jolie sich für diesen Schritt entschieden hat.

Ich hoffe, dass beruhigt dich etwas und du kannst ohne große Sorge am 20.12. zur Mammographie gehen. Nun zu der Beantwortung deiner Frage, inwieweit es sinnvoll ist,
auch bei ‚harmlosen‘ Befunden der Brust an eine sehr ausgedehnte Operation zu denken. Diese Art der Operation heißt übrigens ‚Prophylaktische radikale Mastektomie mit Wiederaufbau‘. Zunächst möchte ich dir erklären, wann genau diese Operation durchgeführt wird. So war es übrigens auch bei Angelina Jolie, die sich nicht aus
einer reinen Angst heraus, diesem Eingriff unterzogen hat. Es gibt Gendefekte, der bekannteste ist ein Defekt in den Genen BRCA-1 und -2, von denen man weiß, dass betroffene Frauen mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs (und auch
Eierstockkrebs) erkranken werden. Bei einem nachgewiesenen Defekt liegt das Risiko zum Beispiel an Brustkrebs zu erkranken bei über 80%, an Eierstockkrebs über 50%.

Diese OP ist ein radikaler Schritt.

Soweit ich weiß, hat sich Angelina Jolie deshalb auch vorsorglich die Eierstöcke entfernen lassen. Nun wird ja nicht bei allen Frauen vorsorglich ein solcher Gendefekt untersucht. Vielmehr ist es so, dass bei diesen Frauen, bei denen eine solche Testung vorgenommen wird, in der Verwandtschaft auffällig viele Frauen an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind.

Es gibt dazu genaue Empfehlungen für uns Frauenärzte, wann eine solche Testung sinnvoll ist. Das Risiko nach einer solchen Operation noch an Brustkrebs zu erkranken, ist dann sehr gering.

Liebe Ramona, dennoch ist es aus rein medizinischer Sicht nicht sinnvoll, eine solche, doch sehr radikale, Operation durchführen zu lassen, wenn es nicht wirklich ‚harte‘ Gründe dafür gibt.. Ich denke, es wäre vermutlich auch sehr schwer, einen Operateur zu finden, der einen solchen Eingriff ohne medizinische Notwenigkeit durchführen würde. Auch eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse würde es wahrscheinlich nicht geben. Ich hatte jedoch einige Frauen in der Praxis, bei denen, wie bei dir, ein Fibroadenom gesichert wurde und es rein theoretisch keine Notwendigkeit einer Entfernung des Befundes gab.

Bitte sprich doch noch einmal mit deinem Frauenarzt.

Dennoch waren manche Frauen so beunruhigt und konnten sich nicht mit dem Gedanken von regelmäßigen Kontrollen anfreunden, sodass letztendlich das Fibroadenom in einem kleinen operativen Eingriff entfernt wurde. Vielleicht möchtest du das noch einmal mit deinem Frauenarzt besprechen?

Ich hoffe sehr, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Wenn du noch etwas brauchst, lass’ es mich bitte wissen. Ich freue mich über Weiterempfehlung und wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe!

Deine Judith

Liebe Judith,

nach der Geburt von Frida habe ich lange Zeit gar nicht verhütet. Ich habe allerdings ein ziemlich großes Problem mit PMS gehabt. Ich hatte einen sehr regelmäßigen Zyklus und konnte nach meinem Eisprung eigentlich die Uhr danach stellen, wann es bei mir verfassungsmäßig bergab ging.

Frauenärztin Sprechstunde Online-Sprechstunde MutterKutter Dr. Judith Bildau

Ich habe wirklich an Symptomen die breite Palette mitgenommen. Von Übelkeit bis hin zu Schwindel, extrem empfindliche und schmerzende Brüste, Launenhaftigkeit bis hin zu richtigen Angstattacken, kaltem Schweiß und und und..

So richtig wohl fühle ich mich mit der Pille nicht.

Meine Frauenärztin riet mir zu Mönchspfeffer, was mal so nichts gebracht hat. Da nun auch der Aspekt der Verhütung wieder ins Spiel kam und die Spirale für mich so gar nicht in Frage kam, wollte ich gerne wieder mit der Pille verhüten. Meine Frauenärztin verschrieb mir eine Pille mit der Zusammensetzung 0,15 mg Levonogestrel und 0,03 mg Ethinylestradiol. Ich nehme diese seit ca 3 Monaten. So richtig wohl fühle ich mich damit nicht. Ich nehme die Pille abends ein. Morgens wache ich meistens mit einem unheimlich aufgeblähten Bauch auf. Ich habe das Gefühl dass sich meine Schlafqualität verschlechtert hat (ich wache nachts auf und kann nicht wieder einschlafen).

Kopfdruck und leichter Schwindel

Oftmals verspüre ich im Vormittagsbereich eine Art Kopfdruck und leichten Schwindel. Und eigentlich fühle ich mich nur müde und abgeschlagen. Was mir auch aufgefallen ist, dass ich das Gefühl habe unheimlich auf Alkohol zu reagieren. Ich habe manchmal nach einem Glas Wein schon das Gefühl als hätte ich die ganze Flasche getrunken.

Vielleicht hast du noch ein paar Alternativen parat. Ich würde mir natürlich nochmal einen Termin bei meiner Ärztin holen, aber so hätte ich schon mal ein bisschen Argumentationsgrundlage.

Liebe Grüße
Lena

Liebe Lena,

gerne beantworte ich dir deine Frage. Im Grunde gehr es darum, das richtige Verhütungsmittel für dich zu finden. Die von dir beschriebene Pille ist eine gute Möglichkeit, ich kann den Vorschlag deiner Frauenärztin gut nachvollziehen.

Fakt ist aber auch, dass du dich damit nicht wohl fühlst bzw. sie nicht gut verträgst. Das kann verschiedene Gründe haben. Letztendlich ist es immer schwierig, ganz genau sagen zu können, woran es liegt. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich rate meinen Patientinnen zunächst immer, das Verhütungsmittel eine gewisse Zeit auszuprobieren und einzunehmen, mindestens 3 bis 6 Monate.

Häufig kommt es anfangs zu unangenehmen Erscheinungen, die sich aber im Verlauf und mit der weiteren Einnahme oftmals regulieren. Du hast die Pille nun allerdings schon 3 Monate genommen. Das ist ein Zeitraum, in dem man schon eine gewisse Aussage darüber treffen kann, wie die Verträglichkeit ist.

Was also jetzt tun?

Die von dir genannte Pille ist eine Kombinationspille bestehend aus 0,15 mg Levonogestrel und 0,03 mg Ethinylestradiol. Eine Möglichkeit wäre, die Dosierung von Ethinylestradiol herunterzusetzen und zu schauen, ob es die Verträglichkeit verbessert, also im Grunde, eine ‚schwächere‘ Pille auszuprobieren. Deine Pille (und viele andere Pillen in dieser Zusammensetzung!) gibt es auch mit 0,02 mg Ethinylestradiol.

Ich habe oft erlebt, dass die Patientinnen mit dieser Lösung sehr gut gefühlt haben. Alternativ gibt es natürlich auch die Möglichkeit, andere Verhütungsmittel auszuprobieren. Leider kann man als Frauenarzt oder Frauenärztin den Patientinnen nicht ansehen, welches Verhütungsmittel am besten vertragen wird.

Wichtig ist, dass bei den Frauen keine relativen oder absoluten Kontraindikationen für eine hormonelle Verhütung vorliegt. Hierbei denke ich insbesondere an Thrombosen oder gar Embolienbei den Frauen oder unmittelbaren Angehörigen, Lebererkrankungen, deutliches Übergewicht, Nikotinabusus, Bluthochdruck oder Migräne mit Aura.

Der Pearl-Index gibt die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode an.

Ich habe es so verstanden, dass das alles bei dir nicht der Fall ist, bitte korrigiere mich aber, wenn ich damit nicht richtig liege. Deswegen möchte ich dir eine kleine Übersicht über mögliche und für dich in Frage kommende Verhütungsmittel geben. Näheres
solltest du dann tatsächlich noch mit deiner behandelnden Frauenärztin besprechen.

Eins noch vorab zur Erklärung: Der sogenannte ‚Pearl-Index‘ ist ein Maß für die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Kurz gesagt gibt er an, wie viele sexuell aktive Frauen trotz Verhütungsmethode schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die Verhütungsmethode.

Hormonelle Verhütungsmethoden
  • Kombinationspille: Diese Pille besteht aus einer Kombination von einem Östrogen und einem Gestagen. Es gibt mittlerweile sehr viele unterschiedliche Präparate, die sich in der Zusammensetzung und auch in den Konzentrationen unterscheiden. Die Einnahme erfolgt täglich mit einer Pillenpause von einigen Tagen, in der dann die Menstruationsblutung eintritt. Ein Vorteil dieser Pille ist, dass der Zyklus regelmäßig wird, die Periode meist weniger stark und weniger schmerzhaft. Nebenwirkungen können Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit etc. sein. Pearl-Index: 0,2-0,6.
  • Gestagenpille: Diese Pille ist östrogenfrei. Sie ist besonders für Patientinnen geeignet, die eine Kontraindikation (s.o.) für eine Kombinationspille haben bzw. für Stillende. Sie wird ohne Pause eingenommen.  Einige Patientinnen haben darunter immer mal wieder Zwischenblutungen. Nebenwirkungen können ansonsten Hautunreinheiten, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit etc. sein. Pearl-Index: 0,4.
Hormonpflaster, Vaginalring, Hormonspritze, Hormonimplantat, Hormonspirale
  • Hormonpflaster: Dieses besteht auch aus einer Östrogen- Gestagen-Kombination, welche über die Haut aufgenommen wird. Ein Pflaster wird in der Regel einmal wöchentlich gewechselt. Die Nebenwirkungen entsprechen in etwa denen der Kombinationspille. Pearl-Index: 0,88.
  • Vaginalring: Dieser ist ebenfalls östrogen- und gestagenhaltig. Er wird durchgehend für 3 Wochen in die Scheide eingelegt: Ein Vorteil ist, dass kein Wirkungsverlust durch Erbrechen oder Durchfall eintritt. Auch hier sind die möglichen Nebenwirkungen vergleichbar mit einer kombinierten Pille. Pearl-Index: 0,6.
  • Hormonspritze: Hierbei wird ein Gestagen alle 3 Monate gespritzt, das heißt: eine tägliche Einnahme entfällt. Auch hier kann es immer wieder zu Zwischenblutungen kommen. Patientinnen berichten vereinzelt außerdem über Akne, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Libidoverlust und Depressionen. Außerdem über eine Verringerung
    der Knochendichte. Pearl-Index: 0,3.
  • Hormonimplantat: Dieses gestagenhaltige Stäbchen wird vom Frauenarzt/ Frauenärztin unter die Haut gelegt, wo es 3 Jahre verbleiben kann. Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen sind vergleichbar mit der Hormonspritze. Pearl-Index: 0,3.
  • Hormonspirale: Diese wird durch den Frauenarzt/ Frauenärztin eingelegt. Mittlerweile gibt es Hormonspiralen mit unterschiedlicher Wirkzeit von 3 und von 5 Jahren. Sie sind östrogenfrei und deshalb auch für Frauen geeignet, die nicht östrogenhaltig verhüten dürfen und Stillende. Die Einlage kann kurz schmerzhaft sein, wird aber in
    der Regel gut toleriert. Das Gestagen wird direkt an der Gebärmutterschleimhaut abgegeben. Nur eine geringe Hormonkonzentration gelangt in den Körperkreislauf. Durch das Gestagen wird die Gebärmutterschleimhaut flach gehalten, viele Frauen sind währen der der Spiralenzeit blutungsfrei. Anfangs kommt es allerdings recht häufig zu Zwischenblutungen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Akne, Eierstockzsten, Brustspannen etc. Pearl-Index: 0,14-0,33.
Kupferspirale, Diaphragma, Kondom
  • Kupferspirale: Diese Verhütungsmethode ist komplett hormonfrei. Eine Kupferspirale wird vom Frauenarzt/ Frauenärztin für mehrere Jahre gelegt. Eine Nebenwirkung ist eine mögliche längere, stärkere und schmerzhafte Regelblutung. Pearl-Index: 0,6.
  • mechanische Verhütungsmittel: Diaphragma. Pearl-Index: 6.
  • Kondom. Pearl-Index: 2-5.

Liebe Lena, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage verständlich beantworten. Bitte melde dich, wenn es unklar ist! Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe!

Deine Judith