NIPT: Moderatorin und Buchautorin Anna Funck hat sich in ihrer dritten Schwangerschaft für den Bluttest entschieden. Warum er ihr Sicherheit gibt – das erzählt sie euch in diesem Interview.


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Das ist übrigens Teil 3 unseres Themenschwerpunkts zur Pränatalmedizin.

Zu Teil 1 – Judiths Interview mit einem Pränatalexperten – geht es hier.

Zum zweiten Teil – Judiths persönlichen Gedanken rund um das Thema – hier. In diesem Artikel erzählt unsere Frauenärztin, wie sie zur Pränatalmedizin steht. Im Fokus auch: ihre erste Schwangerschaft. Damals hat sie alle Untersuchungen gemacht – und dennoch wurde die fehlende Hand ihrer Tochter übersehen.

Und zu Teil 4 – eine Mama mit Down-Syndrom schildert ihre Sicht der Dinge – hier.


„Es ist ein Weg, einer Frau und werdenden Eltern eine entspanntere (Risiko)-Schwangerschaft zu ermöglichen.“
Die Moderatorin, Buchautorin & (schwangere) Zweifachmama Anna Funck im Interview.

Hat deine Frauenärztin/ dein Frauenarzt dir erklärt, was du bzw. ihr als werdende Eltern jetzt in der Frühschwangerschaft alles machen könnt- Ersttrimesterscreening, Bluttest? Was war diesbezüglich dein erster Gedanke?

Pränatale Diagnostik NIPT
Foto: Anna Funck

Da es meine dritte Schwangerschaft ist, war das große Aufklärungsgespräch nicht wirklich nötig. Schon bei meiner letzten Schwangerschaft mit 35 war für mich klar, dass ich alle Tests mache, um entspannte 9 Monate zu erleben.

Und bei dieser Schwangerschaft war es mir noch wichtiger, da ich unwissend schwanger auf einem OP-Tisch lag, Schmerzmittel und Antibiotikum eingenommen hatte. Ein Alptraum! Und das obwohl ich vorher einen Schwangerschaftstest bei meiner Gynäkologin gemacht hatte: Ich war konstant, müde, erkältet und hatte geschwollene Lymphe. Und nachdem zwei HNOs beschlossen hatten, ohne Mandeln würde es mir wesentlich besser gehen, hatte ich mich zu diesem unangenehmen Schritt durchgerungen.

Um sicher zu gehen, dass kein Baby unterwegs war – wir hatten es drauf ankommen lassen, aber nicht fossiert- der Test! Der war dann negativ und meine Gynäkologin sagte nur: „Kannst dich unters Messer legen. Schwanger bist du nicht.“

NIPT: Der Bluttest gibt Sicherheit

Wahrscheinlich war die Hormonkonzentration einfach noch nicht hoch genug. So fand ich erst nach der OP heraus, dass ich längst einen kleinen „Untermieter“ beherbergte, der alles mitgemacht hatte.

Und war in Panik, bis mir mehrere Ärzte erklärten, es gilt das „Alles oder nichts-Prinzip“. Wenn das Baby das alles wegsteckt, sitzt es fest. So fühlte es sich auch an. Und die Nackenfaltenmessung sah auch optimal aus. Nur gibt der Bluttest eben noch ein paar Prozent mehr Sicherheit – also haben wir den natürlich auch noch mitgenommen.

Wie habt ihr euch entschieden? Lasst ihr pränatalmedizinische Untersuchungen durchführen? Und wenn ja, warum?

Eben für die größtmögliche Sicherheit. In unserem Freundeskreis kenne ich auch niemanden, der darauf verzichten würde. Ich komme aus einer Schulmedizinerfamilie, habe Verwandtschaft in den USA und Kanada. Dort ist es Standard und niemand würde die Tests überspringen. Das wäre wie Autofahren ohne Anschnallgurt. Und es tut ja auch keinem weh.

NIPT: „Der Bluttest ist absolut ungefährlich für alle.“

Meine Mutter hat mit mir noch die Amniozentese mit der Hohlnadel gemacht. Da konnte das Ungeborene ja unter Umständen verletzt werden. Der Bluttest ist absolut ungefährlich für alle – großartig.

Du und dein Partner, der werdende Papa, habt ihr diesbezüglich eine ähnliche Einstellung oder musstet ihr euch ‚einigen‘?

Wir denken exakt gleich.

Wisst ihr schon im Voraus, was ihr tun würdet, wenn die Untersuchungen auffällig wären oder lasst ihr es einfach auf euch zukommen?

Da ich schon zwei gesunde Kinder habe und selbst gesund bin, male ich ja nicht gleich den Teufel an die Wand. Ich gehe schon stark davon aus, dass alles in Ordnung ist.

Ich sehe den Test eher als zusätzliche medizinische Rückversicherung, die mir unsere Gegenwart ermöglicht. Wäre er nicht bestmöglich ausgefallen, hätten wir darüber gesprochen und neu überlegt.

Pränatale Diagnostik: ein Restrisiko bleibt immer. Auch mit NIPT.

Was denkst du, sind diese Möglichkeiten der Pränatalmedizin der Weg zur ‚perfekten Gesellschaft‘, also einer Gesellschaft, in der kein Platz mehr für Behinderungen aller sind?

Nein, wir bestellen ja hier keine blauen Augen, Lieblingshaarfarben oder Talente und ein Restrisiko bleibt ja immer. Ich denke, es ist ein Weg, einer Frau und werdenden Eltern eine entspanntere (Risiko)-Schwangerschaft zu ermöglichen.


Pränatale Diagnostik NIPT
Foto: Anna Funck

 

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2 Kommentare zum Thema “NIPT: „Der Bluttest gibt ein paar Prozent mehr Sicherheit.“”

  1. Leider muss ich sagen, dass ich über dieses Interview nach den vorausgegangenen Artikeln, schlichtweg enttäuscht bin. Die Antwort der Fragen ergeben für mich im Gesamtkontext einfach keinen Sinn und unterm Strich bleibt das Gefühl, dass die Frau (leider habe ich ihren Namen vergessen) ihr Baby mit Down-Syndrom abgetrieben hätte (der NIPT ergab ein „bestmögliches“ Ergebnis). Ihre Rechtfertigung für den Test, neben, das macht man halt heutzutage so, ergibt für mich überhaupt keinen Sinn. Was hat eine vorausgegangene OP mit Trisomien zu tun? Da kann der Test null Sicherheit geben! Eine OP macht doch keine Trisomie, weiß sie das nicht? Irgendwie hätte ich mir als Abschluss einer Trilogie mehr erwartet. Wenn man schon die andere Seite wiedergeben will (oder warum brauchte das jetzt einen dritten Teil?), dann doch vielleicht von einer Frau, die psychisch nicht in der Lage ist ein behindertes Kind zu bekommen. Aber bitte nicht so ein Wischiwaschi. Ein Beispiel um den eigenen Weg zu finden, ist das für mich irgendwie auch nicht, weil man fragend zurückbleibt. Es zeigt einfach nur, dass es nach wie vor Paare gibt, die sich überhaupt keine Gedanken um ein auffäliges Ergebnis machen. Sich anscheinend nicht fragen, was wäre wenn oder bin ich bereit zu einer Spätabtreibung? Ich bin auch gesund und habe zwei Kinder mit Normal-Syndrom und eines mit Down-Syndrom. Ich habe den Test in der dritten SSW gemacht, aber mir war von Anfang an klar, was ich mache, wenn das Ergebnis nicht ‚bestmöglich‘ ist. Na ja, ich muss jetzt nicht sagen, dass ich mein Kind mit Down-Syndrom nicht als ‚bestmöglich‘ empfinde oder gar als einen Fehler. Es Bedarf einfach wirklich noch mehr Aufklärungsarbeit (über ein Leben zB mit Trisomie 21), auch und vor allem bei den Pränataldiagnostikern. Letztendlich wäre ich allerdings dafür, dass man bei einem auffälligem Ergebnis an eine Beratungsstelle weiterverwiesen wird, auch um sich die Meinung des Frauenarztes/ärztin nicht anhören zu müssen. Die schlimmste Aussage eines Frauenarztes diesbezüglich zu einer werdenden Mama mit einem Kind mit T21 war: „Sie haben ein Monster im Bauch.“ Verklagen müsste man diesen Arzt für diese ‚Beratung‘! Unglaublich, dass der Typ für diesen Satz noch Geld bekommt! Na ja, aber zum Glück kann er ja von der Krankenkasse nicht mehr verklagt werden, er hat ja prima aufgeklärt…

    1. Liebe Christina, es tut mir leid, dass du so eine schlimme Erfahrung mit deinem Frauenarzt machen musstest. Danke für deine Worte und Gedanken. Bei MutterKutter ist uns daran gelegen, auch andere Meinungen abzubilden. Wie eben die von Anna. Dass die OP kein Down-Syndrom nach sich zieht – das weiß sie natürlich. Ich habe es so verstanden, dass sie danach Sorge hatte, ob ihr Kind diese gut überstanden hat. Und ihr persönlich hat der Test dann zudem eine „Sicherheit“ gegeben, die sie als werdende Mama brauchte. Es ist übrigens gar nicht der Abschluss unserer Reihe. Wir veröffentlichen noch ein Interview von einer Mama, die eine ganz andere Sicht auf das Thema hat. Herzliche Grüße von Doro

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