Über Joanna aka Frau Kakao, genauer über ihr Instagramprofil @ frau.kakao.macht.tv., bin ich erst ein-, zweimal bei Instagram gestolpert. Dann habe ich vor lauter Müdigkeit zwischen Baby & Kleinkind total vergessen, dass ich mir ihre Seite doch in Ruhe angucken wollte. Weil ich neugierig war, wissen wollte: Wer ist diese Frau Kakao?

Als sie mir das dritte Mal vorgeschlagen wurde, wurde ich endlich aktiv: zack. Rauf aufs Profil. Und ich habe mich gefreut. Nicht nur, weil ihr Profilname eingängig, unterhaltsam, ja, lustig ist und weil sie den Job macht, den ich auch über zehn Jahre ausgeübt habe, nämlich: TV-Redakteurin. Vor allem aber, weil sie Texte schreibt, die Inhalt haben. Die mich berühren. Mich nachdenklich machen. Und auch schon so richtig „erwischt“ haben. In Punkto Vorurteile.

Joanna ist zweifache Mädchenmama (4 & 7). Eine starke  und sehr sympathische Frau, die nicht nur ein schönes Instagramprofil hat, sondern inzwischen auch mit Frau Kakao als Bloggerin unterwegs ist. Ich freue mich über dieses ehrliche Interview!

Viel Spaß beim Lesen!


Liebe Joanna, „Frau Kakao macht TV“ – geht ins Ohr, geht ins Blut. Ich musste als ich über dein Profil gestolpert bin, erst einmal gucken, wer dahinter steckt. Nicht nur, weil du eine TV-Kollegin bist, sondern weil ich auch den Namen sehr lustig finde. Warum Kakao? Wie bist du darauf gekommen?

Eigentlich bin ich ja eher Kaffee-Trinkerin und davon reichlich. Aber ich wollte einfach einen Namen, der ein bisschen beschreibt, was ich so mache (daher „macht TV“) und der zeigt, dass ich mich selbst nicht so ernst nehme. Ein lustiger Reim passte da irgendwie ganz gut, fand ich. Und als Mama und zertifizierte Kakao-Zubereiterin, lag Frau Kakao da irgendwie nah. Und dass ich natürlich immer zuckersüß bin, versteht sich ja von selbst! (lacht)

Joanna @ frau.kakao.macht.tv. fraukakao Mädchenmama Mamablog Mamaleben Mamaglück Mamablog Mamablogger Familienleben TV-Redakteurin Kiel Mutterkutter
Credit: Joanna @frau.kakao.macht.tv.

Instagram – das ist deine Plattform, wie ich dich verstanden habe. Dir macht es Spaß, dich hier kreativ und gedanklich auszutoben – das denke ich, wenn ich mir deine Fotos ansehe und deine unterhaltsamen, schönen und gerne auch tiefgängigen Texte lese. Was verbindest du mit Instagram? Und für alle, die dich noch nicht kennen: Was zeigst du hier von dir?

Instagram ist einfach irgendwie eine „nette“ Plattform. Hier ist genug Platz für jeden. Das Faszinierende für mich ist auch, wie schnell man hier mit Menschen ins Gespräch kommt. Man kann einfach ganz verschiedene Facetten von sich zeigen und irgendwie finden sich immer Menschen, denen es gerade genauso geht oder denen deine Alltags-Anekdoten und Blödeleien ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern. Ich finde das immer wieder faszinierend und ich freue mich total, wenn ich nette Nachrichten bekomme. Neulich schrieb mir eine Followerin, dass sie beim Lesen meines Textes in der U-Bahn, laut angefangen hat zu lachen. Andere schreiben, dass ich sie zum Nachdenken anrege. Darum geht’s. So macht Instagram Spaß. Natürlich spricht das nicht immer jeden an. Aber das muss es ja auch gar nicht. Ich finde „authentisch sein“ wichtiger, als unbedingt eine breite Masse anzusprechen.

Früher habe ich immer gedacht. Jaja, #instagramverbindet, was ist das denn für ein Quatsch. Ich wurde eines besseren belehrt und habe tolle Mamas kennengelernt, mit denen ich mich im Moment richtig anfreunde. Das kennst du ja auch. Wer ist bei dir durch Instagram dazugekommen und: Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass ihr euch getroffen und dann gemerkt habt: das passt, da geht mehr?

Da sprichst Du etwas ganz Tolles an. Ich habe so, so tolle Menschen hier kennengelernt, denen ich ohne diese Plattform nie begegnet wäre. Einige sind inzwischen echte Freunde geworden. Mit manchen kommuniziere ich aus der Ferne über Whatsapp und Instagram, weil sie leider zu weit weg wohnen, um sich regelmäßig zu treffen. Andere wohnen nur einen Katzensprung entfernt, wie zum Beispiel Verena @Kuestenmaedsche. Joanna von @themeyergirls sogar im gleichen Stadtteil.
 Auch Friederike @growingbelly habe ich über Instagram kennengelernt. Das erste Mal getroffen haben wir uns dann auf einem großen Instagrammer-Treffen in Köln letztes Jahr (#digitalwirdrealköln). Seither schreiben und quatschen wir fast täglich und im Februar fahre ich sie in Bremen besuchen. Da freue ich mich schon sehr drauf.

Es wurde viel Blödsinn über diese großen Events geschrieben, zum Beispiel, dass es allen dort nur um Reichweite oder Likes geht. Aber ich habe dort Menschen kennengelernt, mit denen mich inzwischen eine echte Freundschaft verbindet. 
(Wen es interessiert, der kann gerne auf meinem Blog nachlesen, wie so ein Treffen abläuft, bzw. wie ich persönlich, als kleines Insta-Licht, es erlebt habe. Hier findet ihr meinen Beitrag.

Du schreibst über dich: „Privat bin ich die vergesslichste und verpeilteste Person der Welt.“ Darüber musste ich herzlich lachen. Rhetorische Frage: Sind wir Mamas nicht alle ein bisschen verpeilt? Und im Ernst: Welche Anekdote (n) fällt/ fallen dir spontan ein, die auf deine Selbstbeschreibung passen?

Das stimmt! Seit ich Mama bin, ist es sogar noch schlimmer geworden. Das fängt damit an, dass ich jeden Morgen mein Auto suche. Glücklicherweise wissen meine Töchter (4 und 7 Jahre) es oft besser und lotsen mich.

Das Schlimmste bisher, auf meiner persönlichen Rabenmutter-Verpeiltheits-Liste: Ich habe ein Kindergartenfest vergessen! Erst als ich abends die Fotos der anderen Mütter bei Instagram gesehen habe, ist es mir wieder eingefallen. Ich hatte Glück im Unglück: Niemand hat es gemerkt. Zumindest den Erziehern ist es nicht aufgefallen und bis Montag hat auch niemand mehr drüber geredet, so dass meine Tochter bis heute nicht weiß, dass sie es verpasst hat. Und sie darf es auch niemals erfahren ! (lacht) Glücklicherweise war ein paar Wochen später noch eins.

Ach ja und dann habe ich erst vor kurzem noch meinen Lieblings-kuschel-Oversize-Pulli in der Waschmaschine zu einem Bekleidungsstück für Wichtel geschrumpft. Hausfrau des Jahres bin ich also auch.

Joanna Frau Kakao frau.kakao.macht.tv. Mädchenmama Mamablog Mamaleben Mamaglück Mamablog Mamablogger Familienleben TV-Redakteurin Kiel Mutterkutter
Credit: Joanna @frau.kakao.macht.tv.

Zumindest auf mich wirkst du so, als ob du die Dinge, die du machen möchtest, ganz klar angehst. Der logische Schritt bei dir als TV-Autorin und Instagramlady. Du hast einen Blog ins Leben gerufen. Welche Geschichten finden wir bei dir? Wonach wählst du sie aus?

Komischerweise bin ich beruflich sehr strukturiert. Zumindest was das Ergebnis angeht. Auf meinem Blog? Naja… so teilweise. Der Newsletter lässt leider noch auf sich warten. „Entschuldigung“ an dieser Stelle an alle, die sich bereits dafür eingetragen aber noch keinen erhalten haben, ich arbeite dran (lacht). Dafür nehme ich den Blog inhaltlich sehr ernst. Einerseits gibt er mir den Raum, meinen Gedanken manchmal freien Lauf zu lassen. Außerdem kann ich natürlich über die bunten Themen berichten, die ich gerne mag: Von Reisetipps für Familien bis hin zu Lifestyle.
Was mir aber besonders am Herzen liegt, sind die Rubriken „Frau Kakao spricht mit...“ und die „Gastbeiträge„. Darin lernt ihr starke Frauen und Männer kennen. Menschen, die Unglaubliches erlebt, Hürden überwunden oder schwere Kämpfe ausgefochten haben. Das sind Geschichten, die Mut machen und uns eine Lektion in Sachen Selbstliebe und Toleranz lehren. Es sind Geschichten, die von Kraft aber auch Verletzlichkeit erzählen. Einfach Menschen, die mich inspirieren und euch hoffentlich auch. Beim Lesen und Schreiben dieser Texte hatte ich selbst mehr als ein Mal Gänsehaut.

Es sind Themen dabei, die alles andere als Nullachtfünfzehn sind. Hinhörer. Starke Geschichten. Du bringst Menschen zum reden oder schreiben. Zum Beispiel denke ich da an das Interview über das Thema „geboren im falschen Körper“ oder den Artikel von deiner Freundin Friederike über ihren Kampf gegen den Krebs. Warum sind dir genau solche Geschichten wichtig? Was möchtest du in die Welt hinausgeben?

Instagram zeigt oft nur perfekte Bilder, lächelnde Menschen und glückliche Familien. Ich möchte zeigen, dass der erste Eindruck oft täuscht. Dass Menschen viel mehr sind, als sie zunächst vermuten lassen und dass man sich Zeit nehmen sollte, um sie kennenzulernen. Ich möchte außerdem ein bisschen Aufmerksamkeit auf Themen lenken, die leider viel zu oft noch Tabuthemen sind. Meine Hoffnung ist, dass Menschen, die „anders“ sind, dadurch in Zukunft vielleicht offener begegnet wird. Vorurteile entstehen durch Unwissenheit und Angst. Menschen, die man „kennt“ machen keine Angst mehr.

Joanna @ frau.kakao.macht.tv. fraukakao Mädchenmama Mamablog Mamaleben Mamaglück Mamablog Mamablogger Familienleben TV-Redakteurin Kiel Mutterkutter
Credit: Joanna @frau.kakao.macht.tv.

Neulich hast du mich ehrlich gesagt zum Nachdenken gebracht mit deinem Artikel über das Schubladendenken. Ich habe mich ein bisschen ertappt gefühlt. Auch wenn ich viel hinterfrage, viel hinter die Fassaden von Menschen blicke, mache ich auch gerne noch Schubladen auf und zu. Woran hast du gemerkt: Ich mache hier was, was ich nicht gut finde? Und: Was hat dich dazu gebracht, deinen Blickwinkel zu ändern?

Ich versuche immer mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Und doch ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich jemandem bereits bestimmte Eigenschaften zuweise, ohne mit der Person überhaupt gesprochen zu haben. Einfach aufgrund des Aussehens, Auftretens oder, wie bei Instagram üblich, aufgrund eines kleinen Ausschnittes, den diese Person preisgibt. Und im vergangenen Jahr ist es mir mehr als einmal passiert, dass ich auf den zweiten Blick gemerkt habe, wie sehr mich mein erster Eindruck getäuscht hat. Dass ich Gespräche hatte, die mich sehr beeindruckt haben. Mit Menschen, von denen ich zunächst dachte, dass wir nicht viel gemeinsam haben. Das behalte ich jetzt immer im Hinterkopf.

Joanna @ frau.kakao.macht.tv. fraukakao Mädchenmama Mamablog Mamaleben Mamaglück Mamablog Mamablogger Familienleben TV-Redakteurin Kiel Mutterkutter
Credit: Joanna @frau.kakao.macht.tv.

So, liebe Frau Kakao. Um endlich mal zum Ursprung deines Blogger-Namens zu kommen: Für wen arbeitest du? Was machst du beim Fernsehen genau? Und: Was liebst du an deinem Job?

Ich arbeite als Redakteurin für ein tägliches Fernsehmagazin bei einem großen Sender. Meine Aufgaben sind dabei ganz unterschiedlich. Als Tagesredakteurin berichte ich aktuell über alles, was am Tag so anliegt. Da ist es wichtig flexibel zu sein und sich schnell in ein Thema einarbeiten zu können. Das kann manchmal ganz schön stressig werden. Dann sitzt man manchmal mit in der Regie und behält den Ablauf im Auge. An anderen Tagen arbeite ich als Reporterin. Das heißt, ich kann eigene Themen vorschlagen und im besten Fall selbst umsetzten. Mal vor, mal hinter der Kamera. Das heißt, ich mache alles selbst, von der Recherche, Dreh, Text, Schnitt, bis hin zur Vertonung (natürlich jeweils im Team mit Cutter, Kameramann/frau usw…). Und genau darum liebe ich meinen Job so: er ist immer abwechslungsreich, wird nie langweilig und man lernt tolle Menschen und Orte kennen. Vor Allem kann man kreativ sein. Das hat mir schon immer gefallen.

Joanna @ frau.kakao.macht.tv. fraukakao Mädchenmama Mamablog Mamaleben Mamaglück Mamablog Mamablogger Familienleben TV-Redakteurin Kiel Mutterkutter
Credit: Joanna @frau.kakao.macht.tv.

Wie schaffst du es, das Mamasein und den Job unter einen Hut zu bekommen?

Ich habe großes Glück. Ich habe inzwischen einen Arbeitgeber, der sehr familienfreundlich ist. Ich kann mir meine Zeit so einplanen, wie ich es brauche. Und auch kurzfristige Änderungen waren bisher nie ein Thema. Natürlich ist das nicht immer so einfach. Man braucht ein gutes Netzwerk und flexible Kinderbetreuung. Ich arbeite nicht jeden Tag, nur etwa 70%. An den Tagen, wo ich arbeiten muss, holt aber die Oma die Kinder ab, denn die Arbeitstage sind lang. Und wenn die mal nicht kann, habe ich ein tolles Mama-Netzwerk, wo wir uns gegenseitig unter die Arme greifen, wenn jemand mal kurzfristig ausfällt oder uns beim Fahren zum Verein etc. abwechseln. Sowas ist echt unbezahlbar.

Ich finde generell Frauen sollten sich viel mehr gegenseitig unterstützen und stärken. Wir spielen schließlich alle im gleichen Team.

Das war aber nicht immer so, hast du mir erzählt. Im ersten Babyjahr hattest du bzw. ihr als Familie einen ziemlich getakteten Zeitplan. Wie hast du diese Zeit erlebt? Und warum hast du bei deiner 2. Tochter gesagt: Das soll dieses Mal anders laufen.

Oh ja. Im ersten Jahr gab es viele Tränen. Ich wusste nicht, wie es nach der Elternzeit weitergehen sollte. Mein damaliger Arbeitgeber hatte mich vor die Wahl gestellt: Entweder Vollzeit oder gar nicht. Da es wirtschaftlich in der Medienbranche zu der Zeit eher schlecht lief, hatte ich keine Wahl. Ich musste nach 14 Monaten wieder Vollzeit ran. Dann noch je eine Stunde pendeln. Meine Tochter habe ich zu der Zeit gerade mal eineinhalb Stunden am Abend und am Wochenende gesehen. Das war furchtbar. Ich fühlte mich wie in einem Hamsterrad und wollte keine Wochenend-Mama sein. Nach dem zweiten Kind habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und gekündigt. Ich habe mich einfach selbständig gemacht, entgegen der Warnungen des Berufsverbandes. Und siehe da: es lief phantastisch. Arbeiten von zu Hause aus, während die Kinder in Kindergarten und Krippe sind. Damals habe ich gelernt, nicht immer auf die „guten Ratschläge“ anderer, sondern mehr auf mein Bauchgefühl zu hören und auch mal was zu riskieren. Inzwischen bin ich glücklicherweise wieder quasi fest angestellt.

Du bist zweifache Mädchenmama. Was hat dich das Mamasein gelehrt?

Ich habe gelernt, was echte Müdigkeit ist! Ich hatte ja keine Ahnung ;-). Die ersten zwei Jahre waren jeweils wirklich eine Herausforderung. Aber ich habe auch gelernt, wie schön es sein kann, Mama zu sein.

Ich lerne täglich von meinen Kindern. Sie sind wie kleine Schwämme, die jede Information in sich aufsaugen und viel mehr begreifen, als man ihnen manchmal zutraut. Darum versuche ich ihnen ein möglichst gutes Vorbild zu sein. Denn was bringt es, Dinge von ihnen zu erwarten, die wir nicht selbst vorleben? Und wenn ich sie dann manchmal liebevoll reden höre, vernünftiger und reflektierter als mancher Erwachsene, dann macht mich das wirklich unglaublich stolz.

Ich bin inzwischen auch viel flexibler als früher. Und ich habe gelernt, dass nicht immer alles perfekt sein muss. Auch ein Mama-Akku ist irgendwann leer. Der Tag hat nun Mal nur 24 Stunden, also konzentriere ich mich erst Mal auf die Dinge, die wirklich von Bedeutung sind.

Joanna @ frau.kakao.macht.tv. fraukakao Mädchenmama Mamablog Mamaleben Mamaglück Mamablog Mamablogger Familienleben TV-Redakteurin Kiel Mutterkutter

Und die letzte Frage zum Schluss: Was ist dein schnellstes Lieblingsgericht?

Mein schnellstes Lieblingsgericht, das ich tatsächlich mehrmals in der Woche esse, ist selbstgemachter Lachs-Tartar mit Frühlingszwiebeln. Dazu frisches Brot. Damit stehe ich hier allerdings alleine da. Das schnellste Lieblingsgericht für die ganze Familie: Spaghetti in allen Variationen.


Liebe Joanna, vielen Dank für dieses schöne Interview! Ich freue mich, dass ich dich kennengelernt habe!

Und falls ihr mehr über Joanna, Frau Kakao, erfahren möchtet, hier noch einmal die Links zu ihren Blog & zu ihrem Instagramprofil.


Nachgefragt! – eine Rubrik, in der ich euch regelmäßig spannende Menschen vorstelle. Hier geht es zu den anderen Interviews.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.