Andrea Kubasch ist eine Yoga-Koryphäe. Wer Power Yoga macht, der kennt sie bestimmt. Vielleicht habt ihr auch schon mit ihr praktiziert, ohne es zu ahnen und denkt grad: Ich kenne sie doch, nur woher? Es könnte die Brigitte-Power-Yoga-DVD sein, die bei euch im Wohnzimmer liegt.

Yin Yoga, Andrea Kubasch, Lotos Verlag,Yoga, Poweryoga, Hamburg, Mutterkutter, Mamablog, Kiel, MutterKutter, schwanger, Schwangerschaft, Geburt, Zwillinge
Credit: Marco Grundt

Andrea ist die Trainerin, die so charmant durch die Sessions führt.

„Waaas, du bist das? Verrückt.“ Das habe ich (Doro) gedacht als ich „QBI“ vor rund zwei Jahren getroffen habe. Ich habe sie als super sympathische Frau kennengelernt. Offen, herzlich, cool. Ich war damals zu Gast in einem ihrer Hamburger Studios, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Dirk Bennewitz betreibt. Ich durfte als RTL Reporterin mit den beiden und ihrem Freund Bryan Kest schwitzen, der wiederum als Erfinder des Power Yogas gilt. Ein Mann, in dessen Studio in Los Angeles Stars wie Madonna oder Cameron Diaz ein- und ausgehen. Ehrlich: Ich habe nach keinem anderen Dreh so fertig (aber glücklich) gegrinst wie nach diesem. Es war der Hammer!

Yoga, Poweryoga, Hamburg, Mutterkutter, Mamablog, Kiel, MutterKutter, schwanger, Schwangerschaft, Geburt, Zwillinge, Bryan KestEin Dreh, der mir in Erinnerung geblieben ist. Menschen, die mir in Erinnerung geblieben sind. Und neulich habe ich durch diesen Facebook-Post erfahren, dass QBI & Dirk neuerdings zu viert sind.

Yoga, Poweryoga, Hamburg, Mutterkutter, Mamablog, Kiel, MutterKutter, schwanger, Schwangerschaft, Geburt, Zwillinge, Andrea Kubasch, QBI

Vor ein paar Wochen hat ihr Zwillingspärchen das Licht der Welt erblickt. Ich freue mich von Herzen, dass ihr Kinderwunsch noch in Erfüllung gegangen ist und dass QBI trotz allem Zeit gefunden hat, uns dieses Interview zu geben, in dem sie über ihr spätes Mutterglück spricht.


Wie sieht dein Tag im Moment aus? Ich kann mir vorstellen, dass die Kids euer Leben ordentlich durcheinander wirbeln.

Ich fühle mich zurückversetzt in meinem alten Beruf in der Tonträgerbranche. Zu dieser Zeit war ich auch viel nachts (beruflich mit Künstlern) unterwegs und hatte wechselnde Tagesrhythmen. Der einzige Unterschied ist, dass es jetzt keinen Alkohol gibt und ich morgens keinen Kater mehr habe. Wir haben großes Glück mit unseren beiden Zwillingen. Die beiden sind sehr lieb, üben mit uns gemeinsam Yoga und sind gesund und stark.

Du bist mit 47 Jahren Mutter geworden. War die Schwangerschaft geplant oder hat sie dich/ euch überrascht? Wenn ja, inwiefern? Vielleicht magst du uns ja deine Geschichte rund um das Thema Kinderwunsch erzählen.

Als ich vom Arzt erfuhr, dass ich Mutter von Zwillingen werde, war das zunächst ein kleiner Schock: Ich bin 47 und hatte mit dem Thema abgeschlossen. Mein Mann und ich haben lange probiert Eltern zu werden.

Was ich dadurch mal wieder erlebt habe, ist dieser Moment, in dem man sich wirklich von etwas verabschiedet und loslässt und sich dann eine neue Tür öffnet mit neuen Möglichkeiten, wie der Schwangerschaft für mich.

Wie hast du die Schwangerschaft und die Geburt erlebt?

Ich war fassungslos, als ich auf dem Ultraschall zwei winzige Lebewesen sah, die sich in meinem Bauch drehten, mit den winzigen Armen winkten und Stepptanz tanzten. Von dem Moment an als ich wusste, dass ich schwanger bin, habe ich das Leben auf eine andere Art und Weise gesehen.

Ich denke noch mehr darüber nach, was ich sage und was ich tue und ob das gerade wirklich Sinn macht. Auf einmal denke ich noch an zwei weitere Seelen.

Und ich lernte noch mehr auf meine Intuition und mein Herz zu hören, als auf meinen Verstand. Es gibt sehr viele Meinungen, Bücher und gut gemeinte Empfehlungen in der Schwangerschaft. In dieser Zeit erfuhr ich noch intensiver als beim Yoga, wirklich auf seine innere Stimme zu hören, als auf das, was von außen kommt. Meine beiden Kinder sind 4 Wochen früher als geplant gekommen Ich vertraute einem sehr kompetenten Arzt im UKE Hamburg, der meine Entbindung begleitet hat und der die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment gefällt hat, sodass die Geburt für uns drei komplikationslos verlief.

Wie lange hast du mit deinen zwei Minimenschen im Bauch eigentlich noch Yoga gelehrt und praktiziert?

Ich habe mich sehr wohl gefühlt während meiner Schwangerschaft, obwohl ich 40 kg zugenommen hatte und das war für mich sehr viel. Aber das machte mir nicht so viel aus, denn ich habe ein Fundament für das Wachstum der beiden aufgebaut. Durch ausgewogene Ernährung, tägliche Meditation und regelmäßige Bewegung fühlte ich mich während der Schwangerschaft insgesamt sehr wohl. Deswegen konnte ich auch bis eine Woche vor der Geburt noch in unserer Lehrerausbildung unterrichten und bis zum Geburtstermin praktizieren.

Yoga, Poweryoga, Hamburg, Mutterkutter, Mamablog, Kiel, MutterKutter, schwanger, Schwangerschaft, Geburt, Zwillinge, Andrea Kubasch, QBI

Hast du vielleicht ein paar Tipps für unsere schwangeren Leserinnen. Wie kommen sie gesund & fit durch die zehn Monate? Und womit können sie sich gut auf die Geburt einstimmen?

Jede Schwangerschaft ist unterschiedlich und es variiert wie viel Energie man für Yoga oder ein Workout hat. Wie auch immer Du Deine Schwangerschaft erlebst, versuche fit und gesund zu bleiben. Lass die Schwangerschaft nicht die Ausrede sein, um gar nichts mehr zu machen oder nicht mehr auf Deine Gesundheit und gute Ernährung zu achten.
Nimm jeden Tag so wie er kommt einfach an, denn jeder Tag kann gerade in der Schwangerschaft (und später, wenn die Kinder / das Kind da sind/ist ) anders sein. Plane nicht so viel in Deinem Kopf, sondern vertraue Deiner inneren Stimme. Manchmal ermutigt Dich diese Stimme sich zu bewegen, manchmal sagt sie Dir, lege Dich lieber mal hin.

Vor der Geburt kannst Du alles vorbereiten: das Kinderzimmer einrichten, Babyklamotten kaufen und in einen schicken Kinderwagen investieren. Die klügste Art der Vorbereitung ist allerdings meiner Meinung nach, den Geist zu trainieren.

Zu erlernen, wie man eingeübte Gedankenmuster loslassen kann. Denn nicht die Anzahl der Kuscheltiere sind entscheidend, dass die Kinder sich beruhigen können, wenn sie in der Nacht schreien, sondern Dein State-of-Mind und Deine Achtsamkeit.
Ich persönlich habe Yoga geübt, bin viel gewandert und habe sehr viel meditiert. Die Meditation gibt mir die Möglichkeit mich nicht nur mit mir selbst und den Kindern zu verbinden, sondern hat mich bestens auf die Geburt und vor allem auf die Zeit danach vorbereitet.

Was bedeutet Yoga für dich?

Es ist das beste Workout der Welt, denn es schult Flexibilität und Durchhaltevermögen, macht stark, es hat Cardio Aspekte, es stärkt die Balance und die Koordination. Es ist das ultimative Crosstraining. Das beste Workout, was man bekommen kann, und das Wort Workout ist sehr weitgefasst. Und nebenbei lernen wir unseren Geist zu trainieren und in stressigen Situationen ruhig zu bleiben.

Du bist heute weltweit bekannt als Yogalehrerin. Wann und warum hast du dich dafür entschieden, Yoga zu deinem Beruf zu machen? Wie sah dein Leben vorher aus?

Ich habe Madonnas Arme bewundert und diese ganz banale Sehnsucht hat mich zum Yoga gebracht: Als Marketingmanagerin in einer großen Plattenfirma war ich immer ganz dicht an den Stars und durfte mit vielen tollen Künstlern arbeiten.

Cher und Madonna, deren sportliche Arme mich damals so faszinierten, wollte ich nachahmen und begann mit Bikram Yoga und Ashtanga Yoga. Nach einigen Ausflügen in diverse Yogastile, wollte ich mit Yoga aufhören und Aikido wieder aufnehmen.

Doch dann besuchte ich David Williams (Lehrer von Bryan Kest) bei einem seiner Workshops. Er empfahl mir Bryan Kest zu treffen und seine Klassen zu üben. So kam es dazu, dass ich im amerikanischen Mekka der Yogis – in Santa Monica – Bryan Kest für mich entdeckte. Ich besorgte mir alle DVD’s von ihm, übte danach und er wurde schließlich wenig später mein Lehrer.

Detox Power Yoga Andrea Kubasch QBIYoga, Poweryoga, Hamburg, Mutterkutter, Mamablog, Kiel, MutterKutter, schwanger, Schwangerschaft, Geburt, Zwillinge

Wo können wir überall mit dir praktizieren, wenn wir nicht grad in Hamburg wohnen…

Auf unserer Website www.poweryogagermany.de haben wir ein Online-Studio (http://www.poweryogagermany.de/online-studio.html), welches 24 h geöffnet hat und wo es jede Menge Unterrichtseinheiten mit mir gibt. Einen Überblick über meines DVDs für das Üben Zuhause findest du hier:  http://www.poweryogagermany.de/ueber-uns/shop.html. Außerdem bin ich mit meinem Mann Dirk Bennewitz häufig unterwegs. Hier sind alle Tourdaten auf einem Blick: http://www.poweryogagermany.de/events/pyg-on-tour48.html

Arbeitest du eigentlich schon wieder? Und: Hat sich deine Praxis bzw. dein Blick auf die Yogapraxis als Mama noch einmal verändert?

Bisher war Yoga mein Arbeitsinhalt und meine Lebensquelle. Jetzt will ich in den nächsten Monaten erst einmal etwas weniger Kurse geben als sonst, um mehr Zeit für die Zwillinge zu haben.

Yoga, Poweryoga, Hamburg, Mutterkutter, Mamablog, Kiel, MutterKutter, schwanger, Schwangerschaft, Geburt, Zwillinge
Credit: Peter Werle

Wir haben das Gefühl, dass mit dem Mamasein das Wort Liebe neu definiert wird. Geht es dir da ähnlich?

Als mein Sohn geboren wurde und ich ihn zum ersten Mal hörte, ging mein Herz auf. Als ich dann kurze Zeit später auch noch meine Tochter in den Armen hielt, habe ich vor Glück geweint. Auf einmal verschieben sich Deine Prioritäten. Kinder machen süchtig.

Jedes von ihnen hat seine eigene Persönlichkeit und es ist so faszinierend, ihnen beim Wachsen zuzusehen. Für mich ist es die höchste Form des Bhakti Yoga (die liebende Hingabe an das Göttliche).


Vielen Dank für das offene Interview, liebe Andrea. Wir wünschen euch 4en alles Liebe!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich akzeptiere.