Der Alltagswahnsinn in meinem Kopf: „Stop. Hallo. Warte kurz. Nee. Scheiße! Uaaaaaaa! Hilfe! Ich bleibe ruhig. Doch. Jetzt. Ruhig, Doro. Bleib ruhig. Entspann dich. Sie will dich nicht ärgern. Sie ist ein Kind. Atme. Ruhig. Scheiße. Kawumms! Oh, explodiert.“

Neulich musste ich raus in den Garten gehen und kurz „WOOOOOOOOAAAAAA!“ brüllen. Die Energie musste raus. Kennt ihr das auch?


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Einer nörgelt, zwei nörgeln, drei nörgeln. Mama ist gestresst. Müde. Aber….kann ich das irgendwie verhindern? Wie bleibe ich nur ruhig im Alltagswahnsinn? Und wie schaffe ich es, mich regelmäßig um mich und meine Bedürfnisse zu kümmern? Nachdem ich schonmal über mich als Meckermutti geschrieben und Mamapsychologin Isabel um Rat gefragt hatte, habe ich mir folgendes gedacht:

Alltagswahnsin
Foto: Dorothee Dahinden

Lass uns doch sechs Tipps von verschiedenen Frauen zusammentragen, die uns allen dabei helfen, entspannt und liebevoll durch unseren Mama-Alltag zu kommen. Wir alle haben übrigens gemeinsam quasi Kinder vom Kleinkindalter bis über die Pubertät hinaus.

Mit dabei nicht nur die MutterKutter-Crew, sondern auch the fabulous Nora Imlau und die super lustige Instagramquotenlady @queen_of_village.


Alltagswahnsinn: So lustig schafft sich die Hebamme & siebenfache Mama Kerstin Lüking ihre Freiräume:
Rettet Mama!
Alltagswahnsinn siebenfache mama Sex Elternsex Hebamme Kerstin Lüking MutterKutter
Kerstin Lüking, Hebamme, siebenfache Mama & MutterKutter-Autorin. Foto: Kerstin Lüking

Also, mittlerweile bin ich ein großer Shakespeare-Fan geworden. Besonders der vierte Akt, Szene 5 Vers 28 von Hamlet hat es mir angetan!

„NEIN“

Ich habe den Button mit dem Spruch: „Rettet die Bienen“, den meine Tochter neulich vor dem Supermarkt geschenkt bekam, einfach mit einem Pflaster überklebt und in dicken Lettern das Wort: „NEIN“ darauf geschrieben.

Mittlerweile trage ich immer den Button und komme mir damit wie ein Anti-Atomkraft-Demonstrant vor. Ich demonstriere tatsächlich! Nämlich gegen den ganzen Alltags-Scheiß!

Schleicht wieder eins meiner Kinder um mich herum, um mich von der Seite aus zu becircen und mir 15€ für einen Kinobesuch aus den Rippen zu leiern, zeige ich nur noch mit staatstragender Miene auf den Button, der ganz traurig an meinem verwaschenen T-Shirt hängt: „Nein“- heute keine 15€!“

Mein „Nein!“ für mehr Entspannung!

Ruft mich eine meiner Schwangeren an, um den Vorsorgetermin bitte auf 19 Uhr verschieben zu wollen, damit der werte Gatte auch anwesend sein kann, fauche ich mittlerweile ein sicheres „NEIN“ durchs Telefon. Muss ich mich entscheiden zwischen a.) Fenster putzen oder b.) eine Runde Sport. Ein ganz klares „Nein“ zu Punkt a.)

Fast stündlich habe ich die Wahl zwischen Wäschebergen und Zahnpastaspritzern auf dem Spiegel. Was mache ich? Ich sehe „NIEN“ im Spiegel. Vorwärts gelesen: „NEIN“.
Heute keine Wäsche! Ich schnappe mir meine Jacke und beschließe, eine Runde um den See zu laufen. Mittlerweile erfreue ich mich an den kleinen Dingen im Leben und ziehe mir daraus meine Energie.

Ich will mich nicht mehr aufregen und Energie verschwenden, habe keine Lust mehr, von einem zum nächsten Punkt meiner to-do Liste zu hecheln. Ich zeige mittlerweile Grenzen auf, die mir vor ein paar Monaten noch ganz fremd waren. Jetzt weiß aber jeder, woran er bei mir ist.

Ich will mir Alltagsinseln schaffen, auftanken und gelegentlich mal meine Ruhe haben. Beim Sport, beim Spaziergang, beim S-Bahn fahren, beim Löcher in den Himmel gucken.
Meinem Mann werde ich langsam unheimlich!

Bei meinem Aufkleber habe ich das „Nein“ übrigens gerade abgepopelt und „die Bienen“ durch „Mama“ ersetzt.

„Rettet Mama“. Wir Mütter müssen schon verdammt auf uns aufpassen!


Alltagswahnsinn olé: Die Queen of Village mit ihrem ganz persönlichen Rezept für euch:
Alltagswahnsinn
Die „Queen of Village“

Ich wurde gefragt, ob ich einen Tipp schreiben könnte, wie man als Mutter in Stresssituationen entspannt bleibt – ich sei nämlich ein großes Vorbild hinsichtlich Entspannung. Da sind mir vor Lachen ja fast die elektronischen Fußfesseln aus der Hand gefallen, die ich meinen Töchtern wie jeden Morgen umlegen wollte. Nein, Spaß. Natürlich gibt’s bei uns keine Fußfesseln. Meine Töchter haben implantierte GPS-Sender.

Entspannt? Puh. Bin ich doch auch nicht sooooooo.

Ernsthaft – ich bin, was meine Töchter betrifft, gar nicht so entspannt wie es den Anschein hat. In Bezug auf vieles andere schon. „Aber ich muss doch …“, „Heute muss ich aber wirklich noch …“, „Was sollen die Leute denken, wenn ich nicht …“.

„Dicken Scheiß und die Tür zu“, würde mein Vater jetzt sagen. Was so viel heißt wie: „Wozu der Stress? Du musst absolut gar nichts!“ Recht hat er. Gelassenheit tut der Seele viel mehr gut als Fleißbienchen im selbstauferlegten Hausaufgabenheft. Meiner Seele geht es sehr gut! Ich bin der gelassenste Mensch auf der Welt. Also beinahe. Wenn da halt nicht meine Töchter wären.

Und so kannste auch mit Teenies pennen, Mama!

Mit ihren Freunden, die Fahranfänger sind und Papas dicke Karre um den nächsten Baum wickeln. Diskobesuche mit Rohypnol-Flatrate. Kurztrips nach dorthin, wo das Datenvolumen für nur eine einzige WhatsApp-Nachricht reicht („Hey Helikopter-Mum, bin angekommen“) und die restlichen Gigabyte aufgrund sinnbefreiter Rund-Snaps über in Ketchup ertränkten Pommes vor irgendeinem skandinavischen See vorzeitig die Flügel strecken. Ob dein Kind am nächsten Tag noch lebt oder inzwischen im schwedischen Outback zerstückelt wurde, erfährst du nicht. Ein Teenie muss halt Prioritäten setzen. Hannibal Lector würde vor Ehrfurcht erstarren, wenn er in mein Kopfkino gucken könnte.

Und jetzt sitze ich hier und soll Tipps geben, wie man als Mutter in Stresssituationen entspannt bleibt?! Ganz ehrlich: Manchmal hilft tatsächlich nur Vertrauen, Augen und Ohren zu und drei Gläser Rotwein drauf. Dann kannst du wenigstens pennen.

Die lustige Queen of Village findet ihr übrigens hier auf Instagram. 


Hallo, ich bin Mama. Lassen Sie mich durch. Frauenärztin und MutterKutter-Autorin Dr. Judith Bildau über ihre 3 Dinge, die ihr helfen.
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Frauenärztin & MutterKutter-Autorin Dr. Judith Bildau

Puh… wie man ruhig in Stresssituationen bleibt? Ähm, keine Ahnung. Ich weiß es wirklich nicht, wüsste es aber gerne. Denn diesen Tipp bräuchte auch ich dringend. Ich bin Mama. Es leben insgesamt 4 Mädchen in unserem Haushalt und ich durchlebe aktuell Pubertät, Vorpubertät, Grundschulpubertät und Kindergartenpubertät (ob es die beiden letzten gibt? Gute Frage, es fühlt sich zumindest so an!) parallel.

Selbstfürsorge fängt doch eigentlich beim Toilettengang an, oder?

Und, nein, manchmal KANN ich einfach nicht ruhig bleiben. Dann werde ich ungehalten. Theoretisch weiß man ja, wie es funktionieren soll. Selbst in den sozialen Medien kriegt man ja jetzt die ‚bindungsorientierte Erziehung‘ erklärt und, ja, es ist wichtig, Selbstfürsorge zu betreiben. Ist halt nur manchmal so verdammt schwierig, wenn ein alleiniger Toilettengang schon ein Akt der Unmöglichkeit zu sein scheint. Und da sollte ja eigentlich die Selbstfürsorge anfangen.

Diese 3 Dinge helfen mir!

Ihr seht, ich bin also genauso ratlos, wie viele von euch. Drei Sachen helfen mir persönlich. Erstens: Ein- und ausatmen und mir einen Lieblingssatz meiner Oma mantraartig vorsagen. „Auch der längste Tag hat nur 24 Stunden.“ Zweitens: Mir das schreiende, trotzende Kind beim Schlafen vorzustellen. Denn ich weiß, spätestens dann, wenn ich es mir dann so anschaue, ist alles wieder vergessen und mein Herz sprudelt über vor Liebe. Und drittens: Auf den Überraschungseffekt setzen. Ein wütendes Kind (egal welchen Alters) einfach in den Arm nehmen, festhalten, liebhalten. Warten bis der Sturm vorüber ist. Bei beiden.


Über mehr Entspannung mit „Stop“. Mamapsychologin Isabel Huttarsch mit ihrer ultimativen Bremse im Alltagswahnsinn:
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Mamapsychologin & MutterKutter-Autorin Isabel Huttarsch I Foto: get_shot.de

Entspannung – Hand auf´s Herz: Wer von uns Mamas könnte nicht wirklich etwas mehr davon im oft turbulenten Alltag mit unseren Kindern gebrauchen?

Irgendwas ist immer. Und so fällt es uns nicht selten schwer, einfachmal abzuschalten. Gerade in stressigen Phasen fahren unsere Gedanken Karussel, bis uns schwindlig wird. Wie wäre es denn damit, ihnen einfach einmal klar und deutlich ein ausgesprochenes „STOP“ entgegenzusetzen?

Gedankenstoppen hat Erfolg!

Kein Scherz, diese zugegebenermaßen simple Methode des Gedankenstopps wird in der Psychotherapie sehr erfolgreich gelehrt, um störende und zehrende Gedanken in Schach zu halten. Denn es gibt Gedanken, die kosten Kraft, die wir in anstrengenden Phasen unserer Mutterschaft gut und gerne an anderer Stelle brauchen können. Und so macht es durchaus Sinn, einmal kritisch zu hinterfragen, ob sie gerade dran sind.

Probier es doch einfach einmal aus: Das nächste Mal, wenn die Couch verführerisch nach dir ruft und sich diese pflichtbewusste-sabotiernde Stimme in deinem Kopf bei dir meldet, dann sage laut „STOP“. Hört sich komisch an, ist es am Anfang vielleicht auch. Aber es ist mindestens ebenso effektiv, um deinem Gehirn einen Raum der Achtsamkeit und dir damit einen Moment der Entspannung zu schenken.

Nimm dich bitte selbst wahr, Mama!

Falls deine Gedanken dabei nicht gleich auf dein „STOP“-Signal hören sollten, dann lass dich nicht verunsichern. Sie haben Zeit deines Lebens bislang herrschaftlich in deinem Kopf gewaltet. Da darf schon etwas Zeit für den „Beziehungsaufbau“ ins Land gehen, ehe sie mit dir gemeinsam an einem Strang ziehen – für etwas mehr Entspannung im Alltag und ein klares „JA“ zu dir.


„Ich bin nicht pefekt, aber ein Atmen am Morgen…vertreibt…“ MutterKutter-Herausgeberin Doro über ihren Entspannungsversuch im Alltagswahnsinn.
Filme Alltagswahsinn
Foto: www.anneseliger.de

Also, ich bin inzwischen davon überzeugt. Wir Mamas sind auch nur Menschen. Wir müssen nicht perfekt sein. Ganz ehrlich: Ich bin nun einmal nicht Frau Buddha. War ich noch nie, ich arbeite daran (Meditation & Yoga), aber….ob ich jemals so entspannt werde, wie es mir als Optimalfall in den Sozialen Medien suggeriert wird?

Ich habe Emotionen. So isses.

Nope. Denn ein Stück weit bin ich auch einfach Doro. Die, die früher den Tennisschläger über den Platz gefeuert hat. Doro, die so viel fühlt, dass sie wohl jede Emotion kennt. Die, die unendlich viel Liebe für ihre Kinder in sich trägt und ihnen verbal und nonverbal sagt, wie sehr sie sie liebt und wie sehr sie ihr Leben bereichern. Aber auch eben die, die in Stresssituationen nicht immer cool und gelassen bleibt.

A T M E, Doro!

Alltagswahnsinn: Nein, ich bin nicht perfekt. Wie eingangs erwähnt. Die Energie muss mal raus. Ist irgendwie auch Zyklusabhängig, ob ich mega entspannt oder eher unentspannt bin. Kein Witz. Meine Kinder erleben mich jedenfalls so, wie ich bin. Ehrlich, authentisch. Und wenn ich sauer bin, dann werde ich auch mal laut und sage „Scheiße“. So. Ich habe aber gemerkt: Mit dem Alter und den Kindern wurde ich ruhiger. Und damit wir die Energie gut nutzen, mache ich nun immer wieder folgendes: Ich gehe raus. Atme. Gehe aus der Situation raus. Oder, wenn mein Mann da ist, spazieren. Einmal Stress aufgelöst und an mich gedacht. Zack. Glücklicher. Neulich habe ich übrigens, als meine Kinder beide gebrüllt haben, folgendes gemacht: „Ommmmmmmm“…Genau: Ich habe es gesungen und so….Und dann ist tatsächlich bei uns 3en Ruhe eingekehrt. Hex hex?! Love you, girls!


Die Wut kommt aus mir selbst. Jetzt einmal handeln! Buchautorin Nora Imlau über ihren Weg aus Stresssituationen.

Alltagswahnsinn Ultraschall Nora Imlau Erziehung bedürfnisorientierte Elternschaft bedürfnisorientiert Familienleben Attachment Parenting Mamablog Mama Mamablogger Interview MutterKutterAlso, mein wichtigstes Mantra in solchen Stresssituationen ist: ‚Diese Wut kommt aus mir selbst‘. Heißt im Klartext: Egal, was mein Kind gerade gesagt oder getan hat, es ist nicht *schuld* an meiner Wut, es hat nur irgendetwas in mir angerührt, was mich jetzt wütend macht.

Und das heißt: Ich muss jetzt nichts *mit meinem Kind* machen, weil ich wütend bin, sondern ich muss mich zu allererst mir selbst zuwenden. Was brauche ich jetzt? Welches unerfüllte Bedürfnis in mir bahnt sich hier gerade seinen Weg? Also im Grunde: Konsequente Selbstfürsorge statt unkontrolliertem Rumbrüllen.

Meine Kinder kennen das schon: Wenn Mama richtig sauer ist, kocht sie sich erstmal einen schwarzen Tee mit Milch. Dann trinkt sie ihn auf dem Balkon. Alleine. Und atmet. Und dann kommt sie wieder, und dann geht der Alltag weiter. Es kann durchaus sein, dass meine Kinder in dem Moment nicht geduldig warten, sondern unzufrieden damit sind, dass ich mir jetzt erstmal Zeit für mich nehme. Das ist okay.

Frust, weil Mama jetzt erstmal für sich sorgt, schadet Kinderseelen nicht. Angeschrien werden schon.

Die Buchautorin Nora Imlau findet ihr auf Instagram, Facebook und Instagram. Und auf ihrer Homepage findet ihr Noras Bücher.

2 Kommentare zum Thema “Whoozer! Deine 6 Tipps für mehr Entspannung im Alltagswahnsinn.”

  1. Bis zum letzten Satz dachte ich: so ein toller Artikel. Dann der letzte Satz. Ja. Klar. Man sollte seine Kinder nicht anschreien. Das ist nicht schön. Aber trotzdem sind wir Mütter nur Menschen und schreien halt leider doch mal. Auch wenn wir eigentlich SO nicht sein wollen. Ich finde dieser Satz erzeugt schon wieder unheimlich viel Druck. Den sich jede Mutter ja schon genug macht. Und das führt ja dann bekanntlich zu noch mehr Stress.
    Schade dass der Artikel mit dieser „Mahnung“ (die ja doch eigentlich für jede reflektierte Mutter klar ist) endet.

    1. Liebe Steffi, erst einmal herzlichen Dank für dein Lob. Damit waren ja 99 Prozent des Artikels für dich hilfreich und vielleicht auch zum Wiederfinden. Das wäre zumindest für mich total toll und wünschenswert. Ich denke, ich ahne ziemlich gut, welches Gefühl dieser Satz in dir ausgelöst hat. Denn, wie auch beschrieben: Ich bin keine Mama Buddha. Und ich denke bei dem Wort „bedürfnisorientiert“ auch gerne: Oh, dann hast du, wenn es danach geht, voll versagt – du als Emotionskanone. Ich habe Nora so verstanden: „Unkontrolliertes Anschreien“ – und das zu Hauf – ist halt…genau. Und es geht für mich nicht darum, dass wir mal aus der Haut fahren. Sondern dass wir uns um uns kümmern. Um unsere Bedürfnisse und unser Sein. Und dann können wir auch mal „barfuß und gelassen“ durch Stresssituationen gehen. Weißt du? Herzliche Grüße von Doro

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