Elternsein

Meditation jetzt? JA! Vom drögen Image zur echten Praxis mit Kindern!

Meditationslehrerin Anando Würzburger und Eltern-Coach Christopher End mit Impulsen für Eltern und Kinder. Autorin: Dorothee Dahinden

Meditation jetzt! – dieses Interview ist ein Impuls, um Meditation gemeinsam mit Kindern einfach mal zu probieren.

Warum? Weil sie viel Gutes kann, zum Beispiel im Umgang mit Ängsten. Was noch – das erfahrt ihr in diesem Artikel. Ich habe Meditationslehrerin Anando Würzburger und Eltern-Coach Christopher End zum Thema interviewt. Gemeinsam haben sie ein tolles Meditations-Buch für Kinder geschrieben. Dazu unten mehr!


unbeauftragte Werbung* Dieser Artikel enthält einen Affiliate Link* (mehr dazu weiter unten) und Verlinkungen zu den Interviewparnter*innen


Liebe Anando, lieber Chris, die Wirksamkeit von Meditation ist bewiesen. Doch bis heute hat Meditation für viele immer noch – das ist meine Erfahrung – einen Beigeschmack. Entweder finden sie das Ganze uncool, winken ab mit “Ich habe keine Zeit dafür” oder “Ne, der Alltag bombt schon so! Wann soll ich das denn noch machen?” Was antwortet ihr auf diese und ähnliche Einwände?

Meditation jetzt
Christopher End, Eltern-Coach

Chris (lacht): Mir fällt da sofort das alte Zen-Sprichwort ein: Meditiere 20 Minuten täglich, es sei denn du hast keine Zeit, dann meditiere eine Stunde.“  Ganz schön bescheuerter Rat, oder? Er ist, wie viele Zen-Sprüche, ein Paradoxon. Aber unser Leben ist schließlich auch ein Paradoxon. Das, was du beschreibst, was wir gerade als Eltern in dieser Gesellschaft erleben, ist ja genau dieser unlösbare Widerspruch: So viele von uns können nicht mehr, sind völlig erschöpft von den vielen Anforderungen … und die logische Antwort auf Erschöpfung wäre ja Ruhe, Entspannung, Auftanken … aber dafür haben wir ja gerade keine Zeit. Und so drehen wir uns weiter im Kreis.

Meditation jetzt? “Es lohnt sich auf jeden Fall.”

Anando: Meditation öffnet einen Ausweg aus diesem Teufelskreis. Doch diesen Weg dann auch zu gehen – das ist eine persönliche Entscheidung. Diese Entscheidung kann nur jede*r selbst treffen. Ich würde nach über 40 Jahren Meditationspraxis sagen: es lohnt sich auf jeden Fall.

Welche positiven Effekte hat Meditation denn auf uns?

Anando Würzburger, lehrt seit über 40 Jahren Meditation// Credit: Smilla Dankert

Anando: Meditation ist so vielfältig in ihrer Wirkung. Sie kann uns einen besseren Kontakt zu uns selbst, zu unserem Körper, dem Denken und Fühlen geben. Gleichzeitig können wir unsere Reaktionen mit mehr Neutralität beobachten. Sie erlaubt uns innezuhalten und unsere Impulse wahrzunehmen statt automatisch auf das, was von außen kommt, zu reagieren. Wenn wir meditieren, dann üben wir uns darin, eine wohlwollende freundliche Haltung einzunehmen. Und das auch gegenüber ungeliebten „Gästen“, wie Wut, Trauer oder Angst. Sie gibt uns die Möglichkeit, Gefühle und Stress anzunehmen und so auch besser zu regulieren.

Chris: Gerade für uns Eltern hat das enorme Vorteile: Wenn ich ruhiger werde, wenn ich mehr mitbekomme, was in mir los ist – wenn ich das sogar ein Stück weit besser regulieren kann – dann kann diese Erfahrung meinen Umgang mit meinem Kind, also mein ganzes Elternsein, verändern.

“Leider ist es so, dass Stress, Sorgen und Anspannungen auch im Leben von Kindern eine große Rolle spielen.”

Und warum ist Meditation nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder geeignet?

Chris: Leider ist es so, dass Stress, Sorgen und Anspannungen auch im Leben von Kindern eine große Rolle spielen. Wenn Kinder früh lernen, wie sie selbst von der Anspannung in die Entspannung kommen können, dann kann das ihnen jetzt im Moment dienen und gleichzeitig für ihren weiteren Lebensweg ein sehr wertvolles Tool werden.

Anando: Kinder sind neugierig auf das Erforschen von sich selbst. Wenn sie nun spüren, wie gut es ihnen tut, dann kann sie das selbst ermächtigen, mit stressigen Situationen umzugehen. Sei es nun die Sorge vor der Klassenarbeit oder die Angst vor der Dunkelheit.

Durch Meditation können Kinder ihren Mut wachsen lassen!

Was ist das Besondere an der Hara Meditation? Inwiefern kann sie Kindern Mut machen, sie stark machen und Stress abbauen? Das klingt ja schon total toll!

Anando: Die Hara Meditation findet in Bewegung statt und führt Schritt für Schritt in die Stille. Die Bewegung – und die Bauchatmung selbst – regt den Vagusnerv an, der die Entspannungsreaktion des Körpers einleitet. Angst und Stress sind die Folge einer Erregung des Sympathikus. Lerne ich mich zu beruhigen, habe ich ein wichtiges Werkzeug an der Hand, um für einen Ausgleich des Nervensystems selbst sorgen zu können. Das macht Kindern richtig Freude und sie lernen sehr schnell.

Chris: Wenn Kinder so lernen, sich selbst zu beruhigen … Wenn sie lernen, mit großen Gefühlen, wie der Angst, umzugehen, dann lässt das ihren Mut wachsen. Mut ist ja nichts anderes, als die Bereitschaft, sich dem Unangenehmen zu stellen, sprich zu handeln, obwohl da Angst in einem ist.

Wie können wir denn easy anfangen mit unseren Kindern?

Anando: Für den Einstieg in Meditation mit Kindern empfehle ich spielerische Achtsamkeitsübungen über das Wahrnehmen von Kontakt und Berührung. Wenn wir Menschen als soziale Wesen unter Stress stehen, ist unser erster Impuls, uns über den Kontakt zu anderen Menschen zu regulieren und zu beruhigen. Erst im Laufe unserer Entwicklung lernen wir über die Interaktion mit anderen, uns allein zu beruhigen und zu entspannen. Daher ist es für Kinder auch einfacher über Kontakt zu anderen Menschen zu entspannen oder Achtsamkeit in der Körperwahrnehmung zu üben. Auch kleine Übungen zur Wahrnehmung des Atems und der Zentrierung zur Mitte können Kindern einen leichten Zugang finden lassen. Wichtig ist es, kleine Übungseinheiten zu praktizieren und sich darüber wertschätzend mit ihnen auszutauschen ohne eine Zielvorgabe und ohne Bewertung.

“Letztlich ist aber das Wichtigste ihre Neugier auf das Meditieren zu wecken.”

Achtsamkeit wirkt gerade über das Annehmen von dem, was ist – und nicht über das Erreichen eines idealen Zustands. Das hört sich zunächst widersprüchlich an, weil der Wunsch nach Beruhigung und Verbindung zu der stillen Kraft aus der Mitte uns vielleicht zum Meditieren motiviert. Es klappt jedoch nur, wenn ich mich auch anfreunden kann mit dem, was nicht „ideal“ ist. Den unangenehmen Gefühlen und Zuständen. Das können Kinder oftmals viel schneller verstehen als Erwachsene. Letztlich ist aber das Wichtigste ihre Neugier auf das Meditieren zu wecken.

Chris: In unserem Buch haben wir dazu eine Geschichte gewählt. In dieser Fantasy-Geschichte reisen die Zwillinge Nina und Tim durch Raum und Zeit ins alte Japan. Dort freunden sie sich mit dem Sohn eines Samurais an, lernen nebenbei auch zu meditieren und kommen einer Verschwörung auf die Spur. Die Meditationstechniken helfen ihnen dabei, mit ihrer eigenen Angst umzugehen. Die Meditation spielt in der Geschichte zwar nur eine Randerscheinung, kann die Kinder aber motivieren. So nach dem Motto: „Wenn du Lust hast, können wir das wie Nina und Tim mit der Meditation auch mal zusammen probieren!“

Wichtig ist es, das Ganze auch als Einladung zu formulieren. Meditation sollte freiwillig bleiben. Wir halten es für ungünstig, Kinder zum regelmäßigen Meditieren zu zwingen. Es geht um die eigene Freude und die Selbstermächtigung.

“Meditiere, wenn du Lust darauf hast und das Gefühl hast, es würde dir guttun.”

Und wisst ihr was? Ich habe mal für einen TV-Beitrag wochenlang meditiert. Jeden Tag. Die Effekte waren für mich der Wahnsinn: Ich war konzentrierter, gelassener, ruhiger. Das tat mir total gut und dennoch habe ich es verloren! Ich meditiere immer mal wieder, aber diese Regelmäßigkeit finde ich einfach nicht. Was wäre euer Rat für mich?

Anando: Ja, Regelmäßigkeit beim Meditieren klappt nur, wenn das Meditieren etwas so Selbstverständliches wird wie das Zähneputzen. Da hilft es, die Meditation fest in den Tagesrhythmus einzuplanen. Sonst findet unser Verstand immer wieder neue Ausreden für das Verschieben auf später. Oder du wählst ein anderes Model: Meditiere, wenn du Lust darauf hast und das Gefühl hast, es würde dir guttun. Wenn du dich für dieses Modell entscheidest, dann tue es ohne schlechtes Gewissen. Schau, welches Modell für dich am besten funktioniert. Zur Zeit meditiere ich nach Gefühl. Viele Jahre lang bin ich jedoch einem regelmäßigen Rhythmus gefolgt.

Chris: Mir helfen zwei Erkenntnisse. Erstens: Eine Meditationsform zu nehmen, die mir leicht fällt und Freude bereitet. Also da lang zu gehen, wo es leicht geht. Und zweitens: Mit sehr kleinen Einheiten anzufangen. Deswegen habe ich eine App, die jede Stunde gongt. Das ist meine Erinnerung, kurz die Augen zu schließen. Nur für einen Moment.

Der kleine Samurai findet seine Mitte

Hier (Affiliate Link*) geht es zum Buch, das Anando und  Chris gemeinsam geschrieben haben. Es führt Kinder zwischen 6 und 10 Jahren und ihre Eltern an die Hara Meditation ran, die wiederum positives Denken und Achtsamkeit fördert und innere Stärke nach sich zieht. Ein Buch, das Kindern dabei helfen soll, besser durch Stresssituationen und Schicksalsschläge zu kommen.

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