Wisst ihr: Es gab da letzte Woche einen Moment. Einen Moment, auf den ich nicht stolz bin. Der für mich, Doro, mehr ist als „Mama meckert“. Der meinem Empfinden nach meinem Mecker-Verhalten die Krone aufgesetzt hat. Ich finde mich so bescheuert im Nachgang. Ich schäme mich. Und ich würde diesen Moment, meine Reaktion, gerne ungeschehen machen. Das kann ich aber nicht. Ich konfrontiere mich mit ihm und erzähle euch davon.

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https://youtu.be/oFVBD6yVhKI

Musik: Finn Seliger

Um es besser zu machen. Um als Mama insgesamt wieder ruhiger zu werden. Was war los?

Ich war so wütend. Warum eigentlich?

Folgendes: Ich habe letzte Woche die Schlafzimmer-Tür zugeknallt.  Das könnte ich ja vielleicht noch unter Doro-ist-grad-in-Rage-wie-damals-auf-dem-Tennisplatz-Reaktion verbuchen. Aber: Meine 3-jährige Tochter stand in 2 Meter Entfernung davor. Und, ja: die Reaktion galt ihr. Ich war wütend. Ich wollte alleine sein. Abschalten. Durchatmen. Genau: kurz meine Ruhe haben. Und wisst ihr was? Ich schäme mich. Ganz furchtbar. Weil ich glaube, dass ich es hätte besser machen können. Dass ich die Tür auch hätte hinter mir schließen und ihr vorher erklären können: Mama muss ganz kurz alleine sein. Auch wenn das an sich genauso hart sein mag. Für mich allerdings allemal besser als dieses Mama meckert Mamasein Mamablog MutterKutter Kiel„Kawumm“. Diese völlig  bescheuerte Überreaktion. Die weder Ruhe noch Glück schafft. Sondern Traurigkeit. Und Hilflosigkeit auf Seiten meiner Tochter. Und Scham auf meiner.

Dann macht es „BUMM“ in meinem Kopf.

Warum ich wütend war? Ich kann es heute, in diesem Moment, gar nicht mehr so genau sagen. Ich war total krank. Dazu mit beiden Kindern (meine Töchter sind 3 & 1) alleine zuhause. Und einfach nur so so müde. Ich wollte eigentlich nur auf dem Bett liegen, irgendeine Serie angucken und mich auskurieren. Das war aber nunmal nicht möglich.

Und wenn dann – wie in diesem Fall – Autonomiephase auf Zahnungsschmerzen trifft – oder unbändiger Hunger auf mega müde, mir dazu zwei Arme mehr wachsen müssten, die Bude aussieht, als ob ein Orkan durchgeflügt wäre und ich zu nichts anderem komme als Haushalt, Windeln, Kochen, Sandkiste – dann vergesse ich manchmal zu atmen. Durchzuatmen. Mich runterzufahren. das Glück zu sehen und zu fühlen. Und dann, ja, dann macht es: „BUMM in meinem Kopf“.

In solchen Situationen, auch wenn ich nicht krank, sondern einfach über den Punkt bin, werde ich nörgelig. Meine Kinder auch. Ich sagen dann Dinge, wie: „Anni, bitte, das kann doch nicht sein…“ oder sage Sachen, wie „Mach das doch bitte jetzt. Verdammt nochmal“. oder rufe „Leute, stop. Es reicht. Raus hier“.  Zum Beispiel, wenn das Spielpferd im Bad steht und Liv mit frisch angezogener Hose in der nassen Dusche sitzt.  Halleluja! Dann werde ich lauter. Auch mal laut. So dass die Nachbarn bestimmt schonmal gedacht haben: Wasn das für ´ne Rabenmutter.

Und im schlimmsten Fall – wie neulich, fliegt dann eine Tür. Dann ist Doro quasi explodiert.  Und vielleicht auch nur Mensch. #verdammt. Das will ichaber  nicht. Denn so mag ich mich nicht. Und das möchte ich ändern. Nicht zum ersten Mal, denn:

#nomeckermutti – meine gescheiterte 40-Tages-Challenge.

Anfang des Jahres hatte ich eine Challenge ins Leben gerufen bei Instagram. Unter dem Hashtag #nomeckermutti wollte ich 40 Tage nicht meckern. Und wisst ihr, wieviele ich geschafft habe? Sieben. Ganz genau. Mehr nicht. Keine Glanzleistung. Nö.

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Screnshot/ Instagram. #nomeckermutti-Challenge.

Aber damals wurde mir vor allem eine Sache ganz klar: Verstellen kann ich mich auch nicht. Ich bin auch manchmal eine alte Nörgel- oder Motzbacke. Und dann kann ich keine gute Laune-Maske aufsetzen und so tun als ob meine Gefühlswelt grad rosarot wäre. Und damit bin ich inzwischen fein. Ich denke: Treu bleiben sollte ich mir als Mama. Arbeiten muss ich trotzdem an mir. Und zwar gewaltig. Denn ich will – überspitzt gesagt – nicht die „Mama meckert-Mama“ sein.

 Die Unzufriedenheit. Ich  muss bei mir anfangen.

Mir ist klargeworden. Meine Kinder sind ein Spiegel meiner Selbst. Meiner Gefühle.  Seele. Meiner inneren Haltung. Und Laune. Ob gut oder schlecht. Das habe ich ganz klar die letzten Tage gemerkt: Ich bin fröhlich. Meine Mädchen sind es auch. Ich lache. Sie lachen mit. Ich tanze. Sie tanzen mit. Ich singe. Sie singen mit.

Ein Krippen-Erzieher hat mal zu mir gesagt: „Die Kinder wissen, wie ich drauf bin, bevor ich es selber weiß.“ Yes. Word. Das unterschreibe ich. So ist es auch bei mir. Das weiß ich heute ganz genau. Und fühle es mehr denn je. Wo fange ich also an?

Ich sollte meine Bedürfnisse erfüllen!

Bei mir. Bei meinen Bedürfnissen. Wenn ich meine Bedürfnisse erfülle und glücklich bin, dann sind es auch meine Kinder. Klingt abgedroschen. Ist aber so. Stichwort: Selbstfürsorge. Die ist essentiell. Für mich. Für meine Kinder. Und für meine Beziehung. Diese Erkenntnis war für mich der erste Schritt in Richtung „es besser zu machen“. Der zweite ist: Ich räume mir jetzt mehr Zeit für mich ein. Für die Dinge, die ich liebe und die ich brauche. Sport, Meditation, ein Bier und gemeinsames Lachen mit Freunden. Ein gutes Buch. Stille. Schöne Musik. Oder eben Fotos und einen Blogartikel. Egal, was. Hauptsache, es hilft mir, um ruhiger zu werden, mich zu finden, zu spüren oder mich zu ordnen. Denn Unordnung im Innen und Außen lässt mich meckern.

Ich merke: Wenn ich mir meine Zeit nehme, ich Ordnung schaffe für mich, bin ich dankbarer. Bewusster. Glücklicher. Ich strahle anstatt zu meckern, lache anstatt eine Tür zuzumachen. Und ich atme anstatt die Luft anzuhalten.

Mama meckert vs. „Ich will meinen Kindern ein Vorbild sein.“

Und sie ist auch da: Die Angst, dass ich durch mein Verhalten eine Tür zumache bei meinen Kindern. Dass sie mich zum Beispiel innerlich abstempeln als die Nörgelbacke. Denn das bin ich nicht. Das ist nur ein Teil der Realität. Ein Teil von Doro. Einer, den ich transformieren möchte. Hallo, ich bin Doro. Grundsätzlich eine fröhliche Frau. Eine liebende Mama, deren größter Wunsch mit den zwei Geburten in Erfüllung gegangen ist. Ich habe 2 Wesen, die ich mehr als mich selber liebe. Die zauberhaft, ja, fabelhaft sind. Die viel lachen. Mich zum Lachen bringen. Und die das Lachen nicht verlieren sollen. Die stark sind.

Ich sehe meine Fehler. Ich kritisiere mich. Und ich entschuldige mich bei meinen Töchtern, wenn ich zu viel meckere, unfair und damit zu laut war. Und dann bekomme ich oft – zum Glück – Gegenwind von meiner Anneli, die dann sagt:  „Mama, du bist zu laut!“. Ja. Mann. Verdammt. Du hast absolut Recht. Entschuldige. Ich mache es besser! Versprochen. Ich liebe euch! Ihr seid das Beste, was mir je passiert ist!

4 thoughts on “Mama meckert: Dabei will ich das doch gar nicht. #verdammt. Über meinen Weg aus der Motz-Falle. Text & Video.”

  1. Hallo Doro, japp so geht mir das auch, manchmal und auch manchmal sehr oft.
    Das Gute ist ja, dass man sich reflektieren kann. Und meist, weiß man ja auch woher es kommt,das Wutmonster
    Die Bedürfnisse der Kinder sind im Vordergrund und sind laut, man vergisst sich NICHT (Dann wäre es ja Selbstaufgabe) aber man kommt nicht dazu, seine Bedürfnisse ausreichend umzusetzten… Und dann kommt Mama auch in so ne Art TROTZPHASE
    Was hab ich schon gesagt:in solchen Momenten
    Aber, daß Vorbild darf ja auch jenes sein, das authentisch motzt …sich aber auch auf Augenhöhe entschuldigen kann.
    Ich , zu meinem Teil, wünsche mir für meine Kinder das sie ehrliche Menschen werden, die Fehler eingestehen können.
    Man MUSS motzen können und dürfen und sich Zeit für sich selbst nehmen… Was nicht immer einfach ist…
    Ich finde es mutig und toll, dass du so offen bist und Wege finden möchtest.
    Und es ist ein echt scheiß harter Job mit zwei Kindern, wo Trotzphase und Zahnen ohne Verschnaufpause ineinander über gehen … Meine zwei sind 2,5 und 1,5 also…Hut ab! Atmen und ein Schritt nach dem Anderen

    1. Liebe Kathrin, herzlichen Dank – ich bin sehr berührt von deinen Zeilen. Und ich gebe dir absolut Recht: bezüglich der Wünsche gegenüber unseren Kindern für die Zukunft als auch bezüglich der Wünsche, die wir an uns als Mamas stellen sollten. DANKE! Und dir auch alles Liebe! Deine Doro

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