Brauche ich einen Kinderwagen mit großen Rädern, einen der klein zusammen zu klappen ist und wie wichtig ist der Stauraum? Brauche ich eine Handbremse und wie schwer sollte der Kinderwagen sein? Das alles sind wichtige Fragen. Wir haben gemerkt, dass es beim Kinderwagenkauf vor allem darauf ankommt, wo und wie man wohnt, ob und in was für einen Kofferraum der Wagen passen muss und wie man ihn hauptsächlich benutzt.

Da wir vier alle unterschiedlich wohnen und andere Anforderungen an unsere Kinderwagen stellen, haben wir für euch den Kinderwagentest gemacht und stellen euch hier unsere Modelle vor. Mit allem was uns gefällt und was uns weniger gefällt. Vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung dabei.


Claudia

Kinderwagen: Teutonia Mistral S (2014) mit Softtragetasche

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Wohnsituation: Haus im Wald

Wichtigste Anforderung beim Kauf: Wir brauchten unbedingt einen geländegängigen Kinderwagen, der unebene Wege verkraften kann und gut gefedert ist.

Komfort / Handhabung: Der Teutonia ist super praktisch, alles ist verstellbar: den Bügel zum Schieben kann man nach hinten verstellen, so dass die großen Räder vorne sind. Auch den Aufsatz für die Tragetasche kann man in beide Richtungen montieren, so kann das Kind zu einem gucken oder nach vorne. Wenn es aus der Tasche rausgewachsen ist, nutzt man nur den Buggyaufsatz, der sonst flach unter der Tasche ist.

Die vorderen Räder sind wendig für die Stadt, man kann sie mit einem Klick aber feststellen, dann ist der ganze Wagen stabil fürs Gelände.

Um den Wagen auseinanderzuklappen muss man nur am Bügel ziehen, der Rest rastet dann automatisch in die richtige Position. Das Zusammenklappen hingegen geht nur mit beiden Händen und einem Fuß, das ist also etwas aufwändiger, mit etwas Übung aber in wenigen Sekunden zu machen.

Der Korb unter dem Sitz bietet ausreichend Platz für einen Einkauf. Das Verdeck hat noch einen extra Sonnenschutz, den man bei Bedarf einfach ausklappen kann

Im Gelände ist der Teutonia sehr praktisch, gut gefedert und einfach zu schieben. Aber auch in der Stadt ist er mit den schwenkbaren Rädern vorne sehr wendig.

Nachteile: Das einzige, was ein wenig unhandlich ist, ist die Bremse. Die ist nicht wie bei anderen Kinderwagen mit dem Fuß zu betätigen, sondern befindet sich rechts am Schiebebügel. Dort wird sie einfach festgedreht, zum Lösen allerdings braucht man beide Hände. Das ist gewöhnungsbedürftig. Leider ist das zusammengeklappte Gestell ziemlich groß und unhandlich, ist also nur etwas für einen großen Kofferraum.

Gewicht: relativ schwer, 15 Kilo mit Tragetasche, knapp 14 als Buggy

Preis: neu etwa 700 € Wir haben ihn als Ausstellungsstück online für die Hälfte des Preises bekommen

Fazit: Für unsere Wohnsituation ist der Teutonia Mistral S perfekt, er ist super gefedert und total praktisch in der Handhabung. Da ich ein großes Auto habe, ist es nicht so wichtig, dass er relativ viel Platz einnimmt. Ich würde den Kinderwagen jedem empfehlen, der häufiger im Gelände z.B. auf Waldwegen unterwegs ist und einen echten Allrounder sucht.


Doro

Kinderwagen: Emmaljunga Super Viking

Kinderwagen Test

Wohnsituation: Stadtwohnung, 2. Stock, Platz im Hausflur für max. einen Kinderwagen, Haustür mit Treppe

Wichtigste Anforderung beim Kauf: Nicht zu schwer und leicht schiebbar – wir müssen ein paar Haustreppen hoch und die Großeltern sollen auch Freude am Schieben haben. Er soll sowohl Stadt- als auch Landtauglich sein und Platz im Kofferraum eines Kleinwagens haben. Nicht zu verachten: die Optik. Mir sind viele Kinderwagen entweder zu modern (sehen aus wie ein Babyspaceshuttle) oder zu klobig. Ich wollte ein Modell, das zwar modern und sportlich ist, aber dennoch wie ein Kinderwagen aussieht.

Komfort / Handhabung: Extrem wendig, leicht in alle Richtungen zu schieben. Schwenkbare Vorderräder, die man bei Bedarf auch fest stellen kann. Höhenverstellbarer Lenker. Wanne ist leicht abnehmbar – ein Griff. Das Kind ist durch das verstellbare Oberteil der Wanne gut vor Sonne und Wind geschützt.

Es ist genug Platz für die Einkäufe im unteren Korb vorhanden. Der Wagen ist leicht – Gewicht: 11,8 Kilo. Und selbst das Fahren in Bus und Bahn ist kein Problem, da er sehr schmal ist. Er eignet sich super für die Stadt – ich hatte aber bisher auch keine Probleme beim Spazieren gehen im Wald. Wir haben uns gegen die Gummireifen und für das Ecco Rad entschieden, weil man nach der einen oder anderen Party doch Gefahr läuft, durch Scherben zu schieben. Passt auch in einen kleinen Kofferraum, Klappmaß: 93x57x56 cm.

Nachteile: Männer mit langen Beinen haben Probleme beim Schieben, da der Abstand zwischen Lenker und Gestell nicht so groß ist. Schienbeine könnten blau werden. Und: Die Wanne ist mit 75 Zentimetern ziemlich kurz. Das Kind passt nur ein gutes halbes Jahr hinein.

Preis: 714 Euro (Wanne und Gestell)

Fazit: Ich bin total begeistert und würde ihn jederzeit wieder kaufen, auch wenn es zwei Abzüge in Sachen Größe in der B-Note gibt. Preis und Leistung sind aber absolut top, dazu ist er chic. Ich würde sagen: Wer´s praktisch, leicht und schlicht mag, der sollte sich den Super Viking auf jeden Fall mal angucken.


Sandra

Kinderwagen: Joolz Day

 

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Wohnsituation: Haus am Stadtrand

Wichtigste Anforderung beim Kauf: Hautpsache chic. Optisch ist der JOOLZ Kinderwagen für mich eine eins. Wenn man auf schlichtes, einfaches, schnörkelloses Design steht, ist der Wagen genau das richtige. Hinzu kommt, dass man sich den Wagen farblich selbst zusammen stellen kann und er somit individuell wird. Es gibt nicht nur viele Farben, die man auswählen kann, auch die Lederteile wie z.B. der Handgriff sind in einer Special Edition frei wählbar.

Komfort/ Handhabung: Da der Wagen leicht auseinander zu bauen ist, kann man ihn auch gut in den 2. oder 3. Stock tragen. Er passt auch in kleinere Autos oder Sportwagen. Die Babywanne ist unglaublich leicht und mit einer Länge von 79 cm unter den Standardgrößen. Dafür ist leider das Untergestell etwas schwerer, aber tolerabel. Der Wagen lässt sich toll und leicht lenken und ist in der Handhabung somit sehr gut.

Nachteile: Ein Nachteil ist das kurze Oberteil, die Babys werden somit fast immer geblendet, ob die Sonne scheint oder nicht. Das ist meiner Meinung nach ein großer Nachteil, da man immer mit Sonnenschutz oder Tüchern los muss, die die Kinderaugen vor Blendung schützen. Der Henkel von der Babywanne ist genau in der Höhe vom Babygesicht. Bei einer Größe von ca. 1,73 m schaut man immer auf den Henkel und muss sich bücken oder strecken, um das Babygesicht zu sehen. Da gibt es für JOOLZ meiner Meinung nach definitiv noch Ansätze für Verbesserungen.

Preis: Die Specialedition Variante gibt es als Komplettausstattung: ( Regencape, Wickeltasche, 2 Einkaufsnetze, Kindersitz ab 6 Monate, Babysack…) für ca. 1.300,-.

Fazit: Ein stolzer Preis, dafür hat man aber einen rundum tollen Kinderwagen.


Kati

Kinderwagen: Teutonia Mistral S

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Wohnsituation: Mitten in der Stadt, aber am Wochenende geht es immer aufs Land zu den Großeltern, wo ausgiebige Spaziergänge mit dem Hund auf uns warten.

Wichtigste Anforderung beim Kauf: Ich bin oft allein mit Eleni unterwegs sein, also muss der Wagen leicht und robust zugleich sein. Und ich will kein kleines Vermögen für etwas ausgeben, wo das Baby sowieso nur wenige Monate drin verbringt. Also fragte ich meinen Kollegen mit drei Kindern und schaute gezielt bei ebay nach dem Model Teutonia Mistral S.

Handhabung: Der Wagen lässt sich in alle Richtungen umbauen und ist auch als Sportwagen noch zu benutzen. Er lässt sich sehr leicht zusammenklappen. Allerdings ist er dann etwas klobig und lässt sich nicht so ganz ohne Weiteres ins Auto bugsieren. Dank seiner schwenkbaren Räder fährt er aber sehr wendig – wenn er erst einmal in Gange ist.

Komfort: Besonders toll ist das große Fach unten. Da kann ich schonmal ein Sixpack Wasserflaschen oder einen größeren Einkauf drin verstauen. Und meine Kleine liebt das „offene Verdeck“, der Wagen hat oben ein Guckloch, durch das Eleni super gern fasziniert durchstaunt.

Nachteile: Die Liegewanne wird allerdings jetzt mit 4 ½ Monaten schon etwas eng, erst mit sechs kommen die Kinder in den Fußsack.

Preis: Wir haben ihn für 135 Euro gekauft.

Fazit: Insgesamt bin ich mit dem Kinderwagen zufrieden.

2 thoughts on “Kinderwagen-Test: Vier Frauen, vier Wägen. Vier Meinungen.”

    1. Hallo Michael, der Mistral S ist recht schwer und deswegen etwas schwierig im Sand zu fahren. Allerdings kann man die Lenkstange einfach auf die andere Seite klappen, so dass die großen Räder dann vorne sind, dann geht es besser. Wenn du häufiger am Strand bist, würde ich aber entweder die Cross Country Achse empfehlen oder einen leichteren Kinderwagen.
      Viele Grüße, Claudia vom Mutterkutter

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