Gefühlsachterbahn: Das Baby ist da! Und nun? Den Moment, in dem man mir zum ersten Mal mein Baby auf die Brust gelegt hat, werde ich wohl nie im Leben vergessen.

Hallo Gefühlsachterbahn!

Als der erste Laut von Julius zu hören war, nachdem er mir aus dem Bauch geholt wurde, brach ich in Tränen aus und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Alles ganz normal, versicherte man mir.

Als ich ihn dann die ersten Stunden im Arm hatte, konnte ich es nicht glauben: Das ist jetzt also mein Sohn, das ist mein Kind, das 9 Monate in mir herangewachsen ist und so freudig erwartet wurde. Jetzt ist er endlich da und natürlich das süßeste Baby überhaupt!

Gefühlsachterbahn Kaiserschnitt

Gefühlsachterbahn: Ich wartete auf dieses krasse Glücksgefühl

Trotzdem war da so ein Gefühl in mir, das mich immer wieder fragen ließ: Wem gehört dieses Kind? Wann wird das Baby da in dem Bettchen wieder abgeholt? Ich konnte nicht richtig begreifen, dass das jetzt mein Kind ist, das da im Bettchen liegt.

Klar, ich war ergriffen und fand ihn unheimlich süß und habe mich gekümmert. Aber ich wartete auf dieses krasse Glücksgefühl und die große Liebe, von der immer alle erzählten. Komisch, dachte ich, wieso stellt sich das nicht ein? Meine Schwester, die bereits eine Tochter hat, und mit dem zweiten Kind schwanger war, warnte mich noch kurz vor der Geburt: Ich solle nicht enttäuscht sein, wenn sich das große Glücksgefühl nicht gleich einstellt, manchmal würde das länger dauern. Ich wusste nicht so recht, was sie damit meinte und warum das so sein sollte. Ich freute mich doch riesig auf mein Baby, natürlich würde ich es lieben und glücklich sein.

Plötzlich hat sich dann aber ein Schalter umgelegt.

Ja genau, das tue ich auch. Mittlerweile könnte ich zwischendurch in Tränen ausbrechen, weil ich diesen Mini-Menschen über alles liebe. Aber das Ganze hat gedauert. Mein Sohn und ich mussten uns erst ‚beschnuppern‘ und kennenlernen. Die erste Zeit habe ich mich immer gefragt, ob das nun wirklich normal ist, dass das so lange dauert. Und: Ob sich das wirklich noch ändern wird. Ich hoffte es inständig. Das heißt nicht, dass ich mich nicht um mein Baby kümmern wollte. Ich habe alles für ihn getan und fand ihn ja auch unheimlich süß, aber diese riesen Glückswelle ließ einfach auf sich warten.

Plötzlich hat sich dann aber ein Schalter umgelegt. Nach rund 9-10 Wochen war der Damm plötzlich gebrochen und ich begriff erst richtig, was da alles passiert ist. Ja, das IST mein Kind – das konnte ich nun auch richtig fühlen. Er gehört unwiderruflich zu mir, das war ein tolles Gefühl. Endlich spürte auch ich dieses Glücksgefühl und diese tiefe Liebe zu meinem Kind, das ich wie eine Löwin beschützen werde, was immer da auch kommen mag.

Gefühlsachterbahn: Liegt es vielleicht am Kaiserschnitt?

Ich habe mich dann gefragt, ob es vielleicht einen Unterschied gibt zwischen Frauen, die auf natürlichem Weg ihr Kind bekommen und Frauen, die einen Kaiserschnitt hinter sich haben – so wie ich. Wenn man mich fragte, ob meine Geburt gut verlaufen sei, neigte ich dazu zu sagen: Ich hatte doch gar keine richtige Geburt. Für mich war es OK, einen Kaiserschnitt zu bekommen. Hauptsache, das Baby kommt gesund auf die Welt.

Dennoch frage ich mich immer wieder, ob manche Gefühle oder Empfindungen für das Kind anders gewesen wären, wenn ich Julius auf natürlichem Weg bekommen hätte.

Vielleicht wären sie schneller da und intensiver gewesen? Oder erleben auch Frauen mit natürlicher Geburt solche Gefühlsschwankungen? Welche Erfahrungen habt ihr mit und ohne Kaiserschnitt gemacht?


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7 Kommentare zum Thema “Gefühlsachterbahn: So ging es mir nach dem Kaiserschnitt.”

  1. Hallo ihr Lieben!
    Mein Theo kam auch per Kaiserschnitt auf die Welt. Es musste alles ganz schnell gehen inklusive Vollnarkose. Am Anfang hatte ich damit keine Probleme. Es musste so sein. Erst später habe ich anders darüber gedacht, den Kaiserschnitt verflucht. Durch die Vollnarkose habe ich so viel verpasst, daran hatte ich lange zu knabbern. Nun, fast zwei Jahren später, kann ich gut damit leben. Die Narbe ist jetzt so etwas wie Theos Unterschrift auf meinem Bauch ;-)

    Ganz liebe Grüße an euch!

    1. Hallo liebe Eva,
      was für eine schöne Beschreibung. Das mit der Unterschrift hören wir zum ersten Mal, es ist ein wunderschöner Gedanke. Den werden wir weitertragen.
      Wir freuen uns übrigens sehr, dass du unseren Blog verfolgst.
      Ganz liebe Grüße von den MutterKutter-Mädels

  2. Hallo! Ich wurde 6 Wochen vor dem Geburtstermin von meinem Frauenarzt überrascht: das Kind ist zu groß, es muss per Kaiserschnitt kommen. Er hatte schon die Hand am Hörer um einen Termin im Krankenhaus zwecks OP-Besprechung zu vereinbaren. Ich fand es schrecklich, das Kind ohne Vorwahrnung in die kalte Welt, aus meinem Bauch zu reißen. Nach Gesprächen mit einer Hebamme entschieden wir als Eltern, den natürlichen Weg zu nehmen. Ich bekam zum Termin Wehen, das Kind konnte sich schonmal auf „den Weg nach draußen“einstellen. Dank einer frühzeitig gelegten PDA konnten wir dann aber doch schnell in den OP, als die Herztöne schlechter wurden. Der werdende Papa war dabei. Meine PDA wurde aber so stark aufgedreht, sodass ich von der Schulter abwärts nichts spührte. So konnte ich mein Kind die ersten 2-3 h nicht alleine halten, bis die Betäubung nachgelassen hat. Die Zeit im Kreissaal fehlt mir leider. Aufgrund der Schmerzen nach der OP konnte und wollte ich mein Kind nicht stillen. So richtig gezeigt hat es mir niemand. Ich bin aber froh über die Doppelmilchpumpe, die für die nächsten 8 Monate mein ständiger Begleiter war. Und froh über eine gesunde, wohlgenährte, speckbeinige mittlerweile 4,5 jährige Tochter!!!

    1. Hallo Carina,
      danke für deinen Kommentar und dass du deine Geschichte hier so offen mit uns teilst.
      Was du über die Anleitung zum stillen schreibst, kommt uns leider sehr bekannt vor.
      Umso schöner, wenn du mit deiner Tochter trotzdem eine gute Alternative gefunden hast. Das freut uns sehr und was gibt es schöneres, als gesunde, speckbeinige, kleine Menschlein, die einen mit großen Augen angucken.
      Ganz lieb grüßt dich die Crew vom MutterKutter

  3. Ich habe meine Tochter auch per Kaiserschnitt entbunden, weil unter den eingeleiteten Wehen die Herztöne runter gingen. Obwohl ich das Verliebtsein und die Bindung ein paar Stunden danach schon gefühlt habe, denke ich, dass beim Ks ein Teil fehlt. Mein Baby musste nach dem KS eine Stunde in so einen Wärmeinkubator. Ich habe eine lange Stunde auf mein kleines Baby gewartet, mein Freund hat mir ein Foto geschickt und ich dachte: oh Gott was ist, wenn ich mein Kind häßlich finde!? und hatte richtig Angst. Natürlich (?) war es dann nicht so. Aber beim Kaiserschnitt fehlt eben diese einziartige Erfahrung, dieses Kind wurde von mir geboren und ich denke dadurch entsteht ein Moment der Entfremdung, der kürzer oder länger anhalten kann.

    1. Liebe Mary! Wir danken dir herzlich für deine super ehrlichen Worte. Beim Lesen haben wir so richtig mitgefühlt. Ja, wir, die einen Kaiserschnitt hatten (Sandra & Doro) kennen eben solche oder ähnliche Gefühle. Vor allem auch das, dass einem ein Teil fehlt. Dieses ,Erlebnis‘, das alle, die auf natürlichem Weg entbunden haben, beschreiben. Das Schöne ist aber, dass dieser Moment der Entfremdung, der kürzer, länger andauern oder früher, später einsetzen kann, vorbeigeht…
      Und wir sind trotz allem stolz auf unsere Narben. Und froh, dass es den Kaiserschnitt in unseren Fällen als Weg gibt.
      Dürfen wir fragen, wie lange deine Geburt her ist?
      Wir grüßen dich lieb. Wir alle! Einen wunderschönen Tag!

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