Mamasein

Haustier ja oder nein? „Wollt IHR euch darum kümmern?“

Sollen wir uns ein Haustier anschaffen? Welcher Zeitpunkt ist der richtige? Was ist mit unseren Kindern, wenn das Tier stirbt? Ein Gespräch mit Künstlerin Tamara Tavella. Autorin: Dr. Judith Bildau

Haustier – ja oder nein? Wir hätten gerne eins, aber…schaffen wir das wirklich? Wie bringe ich meinem Kind Verantwortung bei? Und was machen wir, wenn das Tier stirbt? Unsere Mama Judith, selbst Hunde- und Katzenbesitzerin im Gespräch mit Künstlerin Tamara Tavella.Tamara Tavella bringt Haustier und Kind zusammen. Auf der Leinwand entstehen schöne Momente. Erinnerungen. Liebe, Begegnung & Zusammenhalt – das spiegeln sie für mich wider. Ich, Judith, habe 2 Haustiere. Einen Hund und eine Katze. Und ich beantworte die Frage, ob ein Haustier für Kinder Sinn macht, mit einem JA.


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Mit Tamara spreche ich über die Grundfragen, die ihr bei der Anschaffung eines Tieres beachten solltet. Darüber, wann ein Kind alt genug ist und warum die schönen Augenblicke nach dem Tod eines Tieres mehr wiegen als der Tod des Haustieres an sich.

Ich freue mich, euch eine tolle Künstlerin und Mama vorstellen zu dürfen.


„Das Gefühl gebraucht zu werden, bedingungslos geliebt und angenommen zu werden, das ist es, was Kinder so schätzen.“

Tamara Tavella, Künstlerin

Liebe Tamara, mir ging es wahrscheinlich wie vielen Müttern oder Eltern allgemein: Ich war zunächst skeptisch, ob ein Tier in unseren Alltag passt, ob nicht noch mehr Arbeit auf uns als Eltern zukommt und so weiter. Was soll ich sagen? Ich bin eines besseren belehrt worden! Ich kann mir ein Leben ohne unseren Hund und unseren Kater nicht mehr vorstellen. In erster Linie sehe ich, was für eine große Bereicherung ein Leben mit Tieren für meine Töchter bedeutet. Was ist deine Einschätzung? Wie wichtig empfindest du die Kombination „Kinder und Tiere“?

Für mich gehören Tiere zu meinem Leben. Denn schon als ich ein kleines Mädchen war, liebte ich sie einfach. Und wir hatten immer Haustiere. Heute bin ich froh, dass auch meine Kinder das Privileg haben und mit Hund, Katzen und Pferd aufwachsen dürfen. Ja, es ist ein Privileg. Fast alle Kinder lieben Tiere. Und fast jedes Elternteil kennt sie, die Diskussion über die Anschaffung.

Foto: Tamara Tavella

Und nicht alle Eltern möchten sich Tiere ins Haus holen – das ist auch völlig in Ordnung. Für mich allerdings unvorstellbar. Ich bin überzeugt, dass Kinder unglaublich viel im Umgang mit Tieren lernen. Vor allem Empathie, die in unserer Welt so enorm wichtig ist. Wenn ich sehe, wie meine zweieinhalbjährige Tochter Käfer aus dem Wasser rettet, dann macht mich das stolz und zeigt mir, wie achtsam sie durch die Welt geht. Weiter bilden sich zwischen Kindern und Tieren oft wunderbare Freundschaften, die das ganze Leben lang in Erinnerung bleiben und prägen.

Haustier ja oder nein? Tier können wunderbar zuhören.

Haustier ja oder nein?
Judiths Kinder mit dem Familienhund in Rom. Foto: Dr. Judith Bildau

Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass unsere Labradorhündin Lilou meinen Töchtern unseren Umzug und den Start in unser neues Leben hier in Italien deutlich erleichtert hat. Kamen sie anfangs nach der Schule und dem Kindergarten nach Hause, gab es erst einmal eine große Kuscheleinheit mit ihr. Die ersten Entdeckungstouren durch römische Parks fanden immer mit Lilou an ihrer Seite statt. Auch am Meer ist sie immer mit von der Partie. Was denkst du, warum vermögen Tiere Kindern so viel emotionalen Halt geben?

Tiere geben so viel Halt, weil sie einfach zuverlässig sind. Sie sind immer da und sie bewerten nicht. Einem Tier ist es egal, wie ich aussehe oder mich kleide. Ein Tier liebt mich so wie ich bin. Und es braucht mich. Das Gefühl gebraucht zu werden, bedingungslos geliebt und angenommen zu werden, das ist es, was Kinder so schätzen. Außerdem können Tiere wunderbar zuhören. Sie schenken Zuneigung und sind immer da, wenn das Kind ein Geheimnis teilen möchte. Tiere sind wunderbare Seelentröster.

Haustier ja oder nein
„Seelentröster Hund“ von Tamara Tavella

Der Körperkontakt mit ihnen, also das Kuscheln und Streicheln beruhigt Kinder. Wenn meine kleine Tochter weint, kommt unsere Katze Selma ganz oft angeeilt und beruhigt sie nur mit ihrer Anwesenheit. Sie setzt sich neben sie und lässt sich über ihr Fell streicheln. Auch wenn eines der Kinder krank ist, weichen die Tiere nicht von deren Seite. Schon allein diese Tatsache, lässt die Kinder schneller wieder gesund werden. Davon bin ich überzeugt.

Haustier ja oder nein? Das Verantwortungsgefühl ist bei Tieren intensiv!

Foto: Dr. Judith Bildau

Bei uns kam dann noch ein kleiner Kater dazu, ein Findelkind. Auch hier sind die Mädchen voll in ihrer verantwortungsvollen Rolle aufgegangen. Meine Frage an dich: Wieso klappen die einfachsten Dinge nicht oder nur unter mehrfacher Aufforderung bei Kindern (Zimmer aufräumen, Hausaufgaben machen etc.) und bei Tieren entwickeln sie ein ganz anderes und, ja, intensives Verantwortungsgefühl?

Naja, das macht halt einfach mehr Spaß. Ich gehe auch lieber mit dem Hund spazieren als dass ich die Wohnung putze. Nein, ernsthaft: Ich denke, dass viele Kinder, vor allem Mädchen, es wahnsinnig genießen, sich um jemanden kümmern zu dürfen. Und schließlich handelt es sich um ein Lebewesen, das reagiert, das sich freut, wenn es z.B. seine Futterschüssel vor die Nase gestellt bekommt. Letztendlich wollen die Kinder wohl auch ihrem Freund etwas von seiner Liebe zurückgeben. Klar fällt das leichter, als die langweiligen Hausaufgaben zu erledigen.

Judiths Kinder beim Hunde-Spaziergang. Foto: Dr. Judith Bildau

Jetzt weiß ich natürlich auch, dass es bei anderen Familien schon anders gelaufen ist – die Kinder haben schnell die Lust an ihrem Haustier verloren und sich nicht mehr gerne darum gekümmert. Wieso passiert so etwas? Und wie kann ich als Mutter/ Vater mein Kind darin unterstützen, auch auf lange Zeit Verantwortung für ihr Tier zu übernehmen?

Ich denke: Man sollte sich kein Haustier anschaffen, nur, weil es das Kind so will.  Schlussendlich sollten die Eltern selbst dafür Verantwortung übernehmen und das auch wollen. Und da sind wir schon bei dem Thema:

Kinder beobachten. So lernen sie.

Kinder lernen durch Beobachten. Wenn ich nicht selbst Verantwortung übernehmen will oder kann, wenn ich mich ständig beschwere, dass nun schon wieder ich den Hasenstall säubern muss, wie soll es dann mein Kind lernen? Natürlich kann man die Kinder in die Pflege einbinden. Aber grundsätzlich sollten sich die Eltern darüber im Klaren sein, dass die Verantwortung bei ihnen liegen sollte. Ein Kind kann, je nach Alter, die anfallende Arbeit ja gar nicht richtig einschätzen. Es kann gar nicht wissen, was es heißt, sich ein ganzes Tierleben lang zu kümmern.

Was denkst du, wann ist der richtige Zeitpunkt oder das richtige Alter für Kinder, um ein eigenes Haustier zu haben?

Wir hatten ja nun schon Tiere bevor die Kinder kamen und ich muss sagen, dass es mit Krabbelkindern nicht so einfach ist. Sobald Kinder beginnen mobil zu werden, wird einfach alles inspiziert. Unser Hund war wirklich ein sehr geduldiges Wesen. Trotzdem hatte ich immer alle Hände voll zu tun, um ihn zu schützen. Hunden kann es ganz schnell zu viel werden, wenn an ihnen herumgezogen, oder auf sie geklettert wird. Da geht es darum den Hund Raum zu schaffen, damit dieser gar nicht in die Situation kommt, sich verteidigen zu müssen.

Haustier ja oder nein? Das Kind sollte empathisch reagieren können.

Genauso war es für die Katzen eine Umstellung. Ich musste ihnen Möglichkeiten bieten, in die Höhe flüchten zu können. Denn: Ein entspanntes am-Boden-Herumliegen war mit Krabbelkind nicht mehr möglich. Bis zu einem gewissen Alter können sich Kleinkinder noch gar nicht in andere Lebewesen hineinversetzen. Auch fehlt die Feinmotorik, um die Tiere sanft zu behandeln. So finde ich es besser, wenn man mit der Anschaffung von Haustieren wartet, bis das Kind empathisch reagieren kann und versteht, dass beispielsweise das Ziehen am Katzenschwanz der Katze weh tut. Dies geschieht mit ca. 4-5 Jahren. Möchte man aber schon vorher ein Haustier anschaffen, sollte man sich einfach gut überlegen, wie man das Tier schützen kann, damit zu guter Letzt auch dem Kind nichts passiert.

Haustier ja oder nein
„Spielerei“ von Tamara Tavella

Was möchtest du allen Eltern mitgeben, die vor der Frage stehen: Haustier ja oder nein?

Überlegt euch sehr gut, ob IHR ein Haustier haben wollt. Wollt IHR euch darum kümmern? Wenn diese Frage schon einmal mit “Nein” beantwortet wird, dann würde ich abraten ein Haustier zu holen. Weiters ist es wichtig sich über die Art des Haustieres gut zu informieren. Wie soll eine artgerechte Haltung aussehen? Was braucht dieses Tier, um glücklich und gesund zu sein? Kann ich ihm das überhaupt bieten? Ist dieses Tier überhaupt geeignet für mein Kind, für uns als Familie? Was machen wir, wenn wir in den Urlaub fahren? Das sind ganz ganz wichtige Fragen, die zuerst geklärt werden sollten.

Haustier ja oder nein? So haben eure Kinder auch ohne Haustier Kontakt zu Tieren

Wenn die Eltern der Gedanke nervt, jeden Tag das Katzenklo zu säubern oder mit dem Hund spazieren zu gehen, dann sollte man wirklich einfach auf Tiere verzichten. Es gibt noch andere Wege den Kontakt zu Tieren zu ermöglichen, z.B. beim Reiten oder mit den Tieren von Freunden oder Verwandten.

Haustier ja oder nein
„Hund und Kind – Erinnerung“ von Tamara Tavella

Und meine letzte Frage: Ich kenne Eltern, die bewusst sagen „Nein, kein Haustier“, weil sie Sorge davon haben, dass ihre Kinder traurig sein werden, wenn das Tier eines Tages stirbt. Was denkst du darüber?

Ja, die Kinder werden traurig sein, wenn das Tier stirbt. Auch wenn es nur ein Hamster war. Es gibt sogar Kinder die betrauern jeden einzelnen Fisch, der im Aquarium das Zeitliche segnet. Für das Kind zählt nur die Bindung, die es zu diesem Tier hatte. Und die kann riesig sein. Egal, wie groß das Tier war. Als ich unseren Familienhund Sammy einschläfern lassen musste, war das nicht nur für mich schlimm. 13 Jahre lang war er an meiner Seite. Auch mein damals vierjähriger Sohn, der den Hund von Geburt an kannte, hatte heftigst getrauert. Nicht so wie erwartet.

Haustier ja oder nein? Kinder trauern anders.

Anfangs hatte er gar nicht reagiert, hatte sich recht kühl verabschiedet, als ich mich mit Sammy auf den Weg zum Tierarzt machte. Ein paar Tage später wurde er dann aber ziemlich wütend. Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich verstand, dass das mit dem Verlust unseres Hundes zu tun hatte. Er gab mir die Schuld. Ich war diejenige, die unseren Hund zum Tierarzt brachte und ohne ihn zurückgekommen war. Mein Sohn konnte seine Gefühle gar nicht richtig einordnen.

Kinder trauern anders. Das habe ich damit gelernt. Nicht nur mir, sondern auch meinen Kindern half meine Kunst. Ich wollte die wertvollen Momente, die sie mit unserem Hund hatten, festhalten. Und Sammy so wieder ein Stück weit zurückholen in unser Umfeld.

Dehalb fand ich zu meinem Herzensthema:

Durch dieses Ereignis fand ich zu meinem Herzensthema. Und nun male ich Kinder und Tiere und halte Erinnerungen fest, die das Herz berühren. Der Tod gehört zum Leben. Kinder lernen damit umzugehen, auch wenn es nicht einfach ist. Und wir Eltern lernen, wie wir sie durch diese schwere Zeit begleiten und stützen können. Bereue ich es nun, dass meine Kinder unter dem Verlust unseres Hundes litten: Nein. Überhaupt nicht Sie hatten so viele schöne Momente. Sie kuschelten und spielten mit ihm. Sie führten ihn stolz an der Leine, als sie gerade mal laufen konnten, fütterten und bürsteten ihn. Und vor allem lernten sie, wie man mit anderen Lebewesen achtvoll umgeht. Nein, das wäre der letzte Grund, sich kein Haustier anzuschaffen. Die schönen Augenblicke wiegen viel mehr!

Ich banne tierische Kindheitserinnerungen auf Leinwand. Ich male für Menschen, die überzeugt sind, dass Kinder und Tiere zusammengehören. Ich schaffe Kunstwerke von herzerwärmenden Momenten und halte Erinnerungen fest, die viel zu schnell vorüberziehen.

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Haustier ja oder nein
„Geschwisterliebe“ von Tamara Tavella

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ein Kommentar

  1. Haustiere mit Kindern finde ich echt klasse. Wir wollen auch gerne mal Haustiere haben.
    Aktuell ist es mir mit zwei kleinen Kindern ( 2 1/2 und gerade 4 geworden) noch etwas zu stressig und wäre eine zusätzliche Belastung.
    Aber hoffentlich in ein paar Jahren.

    Liebe Grüße
    Mia

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