gute Mutter Gedankenkarussell Mamablog Mamasein MutterKutter

Diese Frage kreist nun schon seit einiger Zeit in meinem Kopf herum. Mal ist sie weiter weg, mal ganz nah. Mal ist sie laut, mal ist sie leise. Manchmal lache ich über sie. Manchmal ist mir aber einfach nur zum Heulen zumute, wenn ich sie mir stelle: „Mache ich als Mama wirklich einen guten Job?“ Wo ich sie aufschreibe, merke ich: sie klingt brutal. Und trotzdem ist sie da. Auch in diesem Moment.

Ich fühle mich grad wie vom LKW überrollt – und frage mich: Was habe ich heute eigentlich alles gemacht? Es ist einer dieser Tage, an denen ich denke: Scheiße, gar nicht viel – und trotzdem ist der Tag nur so an mir vorbeigerannt. Ich habe das Gefühl, niemandem und keiner Sache 100% gerecht zu werden. Weder meinem Kind, noch meiner beruflichen Zukunft, noch mir persönlich. Mir kommt es so vor, als ob ich 100 km/h auf der Landstraße im zweiten Gang mit angezogener Handbremse fahre. Nur: Mache ich wirklich alles nur so halb? Oder drehe ich in meinem Kopf ein hollywoodreifes Drama einer müden Mama, die grad einfach nur derbe k.o. ist?

Fakt ist: Wir haben uns dazu entschieden, dass wir unsere Tochter mit 18 Monaten in die Krippe geben. Mehr MamaTochterZeit. Mehr Familienzeit. Unser kleiner Luxus. Gleichzeitig habe ich gemeinsam mit meiner MutterKutterMitBloggerin Claudia eine Firma gegründet. #alshättemansonstnichtszutun. Wir haben uns damit einen Traum erfüllt. Eine Sache, die mir Spaß macht und mir Kraft gibt.

Und außerdem, ja, außerdem ist da auch noch Doro. Die Frau, die Yoga & Fitness liebt, die ihre Freundinnenauszeiten braucht und sich brennend für Design interessiert. Wie gewichte ich nun was? Natürlich steht meine Tochter an erster Stelle. Wir lachen viel zusammen, lesen, spielen, tanzen – wir gehen Musik machen, wir treffen andere Kinder. Nur: Zwischendurch „muss“ ich telefonieren, Texte schreiben, bloggen, die sozialen Medien bedienen, sonstige Dinge tun – und an manchen Tagen schaffe ich davon herzlich wenig. Natürlich. Ich bin Mama.

Nur wenn dann „wenig geschafft“ tagelang auf Geschrei, Gezeter, Gebrüll und die absolute „Mama-ich-klebe-förmlich-an-dir-und-will-wieder-in-deinen-Bauch-zurück-Phase“ trifft, dann bin ich manchmal plötzlich voll genervt. Von mir, von dem Geschrei, von allem. Dann denke ich: „Meine Fresse, was war das Leben einfach ohne Kind. Kann ich mal kurz zurückspulen? Ausreißen, alleine sein? Lasst mich alle in Ruhe. Bitte. Du nervst mich grad.“

Und dann startet mein Gedankenkarussell. Ich erschrecke mich und mache mich schlecht, weil ich das denke. Weil ich nicht so geduldig bin, wie ich es gerne wäre. Weil ich dann glaube, dass ich keine gute Mutter bin. Eben weil ich so fühle. Ich vergleiche mich mit anderen Mamas, die auf mich immer so entspannt und dauerhaft glücklich wirken und denke dann: „Warum bin ich nicht so? Bin ich falsch?“

Was mir in solchen Momenten nicht in den Sinn kommt: Vielleicht sagen andere Mütter einfach nur nicht, dass sie auch mal genervt sind von ihrem Kind und ähnlich fühlen. Dass auch bei ihnen nicht alles nur Sonnenschein ist. Und dass auch ich nur Ausschnitte aus anderen Familien mitbekomme.

Ich blende dann auch aus, dass es normal ist, dass ich in meiner immer noch relativ neuen Rolle als Mama nicht so viel schaffe wie früher – und dass ich eine ganze Menge nebenbei mache und auf die Beine gestellt habe. Ich glaube, dass ich jetzt noch einiges lernen darf. Und zwar: Dass ich keine schlechte Mutter bin, weil ich meine Aufmerksamkeit zwischendurch immer wieder auf meinen Job und nicht auf meine Tochter lenke. Dass ich nicht überall immer alles geben kann. Dass ich schon viel leiste und stolz darauf sein darf. Und dass neben „Mama Doro“ auch noch „Doro“ da ist und die Freiraum braucht. Denn wenn ich glücklich bin, dann ist es auch meine Tochter.

Eine liebe Freundin hat Anni und mich jetzt übrigens als „tolles Team“ beschrieben. Worte, die mich glücklich gemacht und das Karussell erst einmal zum stoppen gebracht haben. Ja, natürlich bin ich eine gute Mutter. Ich liebe meine Tochter über alles. Auch wenn sie mich mal kirre macht. Oder ich sie? Ach, ich bin einfach nur derbe müde. Und ein bisschen Hollywood-Drama habe ich deshalb im Kopf.

Mädels, wir leisten echt viel! Wir dürfen stolz auf uns sein!

 

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