Ihr Lieben, ich freue mich, mit euch mein 1. Interview zum Thema „Leben als Patchworkfamilie“ teilen zu dürfen. Und zwar mit keiner Geringeren als Frau Brummkreisel.

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MutterKutter-Autorin & Frauenärztin Dr. Judith Bildau. Credit: Dorothee Dahinden/ MutterKutter

Jennifer ist @frau_brummkreisel – @frau_brummkreisel ist Jennifer – auf jeden Fall kennt mittlerweile fast jeder ihren erfolgreichen InstagramaccountUnd ihre offene, manchmal schonungslos-direkte Art über das Leben an sich und insbesondere das ihrer Patchworkfamilie zu berichten.

Ich finde es großartig, dass sich die Hamburgerin bereit erklärt hat, mir ein Interview rund um mein Herzensthema „das Leben in einer Patchworkfamilie“ zu geben. Ein Thema, zu dem ich hier auf MutterKutter  Frau Brummkreisel Patchworkfamilie Leben als Mama Mamaleben Mamablogger Mutterliebe Hamburg Leben mit Kindern MutterKuttergerade erst einen Artikel veröffentlicht habe. Denn ich finde: Wir müssen darüber reden. Patchwork ist toll. Und sollte zur Normalität gehören, so wie viele andere Familienkonstellationen auch.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Judith

Liebe Jennifer, schön, dass du von deinem Patchworkleben berichten magst und uns daran teilhaben lässt. Es wäre toll, wenn du dich erst einmal vorstellen magst, für alle, die dich noch nicht kennen.

Ich heiße Jennifer und schreibe seit 4 Jahren über das Leben einer zusammengewürfelten Großfamilie in Hamburg. Hauptsächlich schreibe ich auf meinem Instagram-Account, der heisst Frau_Brummkreisel. Teilweise auch auf meinem Blog.

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Wie sieht deine Patchworkkonstellation aus? 

Ich habe zwei Jungs aus erster Ehe, William und Henrik. Mein Mann hat zwei große Mädels mit in unsere Beziehung gebracht. Und gemeinsam sind dann noch zwei Zwergen entstanden, Konrad und Johanna.

Ganz klar werde ich niemals jemanden ersetzen können.

Welche tagtäglichen Schwierigkeiten begleiten dich? 

Die größte Schwierigkeit ist wohl, dass ich immer zwischen bester Freundin und böser Stiefmutter schwanke. Ganz klar werde ich niemals jemanden ersetzen können. Das will ich aber auch gar nicht. Ich werde niemals eine Ersatzmutter sein, aber ich kann eine Freundin sein, jemanden dem man vertrauen kann, eine weitere Bezugsperson.

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Credit: @alovelypicture Jennifer mit ihren Kindern: William (11), Henrik (8), Konrad wird (3) und Johanna (noch 1).

Denkst du, es gibt etwas, was euch von Nicht-Patchworkfamilien unterscheidet und wenn ja, was genau ist es? 

Ich denke der größte Unterschied ist, dass wir nicht immer alle Kinder bei uns haben. Alle zwei Wochenenden sind nur die beiden Kleinen da und die Großen beim jeweils anderen Elternteil. Das ist dann natürlich der größtmögliche Schwank, zwischen Fullhouse und Entspannung pur.

Wir versuchen, einen gesunden Mittelweg zu finden.

Begegnest du Vorurteilen? Wenn ja, wie trittst du ihnen gegenüber?

Als Patchworkfamilie, vor allem in der Größenordnung, schwankt man immer zwischen dem Klischee „Asozial!“ und „Äußerst wohlhabend – muss man sich leisten können.“ Wir versuchen, einen gesunden Mittelweg zu finden.

Würdest du alles nochmal genauso machen?

Jeder Mensch träumt wohl von einer „normalen“ Mutter-Vater-Kind-Konstellation, aber das Leben ist so nicht planbar. Uns geht es gut so, es gibt Höhen und Tiefen, aber im Großen und Ganzen sind wir alle glücklich.

Was würdest du anderen raten, die am Anfang bzw. an der Schwelle zur Gründung einer Patchworkfamilie stehen?

Sie sollten viel mit den Kindern reden. Ihnen erklären, warum man so handelt. Sagen, dass sie niemals Schuld an einer Situation sind. Und Ihnen aufzeigen, was dieser neue Lebensabschnitt für positive Seiten bereithält. Kinder sind ja nicht doof, sie merken, wenn es in einer Beziehung nicht gut läuft. Trotzdem klammern sie sich an den gewohnten Alltag. Ihnen aufzuzeigen, dass dieser neue Weg besser ist und man auch in ihren Interesse handelt, verstehen sie meistens recht gut.

Klare Absprachen zwischen den Eltern sind Pflicht.

Wie gestaltet man am besten das Verhältnis zu den Expartnern?

Neutral! Man hat als Elternteil die Pflicht respektvoll miteinander umzugehen. Streitigkeiten dürfen nie im Beisein der Kinder stattfinden. Und Kinder sind auch keine Nachrichtenüberbringer. Klare Absprachen zwischen den Eltern sind Pflicht. Wenn es allerdings zu harmonisch wird, machen sich gerade kleine Kinder die Hoffnung, es könnte noch was zu kitten sein.

Kinder wissen, dass Beziehungen zu Ende gehen.

Was denkst über die Studie aus Bielefeld, die besagt, dass Scheidung- oder Trennungskinder keinesfalls emotional vernachlässigter sind als andere, eher im Gegenteil?

Frau Brummkreisel Patchworkfamilie Leben als Mama Mamaleben Mamablogger Mutterliebe Hamburg Leben mit Kindern MutterKutterDem stimme ich zu, denn sie haben viel mehr Bezugspersonen. Lernen schon früh mit Verlusten und Ängsten umzugehen. Außerdem sind Trennungen ja keine Besonderheit mehr, im Gegenteil. Kinder wissen heutzutage, dass Beziehungen zu Ende gehen und die Liebe zum Kind trotzdem stabil und unerschütterlich ist.


Herzlichen Dank dir für dieses schöne Interview, liebe Jennifer. Wir freuen uns auf weitere spannende Geschichten aus deinem Familienleben. So schön ehrlich. Und direkt.

Und hier noch einmal alle Links zu „Frau Brummkreisel“ für euch zusammengefasst. Hier findet ihr ihren Blog, hier geht es zu Instagram & hier zu Facebook.