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Promi & Politik

Daniel Günther über seine Töchter: „Wenn man bei ihnen ist, ist man sofort weg von allem.“

Ein sehr persönliches und unterhalsames Gespräch mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther. Autorinnen: Anna Funck & Dorothee Dahinden

Ministerpräsident Daniel Günther im Interview rund um die Themen „Heute nicht!“, Berufspläne und den positiven Einfluss von Kindern. Wir freuen uns sehr, dass der zweifache Familienvater an Bord gekommen ist. Und ganz ehrlich: wir haben in unseren Leben als TV-Reporterinnen ja schon viele Gespräche mit verschiedenen Politikern geführt – aber dieses war besonders. Es war persönlich, lustig, nah – und nicht stocksteif, super diskret oder förmlich-distanziert. Eigentlich war es so, als ob wir einen guten alten Kumpel gemeinsam auf einen Kaffee getroffen hätten. Einen Menschen, der ganz direkt mit sich reden lässt und einfach mal auch ehrlich einen raushaut. Deshalb sagen wir nicht nur: Hello, Mr. President, sondern auch….

Hello Mr. Daniel!


Anlass dieses Gespräches war übrigens, dass unsere Gast-Autorin Anna Funck ihr Buch „Heute nicht!“ einen Termin bei Daniel Günther hatte und sie daraus ein ganzes Kapitel gemacht hat. Weil das Buch der Aufhänger ist, müssen wir diesen Artikel als Werbung* deklarieren. Eine Leseprobe des Kapitels findest du weiter unten.


Lieber Daniel, ich habe es ja ehrlicherweise erst einmal als relativ ungewöhnlich empfunden, dass du als Ministerpräsident in Annas Buch „Heute nicht!“ ‚auftauchst‘. Ich musste dann erstmal direkt Anna anschreiben und meinte nur: Du hast den Ministerpräsidenten für den Buch bekommen, ist ja krass und toll…Eine Reaktion, die du ja wahrscheinlich kennst, Anna, oder?

Anna Funck: Ja, die fanden das alle total toll.

Daniel Günther als Buch-Protagonist: „Ich mache das auch nur mit seriösen Leuten.“

Daniel Günther
Foto von links: Buchautorin Anna Funck, Ministerpräsident Daniel Günther & MutterKutter-Herausgeberin Dorothee Dahinden

Ich stelle mir ja vor, dass die meisten der Anfragen, die du bekommst, politisch sind. Wie oft geht es denn um privatere oder lockerere Themen?

Daniel: Das ist nicht so ungewöhnlich. Natürlich, politische Anfragen bekommen wir jeden Tag rund um die Uhr, aber… dass auch mal durchaus persönliche Fragen dabei sind, passiert schon sehr regelmäßig. Das ist jetzt keine völlig aus der Luft gegriffene Anfrage. Dass es für ein Buch ist, das ist eher ungewöhnlich, das stimmt. Das hat sich irgendwie so ergeben. Aber dass auch mal nicht politische Zeitschriften auf mich zugekommen sind, Landlust oder so, die auch mal den Privatmenschen kennenlernen wollen, das auf jeden Fall. Aber ich mache das auch nur mit seriösen Leuten. Und Anna. (lacht)

Und Anna kanntest du vorher?

Daniel Günther: Genau!

Warum dann nicht auch mal in so einem Buch drinstehen?

Und warum hast du dann gesagt: Ja, okay! Du wusstest ja vorher nicht so richtig, worum es geht, oder?

Anna Funck: Ich hätte ja auch inkognito die BILD-Zeitung sein können (lacht).

Daniel Günther
Credit: Frank Peter

Daniel Günther: Wir haben sie ja überprüft, da habe ich meine Leute für. Aber tatsächlich wird sowas schon besprochen. Es ist nicht so, dass ich sowas ganz alleine entscheide, sondern dass ich das auch berede und frage: macht das Sinn? Und ich habe mir ja auch das erste Buch durchgelesen und fand es witzig, unterhaltsam und dachte dann: Warum dann nicht auch mal in so einem Buch drinstehen?

Worum geht es denn in diesem Kapitel ganz genau?

Daniel Günter: Um den Besuch von Anna bei mir.

Anna Funck: Um „Heute nicht!“

„Heute nicht“ oder Wo bin ich heute gelandet?

Was ist denn „Heute nicht!“ beim Ministerpräsidenten?

Daniel Günther: Naja, das ist ja das, was bei anderen Menschen auch „Heute nicht!“ ist. Dass man heute nicht will und sagt: Das kann ja auch noch morgen sein!

Anna Funck: Vor allem auch dieses Zurückgucken und du denkst: Wo bin ich heute gelandet? Du hast natürlich immer darauf hingearbeitet, bist deinen Weg gegangen, wobei Daniels Weg ja noch etwas spannender ist, weil er öffentlich ist, aber du bist dann irgendwo und guckst zurück und denkst: ich bin Ministerpräsident! Krass! Das geht mir ja auch so, dass ich denke: Krass, ich schreibe nun mein 5. Buch…oder krass, ich bin jetzt Mutter. Das hat ja jeder irgendwie.

Wie ist es denn jetzt wirklich für dich zurückzublicken? Hattest du damals diese berufliche Vision? Hattest du das Ziel, politisch irgendwann eine öffentliche Stimme zu haben? Oder hat es sich so legomäßig ergeben?

Daniel Günther: Zweiteres eher. Ich habe darüber nie so nachgedacht, ich habe mich schon zu meinen Studienzeiten politisch engagiert und war ehrenamtlich im Kreistag und in der Ratsversammlung. Aber für mich war das immer eher ein Hobby. Und es ist ja eher danach ein bisschen zu meinem Beruf geworden, weil ich dann Geschäftsführer geworden bin* und dann 2008 eine Chance genutzt habe, mich in einem Landtagswahlkreis zu bewerben und normaler Abgeordneter zu sein. Aber die Perspektive, irgendwann mal Ministerpräsident zu sein, die bot sich ja dann erst wirklich 2017.

Eigentlich wollte ich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit arbeiten.

Und das, finde ich, darf man immer nicht vergessen, wenn man so Politiker beurteilt und dann sagt „Was haben Sie eigentlich früher in Ihrem Leben gemacht?“ und jeder sich anguckt und hinterfragt „Hat der sich in seinem Leben früher auch ordentlich benommen?“ – da wird ja sehr kritisch draufgeguckt. Da darf man immer nicht vergessen, dass man ja wirklich ein ganz normaler Mensch, auch heute noch immer, ist, das würde ich für mich nun in Anspruch nehmen.

Aber es ist ja nicht so, dass man sich die ganze Zeit gefragt hat „Darf ich das jetzt machen, wenn ich später mal Ministerpräsident bin?“ und sagt „Hätte man das in der Zeit nun wirklich so machen dürfen?“ In der Lebenswirklichkeit damals hat das für mich überhaupt gar keine Rolle gespielt. Also selbst 2014/15 habe ich mir darüber selbst keine Gedanken gemacht und erst recht natürlich nicht als ich studiert habe. Da habe ich gedacht: „Ja, Mensch. Irgendwann mal in der in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für ein Unternehmen arbeiten – großes Kino.“ Das wäre es auch immer noch…

Wird Daniel irgendwann in Berlin sitzen?

Aber hattest du denn nie diesen Traum? Also: Ich habe mir immer gewünscht: ich möchte mal vor die Kamera – und das kam dann auch so. Du auch, Anna, oder?

Anna Funck: Ja, seit ich sechs war.

Daniel Günther: Ja? Also…jedenfalls habe ich nie den Traum gehabt, Ministerpräsident zu werden. Ich habe immer gedacht: Öffentlichkeitsarbeit machen, das hat mich schon immer gereizt und Politik auch.

Anna Funck: Ich sehe ihn in ein paar Jahren in Berlin sitzen, wir sind wieder da. Und wir fragen: „Daniel, jetzt bist du Bundeskanzler – konntest du dir das vorstellen vor zehn Jahren? Und du sagst: „Nö, eigentlich nicht, aber es ist jetzt ganz nett…“

Daniel Günther: lacht.

„Wie es sich wohl anfühlt, wenn man ins Bett geht und Ministerpräsident ist.“

Wachst du denn manchmal morgens auf und denkst so: Ey, krass ich bin Ministerpräsident? Ist das vielleicht auch manchmal, wie dieser Moment, in dem wir als Eltern merken: „Arghs, ich bin ja Mutter (oder Vater) – ich habe scheiße viel Verantwortung?“ Kennst du das?

Daniel Günther:

Ja, das ist schon so. Die letzte Nacht, bevor ich Ministerpräsident wurde, bin ich abends ins Bett gegangen und habe hier in Kiel im Hotel übernachtet, weil wir Landtagswoche hatten. Das war ganz witzig, die hatten mir dann eine Flasche Sekt ans Bett gestellt und darauf geschrieben Alles Gute für den morgigen Tag, weil sie wussten, dass die Wahl des Ministerpräsidenten ansteht. Und da habe ich gedacht: Hm, jetzt gehst du ins Bett und bist nicht Ministerpräsident…Wie es sich wohl anfühlt, wenn man ins Bett geht und Ministerpräsident ist. Ob sich das anders anfühlt….Da musste ich aber ernüchternd feststellen, dass ich auch als Ministerpräsident genauso ins Bett gegangen bin und sich gar nicht so viel verändert hat…

Anna Funck: …das erinnert mich an einen runden Geburtstag…

Ich bin kein anderer Mensch geworden.

Daniel Günther: Aber so ist es bis heute auch wirklich geblieben – dass ich jedenfalls das Gefühl habe, dass ich nicht ein anderer Mensch dadurch geworden bin. Aber es gibt schon Momente, in denen ich denke: Au weia, ich bin ja wirklich Ministerpräsident.

Ist es nun eigentlich so, dass die Leute plötzlich mehr von dir wollen, wenn du beruflich weiterkommst? Das kennen Anna und ich ja auch…Das muss ja extrem sein in deinem Job…

Daniel Günther: Das ist schon so. Leute, von denen ich heute sagen würde, dass sind meine Freunde, das hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert, das sind immer noch die gleichen Leute. Es kommen mal neue Leute ins Leben dazu, aber es ist nicht so, dass sich das als Ministerpräsident geändert hätte. Da muss man auch aufpassen.

Das ist aber auch anstrengend, oder?

Daniel Günther: Man kann ja auf Distanz gehen, wenn man das nicht will. Es gibt ja manchmal auch so Sachen, die kann ich einfach wegdelegieren…Wenn ich keinen Bock habe, jemandem zu sagen: Pass mal auf, ich habe keine Lust, mich mit dir zu treffen, dann sage ich: Könnt ihr dem bitte absagen?

„Ich unterhalte mich mit jedem auf der Straße.“

Anna Funck: Wir haben ja alle nur 24 Stunden…du musst dir ja auch überlegen, mit wem du sie verbringst…

Daniel Günther: Aber ich wollte übrigens, damit das in dem Buch kein Missverständnis gibt, ich wollte damit auch nicht sagen, dass ich sage, ich nehme nur Leute als Gesprächspartner an, die wichtig für mich sind. So soll es auch nicht klingen. Ich unterhalte mich mit jedem auf der Straße und wenn die Leute mich ansprechen und sich unterhalten wollen, dann drehe ich niemandem den Rücken zu.

Daniel Günther: „Ich bin dienstlich schon sehr diszipliniert.“

Okay, zurück zum Thema „Heute nicht!“ – wie oft kannst du denn in deinem Job als Ministerpräsident sagen „Heute nicht!“? Gibt es Sachen, die du schieben kannst?

Daniel Günther: Ja. Ich bin dienstlich schon sehr diszipliniert.

Was schiebst du denn privat auf? Gibt es da was?

Daniel Günther: Wenn ich mal frei habe, dann habe ich manchmal keine Lust, mich mit irgendwas abzustressen. Zum Beispiel bei Gartenarbeit, die ich machen sollte, dann bin ich dann schon so, dass ich sage Nä, heute nicht! sondern einfach die Füße hochlegen.

Das haben mich meine Kinder gelehrt:

Was hast du von deinen Kindern gelernt in Sachen „Heute nicht!“. Ich habe grad während Corona gedacht – geil, die leben so dermaßen im Moment, das will ich auch. Ich bleibe jetzt hier sitzen. Hast du auch von ihnen einen neuen Impuls bekommen in Sachen Entschleunigung?

Daniel Günther: Ja, total. Aber das ist ja sowieso so, wenn man Kinder hat. Wenn man bei ihnen ist, ist man sofort weg von allem. Dieses Gefühl ich muss noch irgendwelche Emails checken oder Leute anrufen, wenn ich mit meinen Töchtern spiele, dann ist mir das alles egal. Es ist wirklich so. Ich konnte vorher auch gut entspannen, ich bin keiner, der sich die Arbeit mit nach Hause nimmt, ich kann auch gut mit Stress umgehen. Aber seitdem die Kinder da sind, ist so dieses Gefühl: komm, das machst du alles morgen, jetzt hast du Zeit mit ihnen.

* Anmerkung der Redaktion: Daniel Günther war von 2000 bis 2005 Geschäftsführer der CDUKreisverbände Rendsburg-Eckernförde und Neumünster, danach – von 2005-2012 – war Daniel Günther Landesgeschäftsführer der CDU in Schleswig-Holstein)

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Das Gespräch zwischen Anna Funck und Daniel Günther für findest du hier in der Leseprobe. Einfach aufs Bild klicken, dann öffnet sich ein neues Fenster:

Foto: Knaur


Werbung* Anna Funck ist TV-Moderatorin, Besteller-Autorin & dreifache Mama. Dazu ist sie Gast-Autorin auf MutterKutter.

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Anna Funck, Bestseller-Autorin & (TV-)Moderatorin; Foto: Michael de Boer
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