persönliche Gedanken

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung: Geht das echt?

Unsere Diplom-Psychologin Annika Rötters interviewt die Diplom-Biologin & Hundebesitzerin Ulrike Légé.

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung. Was ist da dran? Sechs Fragen an die Diplom-Biologin.

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung: was ist dran?

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Foto: Michele Rötters

Nicht erst seit Anfang diesen Jahres wird vielerorts diskutiert: Kann man Kinder „wie Hunde erziehen“? Viele fachlich versierte Expertinnen und Experten haben sich geäußert, Parallelen und Gegensätze aufgezeigt. Und besonders in den sozialen Netzwerken haben sich Anfang des Jahres schnell „Fronten“ gebildet. Schnell wurde die Diskussion hitzig und emotional. Manch ein Kommentar ging „unter die Gürtellinie“ und auf allen Seiten ging es plötzlich um die „Wertigkeit“. Plötzlich wurde die Wertigkeit eines Kinderlebens abhängig von der Wertigkeit eines Hundelebens betrachtet und umgekehrt.

Auch ich habe in Social Media Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Kindern gegeben.

Dabei darf das eine nicht abhängig vom anderen sein. Eine bedürfnisorientierte Grundhaltung hört (im Idealfall) nicht an der eigenen Wohnungstür auf. Warum sollte sie nicht auch Tiere einschließen können? …und zwar, ohne dass der Umgang mit Tieren irgendetwas über den Umgang mit Menschen aussagt?

Als Psychologin habe auch ich mit Anfang des Jahres an der Debatte beteiligt. Auf Social Media-Plattformen habe ich Wissensbeiträge formuliert, die sich am heutigen Stand der Entwicklungspsychologie orientieren – und daraus abgeleitet Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Kindern gegeben.

Antworten zum Thema „bedürfnisorientierte Hundeerziehung“ gibt mir die Biologin.

Wir wissen heute in der Psychologie, dass Kinder für eine gesunde Entwicklung zugewandte Eltern brauchen. Dazu gelten Konzepte, die mit „Belohnung und Bestrafung“ arbeiten als veraltet. Ein aktuelles Modell ist der sogenannte „Kreis der Sicherheit“. Der  Circle of Security, der die Bindungs- und Beziehungsmuster zwischen Eltern und ihrem Kind als zentralen Ausgangs- und Ankunftspunkt im Prozess des „älter werdens“ und damit bezogenen sich immer wieder (und immer weiter) Lösens der Kinder von ihren Eltern im Mittelpunkt gesunder Entwicklung sieht. So viel also zu Kindern. Dazu kann ich mich äußern und positionieren. Aber von Hunden? Habe ich ehrlich gesagt nicht viel Ahnung.

Ulrike Légé im Interview!

Natürlich kenne ich die psychologischen Experimente, die (auch) mit Hunden durchgeführt wurden. Auch ich kenne Menschen, die Hunde haben. Früher habe ich ab und zu auf den Hund von Freunden aufgepasst. Das reicht mir aber alles nicht, um hier versierte Auskunft geben zu können. Deswegen habe ich über MutterKutter sechs Fragen an Diplom-Biologin, Mama und Hundebesitzerin Ulrike Légé gestellt:

Die Rolle von Hunden hat sich unglaublich stark gewandelt.

Früher ging es in der Hunde-Erziehung darum, dass der Hund als Arbeitstier funktioniert und gehorcht. Worum geht es deiner Meinung nach heute?

Diplom-Biologin Ulrike Légé; Credit: Amanda Joy Photography

In den letzten 50 Jahren hat sich die Rolle von Hunden unglaublich stark gewandelt. Früher waren die meisten von ihnen reine „Gebrauchstiere“, die arbeiten mussten. Hunde halfen beim Jagen, hüteten Herden, schützten Gebäude oder Menschen und ließen sich, wie Sennenhunde, sogar vor Milchkarren spannen. Ganz klar war bei der Erziehung: Der Hund musste seine Aufgabe gehorsam und verlässlich erledigen. Er durfte nicht zu einer Gefahr für Menschen oder andere Tiere werden! Unerwünschtes Verhalten trieb ihm sein Besitzer durch Strafen aus. Nicht „funktionierende“ Tiere fütterte er nicht weiter durch. Nur wenige Hunde lebten als reine Familienhunde, meist bei reichen Familien.

Heute sind die meisten Hunde Sozialpartner

Heute hat sich das Verhältnis genau umgekehrt. Arbeitshunde gibt es immer noch, sogar mit ganz neuen und spannenden Einsatzgebieten: Hunde erschnüffeln Krebs-, seit neuestem auch Covid-Erkrankungen und Allergie-Auslöser. Sie begleiten autistische Kinder oder warnen ihre Besitzer vor dem nächsten epileptischen Anfall. Aber die große Mehrzahl der Haushunde lebt heute als Familienhund. Für diese Rolle erziehen wir heute den Hund als Sozialpartner. Er soll sich in unser Familienleben einfügen, mit Kindern sicher umgehen, mit den Hunden unserer Freunde gut spielen, uns in Restaurants oder Fußgängerzonen begleiten und zeitweise allein zu Hause bleiben können.

Für viele Menschen, auch für uns persönlich, erfüllt der Hund emotionale Bedürfnisse nach kuscheliger Nähe, entspanntem Zusammensein und geteilten schönen Momenten wie unserem täglichen Gang durch den Wald.

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung: Hunde brauchen Verständnis, einen klaren Rahmen und Sicherheit

Dass sich Hunde in vielen Fällen so problemlos in unser modernes Leben einfügen, sogar an Freizeitaktivitäten wie Dog Dancing oder Agility fröhlich mitmachen, zeigt, wie anpassungsfähig diese Tiere sind und wie sehr sie sich an uns orientieren. Unsere Menschenwelt hat kaum noch etwas mit der ursprünglichen Lebensweise von Wölfen oder Wildhunden zu tun. Und trotzdem schaffen es viele Hunde, sehr gut in ihr zurechtzukommen. Dazu brauchen sie uns Menschen als ein Gegenüber, das ihnen
Verständnis, aber auch einen klaren Rahmen und damit Sicherheit gibt.

Foto: Ulrike Légé

„Hunde sind hochsoziale, kooperative und empathische Rudeltiere.“

In den letzten Jahren gab es ja ein Umdenken, wie man als Herrchen oder Frauchen mit einem Hund umzugehen hat. Ein wichtiges Stichwort ist die Bindung bzw. wird auch von „bedürfnisorientierter Beziehung“ gesprochen. Wie siehst du das? Ist wirklich möglich mit einem Tier?

Zum Glück für den Hund hat sich nicht nur seine Funktion in unserem Leben, sondern auch unser Blick auf ihn gewandelt. Wir verstehen ihn heute viel besser aufgrund wissenschaftlicher Studien und dank des aufmerksamen Beobachtens von Hunde-Besitzern und Trainern. Wer einen Hund zu sich nimmt, merkt sofort: Hunde sind hochsoziale, kooperative und empathische Rudeltiere, die mit anderen Hunden und mit Menschen starke Bindungen eingehen. Sie können sehr differenziert auf uns eingehen.

Am Verhalten vom Hund, im Scan seines Gehirns und den Bindungs- oder Stress-Hormonen in seinem Blut können wir nachweisen, wie ein Hund auf verlässliche, zugewandte Beziehungs-Angebote und wie er auf abweisendes, unvorhersehbares oder sogar bedrohliches Verhalten von Menschen reagiert.

Hunde durchleben emotionale Prozesse

Hunde können Emotionen empfinden, Zuneigung schenken und Vertrauen entwickeln. Wenn wichtige Bindungspartner plötzlich wegfallen, der Mensch oder ein anderer Hund beispielsweise nach einem langen Zusammenleben sterben, können Hunde sogar aufgrund emotionaler Prozesse, die wir beim Menschen als Depression bezeichnen würden, plötzlich und lebensbedrohlich stark an Gewicht verlieren.

Für mich persönlich ist klar: Jeder Haushund wird in ein neues menschliches Rudel hereinsozialisiert. In dieser Menschenwelt ist er sehr abhängig von uns. Er könnte ohne unser Verständnis für seine Bedürfnisse und unsere Hilfe bei ihrer Befriedigung nicht ausgeglichen und gesund leben. Die Hundetrainerin Stephanie Lang von Langen nennt Bindung/Beziehung, Ruhe/Schlaf, Beschäftigung, Bewegung und Spiel die fünf Grundbedürfnisse des Hundes. Das trifft es aus meiner Sicht sehr gut und ich finde es
frappierend, wie ähnlich diese den Bedürfnissen von Menschen sind!

Mensch-Hund-Bindung: Vertrauen ist die Basis

Basis für eine sichere Bindung ist das Vertrauen meines Hundes, dass ich seine Grundbedürfnisse verlässlich erfüllen kann und will. Das muss ich mir in der Beziehung zum Hund genauso wie bei Menschen aktiv aufbauen und langfristig erhalten. Darüber hinaus muss mein Hund bei uns zur Ruhe kommen können, Kopf- und Bein-Arbeit leisten dürfen und merken: Meine Menschen genießen auch das spielerische, entspannte Zusammensein mit mir!

Was verstehst du unter einer Bindung zu Tieren? Wie sieht für dich eine gute Beziehung aus?

Ich habe unseren Familienhund Sunny als kleinen Welpen mit durchaus ähnlichen Gefühlen nach Hause gebracht wie unsere neugeborenen Kinder: Da war erstmal das überwältigende Gefühl „jetzt habe ich wirklich die volle Verantwortung für dieses kleine Wesen, für sein Überleben und sein Wohlbefinden übernommen!“. Und die Rührung, wie sehr dieser kleine Hund offensichtlich darauf vertraute, dass ich in diese ganz neue Rolle schon noch hereinwachsen würde.

Sunny-Welpe, frisch weggebracht von seinem Rudel mit Hundemutter und 11 Geschwistern, folgte uns überall hin, ließ uns nicht aus den Augen und jaulte jämmerlich, wenn wir kurz getrennt waren. Nachts hing meine Hand in sein Körbchen.

Bindung an die Familie: vom ersten Moment an

Für uns alle war die Bindung an Sunny und seine an uns wirklich vom ersten Moment an offensichtlich. Er findet uns und unser Leben ebenso spannend wie wir ihn und seine Hunde-Ideen. Er freut sich chwanzwedelnd auf uns, genauso wie wir ihn bei jedem Nachhaus-Kommen erstmal streicheln. Er sucht unsere Nähe genauso wie wir seine. Sunny ist ein neugieriger Hund, der jede Begegnung mit anderen Menschen und Hund toll findet – aber wir sind „seine“ Lieblings-Menschen und „sein“ Rudel. Für uns ist Sunny ein Tier und kein Mensch – aber er ist ein wichtiger Teil unserer Familie. Das ist für mich Bindung.

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung beginnt mit  einer guten Beziehung

Credit: Ulrike Légé

Die gute Beziehung bedeutet für mich, den Alltag mit Sunny teils einfach zu genießen und teils bewusst zu gestalten. Dieses Staunen und Gerührt-Sein der ersten Tage, „wie schön – da ist ein Tier, was mir vertraut und mein Leben teilt“, ist mir immer noch präsent – und ich finde es wichtig, dafür Raum und Zeit zu schaffen jenseits aller Erziehungs-Ziele! Einfach gemeinsam auf dem Sofa sitzen und mich an meinem Hund freuen, auch das ist Beziehung.

Und dann gibt es natürlich die Momente, die ich gestalte: Ein neuer Pfad im Wald, den wir zusammen entdecken, oder ein vertrauter Gang. Eine neue Übung, die ich Sunny beibringe oder ein schon oft genossenes Spiel zusammen. Zu spüren, wie er stolz und selbstbewusst etwas leistet oder sich beim Toben freut. Herausgefordert-Sein, wenn er plötzlich einem Fuchs hinterherstürmt oder den Nachbars- Hund anknurrt, und merken: Wir können beide lernen, damit besser umzugehen. Zu wissen, dass er sein ganzes Hundeleben lang immer auf meine verlässliche Fürsorge und Führung angewiesen sein wird und ich mich, trotz aller anstrengenden Momente, darauf freue – all das ist für mich eine gute Beziehung.

„Viele Tiere, die sozial leben wie Delfine, Pferde, Schweine oder Papageien, können Bindungen nicht nur an ihre Artgenossen, sondern auch an Menschen entwickeln.“

Jetzt haben wir das ja für die Hunde, wie siehst du das mit anderen Tieren als Biologin. Bei welchen kann ich mit Bindung arbeiten und bei welchen nicht?

Immer, wenn Tiere Umweltveränderungen wahrnehmen und darauf reagieren, indem sie ihr Verhalten anpassen, lernen sie. Das können fast alle Tiere. Wir können es als Mensch steuern, indem wir bestimmtes Verhalten belohnen oder mit negativen Konsequenzen belegen. Diese positive oder negative Verstärkung funktioniert sogar mit Würmern, die lernen, bestimmte Erdbereiche zu vermeiden. Viele Tiere, die sozial leben wie Delfine, Pferde, Schweine oder Papageien, können Bindungen nicht nur an ihre Artgenossen, sondern auch an Menschen entwickeln. Auch die Menschenaffen, die uns Menschen ja am ähnlichsten sind in Sozialverhalten und Hirnstrukturen, zählen dazu.

Die Bindungsforschung ist ein relativ neues Gebiet.

All diese Tiere zeigen dann ähnlich wie Hunde bestimmte Verhaltensweisen, körperliche Reaktionen und eine erhöhte Bereitschaft zum Lernen vor allem, wenn die Menschen, an die sie sich gebunden haben, präsent sind und mit ihnen arbeiten. Allerdings ist die Bindungsforschung ein relativ neues Gebiet. Es ist derzeit selbst unter Wissenschaftlern noch sehr umstritten, wie ausgeprägt die Bindung an den Mensch zum Beispiel bei Raub- und Haus-Katzen ist und inwieweit sie deren Lernen beeinflussen.

Klicker: Ich hatte ein Erlebnis beim Reiten, das mich zum Umdenken brachte

Darf ich dich konkret fragen: Was hältst du von einem Klicker beim Tier?

Als ich das erste Mal bei einem Klicker-Training zusah, war ich ein bisschen schockiert, wie mechanisch das Geklickere aussah. Mir schien die menschliche Komponente zu fehlen, ein Trainer, der mit den Tieren sprach, sie lobte oder streichelte … und ich frage mich, ob da nicht gerade ein Rückfall ins Abrichten stattfindet?

Dann aber hatte ich selber ein Erlebnis beim Reiten, das mich zum Umdenken brachte: Ich war gerade dabei, eine komplizierte Hilfe mit Einsatz meiner Beine, Gewichtes und Hände zu lernen. Als ich die richtige Abfolge zu Ende gebracht hatte, war ich am anderen Ende der Reithalle und hörte mit ein paar Sekunden Verzögerung ein etwas angespanntes „jaha!“ der Reitlehrerin. Ich wusste gar nicht, ob sich das auf mich bezog oder jemand ganz anderen im Stall, warum sie sich so seltsam anhörte und was genau nun an meinen Bemühungen richtig war und was noch nicht. Ich erzählte das meiner Reitlehrerin, die mich anlachte und meinte „Tja, wärst du jetzt ein Pferd, würde ich einen Klicker einsetzen!“.

„Delfine, für die das Klickern ja ursprünglich erfunden wurden, Hunde, Pferde, Papageien und viele andere Tiere können so sehr freudig lernen und wirklich beeindruckende Leistungen zeigen.“

Foto: Urike Légé

Da machte es bei mir Klick. Genauso verwirrend fühlt sich unsere menschliche Kommunikation oft für Tiere an! Das Tier bietet uns eine Handlungsweise an und kann in komplexeren Situationen, auf größere Distanz oder wenn sein Mensch mit gefühlsgeladener Stimme spricht, manchmal überhaupt nicht herausfinden, ob und wann es das Richtige getan hat. Sogar ein „gut“, was wir ja für ein klares Lob halten, kann für einen Hund verwirrend sein. Denn wir bauen „gut“ ja oft in Sätze ein, die nichts mit ihm zu tun haben, sagen es ihm mit Zeitverzögerung oder mit einer negativen Gefühlslage in der Stimme.

Der Klicker kann diese Komplexität herausnehmen, ein zielgerichtetes und zeitgenaues positive Verstärken möglich machen und unsere Kommunikation damit tiergerechter werden lassen. Delfine, für die das Klickern ja ursprünglich erfunden wurden, Hunde, Pferde, Papageien und viele andere Tiere können so sehr freudig lernen und wirklich beeindruckende Leistungen zeigen. Allerdings muss aus meiner Sicht klar sein, dass sich keine sichere Bindung und Beziehung ausschließlich durch Klickern herstellen lassen. Die Bezugsperson muss auch bewusst in Momenten außerhalb des Klickertrainings als ganzer Mensch, mit Stimme und Körper in die Beziehung zum Tier gehen.

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung: Gibt es Parallelen zur Kindererziehung?

Es gibt nun also neuen Ansatz bei den Hunden – in den letzten Jahren hat sich ja auch der Blickwinkel auf die Kindererziehung stark verändert. Siehst du da Parallelen?

Ich finde es spannend, wie sich unser Verständnis davon, was eigentlich eine „gute Beziehung“ zu Kindern oder Tieren ausmacht, parallel und ganz auf ähnliche Weise gewandelt hat: Wir entwickeln in beiden Bereichen ein Bewusstsein dafür, dass Erziehung nur immer auf Basis von Beziehung und Bindung gelingen kann. Früher ging es bei Kindern und Tieren vor allem ums Gehorchen und Funktionieren. Der menschliche Erwachsene hatte die Macht und musste sich nicht hinterfragen.

Heute versuchen wir, die Bedürfnisse von Kindern und Hunden zu verstehen, uns ins Gegenüber einzufühlen, um herauszufinden, was genau es von uns je nach Entwicklungsstufe und Temperament braucht. Wir übernehmen Verantwortung für die Beziehung und fragen uns: Wie kann ich meine Rolle als Erwachsener so einfühlsam und verlässlich gestalten, dass eine sichere Bindung überhaupt entsteht?

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung und bedürfnisorientierte Kindererziehung: man kann sich jeweils inspirieren lassen

Mit welcher inneren Haltung qualifiziere ich mich als eine vertrauenswürdige Führungsperson, der ein Kind oder Tier freudig folgen, so dass sie bei mir mit Freude und ohne Stress lernen können? Und wie arbeite ich an mir selber, damit auch eine gemeinsame Weiter-Entwicklung stattfindet? Bei Hunden heißt dieser neue Ansatz „trainieren statt dominieren“ und er funktioniert mit Sunny hervorragend.

Es gibt für mich in der bindungsorientierten Kinder- und Hunde-Erziehung durchaus Parallelen und damit die Möglichkeit, positive Ansätze vom einen Bereich auf den anderen zu übertragen oder mich zumindest inspirieren zu lassen. Wenn ich als Mutter Erziehungsproblemen begegnet bin, die im Bereich der Bindung oder dem mangelnden Eingehen auf kindliche Grundbedürfnisse wurzelten, konnte ich persönlich auf einiges Spannende zurückgreifen, was ich bei guten Hundetrainern gelernt hatte: Ich habe bei ihnen meine Präsenz, Körpersprache und Geduld verbessert und erfahren, wie ich gezielt auf gewünschtem Verhalten aufbauen, direkter loben, Konflikte deeskalieren und Pausen einsetzen kann.

Das ist der Unterschied zwischen Mensch und Hund!

Das Fernziel meiner menschlichen Erziehung ist allerdings ein ganz anderes: Ich möchte selbstreflektierte junge Erwachsene erziehen, die ihre Bedürfnisse selbst wahrnehmen und vertreten können, und die von mir unabhängig leben werden. Das wird mein Hund niemals erreichen können. Ich finde es daher wichtig, mir über die Grenzen des Übertragbaren klar zu sein. Für die spezifisch menschlichen Herausforderungen suche ich mir lieber geschulte Fachpersonen für Kindererziehung. Wobei diese allerdings auch erstaunlich oft ganz wunderbare Hunde-Eltern oder sogar Trainer sind!

Lieben Dank für das Interview, liebe Ulrike.

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