Bei Facebook hat MutterKutter-Leserin Yvonne uns geschrieben, dass „Chill mal deine Basis“ für sie alle zum Anti-Mecker-Anker wurde. Wieso? Das erfahrt ihr hier – in ihrer Anekdote aus ihrem Familienalltag:

Brüllen wie ein Löwe oder wie man das vermeiden kann…
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Foto: Yvonne van Brakel

Ich bin Mama von 2 Mädchen (9 und fast 7) und 1 Junge (gerade 4 geworden) Es ist schön ruhig und entspannt, wenn sie schlafen oder gerade außer Haus sind. Sind sie alle 3 hier, ist ganz schnell viel Trubel da. Ich weiß, dass das normal ist und dennoch gibt es Momente, in denen ich nicht besonnen reagiere.

Zum Beispiel mittags. Da bin ich meist etwas müde, vielleicht gab es wenig Schlaf. Der Lütte hat um 12 Uhr Schluss im Kiga und ich hole ihn ab. Unsere Zweite wartet meist schon am Auto. Wir kommen nach Hause und sie streiten sich gleich, wer die Autotür aufmachen soll, wer welche Tasche nimmt, wer die Autotür schließt. Dann: Wer die Haustüre aufschließt… Meist mache ich das, damit der Schlüssel heil bleibt.

Chill mal deine Basis

Keine 10 Min. später kommt die Große nach Hause und meckert herum, dass sie ihre Schuhe nicht wegstellen kann, weil da einfach kein Platz ist im Schuhregal. Da ist bei mir oft der Nervenfaden so dünn, dass ich dann schon anfange selber laut zu werden, fast wie ein Löwe. Dann geht es hin und her. „Schieb doch die Schuhe beiseite, so dass deine da auch noch Platz finden!“„Immer wenn ich nach Hause komme, schimpfst du mit mir! Chill mal deine Basis!“ ups, das hat gesessen. Beim ersten Mal bin ich dabei noch etwas sauerer geworden. Ich fand es sehr frech, dass mir das mein Kind sagen muss, wo ich doch nur wegen ihm so böse bin…

Doch ganz ehrlich, sie haben Recht! „Chill mal Deine Basis!“ Komm mal wieder runter Mama. Nimm Dir nicht alles so zu Herzen. Wie war das eigentlich bei mir früher? Meine Schwester und ich haben uns auch immer in jeder freien Minute gestritten. Immer. Worum es dabei ging? Um nix. Manchmal um das Recht haben, manchmal um Kleinigkeiten, manchmal nur aus Spaß, meist darum unsere Positionen zu klären…

Inne halten? Ja!

„Chill mal Deine Basis“ ist bei uns zu einem STOPP- Satz geworden. Es klappt nicht immer. Manchmal bin ich eher die Löwenmama und weit weg von gechillt… Aber manchmal klappt es, dann inne zu halten. Schnell auf Klo zu gehen, Türe zu, tief Durchatmen. Oder einfach die Kinder in den Arm oder auf den Schoß nehmen und einfach Kuscheln. Das tut uns allen gut. Den Kindern und mir. Es nimmt dem Ärger, den Wind aus den Segeln.

Mein Mann meinte letztens zu mir: „Wenn du schreist, hast du eh schon verloren.“ Recht hat er. Auch wenn manchmal diese ollen Verhaltensmuster durchkommen, weil: Hab´ ich so gelernt, hab´ ich schon immer so gemacht, weil … blablabla. Chillen ist angesagt. Durchatmen. Vielleicht erst einmal Nachdenken und nicht gleich lospoltern.


Carolin hat mich, Doro, bei Instagram gefragt: Dürfte ich mal was schreiben? Und ich so: Immer. Gerne. Und ich freue mich jetzt sehr über einen sehr ehrlichen Text aus dem Mamaleben von Carolin. Es geht um die lieben Vorurteile:

Die alltäglichen Konfrontationen einer Mutter mit ihrer Umwelt

Schon in der Schwangerschaft sagte eine gute Bekannte zu mir, dass ich mich seelisch schon einmal auf all die Kommentare, dummen Sprüche und Ratschläge anderer Menschen einstellen solle. Denn die kämen immer. Egal, ob man gefragt hat oder nicht. Ich war wirklich gespannt, ob es eintreten würde. Und das tat es.

#coolmumsdontjudge

Ich durchstöberte täglich alle möglichen Mama-Accounts auf Instagram und auch dort stieß ich immer wieder auf Kommentare von MÜTTERN, die einfach nur bevormundend, verurteilend und unangemessen waren. Von dort an schrieb ich mir den Hashtag #coolmumsdontjudge auf die Fahnen, den ich immer wieder bei anderen tollen Müttern gelesen habe. Und schwor mir, dass ich mich daran halten würde. Wer will denn schließlich schon uncool sein?!

Die erste Erfahrung mit meiner Tochter auf dem Arm machte ich dann im Babyschwimmkurs. Es war die erste Stunde und alle Kinder um die 4 Monate alt. Meine Tochter begann schon in der Dusche zu weinen, weil ihr das Wasser noch nicht geheuer war. Natürlich ist es einem unangenehm und man versucht das Baby zu beruhigen. Und statt Mitgefühl oder Verständnis zu bekommen, sagte eine andere Mutter ganz laut zu ihrem eigenen Baby: „Lass dich von DIESEM Kind bloß nicht anstecken.“ Der Blick dazu in unsere Richtung konnte nicht abwertender sein. Sie verschwand daraufhin kopfschüttelnd aus der Dusche.

„Du kochst den Babybrei nicht selber?“

Alle weiteren Sprüche fasse ich nur kurz zusammen, eine ausführliche Version würde hier den Rahmen sprengen. Also los! Meine Reaktion steht in Klammern dahinter.

„Du kannst doch nicht Hoppe Hoppe Reiter singen. Die Stelle mit den Raben ist doch viel zu gruselig für Babies.“ (sprachlos)

„Du kochst den Babybrei nicht selber?“ (sprachlos)

„Dein Baby ist erst 5 Monate alt und muss schon im Sportaufsatz im Kinderwagen sitzen?“ (Ja, weil es für die Wanne einfach zu groß geworden ist!)

„Du trägst dein Baby (zu diesem Zeitpunkt 7 Monate alt) nicht mehr in einer Trage vor deinem Bauch? Es benötigt doch die Bindung!“ (Danke dafür. Ist bei einem Rückenleiden und einem sehr schweren Kind halt nicht mehr drin.)

„Du machst 2 Jahre Elternzeit? Ihr müsst aber reich sein!“ (sprachlos)

Ich könnte noch ewig so weitermachen. Doch irgendwann hörten die Sprüche plötzlich auf…. Und zwar als ich auf Baby-Kurse verzichtet und beschlossen habe, mich nur noch mit Freundinnen und deren Babies zum schwimmen, spielen, spazierengehen zu treffen. Denn da kann man davon ausgehen, nicht verurteilt zu werden. Und die Zeit, in der ich mich rechtfertigen und ärgern musste, ist mir einfach zu kostbar!

Dennoch frage ich mich immer wieder: Jede Mutter hasst es, wenn sie für ihr Mamasein von anderen gemaßregelt, verurteilt oder bevormundet wird. Warum sind es aber immer Mütter (oder Väter), von denen man sich so etwas gefallen lassen muss?!


Alltagsanekdoten aus dem Leben unserer MutterKutter-Leserinnen. Instagrambloggerin, Neu-Mama und Ärztin Larissa Teucher macht den Start. Wir freuen uns über diesen Einblick in ihren Familienalltag – mit dem Titel:

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Foto: Larissa Teucher
Wenn der Vater mit dem Sohne…

Seit 4 Monaten bin ich Mama, sind wir Eltern – dachte ich. Genau genommen bin ich alleinerziehende Mutter von 2 Kindern.

Nicht nur der Babyjunge möchte meine volle Aufmerksamkeit und Milchbar, nein, auch der Mann des Hauses besinnt sich auf den klischeehaften Spruch

„Männer werden 7, danach wachsen sie nur noch!“

Glücklicherweise kann das jüngste Familienmitglied noch nicht reden, sonst würden die zwei vermutlich aus dem Aushecken von Unsinn nicht mehr rauskommen. Jedenfalls bemerke ich mit zunehmender Mobilität des Sprösslings eine erstaunliche Entwicklung beim sogenannten Familienvater. Ganz männlich schnallte sich Daniel die Trage um- bindungsorientiert nimmt er nämlich wörtlich – damit sein kleiner Stolz einen guten Überblick hat und erklärt ihm die Welt.

Die Zwei sind eine prima Symbiose, habe ist festgestellt. Neuerdings geht Daniel besonders gerne mit Leo einkaufen – alleine ohne mich, versteht sich. Ich habe mich ja initial über diese nette Entlastung gefreut. „Lara, frag dich nicht, was zu diesem Sinneswandel geführt hat.“, habe ich mir gesagt. Doch ich bin den beiden auf die Schliche gekommen! Der Familienvater hatte nämlich eine ganz ausgebuffte Taktik: das Kind auf den starken Arme tragend (T-Shirt natürlich auch im Winter, zur Verdeutlichung der testosteron-gestählten Arme…), bestellte er mit niedlich grinsendem Fratz an der Wursttheke „ein Scheibchen Wurst für den Kleinen“ und bei der Dame mit Gebäck „ein kleines Brötchen für meinen Sohn“.

Alltagsanekdoten: Hauptsache Papa sahnt ab!

Und weil die Damen hinter den Theken dem stahlblauen doppelten Augenpaar mit ausdrucksstarkem Augenaufschlag nicht widerstehen können (wofür brauchen Männer bitte so lange Wimpern!?), sahnte Leo ab. Wurst hier, Brötchen da, das extra Quarkbällchen nicht zu vergessen. Da der kleine Mann aber selbstverständlich noch voll gestillt wird und das gute Zeug ja nicht verkommen sollte – Nachhaltigkeit und so – opferte sich der Papa und schob sich den Schmaus genussvoll in die Futterluke. Beikosteinführung geglückt – Daddy Led Weaning at its best!

In diesem Sinne scheint der Leitspruch Beziehung statt Erziehung treffend umgesetzt.

Und ich schüttel jetzt schon innerlich lachend den Kopf, wohlwissend, welche Flausen die zwei mir als brilliante Ideen verkaufen werden…


♥ Ihr habt auch Lust, uns was aus eurem Familienleben zu erzählen. Dann schickt uns doch gerne eine Alltagsanekdote – wir freuen uns.

2 thoughts on “Alltagsanekdoten: unsere Leserinnen erzählen!”

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