Sie ist alleinerziehende Mama. Instagrammerin. Bloggerin. Und eine von den Frauen, von denen wir sagen: Knaller! Wir schauen auf ihre Instagramprofil und denken: Mann, die ist ehrlich. Sie redet Klartext. Sie hat Humor. Ihr Herz liegt auf der Zunge. Und, ja, mit Katharina @cruchdevinaigre würden wir sofort einen Kaffee trinken gehen. Oder, noch viel besser. endlich mal wieder die Nacht zum Tag machen. Auf der Tanzfläche versteht sich. Statt zuhause im Bett.

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Foto: Katharina Essigkrug

Wir freuen uns, dass sie bereit war, uns dieses Interview zu geben – sie mit uns gemeinsam in die Runde 2 unserer Alleinerziehenden-Serie geht. Mit Judith, meiner Mutter-Kutter-Autorin und Ex-Alleinerziehenden, hat Katharina Essigkrug über ihre Rolle als alleinerziehende Mama gesprochen. Ehrlich. Unverstellt. Mit Humor. Katharina eben.


Liebe Katharina, viele kennen dich unter deinem Instagram-Namen ‚cruchedevinaigre‘. Auch wir haben uns über Instagram kennengelernt. Auch deshalb, weil uns beiden das Thema ‚Alleinerziehend‘ am Herzen liegt. Bitte erzähle uns von dir, wer du bist und wie du zu der Rolle der alleinerziehenden Mama gekommen bist.

Es war Sommer 2014, ich war 23 und feierte das süße Leben: „Hoch die Hände, Wochenende! “ kein Dancefloor war vor mir sicher, bewaffnet mit einer Schachtel Kippen und reichlich Gin Tonic machte ich regelmäßig die Nacht zum Tag. Viele in dem Alter werden sich in diesen Worten wiedererkennen – mit dem Unterschied, dass mein krönender Abschluss nach einer durchzechten Nacht kein Kater war, sondern ein Besuch bei meiner Frauenärztin…

Gestatten: Katharina. 27. Alleinerziehende Mama. Und, ja, die Schwangerschaft war so nicht geplant.
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Foto: Katharina Essigkrug

Heute, 4 Jahre später, bin ich völlig angekommen in meiner Mutterrolle und genieße jede freie Minute mit meinem Sohn. Mein Name ist Katharina. Ich bin mittlerweile 27 Jahre alt, Mama vom kleinen/großen Kasper und alleinerziehend.

Rückblickend, wie hast du die Zeit erlebt, als sich herausgestellt hat, dass du alleinerziehend sein wirst?

Die Tatsache, dass ich alleinerziehend sein würde, offenbarte sich mir schon mit dem positiven Schwangerschaftstest. Eine Schwangerschaft war zu diesem Zeitpunkt alles andere als geplant und folglich ein kleiner Unfall, wie man so schön sagt. Also stand ich damals noch vor einer ganz anderen Entscheidung, nämlich der Frage, ob ich das wirklich durchziehen könnte. Schließlich entsprach nichts davon meinem ursprünglichen Plan – alleine ein Kind zu bekommen noch dazu mit jemandem, der absolut dagegen war.

Trotzdem war da eine innere Stimme, die mir sagte, dass es nun so weit sein und ich Mutter werden würde.

Ich lege Extraschichten ein, um unseren Lebensstandard halten zu können.

Was waren (oder sind) diesbezüglich deine größten Ängste und Befürchtungen?

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Foto: Katharina Essigkrug

Meistens hat man finanzielle Sorgen, denn Fakt ist: ein Einkommen fehlt. Und wenn man wie ich aus dem Dienstleistungssektor kommt, kann man nicht viel erwarten, weswegen ich am Wochenende zusätzlich manchmal in ner Bar jobbe oder nachts Texte schreibe, um unseren Lebensstandard halten zu können.

Zusätzlich plagen einen natürlich auch andere Sorgen, wie in unserem Fall, der fehlende Vater. Oft habe ich Angst, dass mein Kind es persönlich nehmen könnte, dass sein Vater sich gegen ihn entschieden hat und somit auch jeglichen Kontakt verwehrt. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ist das sogar meine größte Sorge. Alles andere kann man immer regeln.

Es gibt heute eben nicht mehr nur ein Familienmodell.

Was ist dein persönliches Gefühl, wenn du im Kindergarten, auf Kindergeburtstagen etc. auf die Konstellation ‚Vater-Mutter-Kind/Kinder triffst‘?

Ich glaube, es wäre alles halb so wild, wenn da nicht immer dieses deplatzierte Mitleid wäre. Versteht mich nicht falsch, natürlich ist es zusammen leichter und vor allem auch schöner, aber ich finde, dass das sture Fixieren auf alte Bräuche, indem man nur ein Familienmodell als das einzig Wahre ansieht, total veraltet ist. Es gibt so viele mögliche Konstellationen ein Kind großzuziehen. Und am Ende, so finde ich, zählt nur eins, und zwar, dass die Kleinen geliebt werden und glücklich sind. Egal, ob von der Mama oder nur dem Papa, von zwei Papas oder zwei Mamas.

Wir sollten früh damit anfangen, unsere Kinder über verschiedene Familienkonstellationen aufzuklären.

Wir können nicht früh genug damit anfangen unseren Kindern alle Modelle vorzustellen, damit sich diese Diskrepanz gar nicht erst bildet und vor allem „betroffene“ Kinder sich nicht weniger normal fühlen als andere.

Was glaubst du, wie ist heutzutage der ‚gesellschaftliche‘ Blick auf Alleinerziehende?

Es wird immer besser, was wir wohl auch Social Media-Kanälen wie Instagram zu verdanken haben, dort können immer mehr Alleinerziehende ihren Alltag teilen und zeigen: „Hey schaut mal her, der gleiche Wahnsinn wie bei euch, wir unterscheiden uns nicht.“

Aber es ist definitiv noch Luft nach oben. Es würde mich vor allem freuen, wenn auch die Medien das Thema rund ums Alleinerziehen-Sein nicht immer so negativ ausschlachten würden. Alleinerziehend sein ist bestimmt anstrengender und die Sorgen sind vielleicht oft auch etwas größer, aber deswegen ist es nicht weniger schön.

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Foto: Katharina Essigkrug
Ich kann alleine entscheiden. Und muss mich über niemanden aufregen.

Gibt es Vorteile des ‚Alleinerziehend-Seins‘? Oder was macht dich in dieser Lebenssituation besonders glücklich?

Ich glaube, ein riesiger Vorteil ist, dass man sich über niemanden aufregen muss, der nicht mithilft. Hört sich jetzt primitiv an, aber in vielen Familien herrscht immer noch die klassische Rollenverteilung, in der die Frau Haus und Kinder hütet, obwohl die meisten mittlerweile genau so wie ihre Männer arbeiten gehen. Viele Frauen macht das wütend, was ich total nachvollziehen kann.

Was würdest du Frauen oder Männern raten, die gerade in diese Lebensphase des ‚Alleinerziehend-Seins‘ eintreten?

Oft schreiben mich völlig „verzweifelte“ Frauen und Mütter an, die kurz vor einer Trennung stehen oder schon mittendrin stecken, und bitten mich um Rat. Die meisten glauben immer, dass es nicht zu schaffen sei, hinzu kommen natürlich auch große existenzielle Ängste davor, ihren Lebensstandard nicht halten zu können und von der Gesellschaft verstoßen zu werden.

Alleinerziehende Mama: das ist sicher kein Tiefschlag.

Davon muss ich sie dann erst mal freimachen und die wirklich wichtigen Fakten auf den Tisch legen. Natürlich ist das kein Spaziergang, aber so ist das Leben nun mal. Es wird immer Höhen und Tiefen geben, für jeden von uns. Aber wenn ihr mich fragt, ist eins schon mal kein Tiefschlag: nämlich das alleinerziehend sein.


Herzlichen Dank dir für dieses wundervolle Interview, liebe Katharina!


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Und falls ihr noch mehr Fragen an die alleinerziehende Mama Katharina habt: Ihr findet sie hier auf Instagram – zu ihrem Blog geht es hier.alleinerziehende Mama alleinerziehend Mamasein Mamablogger Instagrammerin Cruchdevinaigre Katharina Essigkrug MutterKutter Alleinerziehende Mutter Eltern Familienmodell MutterKutter

Wenn ihr wiederum mit meiner MutterKutter-Autorin Judith Kontakt aufnehmen möchtet – dann könnt ihr das ebenfalls über Instagram oder ihre Homepage tun! Ihr könnt Judith auch per Mail eure ganz persönlichen Fragen stellen – egal, ob nun zum Thema alleinerziehende Mama, zu frauenärztlichen Themen oder rund um ihr Leben in Rom.

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