Baby & Kleinkind. 2 Windelpupser auf einmal – das ist sportlich, wie ich lernen durfte. Sie halten einen unglaublich auf Trab, Mama hier, Mama da – tirallala.

Es gibt Dinge im Alltag mit 2 Wickelkindern, die sorgen bei mir für ein ungläubiges Kopfschütteln. Für etliche Lacher. Oder auch für ein Überdenken meiner Selbst.

Windelpupser

Mein Leben wurde vor vier Monaten noch einmal auf den Kopf gestellt. Von oben bis unten. Die Uhren laufen mit Baby und einem Kleinkind nochmal anders. Das Leben wird langsamer. Ich wurde es auch.

Größer geworden ist aber vor allem eins: mein Herz. Meine Liebe.


1. Achtung, Bitte Halten Sie von dieser Mülltonne Abstand!

Ich möchte mich in aller Form bei den Herren der Müllabfuhr und auch bei unseren Nachbarn entschuldigen. Mir ist schleierhaft, warum noch keiner wegen akuter Geruchsbelästigung bei uns vorstellig geworden ist. Ich sage nur: die Sommermonate. Huääää. Selbst ich als Mama habe es so gemacht: Hinlaufen, durchatmen, Nase dichtmachen, reinschmeißen, wegrennen. Alle 2 Wochen wird bei uns die schwarze Tonne entleert. Zu wenig. Also: eigentlich nicht. Jetzt aber doch, denn: Schon nach 1,5 Wochen ist sie auf gut Deutsch „vollgeschissen“.

{Mal kurz nebenbei: Hat wer von euch gute Erfahrungen mit Stoffwindeln gemacht? Mich würde alles zum Thema Umweltbilanz, Handling und Alltagstauglichkeit interessieren.}

2. Einer kackt immer!

Wo wir grad beim Thema sind. Es ist unfassbar. Aber wahr. Irgendeine Maus hat immer die Hose voll, braucht ein neues Outfit, da Curry nicht zum rosa Body passt, oder muss – wie es sich aktuell anbahnt – nochmal eben schnell auf den Pott. Interessanterweise oft genau dann – also: genau dann, wenn wir gerade loswollen. Huch!? Echt jetzt? Ja! Und damit wäre ich auch schon beim nächsten Thema.

3. Zu spät ist mein 2. Vorname.

Ich war ja schon immer kurz vor knapp oder knapp nach knapp. Inzwischen bin ich Fräulein „Zu Spät“. Peinlich. Das akademische Viertel habe ich weit hinter mir gelassen. Ich weiß in diesem Moment, beim Tippen auch gar nicht genau, warum das so ist, aber: Irgendwas ist vor dem Loskommen immer: Durst, Hunger, Geschrei, Telefon, Mütze suchen…Auch gerne genommen, wenn wir schon los sind: den Teddy vergessen. Oder ich habe auch einfach nur nicht eingeplant, dass die „Große“ zu Fuß gehen, das Laufrad schieben möchte und dabei immer wieder stehen bleibt, weil ein kleiner Stein auf dem Pflasterstein liegt, eine Amsel vor uns landet oder ein „grooooooßer Bus“ an uns vorbeifährt. Und, ja: Ich bin manchmal die Mutter, die tönt und mault: „Komm, Anni, bitte weiter. Schneller.“ Und in genau diesen Momenten fasse ich mir an den Kopf und denke: Muttersein lehrt dich unendlich viel.  Vor allem: Geduld zu haben, nicht blind durch die Welt zu laufen und auch…

5. Struktur wäre alles…

…genau: Struktur wäre von Vorteil. Bei mir herrscht sie aber nur an 50 Prozent der Tage. „Hallo, ich bin´s, die ungeschminkte und ungeduschte Mama Doro“ – denke ich manchmal, wenn ich morgens mit meinen Töchtern loseier, um meine 2Jährige zur Betreuung zu bringen. Kinder sind gewaschen, ich deodoriert. Immerhin, oder? Ich schlafe gerne bis Anschlag, weil soooo müde durch das viele Stillen nachts und dann rennt die Zeit morgens plötzlich so. Und, richtig: Würde ich einfach früher losgehen morgens, dann müsste ich auch nicht die doofe „Schneller, bitte“-Verbalpeitsche rausholen. Total bescheuert. Immerhin plane ich inzwischen meine Dates – mit Kalender. Unverzichtbar für mich. Und, im Ernst: Ich müsste einfach mal zehn Minuten früher los, dann brauche ich auch nicht so viel Deo, weil ich irgendwo hinrenne, um es ja noch pünktlich zu schaffen. #wunschversusrealität

6.  Geplant ist oft nicht planbar!

Wie oft ich Termine kurzfristig absagen oder verschieben musste, das kann ich grad gar nicht mehr sagen. Die Gründe wären: Kind krank, Mama krank. Baby schläft. Kleinkind schläft. Mama muss schlafen. Einer nörgelt, zwei nörgeln, drei nörgeln (Kettenreaktion) Oder einfach zu müde für irgendwas.

7. Gibt es nach müde auch müder und müdest?

Ich kann mich nicht daran erinnern, in meinem Leben jemals so müde gewesen zu sein. Übrigens auch nicht, jemals so viel Schokolade am Abend gegesen zu haben. Nahrung für die müden Nerven. Und für die Hüfte. Ich habe es geschafft, erst ab- und dann wieder zuzunehmen. Ein Hallelujah auf die Nervennahrung.

8. Runde Ecken gibt es doch!

Ich nenne es Schmalspursaugen. Hausputz im Schnelldurchlauf – da bin ich nun Meisterin drin. Braucht wer halb gesaugte Ecken? Kann ich, ruft mich an, falls ihr mich braucht. Rein in den raum, zackig durch, 1-2 Kreise drehen, danach wieder raus. So lange die Sonne nicht scheint, geht das auch. Echt jetzt.

9. Hallo, wir ziehen um!

Ein Ausflug für 2 Tage zu den eigenen Eltern? Dafür packe ich eine Stunde. Windeln, Klamotten, Ersatzklamotten, Babydecke, Schlafsachen, Bücher, Medikamente, Laufrad…Puh, die Liste ist lang. Das Auto ist voll. Ich am Ende verschwitzt. Und der Blick meiner Eltern, wenn ich entlade, ist Gold wert. Echt jetzt? So viel? Ja!

10. Geht mehr Liebe?

Nein. Ich habe mich vor der Geburt meiner 2. Tochter gefragt: Kann ich sie genauso lieben wie meine 1.? Die Antwort lautet. Ja. Natürlich. Meine Mutter sagte, als ich mit ihr über meine Sorge sprach: „Liebe wächst. Das Herz ist groß“ Right. Mehr geht nicht. Danke, Leben. Für diese beiden Geschenke. Für diese Minimenschen, die meinen Alltag noch einmal umgebürstet haben. Auch wenn ich manchmal am Rande des Wahnsinns, meiner Kräfte und Nerven bin – ich möchte es genauso. Und niemals mehr anders. Ich liebe euch, meine Süßen!


Wie sind eure Erfahrungen? Erzählt uns doch gerne davon in den Kommentaren.

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