Ihre Illustrationen dürfen in unserem Kinderzimmer (Doro) nicht fehlen. Michelle Carlslund hat es einfach drauf. Sie verzaubert mit ihren Bildern nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen. Wie oft stehe ich mit einem Lächeln vor dem ‚Sailorman ‚, der bei uns über der Wickelkommode hängt, und denke: „Du cooler Kerl. I love you.“

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Die Bilder sind süß und erwachsen zugleich. Sie sind verspielt und haben oft eine Message. Sie sind klar und gleichzeitig bunt. Michelles Stil ist unverkennbar. Wer ist diese junge Dänin? Wir verraten es euch. Wir haben sie für euch interviewt.

Übrigens: Wer sie gerne „sehen“ möchte, für den haben wir am Ende des Artikels noch was…Viel Spaß wünschen wir euch beim Lesen!


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Liebe Michelle, könntest du dich bitte unseren Leserinnen vorstellen?

Ich habe diese „Ein-Satz-Beschreibung“ über mich und die geht so: „Ich bin eine Fritten liebende, Zeit optimistische und umweltfreundliche Poster-Macherin und selbstständige Illustratorin aus Kopenhagen, Dänemark.“

Wann hast du mit dem Zeichnen angefangen? Und warum?

Meine Mutter ist sehr kreativ. Wir haben unsere Geburtstagseinladungen schon immer selbst gemacht. Und ich habe immer viel gezeichnet und gemalt. Bis vor drei bis vier Jahren hatte ich auch keine Ahnung davon, dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen würde. Ich hatte mit dem Fotografieren angefangen und bin auf den Geschmack gekommen, Bilder zu kreieren. Ich wollte alle verrückten Kostüme, Tiere und andere Requisiten in meine Fotografien packen. Weil ich kein Geld und keinerlei Mittel hatte, um solch komplizierte Fotografien entstehen zu lassen, habe ich angefangen, verschiedene Dinge in meine Fotografien zu schneiden. Nach und nach habe ich die fotografischen Elemente mit gezeichneten Ausschnitten und gezeichneten Elementen ersetzt – so hat sich der Stil entwickelt, den ich heute habe. Nach der Fotoschule habe ich Design und Grafikdesign studiert – allerdings habe ich kein Studium beendet. Ich bekam immer mehr Aufträge als Selbständige und habe angefangen Poster zu produzieren. Und in 2013 hatte ich dann das Glück, das ich der Schule „Tschüss!“ und dem Leben als selbständige Illustratorin „Hallo!“ sagen durfte!

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Worum geht es in deinen Illustrationen? Könntest du uns bitte deinen Stil beschreiben?

Ich möchte lieber einige meiner Lieblingswörter von anderen Menschen nutzen, die meinen Stil wiederum so beschrieben haben: Verspielt, warm, poetisch, lustig, entzückend, verträumt…Es erwärmt mein Herz, wenn solche liebevollen Worten mit meinem Stil in Verbindung gebracht werden.

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Was inspiriert dich? Woher bekommst du deine Ideen?

Tatsächlich nichts Bestimmtes. Inspiration ist eine lustige Sache. Manchmal landen Ideen direkt in meinem Kopf. Manchmal weiß ich, wo sie herkommen. Zum Beispiel, wenn ich eine Illustration mit einem Elefanten anfertige, nachdem ich im Zoo war. Ich versuche immer alles um mich herum wahrzunehmen und ich glaube, die Ideen kommen von überall her.

Wer sind deine Kunden und wo kommen sie her?

Mich macht es total glücklich sagen zu dürfen, dass meine Kunden aus der ganzen Welt kommen. Mein Heimatmarkt ist natürlich Dänemark und Skandinavien, aber ich habe viele Kunden in anderen europäischen Ländern wie Deutschland oder auch Frankreich. Immer wenn ich zu einer Design-Messe in einem neuen Land gehe, bekomme ich viele neue Kunden in der Zeit danach. Es ist so schön zu sehen, dass die Menschen auch an neuen Orten meine Arbeiten annehmen.

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Könntest du uns deine „Michelle-Carlslund“-Geschichte erzählen, sprich: Wann wurde dein Geschäft groß, wie kam das? Und: Lebst du eigentlich deinen Traum?

Haha, ich weiß nicht, ob man es jetzt schon „groß“ nennen kann, aber das Ganze ist stetig gewachsen. Es hat sich im Rückblick eines jeden Jahres verdoppelt – und das über die letzten 3-4 Jahre. Am Anfang hatte ich keinen Plan, wie das alles so funktioniert mit dem Geschäfte machen und so weiter. Ich hatte einfach ein paar Illustrationen und einen Drucker. Ich habe ein paar Poster ausgedruckt und versucht, sie auf den Märkten und online zu verkaufen. Schon bald haben einige Shops Interesse gezeigt. Das war bevor dieser riesige Poster-Trend losging, so vor 6 Jahren, und wir waren nur ein paar Leute, die Illustrationen als Poster verkauft haben. Seitdem war ich viel bei Handelsmessen, auf denen ich meine Produkte für Großhandel-Kunden ausgestellt habe. Und daher bekomme ich den größten Teil meines Einkommens.unspecified-8unspecified-4

Nun habe ich mich mit einigen talentierten Händlern in Skandinavien und Deutschland zusammengetan. Sie übernehmen den Verkauf für mich. Außerdem habe ich meine Mutter als Verpackungsmanagerin gebucht und den Keller meiner Eltern mit Postern, Rahmen und verschiedenen Verpackungen und Luftpolsterfolien ausstaffiert. Ich liebe es, dass ich die Chance habe, mit meiner Familie zusammen zu arbeiten. Meiner Meinung nach gibt es niemanden, der besser dafür geeignet wäre.

Von wo aus arbeitest du eigentlich?

Wir haben ein großes und helles Büro im Zentrum des alten Kopenhagens gemietet. Hier arbeite ich jeden Tag. Mein Freund ist Musiker und wir haben eine schalldichte Box installiert, in der er jeden Tag Trompete spielen und seine Musik aufnehmen kann. Außerdem haben wir Schreibtische und Büros an sieben andere Kreative vermietet – es ist großartig, andere Menschen bei der Arbeit um sich herum zu haben. Am Anfang  war es für mich als Selbständige viel einsamer – da habe ich mich einfach immer nur von meinem Bett zu meinem Schreibtisch bewegt.

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unspecified-12Michelle Carlslund Illustratorin Mamablog MutterKutter nachgefragt

Welche Rolle spielt die Umwelt in deinen Arbeiten und in deinem Alltag?

Eine sehr große Rolle. Wenn ich ein Produkt nicht umweltfreundlich herstellen kann, dann mache ich es nicht. Es gibt schon so viel Kram auf dieser Welt und wenn ich schon dafür sorge, dass noch mehr dazu kommt, dann ist das Wenigste, was ich tun kann, dass es so wenig umweltschädlich wie möglich ist. Meine Druckerei ist die grünste ihrer Art in Skandinavien. Die Angestellten fahren Elektroautos und der gesamte Strom kommt aus der eigenen Windmühle. Privat kaufe ich so viel Bio wie möglich, so viel wie ich mir leisten kann, und ich fahre immer Fahrrad – so wie die meisten Menschen in Kopenhagen.unspecified-3 Kopieunspecified-6

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Wovon träumst du?

Natürlich kannst du immer von einem weiteren Urlaub oder von schönen neuen Möbeln träumen. Aber wenn ich wirklich darüber nachdenke, dann muss ich sagen, dass ich mit den Dingen, wie sie jetzt sind, sehr glücklich bin. Ich möchte einfach mit dem, was ich tue, weitermachen. Ich schätze es wirklich sehr, dass ich immer mehr Experten einstellen kann, um mir bei verschiedenen Aufgaben in der Firma zu helfen. Die Verpackungsabteilung zum Beispiel – oder die Händler, die sich um die Verkäufe kümmern. Oder einen talentierten Layouter, der meinen Katalog designt. Oder einen Fotografen, der meine neuen Produkte super in Szene setzt. Bis jetzt habe ich viel selbst gemacht und natürlich kann ich nicht alles gleich gut. Deshalb ist es so toll für mich, Menschen einzustellen, die auf ihrem Gebiet Experten sind. Ich träume davon, dass ich das noch weiter ausbauen kann.

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Michelle Carlslund Illustratorin Mamablog MutterKutter nachgefragt

Und unsere nachgefragt!-Frage zum Schluss: Was ist dein schnellstes Lieblingsgericht?

Wie ich schon anfangs sagte: Fritten. Oder alles, was Kartoffeln und einen Ofen beinhaltet. Sehr einfach, sehr schnell und sehr lecker!

Vielen lieben Dank für das Interview, liebe Michelle!

Michelle Carlslund Illustratorin Mamablog MutterKutter nachgefragt

Das Interview haben wir aus dem Englischen übersetzt. Michelles Webshop findet ihr hier.


Übrigens: Ich durfte Michelle schon einmal mit meiner Freundin Anne von Under The Rooftop Cook für den Blog Brandnord in ihrem Atelier in Kopenhagen besuchen. Das Video dazu ist hier unten angehängt.

 

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