Nathalie Klüver hat mich erreicht – nicht nur via instagram, sondern menschlich. Und das, obwohl wir uns gar nicht persönlich kennen. Sie hat eine unglaublich positive Energie, findet in ihren Posts und Artikeln als ganz normale Mama schöne, lustige und vor allem ehrliche Worte. Über die sozialen Medien sind wir schon länger verbunden. Im Moment verfolge ich, Doro, mit Spannung ihre dritte Schwangerschaft. Nicht nur wegen der Schwangerschaft an sich, sondern weil ich mich gefragt habe: Wie macht sie das alles eigentlich, was sie da so macht? Denn sie bloggt nicht nur regelmäßig mit dickem Bauch auf der Zielgeraden, sondern hat auch so mir nichts dir nichts einen Elternratgeber herausgebracht – gefühlt mit der Kreißsaaltürklinke in der Hand. Und dazu ist sie ja auch noch Zweifachmama…

Ich habe mit der Lübeckerin unter anderem über den Spagat zwischen Mama-Sein und ich sein und über ihr neues Buch gesprochen.

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Mamabloggerin Nathalie Klüver

Liebe Nathalie, du bist Zweifachmama, Journalistin, Bloggerin, schwanger und hast dazu grad mal eben kurz vor der Geburt ein Buch rausgebracht. Respekt! Und dabei wirkst du unglaublich positiv und voller Energie. Mal im Ernst: Wie schaffst du das alles?

Durch Prioritätensetzung. Und meine oberste Priorität ist eindeutig nicht der Haushalt. Mal ganz ehrlich: Woran wollen wir uns erinnern, wenn wir 80 sind? An den immer blitzeblank geputzten Fußboden oder die schönen Momente mit unseren Kindern? Na also. Außerdem schaffe ich längst nicht alles, was ich mir vornehme. Aber ich habe aufgehört, mich darüber zu ärgern, dass ich nicht zu allem komme. Hauptsache, die wirklich wichtigen Dinge schaffe ich. Und das bekomme ich meistens hin. Also gerade so zumindest.

Hast du denn auch Momente, in denen du denkst: Uff, mir reicht es grad oder hast du eben eine Art Lebensformel, die dich entspannt durch aufregende und anstrengende Zeiten wie diese bringt? Ich denke da an deinen schönen Beitrag, den du zum Thema „Ich muss nicht immer die Beste sein!“ veröffentlicht hast.

Häufiger als mir lieb ist, denke ich „das schaffe ich nie“ oder „ich kann nicht mehr“. Und auch wenn ich eigentlich versuche, mich mit Humor durchs Leben zu schlagen, gibt es doch genug Momente, in denen mir auch nicht mehr nach Lachen zumute ist. Viel öfter als mir lieb ist, mecker ich dann mit meinen Kindern, vor allem abends, wenn wir alle müde und kaputt sind. Dann kann ich auch nicht mehr darüber lachen, wenn die Schlafanzughose nicht über die Beine sondern über den Kopf gezogen wird. Ich bin halt auch nicht perfekt. Und die Einstellung macht es mir leichter: Ich will gar nicht perfekt sein. Und ich will auch nicht immer die Beste sein, weder die beste Journalistin, noch die beste Bloggerin oder die perfekte Mutter. Gut genug, das reicht mir. Was heißt denn überhaupt perfekt?! Das gibt es doch gar nicht. Man kann es eh nie allen recht machen ,also sollte man das auch gar nicht erst versuchen – dabei scheitert man eh.

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Ich bin vor fünf Monaten zum zweiten Mal Mama geworden und merke grad. Ich bin manchmal schon an meiner Kraftgrenze. Kleinkind und Baby – das hat es schon in sich, so schön es auch ist. Ich bin aber auch ein Mensch voller Ideen, jemand der zu gerne arbeitet. Im Momente habe ich das Gefühl: Ich komme zu nichts. Vor allem nicht zu mir. Das ist krasser als beim ersten Kind, finde ich. Kennst du das Gefühl?

Als mein zweiter Sohn auf der Welt war, habe ich zwei Bücher in dem Jahr Elternzeit geschrieben. Ich dachte, er würde so viel schlafen, wie sein Bruder in seinem ersten Jahr. Pustekuchen! Der Kleine fand alles viel zu spannend und hat viel weniger geschlafen- das ist auch heute noch so. Dadurch war das erste Jahr viel stressiger als erwartet. Und ganz ehrlich: Ich selbst blieb ganz schön auf der Strecke. Dieses Gefühl „ich komme zu nichts“ begleitet einen aber durch die ganzen ersten Jahre. Aber wenn man genau hinschaut, dann merkt man, dass man doch eine Menge schafft. Nicht immer das, was man sich vorgenommen hat – aber viele andere Dinge. Man muss nur ganz genau hinschauen! Und ich kann wirklich Mut machen: Es wird besser! Meine Jungs sind jetzt vier und sechs und sie spielen so wunderbar zusammen, stundenlang, dass ich auf einmal nachmittags wieder eine ganze Zeitschrift am Stück lesen kann! Nun, das wird sich demnächst ändern, wenn das Baby da ist… mal sehen, ob ich dann auch noch so cool bin.

Welchen Tipp hast du für mich und alle anderen Mamas, die sich wieder etwas mehr Gleichgewicht zwischen Mamasein und Ich-Sein wünschen?

Egoistisch sein. Das darf man, das muss man. Sonst geht man kaputt. Und niemanden ist geholfen, wenn die Mutter kaputt geht! Und nicht  immer nach den  großen Auszeiten suchen – stattdessen die kleinen Auszeiten richtig genießen. Das kann schon die Tasse Kaffee sein, wenn die Kinder noch schlafen. Oder die gute Luft beim Spaziergang mit dem Kinderwagen. Genau davon, wie man als Mutter Zeit für sich findet und nicht in die Burnout- und Perfektionismusfalle gerät, handelt übrigens mein nächstes Buch, das im Frühjahr auch im Trias Verlag erscheint!

Gerade am Anfang hatte ich manchmal das Gefühl, meiner Erstgeborenen nicht gerecht zu werden. Ich empfand meine neue Rolle als Zweifachmama oft als Spagat. Wie oft hast du solche Sätze schon gehört? Und wozu rätst du anderen Mamas, die sich zerrissen fühlen?

Kinder verzeihen mehr als man denkt. Wir müssen uns klar machen: Wir können nie zu 100 Prozent beiden Kindern gerecht werden. Aber wir müssen uns auch nicht aufteilen. Schon gar nicht ständig aufrechnen, der hatte heute 15 Minuten Exklusivzeit, dann bekommt es die Schwester am Abend. Es geht nicht darum, die Zeit gerecht aufzuteilen – sondern darum, dass unterm Strich beide Kinder genau die Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen. Und das ist je nach Lebensphase unterschiedlich viel. Wer ständig aufrechnet, der setzt sich nur selbst unter Druck und das bringt niemanden was.

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Wir fragen uns grad. Sollen wir ein gemeinsames Spiel- und ein Schlafzimmer für unsere Kinder einrichten oder soll jeder doch ein eigenes Zimmer bekommen. Unsere Töchter sind 2 Jahre und drei Monate auseinander. Wie sind da deine Erfahrungen?

Meine Jungs haben einen ähnlichen Altersabstand und wir fahren auch jetzt noch ganz gut mit einem gemeinsamen Zimmer. Sie spielen eh mit denselben Spielsachen und eigentlich auch ständig zusammen. Das einzige Problem ist, wenn einer von beiden Besuch hat und auch mal seine Ruhe will. Dann spielt der andere aber einfach im Wohnzimmer, das klappt auch ganz gut.

Zu deinem Buch: Warum war es dir so wichtig, über dieses Thema zu schreiben?

Die meisten Ratgeber zum Geschwisterthema beschäftigen sich entweder damit, wie man ein Kind auf ein Baby vorbereitet oder mit ausgewählten Themen wie Eifersucht oder Geschwisterstreit. Ich wollte einen Begleiter für die ersten Jahre schreiben. Also nicht nur die Vorbereitung aufs Geschwisterkind oder die ersten Wochen, es ist viel mehr als Begleiter gedacht, den man immer wieder je nach Situation hervornehmen kann. Eigentlich so, wie ich es mir gewünscht hätte, als mein zweites Kind auf die Welt kam! Ich habe im Bekanntenkreis auch oft mitbekommen, wie Mütter kurz vorm Verzweifeln waren – denn es ist ja wirklich so, dass das Leben mit zwei Kindern sehr viel stressiger ist als mit einem. Und was mir wichtig war: Dass das Buch einen sehr positiven, optimistischen Unterton hat!

Es ist eine Art Handbuch für werdende zweite Eltern, richtig? Auf welche Themen dürfen sich deine Leser noch freuen?

Neben den erwähnten Themen geht es auch um die Entthronung, um die Frage, wie man als Eltern trotz des Trubels ein Paar bleibt, ob die Kinder eine gemeinsame Kindergartengruppe besuchen sollten, wie man als Mutter noch Zeit für sich findet, welche praktischen Helferlein das Familienleben erleichtern, wie man im Alltag Geld sparen kann und zum Schluss auch um die Frage: Drittes Kind, ja oder nein.

Und noch was ganz anders: Was glaubst du? Wie wird sich euer Leben zu fünft verändern?

Ich muss gestehen, dafür dass der Stichtag unmittelbar vor der Tür steht, habe ich noch gar nicht so viel drüber nachgedacht. Dazu fehlte mir bisher die Zeit! Es wird auf jeden  Fall spannend. Und vieles beginnt wieder ganz von vorn. Aber ich bin viel entspannter, als beim zweiten Kind. Es renkt sich alles ein und ich weiß heute: Die anstrengende Phase geht auch irgendwann vorbei. Und im Rückblick kommt einem das auch gar nicht mehr so anstrengend vor. Und wenn alle Stricke reißen, dann nehme ich mir einfach mein Buch vor und lese drin!

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Alles alles Liebe dir und deiner Familie, liebe Nathalie! Wir freuen uns auf neue Geschichten von dir.

Und falls ihr mehr über ihr neues Buch „Willkommen Geschwisterchen“ erfahren wollt, dann schaut doch mal auf ihrem Blog vorbei! Ihr findet Nathalie Klüver unter anderem übrigens auch auf Facebook und auf Instagram.

2 thoughts on “„Ich will gar nicht perfekt sein.“ MamaBloggerin Nathalie Klüver über ihr Erfolgsrezept.”

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