Alina hat so viel Energie – das ist der Wahnsinn! Sie managed nicht nur ihre 2-jährigen Drillinge mit links. Sie ist wieder dazu schwanger. Schon im August soll ihr viertes Kind zur Welt kommen. Dicker Bauch und drei Kinder, die gerne in drei unterschiedliche Richtungen laufen und im Zweifel auch noch alle gleichzeitig auf den Arm wollen…Wie macht sie das nur? Wir freuen uns, dass die Kieler Mama uns ihre Geschichte erzählt hat. Eine wunderschöne Familiengeschichte. Denn erst haben sie und ihr Mann ein paar Jahre auf ihre Wunschkinder warten müssen. Dann wurden es plötzlich 3. Und nun sind sie bald zu 6. Welchen Drillingsstreich die Natur der Familie gespielt hat und woraus Alina im Alltag Kraft schöpft – das hat sie mir, Doro, bei einem Spaziergang erzählt.

Viel Spaß beim Lesen!


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Mama Alina mit ihren Drillingen Anton, Mila und Emil (von links). Fotocredit: Alina Gusowski.
Alina…Der Alltag mit Drillingen. Wie würdest du ihn beschreiben?

(lacht) Aufregend und sehr durcheinander. Aber gleichzeitig auch sehr liebevoll, da die Drei einem sehr viel zurückgeben.

Ich muss ja zugeben. Ich komme manchmal schon mit einem Kind schwer los. Wie machst du das nur mit 3en?

Ich bin sehr gut organisiert. Es geht nicht, wie zum Beispiel mit einem Kind, dass man es mit in den Flur nimmt, dann wuselt es um einen herum und man selber zieht sich dabei an. Meine Technik ist so, dass ich die Kinder nacheinander fertig mache und direkt in den Kinderwagen, den Hochstuhl oder den Laufstall setze. Dafür nehme ich mir Zeit, morgens und abends. Egal, ob beim Frühstück, Baden oder ins Bett bringen, so läuft es den ganzen Tag, immer eins nach dem anderen.

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Fotocredit: Alina Gusowski.
Das heißt: Struktur ist alles?

Ja, genau, ohne Struktur geht es nicht. Dennoch ist es oft ein großes Durcheinander, so wie jetzt…

Zur Erklärung: Wir sind mit den 3 Kids draußen und alle laufen in eine unterschiedliche Richtung. Gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten, finde ich.

Bei dir ist es echt ordentlich für 3 Kinder. Wie machst du das? Welche Tipps hast du da für etwas chaotischere Mütter wie mich?

(lacht) Ich habe eben noch einmal gesaugt, bevor du gekommen bist. Mein Mann hilft sehr viel mit, d.h. wir machen zusammen Klarschiff, wenn die Kinder im Bett sind, sodass das Wohnzimmer und die Küche aufgeräumt sind. Als sie noch nicht in der Krippe waren, haben wir uns z.B. Unterstützung durch eine Haushaltshilfe geholt. Das Wichtigste ist aber, glaube ich, dass man auch mal über Dreck, Flusen oder Patschehände, die überall sind, hinwegsieht.

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Fotocredit: Alina Gusowski
So eine Situation wie jetzt gerade: Alle 3 wollen auf den Arm. Wie geht das?

Sich auf den Boden setzen und alle kommen auf einen heraufgekrochen. Das funktioniert am Besten. Als sie kleiner waren, habe ich mich zum Beispiel oft hingelegt. Dann hatte ich meistens einen hüpfend auf meinem Bauch sitzen, der andere hat an meinen Haaren rumgefummelt und der nächste hat in meiner Nase gepopelt. Das ändert sich nicht. Das ist immer noch ganz genau so.  Meistens hat man alle auf einmal bei sich. Als sie ganz klein waren, hatte ich oft 2 Kinder im Tragetuch gleichzeitig und einen dann irgendwie so vor mich hingeschleppt…

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Fotocredit: Alina Gusowski.
Wahnsinn. Du hast mir erzählt, dass du die Drillinge gestillt hast. Konntest du damals den Tag eigentlich  noch irgendwas anderes machen als zu stillen?

Ich habe schon echt viel gestillt und an der Abpumpmaschine gehangen. So alle 3 Stunden. Und wenn man dann doch alle halbe Stunde stillen oder abpumpen muss, das ist schon viel, aber die 3 haben echt gut getrunken und daher hatten wir dann so einen 3-4-Stunden-Rhythmus und das war echt super. Von daher, glaube ich, war das schon relativ entspannt, weil ich die Jungs auch oft gleichzeitig stillen konnte und Mila hat meistens die Flasche gekriegt.
Und dann hatte ich auch so meine Tricks: Wenn ich für alle abgepumpt habe, oder, klar haben wir auch mal Pulvermilch genommen, wenn irgendwie gar nichts ging, dann haben wir sie halt so gelagert mit Handtüchern und so, dass wir die Flaschen nur reingesteckt haben und davor saßen. Und dann haben alle getrunken…Aber da braucht man auch ganz viel Hilfe. Wenn mein Mann nicht da gewesen und die Kinder betreut hätte und mit ihnen spazieren gegangen wäre, dann hätte ich auch das mit dem Abpumpen gar nicht hingekriegt.
Wir haben auch schon immer Witze darüber gemacht, wie viel wir hätten Sparen können durch das Stillen, wenn ich nicht so viel gegesessen und getrunken hätte…Das war wohl ein Plus-Minus-Null-Geschäft (lacht).

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Fotocredit: Alina Gusowski.
Mein Eindruck: Du bist wahnsinnig entspannt. Bist du das von Natur aus oder muss das so sein mit Drillingen?
Ich glaube, dass es eine Kombi aus „Ich bin einfach so“, Und „Es ist wie es ist“ und weil ich immer versuche das Beste aus einer Situation zu machen. Und ich glaube, dass ich genau deshalb Drillinge bekommen habe, weil ich wohl der ungeduldigste Mensch bin, den es gibt.
Ehrlich?
Ja! Ich habe mir damals in der Schwangerschaft gedacht: Das muss einer der Gründe dafür sein, dass ich Drillinge bekomme. Ich möchte am liebsten alles jetzt sofort und auch perfekt. Alles chic, aber das geht einfach nicht mehr. Mich hat dies alles entspannter werden lassen.
Mir ist klar geworden, dass man manchmal viel zu hohe Ansprüche an sich hat, die völlig unrealistisch sind und sich zudem nicht lohnen. Ich habe gelernt, andere Prioritäten zu setzen. Mir ist es viel wichtiger zu Hause zu sein und Zeit zu haben. Ich war früher nur unterwegs und mein Mann hat mich sogar schon gefragt, ob ich gerne zu Hause bin. Ich war rastlos, hatte super viel vor und jetzt versuche ich alles gelassener zu sehen und die Dinge ruhiger anzugehen. Ich denke: Wir sollten als Erwachsene das Leben mal durch Kinderaugen sehen, wie Besonders alles ist, wenn zum Beispiel das Essen durch die Finger flutscht. Für uns ist so viel selbstverständlich geworden.
Wie lange war denn dein Mann zuhause?

4 Monate war er mit mir Zuhause. Und ab dann haben wir uns  ein Kindermädchen gesucht, das 2 Mal die Woche vormittags kam, um mich zu entlasten. Außerdem haben Freunde und die Familie immer versucht uns zu helfen, auch wenn die Familie gar nicht so richtig in der Nähe wohnt. Und auch unsere Nachbarn haben viel geholfen, auch wenn wir uns damals noch gar nicht so gut kannten. Das war halt wirklich so: „Oh Gott, die hat Drillinge, die Arme. Da müssen wir helfen.“ Und daraus sind total schöne Freundschaften entstanden. Und da sind wir auch sehr dankbar für.

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Fotocredit: Alina Gusowski.
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Drillingspapa Henning.
Fotocredit: Alina Gusowski.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
Direkte Frage: Drillinge, waren die geplant?

Nein (lacht). Ich wollte immer eine große Familie, allerdings wollten wir erst ein Kind bekommen um zu schauen wie gut wir klarkommen. Dann das Zweite und ggf. das Dritte, aber nun sind es gleich Drei auf einmal geworden und sie machen uns sehr glücklich.

Darf ich fragen: Sind die auf natürlichem Weg entstanden?
Ich sage immer Jein, da wir mit einer künstlichen Befruchtung nachhelfen haben lassen, wobei zwei Eier eingesetzt wurden. Allerdings haben sich die Jungs einen Scherz mit uns erlaubt und haben sich geteilt. Deshalb sage ich immer Jein. Denn die Jungs sind auf natürlichem Weg entstanden. Also: Eigentlich war es eine künstliche Befruchtung mit einem Pärchen, aber da dachte sich die Natur: Da soll noch eins sein.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
Wie war denn die Geburt? Hattest du am Ende einen geplanten Kaiserschnitt?
Ich lag schon 5 Wochen im Krankenhaus. Also: Ich lag schon seit der 21. Woche, weil ich da schon so hochschwanger war, wie, naja, als ob man gebären gehen würde. Da fing es schon an mit den vorzeitigen Wehen. Aber ich habe mir nicht zu große Sorgen gemacht, weil ich wusste, dass alle Drillingsmamas ab da ihre Wehwehchen haben. Mir war klar: Die Kinder kommen nicht sofort, sondern die Gebärmutter ist ausgelastet und krampft einfach. Ab da habe ich Medikamente bekommen und durfte erst noch zuhause liegen. Und ab der 28. Woche hatte ich dann so einen kurzen Gebärmutterhals und Wehen, die ich nicht gemerkt habe, so dass mein Frauenarzt meinte, ich solle ins Krankenhaus gehen.
Und da hatte ich dann das Glück, dass ich noch 5 Wochen mit regelmäßiger Wehentätigkeit vor mich hinbrüten konnte. Das war dann auch echt anstrengend. Ich lag auch jede Woche im Kreißsaal, weil sie dachten, dass die Kinder kommen. Aber am Ende haben sie nur zu doll getobt (lacht). Ja, aber in der 33. Woche mussten wir sie dann holen lassen, weil ich dann eine Schwangerschaftsvergiftung hatte. Dann hatten wir sie nachmittags geholt, mein Mann durfte mit. Es war total entspannt und hat alles wunderbar geklappt. Sie haben geatmet und sich gestreckt.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
Aber es waren ja Frühchen: Mussten sie noch beobachtet werden?

Sie mussten auf die Kinderintensivstation, weil sie halt einfach Frühchen waren. Die Atmung musste gecheckt werden und die ersten drei Tage sind auch sehr gefährlich wegen einer möglichen Hirnblutung bei Frühchen. Aber die haben sich super entwickelt. Anton konnte schon am nächsten Tag zu mir ins Wärmebettchen. Und nach ein paar Tagen konnten wir dann zusammen in die Kinderklinik und da haben wir sie dann aufgepäppelt

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Fotocredit: Alina Gusowski.
Wie war der Moment für dich als du sie zum ersten Mal gesehen hast?
Als ob ein Elefant im Raum steht. Die 3 waren plötzlich da und die sahen alle aus wie kleine Äffchen, weil die so viele Haare hatten und so zerknautscht im Gesicht waren. Und das war ganz merkwürdig für mich und ich habe sie halt nur einmal küssen dürfen und habe sie gestreichelt, weil ich da halt so lag und dann musste das nächste und das nächste raus und, ja, das war dann komisch.
Und ich konnte sie leider nach dem Kaiserschnitt auch ein paar Stunden nicht sehen, weil es mir danach sehr schlecht ging durch die Präemklamspie. Ich hatte mich halt hochgeschüttelt und Fieber und gebrochen – das war gar nicht schön. Und die haben mich auf die Neo geschoben, aber…ob ich es geträumt habe oder ob es wirklich da war – das ist halt sehr weit weg gewesen. Am nächsten Tag, als ich dann aufgewacht bin und gefrühstückt habe, haben die mich halt runtergeschoben und das war dann so so schön. Die waren so klein, ich habe mich erst einmal gar kaum getraut, sie zu wickeln.. oder so.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
…das Gefühl kenne ich auch noch. Ich hatte am Anfang immer Angst, meiner Tochter weh zu tun…Aber, sag mal, zu einem ganz anderen Thema: Du bist jetzt wieder schwanger…?
Ja, mit Nummer 4. Und dieses Mal ist es auch wirklich nur 1. (lacht).
War das denn geplant?
Nee, ich wollte eigentlich schon längst wieder arbeiten gehen, weil die Kinder seit November in der Krippe sind, aber dann hat uns jetzt unser Wunderkrümel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Sommer bekommen wir noch einmal einen kleinen Jungen.
Das heißt, du hast wahrscheinlich auch gar nicht so  damit gerechnet, dass das jetzt einfach so klappt, oder?
Äh, neee. Überhaupt nicht Mein Mann auch nicht. Wir waren wirklich sehr überrascht und mussten das erstmal verdauen. Ich wollte schon immer eine große Familie, aber das war jetzt echt früh. Ich hätte vielleicht noch einmal 2-3 Jahre gewartet…Aber es ist halt jetzt wie es ist. Und ich freue mich, dass es so noch einmal geklappt hat. Das Aufregendste für mich war die Frage: Wie erzähle ich das allen? Als wir es damals probiert haben, da wussten das alle Freunde und unsere Familie und haben immer mitgefiebert und gefragt, wie sieht es aus? Irgendwann konnten wir sagen: Jaaa, es hat geklappt!
Jetzt dachte ich: Wie erzähle ich das denn? Und wann denn? Ich habe erstmal 2 Stunden mit einer Freundin gequasselt und dann dachte ich: Wie sage ich das denn jetzt? Das war total cool, das zu erleben. Halt ganz normal.  Und es wäre halt schön, wenn sich das Kind so entwickeln darf und kann – also: bis zum Ende. Das wäre ja auch nochmal schön zu erleben.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
Geht das denn grad im Alltag? Mit Drillingen schwanger. Irre.  Ich finde es ja schon hochschwanger mit einem Kleinkind krass, aber du hast 3…Grad dieses auf den Arm nehmen, Mama einfordern…Kannst du überhaupt auf dich aufpassen?
Nein, das geht halt fast gar nicht. Zuhause geht es: Treppe rauf und runter, das müssen sie alleine machen, aber wenn wir draußen unterwegs sind, dann muss ich sie schon ganz schön oft hochheben. Einfach, weil sie es lieben, in eine andere Richtung zu rennen oder irgendwo raufzuklettern. Dann möchten sie runterhüpfen und dabei aufgefangen werden und das verstehen sie halt noch nicht, dass ich das eigentlich nicht mehr kann. Dadurch, dass ich meistens alleine unterwegs bin, muss ich sie halt Tragen oder Heben. Ich versuche schon aus den Beinen herauszuheben, aber das geht nicht immer. Gerade, wenn sie so wuseln oder wegflitzen und man wirklich hinterher sein und schnell reagieren sollte. Anders geht das halt nicht.
Zuhause hilft mir mein Mann halt, sobald er da ist. Dann versuche ich mich zurückzuhalten und zwischendurch die Beine hochzuheben. Ich mache mir auch oft Sorgen um den Kleinen. Ich merke das sogar noch mehr als mit den Drillingen, obwohl das eine Hochrisikoschwangerschaft war. Einfach dadurch, dass ich ihn halt mehr belaste. Bei den 3en konnte ich mich aufs Sofa packen, die Beine hochlegen und es mir gut gehen lassen. Bei ihm geht das halt gar nicht. Er muss von Anfang an einstecken.  Egal, ob das nun durchzechte Nächte sind, wenn die 3 nicht gut schlafen, oder Tritte beim Wicken sind – sie verstehen das halt noch gar nicht, dass ich schwanger bin und können daher auch keine Rücksicht auf mich nehmen.
Aber ich habe jetzt zumindest eine Hilfe für den Haushalt bekommen, das ist super. Denn ich habe schon länger einen harten Bauch und das ist noch viel zu früh. Deswegen habe ich auch regelmäßig Kontakt zu meinem Frauenarzt.
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Drillingsmama Alina mit ihrer Tochter Mila.
Fotocredit: Alina Gusowski.
Wie macht ihr das finanziell mit Drillingen? Das sind ja immense Kosten. Bekommt ihr vom Staat was dazu?
Nein, vom Staat haben wir nichts extra bekommen. Wir bezahlen alles ganz normal anhand des Gehaltes meines Mannes. Kindermädchen, Haushaltshilfe – da bekommt man keine Unterstützung. Es heißt halt immer: Man ist nicht krank. Und selbst als ich eine zeitlang sehr sehr kaputt war und müde war, habe ich mal beim Jugendamt angerufen und gefragt, ob ich irgendwie Hilfe bekommen könnte. Ich habe halt auch gesagt: Mir ist egal, was. Ob jemand mit den Kindern spazieren geht oder mir beim Baden hilft oder einfach spielt, so dass ich mal schlafen kann. Mir würde alles helfen.
Ich habe damals schon geheult, weil ich so kaputt war. Und da hieß es dann auch, ob mein Mann sich nicht 3 Wochen frei nehmen könnte. Und, das fand ich damals so schade. Da war ich sehr enttäuscht. Ich habe mir damals dann gesagt: Gut, dann muss ich meinen Alltag noch weiter organiseren und meine Freunde einspannen. Es bieten Leute halt immer an: „Hey, kann ich mal helfen?“ Und ich bin halt mittlerweile so, dass ich sage: „Du weißt, dass ich das annehme.“
Ja, ich nehme es inzwischen an und fordere es ein und seitdem ist für mich halt auch alles entspannter. Vor allem, weil mein Mann und ich immer versuchen, uns Freiheiten zu lassen. So dass wir mal jeweils mit Freunden abends weggehen. Oder  einen Kurzurlaub machen. Klar, wir müssen immer gucken, wie wir hinkommen, aber wir haben das Glück, dass mein Mann relativ gut verdient. Da kenne ich es auch ganz anders von anderen Drillingsfamilien.
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Fotocredit: Alina Gusowski
Wie sind eigentlich die Reaktionen von außen?
Viele sagen „Ihr seid ja mutig“! Als Bekannte und Freunde erfahren haben, dass wir Drillinge bekommen, aber auch nach ihrer Geburt, ist es oftmals eher „Oh, Ihr Ärmsten!“ oder „Du Ärmste“.
Ich finde es sehr schade, dass wenige sehen wie cool und besonders unsere Kinder sind. Nur, weil es Drillinge geworden ist, bedeutet es nicht „die armen Eltern“. Nein, es ist schön.
Natürlich ist es manchmal der absolute Wahnsinn, aber ich sage immer: Es gibt Leute, die kriegen 2,3,4 Kinder nacheinander und das stelle ich mir noch anstrengender vor. Das eine wird gewickelt, das andere muss aufs Töpfchen, das andere muss in die Schule und das nächste möchte lange mit seinen Freunden spielen. Ich glaube, alle Eltern stellen sich einer großen Herausforderung.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
Schaffst du es denn, dir Freiräume zu nehmen? Wie tankst du Kraft?
Bevor ich schwanger wurde, habe ich wieder angefangen laufen zu gehen und regelmäßig Sport zu treiben. Da haben wir uns gemeinsam gut organisiert, da Sport für uns beide sehr wichtig ist. Entweder hat einer die Kinder alleine ins Bett gebracht und wir haben dies zusammen gemacht. Wir haben uns einfach abgewechselt: einen Tag ich, einen Tag mein Mann.
So geht die Zweisamkeit etwas verloren, aber dies holen wir gerne am Wochenende nach und organisieren dafür auch hin und wieder einen Babysitter. Das klappt wunderbar.
Ich fotografiere sehr gerne – und wenn ich ein Shooting plane, dann so, dass mein Mann Zeit hat, sodass er sich um die Kinder kümmern kann. Dank seiner lieben Unterstützung ist dies für mich möglich.
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Fotocredit: Alina Gusowski.
Du wirkst trotz deiner Drillinge und Schwangerschaft erstaunlich fit..das ist echt toll mit anzusehen!
Ich glaube, ich habe manchmal Energie für zehn Leute (lacht). Wenn ich die Gelegenheit habe, mich mit Freunden zu treffen oder Sport zu machen, gibt mir das viel Kraft und sorgt für einen freien Kopf.
Was ist dein persönlicher oder beruflicher Traum?
Ganz einfach: Glücklich und zufrieden sein. Dass das Leben einfach schön bleibt mit allem, was passiert.

Liebe Alina, herzlichen Dank für dieses schöne Interview. Wir freuen uns, wenn du uns auf dem Laufenden hältst und wünschen dir & euch alles alles Liebe!

Und falls ihr Kontakt zu Alina aufnehmen wollt – entweder als Fotografin oder privat, dann schreibt sie doch gerne über ihre Facebookseite an.

2 thoughts on “Drillinge & schwanger: Unser Interview mit Mama Alina.”

  1. Bewundernswert, wie sie diese Aufgabe mit drei Kindern und einer überraschenden Schwangerschaft meistert. Ich frage mich aber, welche Krankenkasse ihr allen ernstes Unterstützung verweigert hat?! Das hat mich fassungslos gemacht… die AOK hat mir von sich aus mit „nur“ zwei Kindern sogar Unterstützung angeboten!!! Unglaublich, ehrlich. Krankenkasse wechseln!!! Alles Gute für sie… liebe Grüße, Annett

    1. Liebe Annett, herzlichen Dank für deine lieben Worte. Wir leiten sie an Alina weiter – falls du direkt Kontakt mit ihr aufnehmen möchtest, dann kannst du das über Facebook machen – Alina ist über ,Fördeklick Fotografie‘ zu finden. Herzliche Grüße von Doro

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