Ihr lieben Schwangeren! Hier kommt von uns ein kleiner Wegweiser durch eure Wahnsinnszeit. Wahnsinn, weil ihr das größte Wunder in euch tragt. Wahnsinn, weil die Gefühle in den 40 Wochen immer wieder Ping Pong spielen: „Huch, wieso heule ich denn jetzt? Ich war doch eben noch voll gut drauf?!“ Wahnsinn, weil das Schwangersein die unterschiedlichsten Adjektive vereint: Aufregend, krass, schön, anstrengend, toll und  anders.  Brüste, Geburtsvorbereitung, Zahnpflege, Hebamme oder Kreißsaal – wir freuen uns, dass wir unsere Erfahrungen rund um diese Themen mit euch zu teilen. Viel Spaß beim Lesen unseres ABCs.

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A wie Auszeit: Ganz wichtig. Nehmt sie euch. Ob als Erst-, Zweit- oder X-Gebärende. Legt die Füße zwischendurch hoch. Nehmt euch Zeit, in der ihr Freundinnen trefft, Sport macht, zum Yoga geht oder einfach durch die Läden bummelt. Schont eure Kräfte und passt gut auf euch auf.

B wie Brüste: Oh ja, die Brüste können schon in der Schwangerschaft neue Dimensionen annehmen. Und danach erst. Das haben wir am eigenen Leib erfahren. Deshalb raten wir: Achtet auf eure Unterwäsche. Sie sollte gut sitzen, nicht abschnüren und das Gewicht halten. Lasst euch, wenn ihr euch sicherer fühlt, in einem Spezialgeschäft beraten. Dort könnt ihr auch schon gegen Ende der Schwangerschaft einen geeigneten Still-BH kaufen.

C wie chronisch müde: Die ersten 12 Wochen ist es hart. So haben wir es empfunden. 19:45 im Bett? Kein Problem. Sich nachmittags fühlen, als ob einem der Stecker gezogen wurde? Kennen wir.  Auch wenn ihr das Gefühl habt, dauerhaft in einer Blase gefangen zu sein. Keine Sorge, es geht vorbei. Schlaft immer, wenn es geht!

D wie Dammmassage: Manche Frauen schwören drauf, wir mussten bisher eher schmunzeln bei der Vorstellung, dass unsere Männer sich im Zweifel „da unten ranmachen“ müssen, weil die Arme (bei dem dicken Bauch) schier zu kurz werden. Wir raten euch: Sprecht mit euren Hebammen über das Thema. Sie haben die besten Erfahrungswerte.

E wie Erstausstattung: Ganz ehrlich: kauft nicht zu viel. Gerade die kleinen Größen tragen die Babys nicht lange und noch viel wichtiger: Nach ein paar Wochen Mamasein wisst ihr, was praktisch und unpraktisch ist. Wir fanden Druckknöpfe und alles zum Binden super, über-den-Kopf-ziehen dagegen super nervig. Leiht euch lieber ein paar Sachen am Anfang (das gilt auch für Beistellbettchen und co.) und kauft gegebenenfalls nach. Hier findet ihr unsere Top 10 für den Anfang.

F wie Frauenarzt: Das ist ja wie mit einem guten Friseur: reine Vertrauenssache. Achtet unbedingt darauf, dass ihr auf einer Wellenlänge liegt, denn während der Schwangerschaft seid ihr häufig dort und im Zweifel macht ihr euch nicht nur körperlich, sondern auch seelisch nackig. Ansonsten lieber zu Beginn der Schwangerschaft einmal wechseln.

G wie Geburtsvorbereitung: Am besten fragt ihr andere Mütter, welche Kurse sie empfehlen können, denn die Spanne reicht hier echt von A bis Z. Doro lag in ihrem Kurs lachend auf dem Boden (spätestens als ihr Beckenboden mit einem Eichhörnchenschwänzchen verknüpft wurde), während Claudia nicht einmal das Atmen üben sollte. Manchmal gibt es auch Yogakurse in der Schwangerschaft, die für den Kreißsaal tatsächlich hilfreicher sind als die klassische Geburtsvorbereitung. Überlegt euch, ob ihr einmal die Woche oder am Wochenende zu einem Crashkurs wollt. Wer von euch lieber online unterwegs ist, der findet hier einen Kurs einer Hebamme.

H wie Hebamme: Diese Frau guckt euch in jede Öffnung. Vor ihr solltet ihr also keine Scham haben. Auch hier gilt: das Bauchgefühl muss stimmen. Kümmert euch am besten schon früh um die passende. Es gibt Hebammen für Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen (manchmal sind sie Teil einer Frauenarztpraxis) und Beleghebammen. Diese gehören meist zu einem bestimmten Krankenhaus, ihr sucht sie euch vorher aus und sie hat dann in den letzte Wochen eurer Schwangerschaft Rufbereitschaft und steht euch während des gesamten Geburtsverlaufs zur Seite. Wichtig: Wenn ihr eine Beleghebamme möchtet, kümmert so früh wie möglich darum, Doro hat in der 8. Woche gerade noch ihre Wunschkandidatin bekommen. Das hängt auch von der Stadt ab, in der ihr wohnt. Lieber zu früh, als zu spät! Wenn ihr keine Beleghebamme nehmt, dann bekommt ihr im Krankenhaus die Hebamme, die gerade Schicht hat. Zieht sich die Geburt länger hin, können die Schichten auch wechseln. Was wir lange nicht wussten: Ihr könnt für die Nachsorge eine andere Hebamme nehmen als für das Krankenhaus.

I wie Internet: Hört auf zu googlen! Falls ihr euch ernsthaft Sorgen macht, fragt bitte gleich euren Arzt oder eure Hebamme um Rat.

J wie Jammern: Ja,wir werden runder, ja, die Waage macht keinen Spaß mehr, ja, die Brüste sind atomar groß, so hatten wir uns das nicht vorgestellt und ja, manche von uns kriegen Pickel wie in der Pubertät. Ganz abgesehen von Rückenschmerzen, Sodbrennen und Übellaunigkeit. Trotz allem: Wir tragen ein neues Leben in uns, ist es da nicht klar, dass unser Körper (und unsere Seele) sich verändern? Also tragt den schweren Bauch mit Stolz.

K wie Kreißsaal: Guck euch den Kreißssaal vorher an. Fast jedes Krankenhaus bietet Kreißsaalführungen an. Und lasst auch hier euer Bauchgefühl entscheiden. Vielleicht sagt euch ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt auch mehr zu. Macht euch den Geburtsort so gemütlich wie möglich, nehmt euch gerne Musik mit oder etwas, was euch entspannt oder euch ein wohliges Gefühl gibt.

L wie Lassen: Loslassen, weglassen, andere machen lassen. Das gilt für eure Schwangerschaft und vor allem für die ersten Wochen danach. Nehmt Hilfe an. Macht das, was euch guttut, vor allem am Ende der Schwangerschaft und wenn das bedeutet, dass ihr mit eurer Lieblingsserie auf der Couch chillt und der Haushalt wie Sau aussieht. Lasst alles weg, was nicht unbedingt nötig ist oder euch andere abnehmen können.

M wie Mutterschutz: 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt (bei Mehrlings- und Frühgeburten 12 Wochen) gilt der Mutterschutz für Angestellte. Das heißt, ihr müsst nicht mehr arbeiten und bekommt Geld von der Krankenkasse und ggf. von eurem Arbeitgeber. Wir hatten in dieser Zeit in etwa unser Nettogehalt raus. Außerdem gilt für Mamas in der gesamten Zeit der Schwangerschaft ein besonderer Schutz, z.B. nicht mehr schwer heben oder keine Sonn-, Feiertags- oder Schichtarbeit. In Berufen, in denen z.B. durch Ansteckung, giftige Stoffe etc. Gefahr für das ungeborene Kind besteht, bekommen Frauen auch ein Beschäftigungsverbot. Mehr Infos gibts hier.

N wie Nestbau: Wir hatten den Nestbautrieb beide sehr ausgeprägt: Alles sollte rechtzeitig fertig sein, am besten das ganze Kinderzimmer durchgestylt, der Kindersitz schon im Auto, Bodys frisch gewaschen auf der Wickelkommode. Sehr zum Leid unserer Männer. Aber auch das ist normal.

O wie Osteopathie: Hilft ungemein bei Schwangerschaftsbeschwerden. Bei Claudia hat die Osteopathin wahre Wunder gegen eine Symphysenlockerung vollbracht. Und Doro lässt ihre Kaiserschnittnarbe behandeln. Osteopathen bringen den Körper wieder in den Fluss, indem sie Blockaden lösen und den Körper als eine Einheit betrachten. Übrigens auch ein super Tipp, wenn der Säugling körperliche Beschwerden hat, z.B. nach einer langwierigen Geburt.

P wie Paar: Nehmt euch Zeit zu zweit. Die ersten Wochen dreht sich sowieso alles um den Säugling, umso wichtiger ist es, die Zeit davor noch einmal sinnvoll zu nutzen. Geht was essen, ins Kino oder fahrt übers Wochenende weg. Und redet auch mal über etwas anderes, als den neue Kinderwagen oder Windelgrößen.

Q wie Qualle: So fühlten wir uns im 9. Monat, oder auch schon früher. Wenn Hände und Füße dicker werden, dank Wassereinlagerungen die Ringe schon nicht mehr abgehen und der BH seitlich presst. Beim Umdrehen im Bett müssen die Knie in die richtige Richtung geschoben werden und Claudias Mann musste sie einmal tatsächlich galant vom Sofa schieben, weil sie alleine nicht mehr hochkam. Zur Beruhigung sei gesagt: Unsere Männer fanden uns trotz (oder gerade wegen) des Bauches unheimlich attraktiv.

R wie Rückenschmerzen: Je größer der Bauch und je schwerer die Brüste, desto mehr muss der Rücken natürlich tragen und das, obwohl die Muskulatur sich dehnt und nicht mehr ganz so stabil ist. Hier hilft nur: Bewegung. Wir können Schwangerschaftsyoga empfehlen oder das Fitnessstudio. Alle Sportarten, die ihr auch vor der Schwangerschaft schon gerne gemacht habt.

S wie Sex: Wir werden diesen Tipp sicher nie vergessen. Bei uns beiden war der errechnete Geburtstermin schon einige Tage überschritten, als unsere Frauenärztinnen unabhängig sagten, wir sollten doch jetzt die „Hose runterlassen“. Denn ein Schäferstündchen soll die Geburt in Gang setzen. Wir wollen nicht näher ins Detail gehen, grundsätzlich gilt: Wenn medizinisch nichts dagegen spricht, dann ab in die Horizontale.

T wie Tränen: Ein Hundewelpe, ein Babyfuß oder ein emotionaler Moment auf der Leinwand: das reicht schon, um uns Schwangere völlig aus der Bahn zu werfen. Liebe Männer, ihr dürft euch daran gewöhnen, dass Frauen in diesen 9 Monaten noch näher am Wasser gebaut sind, als eh schon.

U wie Übelkeit: Für viele Frauen ein ständiger Begleiter in den ersten drei Monaten und für einige sogar noch länger. Vielfach hilft nicht wirklich was. Unser Tipp: Ständig eine Kleinigkeit essen und viel frische Luft. Versucht euch trotzdem zu bewegen.

V wie Vergesslichkeit: Was wollte ich denn in der Küche? Das hab ich dir doch schon gesagt! Wen wollte ich gerade anrufen? Solche Gedanken kennen wir sehr gut. Schwangerschaftsdemenz gehört bei uns dazu und wir können sagen: Sie geht auch wieder vorbei (allerdigs erst nach der Stilldemenz).

W wie Wochenbett: Wir haben es alle vorher gehört und trotzdem sind auch wir beide in diese Falle getappt. Jeder sagt, man soll sich unbedingt schonen, aber nach ein paar Tagen sind wir dann doch los, zum Amt, zum Einkaufen und zwischendurch den Staubsauger durch die Wohnung gejagt. Geht ja wieder, dachten wir. Ich, Doro, habe nach 10 Tagen einen Einlauf von meiner Hebamme bekommen, die beim Anblick der angeschwollenen Kaiserschnittnarbe sagt: „Was hast du getan?“ und bei mir (Claudia) wurde der falsche Ehrgeiz mit einer Brustentzündung inklusive Schüttelfrost quittiert. Wir können hier also nur wiederholen: schont euch! Das Wochenbett dauert 6-8 Wochen und in dieser Zeit darf die Couch euer bester Freund werden. Ehrlich!

X wie gestrichen, was ist alles verboten in der Schwangerschaft? Wir sind kein Freund von Panikmache. Für uns gilt: Was euch guttut, tut auch dem Kind gut. Deswegen macht euch nicht zu sehr verrückt, welche Sportart ihr nicht mehr machen dürft oder was auf euren Tellern liegt. Für uns beide wäre es unvorstellbar, jetzt noch eine Skipiste runterzujagen, aber einige Frauen stehen sicher auf den Brettern und fühlen sich dabei pudelwohl. Jeder darf hier auf den gesunden Menschenverstand und sein Gefühl hören. Manche Dinge verstehen sich von selbst, rohes Fleisch oder rohen Fisch kommen bei uns selbstverständlich nicht mehr auf den Tellern. Rohmilchprodukte müssen in Deutschland übrigens deutlich gekennzeichnet werden.

Y wie Yes: Diese Zeit ist die tollste, die es gibt. Finden wir. Was für ein Wunder, dass ein eigenes Leben in unseren Körpern heranwächst. Mit Fingernägeln und Wimpern, so winzig und doch schon so komplett fertig. Die ersten Tritte zu spüren, das erste Mal den Schluckauf des Babys wahrzunehmen, all das ist der pure Wahnsinn!

Z wie Zahnpflege: Eine unserer Hebammen hat gleich im Erstgspräch gesagt: „Bitte geh 2 Mal in der Schwangerschaft zum Zahnarzt.“ Grund: Der Mundraum verändert sich in den neun Monaten. So ist das Zahnfleisch stärker durchblutet. Dadurch wird es weicher und empfindlicher. Deshalb können sich jetzt Bakterien besser ansiedeln, die wiederum Entzündungen begünstigen. Und, nicht zuletzt, steigt das Kariesrisiko durch den veränderten Speichel. Aber bitte habt keine Panik, dass eure Schwangerschaft gleich „einen Zahn kostet“ (altes Sprichwort). Achtet einfach auf euch und eure Zähne.


Habt ihr noch Tipps für die Schwangerschaft? Dann teilt sie uns doch gerne in den Kommentaren mit. Wir freuen uns über euer Feedback.

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